Magnetbausteine: Welche Marke passt an welches Set?
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Was die Hersteller offenlegen und was wir daraus nicht ableiten
Ein Pflichtsatz von 2008 und was aus ihm wurde
Der Satz im Vorspann stammt aus der Entscheidung 2008/329/EG der Europäischen Kommission vom 21. April 2008. Sie verpflichtete die Mitgliedstaaten, Magnetspielzeug nur noch mit einem Warnhinweis in den Handel zu lassen, der vollständig so lautet: Magnete, die im menschlichen Körper einander oder einen metallischen Gegenstand anziehen, können schwere oder tödliche Verletzungen verursachen; wer einen verschluckten oder eingeatmeten Magneten vermutet, soll sofort einen Arzt zu Rate ziehen.
Den Anlass nennt die Entscheidung in ihren Erwägungsgründen. In den Jahren 2006 und 2007 wurden weltweit Unfälle gemeldet, bei denen Kinder Magnete verschluckt hatten, die sich von Spielzeug gelöst hatten. Betroffen waren Kinder zwischen 10 Monaten und 12 Jahren. Im Sommer 2007 wurden mehr als 18 Millionen Magnetspielzeuge zurückgerufen, ein großer Teil davon auf dem europäischen Markt. Danach, so die Kommission, kapselten viele Hersteller die Magnete in ihren Spielzeugen ein.
Auch die Reaktionen anderer Länder hält die Entscheidung fest. In den Vereinigten Staaten hatte die Verbraucherschutzbehörde im April 2007 eine Warnung an Eltern veröffentlicht und an einer Überarbeitung der dortigen Spielzeugnorm mitgewirkt, damit sie Magnete erfasst. Frankreich und Deutschland hatten der Kommission nationale Maßnahmen gemeldet. Europas Regel von 2008 war also keine Vorsichtsmaßnahme auf Verdacht, sondern die Antwort auf eine Reihe von Unfällen, die in mehreren Ländern zugleich aufgefallen waren.
Befristet war die Entscheidung bis zum 21. April 2009 und war als Übergang gedacht: Gleichzeitig erhielt die europäische Normungsorganisation den Auftrag, eine Norm für Magnetspielzeug auszuarbeiten. Was daraus wurde, beschreibt das bayerische Verbraucherministerium in einem Beitrag, der zuletzt im Januar 2026 aktualisiert wurde. Heute legt die Spielzeugnorm DIN EN 71-1 fest, dass lose oder ablösbare Magnete entweder einen magnetischen Flussindex unter 50 kG²mm² haben oder zu groß zum Verschlucken sein müssen, gemessen nach der Norm.
Magnetbausteine in Plattenform sind das Ergebnis dieser Geschichte. Statt lose in der Schachtel zu liegen, sitzen die Magnete in Taschen aus Kunststoff, die verschweißt, vernietet oder von einem Gitter umfasst sind. Damit ist die Frage nach dem Verschlucken nicht verschwunden, sie hat sich verschoben: weg vom Lieferzustand, hin zu dem Moment, in dem eine Platte bricht. Darum geht es weiter unten. Zuerst geht es um die Frage, die die Nachfrage beherrscht — wer mit wem baut.
Wer mit wem passen will: fünf Marken, ihre Aussagen im Wortlaut
Die Suchmaschine ergänzt „welche magnetbausteine sind“ mit „kompatibel“, „mit magformers kompatibel“, „mit connetix kompatibel“ und „die originalen“. Darauf antwortet die Grafik mit den Aussagen der fünf Marken selbst. Ein Pfeil bedeutet: Diese Marke behauptet, mit einer anderen zu bauen. Ein Satz unter dem Kasten bedeutet: Diese Marke verspricht Kompatibilität nur innerhalb des eigenen Sortiments.
Drei Befunde stehen im Bild. Erstens versprechen zwei der fünf Marken ausdrücklich nur nach innen: Magna-Tiles schreibt, alle Teile seien mit allen anderen Magna-Tiles-Sets kompatibel, und sagt nichts über fremde. Magformers nennt sein Set eine Ergänzung zu den eigenen. Zweitens nennt nur eine Marke eine Zahl, an der sich Kompatibilität prüfen ließe: Condis mit 6,4 Zentimetern.
Drittens ist die weitreichendste Aussage zugleich die unbestimmteste. Connetix schreibt in seinem Fragenteil, die eigenen Platten seien mit den meisten führenden Marken kompatibel — und fügt hinzu, weil die eigenen Magnete stärker seien als die der meisten, könnten sich Verbindungen mit anderen Marken weniger fest anfühlen. Welche Marken gemeint sind, steht nicht da. Für jemanden, der ein Set im Zimmer hat und wissen will, ob ein zweites daran passt, ist das ein ehrlicher Satz, aber keine Antwort.
6,4 oder 7,5 Zentimeter: zwei Standards, die niemand belegt
Die Autovervollständigung kennt Kantenlängen: „magnetbausteine 6 4 cm“, „7 5 cm“, „2 5 cm“, „5 5 cm“, „6 5 cm“, dazu „15x15“ und „große quadrate“ für Bodenplatten. Fünf verschiedene Kantenlängen für kleine Quadrate in einer einzigen Liste von Vorschlägen zeigen, dass Käufer das Problem kennen, bevor sie die Antwort finden. Wer so sucht, hat meist eine Platte in der Hand und ein Lineal daneben. Von den Herstellern kommt dabei wenig Hilfe. Von den fünf Marken nennt eine einzige die Kantenlänge ihrer Grundplatte: Condis schreibt im eigenen Blog, die quadratischen Platten maßen 6,4 mal 6,4 Zentimeter, und im Angebot ergänzt der Anbieter 5,4 Zentimeter für das Dreieck.
Condis nennt diese Maße „industrieübliche Standardgrößen“ und leitet daraus die Kompatibilität mit Magformers und GeoSmart ab — und zugleich die Inkompatibilität mit allem, was nicht 6,4 Zentimeter misst. Ein anderer Teil des Marktes erzählt eine andere Geschichte: Händlerseiten und Ratgeber im Netz sprechen von 7,5 Zentimetern als üblichem Maß für Platten der großen Marken. Beide Seiten nennen ihre Zahl einen Standard. Eine Norm, die eine Kantenlänge für Magnetbausteine festlegt, gibt es nach allem, was wir gelesen haben, nicht.
Wer misst, findet deshalb zwei Familien vor, die nicht ineinandergreifen. Eine Platte mit 6,4 Zentimetern Kante an einer mit 7,5 Zentimetern ergibt einen Versatz von 1,1 Zentimetern, also knapp ein Sechstel der kleineren Kante — unsere Rechnung aus den beiden Zahlen. Flach auf dem Boden fällt das als Stufe auf. In einem Würfel aus sechs Platten schließt die Kante nicht mehr, und die Magnete an den Ecken finden einander nicht.
Wer nachkauft, geht deshalb in einer festen Reihenfolge vor. Zuerst wird gemessen, was schon da ist: eine quadratische Grundplatte von Kante zu Kante, ohne die abgerundeten Ecken mitzurechnen. Dann wird gesucht, wer diese Zahl nennt. Bei vier von fünf Marken dieser Seite findet man sie nicht auf der Herstellerseite. Dort bleibt nur das Ausprobieren mit einer Platte im Laden — oder der Kauf eines Sets derselben Marke, die Kompatibilität nach innen zusagt.
Gitter, Niete, Schweißnaht, Drehmagnet: wie die Marken ihre Magnete halten
Wie ein Magnet in einer Platte sitzt, entscheidet über zwei Dinge zugleich: wie die Platte an eine andere anschließt und was passiert, wenn sie bricht. Wie genau die Hersteller das beschreiben, ist verschieden. Magna-Tiles schreibt auf der eigenen Seite von einer charakteristischen Gitterstruktur, die Rissen vorbeuge, und von Nieten, die die Teile zusammenhalten. Connetix schreibt, jede Platte werde aus ABS-Kunststoff gefertigt, anschließend mit Ultraschall verschweißt und vernietet.
Condis nennt in seinem Blog ebenfalls eine Ultraschall-Schweißtechnik. Magformers beschreibt etwas anderes: Die Magnete in den Bauelementen richteten sich beim Anfügen weiterer Teile immer zu einer anziehenden Position hin aus. Das heißt, sie sind in ihrer Tasche beweglich und drehen sich, bis sie sich anziehen. Bei fest eingebauten Magneten hängt es an der Anordnung der Pole, ob zwei Platten in jeder Lage zueinanderfinden; wie die übrigen Marken ihre Pole anordnen, steht auf keiner der Seiten.
Für den Nachkauf ist dieser Unterschied wichtiger als die Farbe. Ein Drehmagnet passt sich an, eine fest eingebaute Polung nicht. Ob zwei Marken mit verschiedenen Bauweisen gut zusammenhalten, hängt deshalb nicht nur an der Kante, sondern auch daran, wo die Magnete sitzen und wie sie gepolt sind. Keine der fünf Marken nennt die Lage ihrer Magnete in Millimetern, und keine veröffentlicht eine Haftkraft.
Für den Bruchfall gilt dasselbe, nur schärfer. Eine verschweißte Tasche gibt den Magneten erst frei, wenn die Naht reißt; eine vernietete hält ihn auch dann noch an einer Stelle. Ob das beim Spielen einen Unterschied macht, lässt sich aus den Seiten nicht ablesen. Was sich ablesen lässt: Drei Marken beschreiben ihre Bauweise, zwei schweigen dazu — Playmags, weil es keine Herstellerseite gibt, und Magformers, soweit es um die Befestigung und nicht um die Beweglichkeit geht.
Kante, Halt, Zusage: fünf Marken in einer Tabelle
Neun Zeilen, fünf Spalten, und in jeder Zelle entweder ein Wert mit Herkunft oder der Satz, warum keiner da ist. Was nur im Angebot des Handels steht, trägt diesen Vermerk; alles andere stammt von den Herstellerseiten.
| Kennwert | Magna-TilesClassic 100-Piece Set (4300)Oberklasse | ConnetixRainbow Creative Pack, 102 TeileOberklasse | MagformersMagformers 30 (274-07)Mittelklasse | CondisMagnetische Bausteine, 120 TeileEinstieg | Playmags100 Stück Super SetMittelklasse |
|---|---|---|---|---|---|
| Kantenlänge | Der Hersteller nennt keine Kantenlänge. | Der Hersteller nennt keine Kantenlänge. | Der Hersteller nennt keine Kantenlänge. | 6,4 cm Quadrat laut Hersteller; 5,4 cm Dreieck laut Angebot | Der Hersteller nennt keine Kantenlänge. |
| Wie die Magnete sitzen | Gitterstruktur gegen Risse und Nieten laut Hersteller | Ultraschall-verschweißt und vernietet laut Hersteller | Magnete richten sich laut Hersteller beim Anfügen zur anziehenden Position aus | Ultraschall-Schweißtechnik laut Hersteller | Der Anbieter beschreibt nicht, wie die Magnete gehalten werden. |
| Kompatibel laut Anbieter | mit allen Magna-Tiles-Sets laut Hersteller; zu anderen Marken keine Aussage | gesamtes Connetix-Sortiment; „die meisten führenden Marken“, Verbindung dann schwächer, laut FAQ | „Ergänzung zu den vielen MAGFORMERS Sets“ laut Hersteller | mit Magformers, GeoSmart und Platten von 6,4 cm; nicht mit anderen Größen, laut Hersteller | keine Herstellerseite; Angebot: Verwendung mit einer Bauplatte derselben Marke |
| Teile | 100: 50 kleine und 4 große Quadrate, 46 Dreiecke | 102: 42 Quadrate, 36 Dreiecke, 24 Fenster-, Tür-, Rechteck- und Zaunteile | 30: 18 Quadrate, 12 Dreiecke | 120 | 100: 82 Magnetplatten, 18 Einsätze mit Buchstaben und Fenstern |
| Alter | 3 bis 99 Jahre laut Hersteller | ab 3 Jahren laut Hersteller | nicht für Kinder unter 3 Jahren laut Hersteller | 36 Monate bis 12 Jahre im Datenfeld | ab 3 Jahren laut Angebot; im Datenfeld 3 bis 12 Jahre |
| Genannte Prüfung | Weder Hersteller noch Angebot nennen eine Norm oder Prüfstelle. | EN 71-1, EN 71-2, EN 71-3 und Spielzeugrichtlinie laut FAQ des Herstellers | Weder Hersteller noch Angebot nennen eine Norm oder Prüfstelle. | TÜV Rheinland laut Hersteller, ohne gezeigtes Zertifikat | Weder Hersteller noch Angebot nennen eine Norm oder Prüfstelle. |
| Pflege | feucht abwischen oder milder Reiniger, nie eintauchen, laut FAQ | feucht abwischen, nicht in Wasser tauchen, laut FAQ | Der Hersteller nennt keinen Pflegehinweis. | Der Hersteller nennt keinen Pflegehinweis. | Der Hersteller nennt keinen Pflegehinweis. |
| Herkunft | Philippinen laut Hersteller, China im Datenfeld des Handels | Weder Hersteller noch Datenfeld nennen ein Land. | China laut Datenfeld | China laut Datenfeld; Hersteller im Datenfeld ein Handelsunternehmen in Shenzhen | China laut Datenfeld |
| Verpackung | 12 × 9 × 3 Zoll, 7,4 Pfund laut Hersteller | 32,6 × 21 × 8,5 cm, 3,5 kg laut Hersteller | Der Hersteller nennt keine Packungsmaße. | Der Hersteller nennt keine Packungsmaße. | Der Hersteller nennt keine Packungsmaße. |
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Die Zeile „Kantenlänge“ ist die leerste der ganzen Tabelle, und sie ist die wichtigste für jeden, der nachkauft. Vier von fünf Zellen nennen den Grund statt eines Wertes. Zweite Lücke ist die Zeile „Genannte Prüfung“: Connetix listet auf seiner Seite die europäischen Normen auf, nach denen geprüft werde, Condis nennt ein Zertifikat des TÜV Rheinland, ohne es zu zeigen, die übrigen drei nennen nichts.
Die Zeile „Herkunft“ enthält einen Widerspruch, der zum Muster aus dem Vergleich der Holzklötze für Kinder ab einem Jahr passt: Magna-Tiles schreibt auf der eigenen Seite „Made in Philippines“, das Datenfeld des Handels nennt China. Bei Condis nennt das Datenfeld als Hersteller ein Handelsunternehmen in Shenzhen, bei Playmags einen Modellnamen in italienischer Sprache.
Einheitlich ist dagegen die Zeile „Alter“: Alle fünf geben drei Jahre als Untergrenze an, als „3+“, „ab 3 Jahren“, „36 Monate“ oder, bei Magformers, als Satz: „Unsere Produkte sind für Kinder unter 3 Jahren nicht geeignet.“ Was diese Grenze bedeutet, wenn ein jüngeres Kind im selben Zimmer spielt, steht weiter unten.
Dünn besetzt ist die Zeile „Pflege“. Zwei Hersteller geben einen Hinweis, beide in ihren Fragen und Antworten: Connetix rät, feucht abzuwischen und nicht in Wasser zu tauchen, Magna-Tiles ebenso, mit dem Zusatz, Wasser im Inneren einer Platte könne zu Schimmel oder Rost führen. Für die Suchanfragen „magnetbausteine waschen“ und „kann man magnetbausteine waschen“ sind das die beiden Antworten von Herstellern im ganzen Feld. Der Grund, den beide nennen, betrifft jede Platte, in der ein Magnet sitzt; ob die Taschen der übrigen Marken dichter sind, schreibt keine von ihnen.
Nachkauf oder Neustart: welche Marke wofür
Eine Reihenfolge von eins bis fünf gibt die Tabelle nicht her. Was sie hergibt, sind zwei Lagen, in denen je ein Set einen nachprüfbaren Vorsprung hat — eine Zusage über die eigene Marke hinaus und eine genannte Kantenlänge.
Wenn an ein Set einer anderen Marke angebaut werden soll

Connetix
Rainbow Creative Pack, 102 Teile
Wenn die vorhandenen Platten 6,4 Zentimeter Kante messen

Condis
Magnetische Bausteine, 120 Teile
Magna-Tiles hat keine Rolle bekommen, obwohl es mit fast 11.000 Stimmen das breiteste bewertete Set der Auswahl ist. Der Grund ist die Frage dieser Seite: Wer an ein vorhandenes Set anbauen will, bekommt von Magna-Tiles nur die Zusage für eigene Sets. Wer schon Magna-Tiles hat und dabei bleiben will, ist dort richtig; die Zusage ist eindeutig, und mehr kann ein Hersteller nach innen nicht versprechen.
Magformers und Playmags haben keine Rolle bekommen, aus verschiedenen Gründen. Magformers baut mit beweglichen Magneten anders als die übrigen und nennt kein Maß; ob ein Set dieser Marke an ein anderes passt, sagt nur Condis. Playmags hat zwar über 10.000 Stimmen, aber keinen Hersteller, den man fragen könnte.
Magna-Tiles Classic 100: das Gitter, die Niete und eine Zusage nach innen
Das Set enthält laut Hersteller 54 Quadrate — 50 kleine und 4 große — und 46 Dreiecke in drei Formen: 20 gleichseitige, 11 rechtwinklige, 15 gleichschenklige. Verpackt misst es 12 mal 9 mal 3 Zoll und wiegt 7,4 Pfund. Als Alter nennt Magna-Tiles 3 bis 99 Jahre, als Herkunft die Philippinen.
10.970 Käufer haben das Set auf amazon.de bewertet, im Schnitt mit 4,8 Sternen, und 92 Prozent davon mit fünf. Gezählt wird dabei über mehrere Ausführungen hinweg. Im Datenfeld steht unter „Anzahl von Stücken“ die Zahl 25, im Titel 100, und als Herkunftsland China.
Auf der Herstellerseite steht die Kompatibilität in einem Satz, der mit „Always Compatible“ überschrieben ist: Alle Teile seien mit allen anderen Magna-Tiles-Sets kompatibel und ergänzten sie. Über andere Marken sagt die Seite nichts. Eine Kantenlänge der Platten nennt sie ebenfalls nicht.
| Kantenlänge | Der Hersteller nennt keine Kantenlänge. |
|---|---|
| Wie die Magnete sitzen | Gitterstruktur gegen Risse und Nieten laut Hersteller |
| Kompatibel laut Anbieter | mit allen Magna-Tiles-Sets laut Hersteller; zu anderen Marken keine Aussage |
| Teile | 100: 50 kleine und 4 große Quadrate, 46 Dreiecke |
| Alter | 3 bis 99 Jahre laut Hersteller |
| Genannte Prüfung | Weder Hersteller noch Angebot nennen eine Norm oder Prüfstelle. |
| Pflege | feucht abwischen oder milder Reiniger, nie eintauchen, laut FAQ |
| Herkunft | Philippinen laut Hersteller, China im Datenfeld des Handels |
| Verpackung | 12 × 9 × 3 Zoll, 7,4 Pfund laut Hersteller |
Die Angebote anderer Magna-Tiles-Sets tragen im Titel den Zusatz „Die Original Magnetbaumarke“. Was an „Original“ belegbar ist, steht weiter unten. Für den Nachkauf zählt hier etwas anderes: Wer ein Magna-Tiles-Set hat und eines derselben Marke dazukauft, bekommt eine schriftliche Zusage des Herstellers. Das ist bei keinem anderen Paar in diesem Vergleich so eindeutig.
Beim Werkstoff weicht das Angebot von den übrigen ab. Magna-Tiles nennt dort MABS, eine durchsichtige Abwandlung von ABS, aus dem nach eigenen Angaben auch Connetix, Magformers und Condis ihre Platten fertigen. Für den Nachkauf spielt der Werkstoff keine Rolle; zwei Platten halten über ihre Magnete aneinander, nicht über den Kunststoff. Welche Sorte ABS die übrigen vier verwenden, schreibt keiner von ihnen genauer.
Connetix Regenbogen 102: die einzige Zusage nach außen, mit Einschränkung
102 Teile laut Angebot: 6 große und 36 kleine Quadrate, je 12 gleichseitige, rechtwinklige und gleichschenklige Dreiecke, dazu je 6 Fenster, Türen, Rechtecke und Zaunteile. Laut Hersteller misst die Verpackung 32,6 mal 21 mal 8,5 Zentimeter und wiegt 3,5 Kilogramm. Als sein Kennzeichen beschreibt der Hersteller die abgeschrägte Kante der Platten.
Mit 290 Stimmen und 4,6 Sternen im Schnitt auf amazon.de hat Connetix die schmalste Bewertungsgrundlage der Auswahl. Im Datenfeld stehen unter „Besondere Merkmale“ die Wörter „Schadstofffrei“ und „Ungiftig“, ohne Beleg im Angebot; die Belege stehen auf der Seite des Herstellers.
Dort listet Connetix die Normen auf, nach denen für Europa geprüft werde: EN 71-1 für mechanische und physikalische Eigenschaften, EN 71-2 für die Entflammbarkeit, EN 71-3 für die Abgabe von 19 Elementen, dazu die Spielzeugrichtlinie und die Chemikalienverordnung REACH. Einen Prüfbericht verlinkt die Seite nicht, aber sie nennt die Ausgaben der Normen mit Jahreszahl.
| Kantenlänge | Der Hersteller nennt keine Kantenlänge. |
|---|---|
| Wie die Magnete sitzen | Ultraschall-verschweißt und vernietet laut Hersteller |
| Kompatibel laut Anbieter | gesamtes Connetix-Sortiment; „die meisten führenden Marken“, Verbindung dann schwächer, laut FAQ |
| Teile | 102: 42 Quadrate, 36 Dreiecke, 24 Fenster-, Tür-, Rechteck- und Zaunteile |
| Alter | ab 3 Jahren laut Hersteller |
| Genannte Prüfung | EN 71-1, EN 71-2, EN 71-3 und Spielzeugrichtlinie laut FAQ des Herstellers |
| Pflege | feucht abwischen, nicht in Wasser tauchen, laut FAQ |
| Herkunft | Weder Hersteller noch Datenfeld nennen ein Land. |
| Verpackung | 32,6 × 21 × 8,5 cm, 3,5 kg laut Hersteller |
Zwei Sätze aus dem Fragenteil der Herstellerseite machen Connetix für den Nachkauf interessant. Der erste: Die Platten seien mit den meisten führenden Marken kompatibel, die Verbindung könne sich aber schwächer anfühlen, weil die eigenen Magnete stärker seien. Der zweite betrifft die Pflege: Die Platten sollen nur feucht abgewischt und nicht in Wasser getaucht werden, weil Feuchtigkeit die Magnete mit der Zeit beschädigen könne. Magna-Tiles gibt in seinen Fragen und Antworten dieselbe Regel und nennt als Folge von Wasser im Inneren Schimmel und Rost. Wie man Platten, Holz und Schaumstoff jeweils reinigt, steht in unserem Ratgeber zum Reinigen nach Material.
Magformers 30: bewegliche Magnete und kein Maß
Das kleinste Set der Auswahl: 18 Quadrate und 12 Dreiecke, dazu eine Broschüre, nach der laut Hersteller 100 Konstruktionen entstehen. Gefertigt sind die Bauelemente aus ABS-Kunststoff, die Magnete darin laut Angebot aus Neodym. Magformers nennt das Set einen Einstieg und zugleich eine Ergänzung zu den vielen eigenen Sets.
Die Bewertung auf amazon.de: 4,7 Sterne aus 968 Stimmen. Im Datenfeld heißt das Modell „Calamite“, als Garantie stehen „2 Jahre auf alle Bauteile“, als Herkunftsland China.
| Kantenlänge | Der Hersteller nennt keine Kantenlänge. |
|---|---|
| Wie die Magnete sitzen | Magnete richten sich laut Hersteller beim Anfügen zur anziehenden Position aus |
| Kompatibel laut Anbieter | „Ergänzung zu den vielen MAGFORMERS Sets“ laut Hersteller |
| Teile | 30: 18 Quadrate, 12 Dreiecke |
| Alter | nicht für Kinder unter 3 Jahren laut Hersteller |
| Genannte Prüfung | Weder Hersteller noch Angebot nennen eine Norm oder Prüfstelle. |
| Pflege | Der Hersteller nennt keinen Pflegehinweis. |
| Herkunft | China laut Datenfeld |
| Verpackung | Der Hersteller nennt keine Packungsmaße. |
Das Besondere an Magformers steht in einem Satz der Herstellerseite: Die Magnete richteten sich beim Anfügen immer zu einer anziehenden Position hin aus. Das unterscheidet die Marke von den übrigen vier, deren Magnete fest sitzen. Für das Kind heißt das, dass zwei Teile sich nie abstoßen. Für den Nachkauf heißt es, dass ein fremdes Teil mit fest eingebauten Magneten an einem Magformers-Teil meist hält, weil der bewegliche Magnet sich zum festen dreht — ob die Kanten dabei bündig liegen, ist eine andere Frage.
Diese andere Frage beantwortet Magformers nicht. Eine Kantenlänge steht nicht auf der Seite. Nur eine Zahl verbindet Magformers mit einem Maß, und sie stammt von einem anderen Anbieter: Condis schreibt, seine Platten mit 6,4 Zentimetern seien mit Magformers kompatibel. Bestätigt hat Magformers das auf seiner Seite nicht. Seine Warnhinweise stellt der Hersteller als Datei zum Herunterladen bereit; auf der Produktseite selbst steht nur der Satz zur Altersgrenze von drei Jahren.
Condis 120: die einzige Zahl im Feld
120 Teile in verschiedenen Formen, mit 5.784 Stimmen und durchschnittlich 4,7 Sternen auf amazon.de, am Einstieg des Feldes. Im Datenfeld steht als Alter 36 Monate bis 12 Jahre, als Hersteller ein Handelsunternehmen mit Sitz in Shenzhen, als Herkunftsland China.
Im Angebot nennt der Anbieter die Seitenlänge der quadratischen Grundsteine mit 6,4 Zentimetern und die der dreieckigen mit 5,4 Zentimetern. Im eigenen Blog vom 5. November 2024 wiederholt Condis die 6,4 Zentimeter und ordnet sie ein: kompatibel mit Magformers, GeoSmart und ähnlichen Produkten, nicht kompatibel mit Bausteinen anderer Größe.
| Kantenlänge | 6,4 cm Quadrat laut Hersteller; 5,4 cm Dreieck laut Angebot |
|---|---|
| Wie die Magnete sitzen | Ultraschall-Schweißtechnik laut Hersteller |
| Kompatibel laut Anbieter | mit Magformers, GeoSmart und Platten von 6,4 cm; nicht mit anderen Größen, laut Hersteller |
| Teile | 120 |
| Alter | 36 Monate bis 12 Jahre im Datenfeld |
| Genannte Prüfung | TÜV Rheinland laut Hersteller, ohne gezeigtes Zertifikat |
| Pflege | Der Hersteller nennt keinen Pflegehinweis. |
| Herkunft | China laut Datenfeld; Hersteller im Datenfeld ein Handelsunternehmen in Shenzhen |
| Verpackung | Der Hersteller nennt keine Packungsmaße. |
Derselbe Blog enthält zwei Aussagen, die sich nicht prüfen lassen. Die Steine seien vom TÜV Rheinland zertifiziert — ein Zertifikat oder eine Nummer dazu steht nicht da. Und das Angebot schreibt, die Standardgrößen verhinderten ein Verschlucken durch Kinder. Das mag für die ganze Platte im Lieferzustand gelten. Für einen Magneten, der aus einer gebrochenen Platte fällt, sagt die Plattengröße nichts.
Bei der zweiten Zahl lohnt ein genauerer Blick. Ein gleichseitiges Dreieck mit 6,4 Zentimetern Seitenlänge ist 5,5 Zentimeter hoch; das ist unsere Rechnung, Seite mal der halben Wurzel aus drei. Die 5,4 Zentimeter, die das Angebot als Seitenlänge der dreieckigen Steine nennt, liegen damit nahe an der Höhe eines Dreiecks, das an das Quadrat passt, und weit entfernt von dessen Seite. Entweder meint die Angabe die Höhe, oder die Dreiecke sind kleiner als die Quadrate. Das Angebot sagt es nicht, und für den Nachkauf ist es eine zweite offene Frage neben der ersten.
Trotzdem ist Condis in einem Punkt allen anderen voraus: Es gibt eine Zahl. Wer eine Platte mit 6,4 Zentimetern Kante zu Hause hat, kann die Zusage nachmessen, bevor er kauft, und wer keine hat, weiß, dass dieses Set nicht an eines mit 7,5 Zentimetern passt. Das ist mehr, als die vier anderen Hersteller auf ihren Seiten anbieten.
Playmags 100: zehntausend Stimmen und keine Herstellerseite
100 Teile laut Angebot: 82 Magnetplatten mit Magneten, die der Anbieter „SUPERMAGS“ nennt, und 18 sogenannte Clickins, Einsätze mit Buchstaben und Fenstern, die in die Platten gesteckt werden. Auf amazon.de 4,7 Sterne aus 10.244 Stimmen, 85 Prozent fünf.
Wie bei Magna-Tiles bündelt das Angebot mehrere Ausführungen. Im Datenfeld steht als Modellname ein italienischer Text, als Herkunftsland China, als Alter 3 bis 12 Jahre; der Titel empfiehlt das Set ab 3 Jahren.
| Kantenlänge | Der Hersteller nennt keine Kantenlänge. |
|---|---|
| Wie die Magnete sitzen | Der Anbieter beschreibt nicht, wie die Magnete gehalten werden. |
| Kompatibel laut Anbieter | keine Herstellerseite; Angebot: Verwendung mit einer Bauplatte derselben Marke |
| Teile | 100: 82 Magnetplatten, 18 Einsätze mit Buchstaben und Fenstern |
| Alter | ab 3 Jahren laut Angebot; im Datenfeld 3 bis 12 Jahre |
| Genannte Prüfung | Weder Hersteller noch Angebot nennen eine Norm oder Prüfstelle. |
| Pflege | Der Hersteller nennt keinen Pflegehinweis. |
| Herkunft | China laut Datenfeld |
| Verpackung | Der Hersteller nennt keine Packungsmaße. |
Wer bei Playmags eine Frage zur Kantenlänge, zur Kompatibilität oder zu den Magneten stellen will, findet keinen Hersteller. Unter playmags.com fand sich am 4. Oktober 2026 nur eine geparkte Domain mit dem Hinweis eines Domainanbieters. Was wir über das Set wissen, stammt vollständig aus dem Angebot im Handel. Dort steht, die Platten ließen sich mit einer Bauplatte derselben Marke verwenden; über andere Marken steht nichts. In der Suche taucht die Seite eines Vertriebs in Großbritannien auf. Wir haben sie nicht ausgewertet, weil sie nicht vom Hersteller stammt und für den deutschen Handel nichts zusagt.
Playmags steht in diesem Vergleich für eine ganze Gruppe: Marken mit Tausenden Stimmen im Handel und ohne eigene Seite mit Produktdaten. Gegen das Set selbst spricht daraus nichts, was sich belegen ließe. Es spricht aber dagegen, Playmags als Grundlage für ein System zu kaufen, das über Jahre wachsen soll: Wer erweitert, braucht jemanden, der sagt, was passt.
Flussindex: eine Kennzahl für Kugeln, die halbe Antwort für Platten
In der Spielzeugnorm DIN EN 71-1 wird die Gefahr eines Magneten mit einer Größe gemessen, die magnetischer Flussindex heißt. Er wird in kG²mm² angegeben, und schon die Einheit verrät, woraus er sich zusammensetzt: Kilogauß zum Quadrat, also eine magnetische Feldstärke, mal Quadratmillimeter, also eine Fläche. Das bayerische Verbraucherministerium nennt die Grenze: Lose oder vom Spielzeug ablösbare Magnete dürfen einen Flussindex von 50 kG²mm² nicht überschreiten — es sei denn, sie sind so groß, dass sie nach der Norm nicht als verschluckbar gelten.
Warum gerade diese Größe zählt, erklärt die Medizin. Besonders gefährlich wird es nach den Hinweisen des Ministeriums, wenn mehr als ein Magnet oder ein Magnet und ein Metallteil verschluckt werden. Sie ziehen sich durch die Darmwand hindurch an, pressen das Gewebe zwischen sich zusammen und können es nach einiger Zeit durchbrechen. Je stärker der Magnet, desto größer der Druck. Der Beitrag der gesetzlichen Unfallversicherung zitiert eine Aufsichtsperson der Unfallkasse Brandenburg: Neodym-Magnete könnten bis zum Hundertfachen ihres eigenen Gewichts halten.
Bei Magnetbausteinen in Plattenform ist der Flussindex nur die halbe Antwort, und zwar aus einem einfachen Grund: Im Lieferzustand ist kein Magnet zugänglich. Zum Verschlucken ist die Platte zu groß, und der Magnet sitzt eingeschweißt darin. Die Entscheidung der Kommission von 2008 hat für diesen Fall eine Definition geschaffen, die bis heute nützt: Ein Magnet gilt als für Kinder zugänglich, wenn er lose ist oder sich bei normaler oder vorhersehbarer Verwendung ablösen kann — „selbst wenn ursprünglich im Spielzeug enthalten, eingekapselt, versenkt oder eingefasst“.
Das erklärt, warum Platten mit starken Magneten überhaupt zulässig sein können. Das Ministerium beschreibt die Regel der Norm als Entweder-oder: Ein loser oder ablösbarer Magnet bleibt unter dem Grenzwert, oder er ist so groß, dass er nicht als verschluckbar gilt. Eine Magnetplatte nutzt den zweiten Weg. Der Magnet darin mag stark sein, aber solange er mit der Platte fest verbunden ist, ist das, was ein Kind in den Mund nehmen könnte, die ganze Platte — und die ist zu groß. Worauf es ankommt, ist also die Verbindung zwischen Magnet und Platte, nicht der Magnet allein.
Gefragt ist bei Platten also nicht, wie stark ihre Magnete sind, sondern ob sie bei vorhersehbarer Verwendung herauskommen können. Vorhersehbar ist bei Kindern zwischen drei und acht Jahren vieles: Platten werden geworfen, getreten, als Rampe für Autos benutzt. Keiner der fünf Hersteller nennt den Flussindex seiner Magnete. Drei beschreiben, wie sie die Magnete halten, und das ist für diese Frage die nützlichere Angabe.
Was verschluckte Magnete anrichten, und was keine Statistik zählt
Wie groß die Gefahr in Zahlen ist, weiß in Deutschland niemand genau. Die Direktorin der Klinik für Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Jena sagte im April 2024 vor dem Deutschen Chirurgie-Kongress, es gebe keine Statistik über solche Ereignisse; das Deutsche Ärzteblatt hat ihre Warnung wiedergegeben. Anlass war der Tod eines 20 Monate alten Mädchens Anfang 2024, das zeitversetzt mehrere Magnete verschluckt hatte. Im Jahr 2018 hatten das bayerische Verbraucherministerium und der Kinderschutzbund nach dem Tod eines vierjährigen Kindes gewarnt.
Beide Fälle betrafen kleine Magnete, wie sie in Kugel- und Würfelsets, 3D-Puzzles oder Konstruktionsspielzeug für Jugendliche und Erwachsene stecken, nicht ganze Platten. Genau das betonte die Ärztin: Solche Magnete würden für ältere Zielgruppen beworben und gelangten trotzdem an kleinere Kinder. Der Beitrag der Unfallversicherung schildert einen weiteren tödlichen Unfall in einer Einrichtung in Brandenburg, bei dem ein Kind Magnete aus einem Spielzeug löste; die Betreuerinnen hätten nicht gewusst, dass sie sich lösen konnten.
Was diese Berichte für Plattenbausteine bedeuten, lässt sich vorsichtig sagen. Eine intakte Platte ist kein verschluckbarer Magnet. Eine gebrochene kann einer werden. Nach dem Verschlucken sind die Symptome laut bayerischem Ministerium und Unfallversicherung unspezifisch — Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen — und treten oft erst Tage später auf. Ohne Röntgenbild lässt sich nicht klären, ob ein Kind etwas verschluckt hat.
Beide Stellen geben denselben Rat für den Verdachtsfall: sofort ärztliche Hilfe holen und den Verdacht auf Magnete ausdrücklich nennen, weil die Diagnose sonst schwer ist. Das ist kein medizinischer Rat dieser Seite, sondern die Wiedergabe dessen, was Ministerium und Unfallversicherung schreiben. Für die Kaufentscheidung folgt daraus vor allem eines: die Frage, wie ein Set mit Bruch umgeht, gehört vor den Kauf, nicht danach.
Für Kitas ist die Unfallversicherung deutlicher als für Familien, weil dort Vorschriften gelten. Sie verlangt eine Gefährdungsbeurteilung für magnetisches Spielzeug, rät zu regelmäßigen Bestandsaufnahmen und dazu, im Verdachtsfall sofort die Rettungskette in Gang zu setzen: Eltern informieren, ärztliche Hilfe organisieren und den Verdacht auf Magnete weitergeben. Kinder in den ersten Lebensjahren könnten oft selbst nicht mitteilen, dass sie etwas verschluckt haben. Für eine Familie mit einem Set im Kinderzimmer ist das eine brauchbare Vorlage: wissen, welche Spielsachen Magnete enthalten, und gelegentlich nachsehen, ob noch alles heil ist.
Rückrufe im europäischen Register: was dort zu Magnetplatten steht
Die Europäische Union betreibt mit Safety Gate ein öffentliches Register für gefährliche Produkte, in das die Marktaufsichtsbehörden ihre Funde eintragen. Für Magnetbausteine in Plattenform steht dort zum Beispiel die Meldung SR/01525/25 vom 25. April 2025: ein Set mit 32 Platten einer Marke, die in keinem unserer Vergleiche vorkommt, gemeldet von Frankreich, hergestellt in China.
Knapp fällt die Begründung aus. Das Spielzeug enthalte kleine Magnete mit hohem Flussindex; ein kleines Kind könne sie in den Mund nehmen und daran ersticken, und verschluckte Magnete könnten einander anziehen und einen Darmverschluss oder eine Perforation verursachen. Das Produkt erfülle weder die Spielzeugrichtlinie noch die Norm EN 71-1. Der Händler rief es ab dem 18. März 2025 bei den Käufern zurück, nahm es vom Markt und ließ es vernichten.
Der Fall zeigt, wo das Risiko bei Platten liegt: nicht in der Platte, sondern darin, dass sich ihre Magnete lösen. Das bayerische Verbraucherministerium berichtet, dass die Marktaufsichtsbehörden der EU in den Jahren 2022 und 2023 Spielzeug mit Magneten in einer gemeinsamen Aktion genauer untersucht haben, und rät, beim Kauf im Internet besonders vorsichtig zu sein. Ob zu einer der fünf Marken dieser Seite eine Meldung vorliegt, haben wir im Register nicht systematisch abgefragt; die Suche dort steht jedem offen.
Wer ein bestimmtes Set prüfen will, sucht im Register nach dem Markennamen und nach der Artikelnummer. In den Meldungen stehen Marke, Modell, Strichcode und Chargennummer, dazu, was die Behörde gemessen oder beanstandet hat. Wie wir solche Register lesen und warum ein fehlender Eintrag kein Gütesiegel ist, erklärt unsere Übersicht über Quellenarten und ihre Grenzen.
Kugeln, Würfel, Stäbe: die gefährlicheren Nachbarn im Regal
Magnetplatten stehen im Handel selten allein. Neben ihnen liegen Sets aus kleinen Magnetkugeln und -würfeln, Stäbe mit Stahlkugeln, Magnetpuzzles und Figuren mit eingebauten Magneten. Die Unfallberichte, die dieser Seite zugrunde liegen, betreffen vor allem diese Nachbarn. Das bayerische Verbraucherministerium nennt ausdrücklich die sogenannten Neocubes, Würfel aus vielen kleinen Neodym-Magneten, die leicht verschluckt werden können und sehr stark sind.
Solche Produkte werden nach den Angaben des Ministeriums häufig nicht ausdrücklich als Spielzeug vermarktet, tragen keine CE-Kennzeichnung und sind oft als für Jugendliche über 14 Jahren bestimmt gekennzeichnet. Für die Expertengruppe für Spielzeugsicherheit der EU sind sie dennoch Spielzeug, weil sie einen Spielwert haben und anzunehmen ist, dass auch kleinere Kinder damit spielen. Dasselbe Muster beschreibt die Kinderchirurgin aus Jena aus der Klinik: Die Magnete würden für ältere Zielgruppen beworben und gelangten trotzdem an kleinere Kinder.
Die Grenze von 14 Jahren hat einen Grund. Die Entscheidung der Kommission von 2008 definiert Spielzeug als jedes Produkt, das dazu gestaltet oder offensichtlich bestimmt ist, von Kindern bis 14 Jahren zum Spielen verwendet zu werden. Wer ein Produkt mit „ab 14“ beschriftet, versucht, es aus diesem Rahmen zu nehmen. Wo die Spielzeugrichtlinie anfängt und aufhört, haben wir an einem anderen Gegenstand ausführlich beschrieben, im Beitrag zur Frage, ob ein Tretroller Spielzeug oder Sportgerät ist.
Für eine Familie mit Magnetplatten folgt daraus eine einfache Regel für das Regal. Platten und Kugelsets gehören nicht in dieselbe Kiste. Ein einzelner Magnetwürfel, der zwischen die Platten rutscht, ist für ein kleines Kind die eigentliche Gefahr, nicht die Platte. Das Ministerium rät außerdem, ältere Kinder ausdrücklich darauf hinzuweisen, keine Magnete in den Mund zu nehmen, und erwähnt einen Trend aus sozialen Medien, bei dem Jugendliche mit kleinen Magnetkugeln Piercings nachahmen.
Wer für ein Set einsteht: Hersteller, Importeur, Händler
Hinter jedem Spielzeug im europäischen Handel muss jemand stehen, der für seine Sicherheit einsteht. Das bayerische Verbraucherministerium fasst die Pflicht zusammen: Jedes Spielzeug trägt die CE-Kennzeichnung des Herstellers oder Importeurs, dazu Name und Anschrift des Herstellers und, wenn dieser nicht in der Union sitzt, zusätzlich die eines in der EU niedergelassenen Wirtschaftsakteurs. Das GS-Zeichen ist freiwillig und belegt, dass eine anerkannte Prüfstelle geprüft hat; das Ministerium nennt es „noch besser“.
Unter den fünf Marken verbindet nur Connetix die CE-Kennzeichnung auf der eigenen Seite ausdrücklich mit der Spielzeugrichtlinie und nennt daneben die europäische Chemikalienverordnung. Das ist keine Prüfung durch eine dritte Stelle. Es ist aber eine Aussage mit Bezug, die sich nachschlagen lässt, und damit mehr als ein Werbewort.
Wie gut man diese Kette sieht, unterscheidet sich zwischen den fünf Marken erheblich. Magna-Tiles nennt auf der eigenen Seite die Philippinen als Herkunft, Magformers betreibt eine deutsche Seite mit Produktangaben, Connetix eine eigene Seite mit Normenliste. Bei Condis nennt das Datenfeld des Handels ein Handelsunternehmen in Shenzhen als Hersteller, bei Playmags führt die Adresse der Marke auf eine geparkte Domain. Ein GS-Zeichen nennt keiner der fünf auf der Produktseite; Condis nennt eine Zertifizierung durch den TÜV Rheinland, ohne sie zu zeigen.
Für den Alltag zählt diese Kette in genau einem Moment: wenn etwas schiefgeht. Bricht eine Platte und liegt der Magnet frei, will man wissen, ob es ein Einzelfall ist, ob es Ersatz gibt und wem man es meldet. Bei Spielen gibt es dafür eingespielte Wege; wie Verlage mit verlorenen und kaputten Teilen umgehen, haben wir im Beitrag über Ersatzteilwege der Spieleverlage gesammelt. Bei Magnetplatten bietet keiner der fünf Hersteller auf der Produktseite einzelne Platten an.
Wer vor dem Kauf wissen will, wer im Ernstfall einsteht, sieht auf die Packung oder das Etikett: Name und Anschrift müssen dort stehen. Im Online-Handel stehen sie seit einiger Zeit auch unter den Angaben zur Produktsicherheit. Bei den Angeboten dieser Seite lud dieser Bereich am Erhebungstag nicht; wir haben ihn deshalb nicht ausgewertet.
Wenn eine Platte bricht: wegwerfen, nicht kleben
Eine gebrochene Magnetplatte ist der Moment, in dem aus einem sicheren Spielzeug ein gefährliches werden kann. Die Definition der Kommission von 2008 sagt es deutlich: Ein eingekapselter Magnet, der sich bei vorhersehbarer Verwendung löst, gilt als zugänglich. Ein Riss in einer verschweißten Tasche ist der erste Schritt dorthin.
Was bei einem Bruch zu tun ist, schreibt keiner der fünf Hersteller auf seine Produktseite. Einrichtungen rät die Unfallversicherung, magnetisches Spielzeug regelmäßig zu prüfen und zu fragen, ob die Magnete noch fest sitzen oder ob ein Teil aus dem Verkehr gezogen werden muss. Das bayerische Ministerium empfiehlt eine Bestandskontrolle auf Vollständigkeit aller Einzelteile. Für eine Familie lässt sich das in eine Regel fassen: Eine Platte mit Riss, Spalt oder klapperndem Magnet kommt aus dem Spiel, und zwar ganz.
Kleben ist keine Lösung. Ein Kleber hält Kunststoff zusammen, aber er stellt die verschweißte Tasche nicht wieder her, und ob er dem Druck eines Neodym-Magneten standhält, sagt keine Herstellerangabe. Eine Platte zu ersetzen, ist bei den meisten Marken nur über ein neues Set möglich. Einzelne Platten bietet auf den Produktseiten keiner der fünf an; Garantiezusagen gibt es im Datenfeld bei Magformers, mit „2 Jahre Garantie auf alle Bauteile“.
Wer die Wahl zwischen zwei Sets hat, kann deshalb nach der Bauweise fragen. Magna-Tiles und Connetix nennen Nieten zusätzlich zur Verschweißung beziehungsweise zum Gitter, Condis nennt eine Schweißnaht. Ob Nieten einen Bruch verhindern oder nur den Magneten nach einem Bruch an seinem Platz halten, steht nirgends. Belegt ist nur, dass drei Hersteller es für erwähnenswert halten und zwei nicht.
Ein jüngeres Geschwister im Zimmer: drei Jahre sind keine Empfehlung
Alle fünf Marken geben drei Jahre als Untergrenze an. Diese Zahl hat einen anderen Charakter als die Altersangabe auf Holzklötzen ab einem Jahr: Sie ist keine Aussage darüber, ab wann ein Kind etwas mit den Platten anfangen kann, sondern darüber, ab wann der Hersteller das Risiko für vertretbar hält. Magformers formuliert es ohne Umweg: Unsere Produkte sind für Kinder unter 3 Jahren nicht geeignet.
In vielen Familien steht das Set aber nicht in einem Zimmer, in dem nur Kinder über drei spielen. Ein Geschwisterkind von 18 Monaten sitzt daneben und greift nach allem, was bunt ist. Kitas empfiehlt die Unfallversicherung für Kinder unter drei Jahren, generell auf Magnetspielzeug zu verzichten, und wenn doch, nur Magnete zu verwenden, die so groß sind, dass sie nicht verschluckt werden können. Für ein Zuhause gibt es keine entsprechende Vorschrift, aber denselben Grund.
Praktisch heißt das: Nach den Berichten der Kinderchirurgie und der Unfallversicherung entsteht die Gefahr dort, wo Magnete lose sind oder sich lösen. Bei Platten ist das die eine Platte mit dem Riss, die niemand bemerkt hat, und die Kiste, in der neben den Platten noch Kleinteile anderer Spielzeuge liegen. Wer ein jüngeres Kind im Haus hat, prüft die Platten öfter und lagert sie so, dass das Jüngere nicht allein an die Kiste kommt.
Was eine Altersgrenze auf Spielzeug rechtlich bedeutet, wann sie Pflicht ist und wann eine Einschätzung des Herstellers, steht ausführlich im Beitrag über Altersangaben und Warnhinweise auf Spieleschachteln. Für Magnetplatten gilt die Kurzform: Die Drei ist kein Ratschlag für den Spielwert, sondern eine Grenze für den Mund.
Drei bis zwölf oder drei bis 99: was die Obergrenzen der Marken bedeuten
Bei der Untergrenze sind sich alle fünf einig, bei der Obergrenze nicht. Magna-Tiles setzt die Spanne auf seiner Seite bei 3 bis 99 Jahren an. Connetix empfiehlt das Set für Baumeister ab 3 Jahren und nennt keine Obergrenze. Magformers schreibt nur, die Produkte seien für Kinder unter 3 Jahren nicht geeignet. Im Datenfeld von Condis steht 36 Monate bis 12 Jahre, im Datenfeld von Playmags 3 bis 12 Jahre.
Die Suchanfrage „magnetbausteine bis zu welchem alter“ zeigt, dass Eltern diese Zahlen ernst nehmen. Sie verdienen aber weniger Gewicht als die Untergrenze. Die Drei hat einen Grund, der in der Spielzeugnorm steht und mit dem Verschlucken zu tun hat. Für die Zwölf oder die 99 gibt es keinen vergleichbaren Grund in einer Norm. Sie beschreiben, für wen der Anbieter das Set gedacht hat, nicht, ab wann es nicht mehr sicher wäre.
Die einzige Altersgrenze nach oben, die rechtlich zählt, ist eine andere: Die Spielzeugrichtlinie erfasst Produkte, die zum Spielen für Kinder unter 14 Jahren bestimmt sind. Für Platten, die als Spielzeug verkauft werden, gelten deshalb die Anforderungen an Spielzeug, gleich welche Obergrenze im Datenfeld steht. Bei den gefährlicheren Nachbarn im Regal, den kleinen Kugeln und Würfeln, ist es umgekehrt, wie der Abschnitt über sie zeigt.
Und die Anfrage „magnetbausteine ab 2 jahre“? Keine der fünf Marken gibt ihr Set für dieses Alter frei, und die Unfallversicherung rät Einrichtungen, für Kinder unter drei Jahren auf Magnetspielzeug zu verzichten. Für ein Kind von zwei Jahren, das bauen will, sind Holzklötze mit großem Grundmaß die naheliegende Wahl. Welche Sets dafür in Frage kommen und welche Maße die Hersteller nennen, steht im Vergleich der Holzklötze ab einem Jahr, auf den schon die Tabelle oben verweist.
„Das Original“: was die Marken damit meinen und was es belegt
„magnetbausteine original“, „das original“, „welche magnetbausteine sind die originalen“, „was ist das original“: Hinter der Nachfrage steht eine Herkunftsfrage, und der Handel beantwortet sie mit Titeln. Magna-Tiles nennt sein Classic-Set im Angebot ein „Original-Magnetgitter-Set“, andere Sets derselben Marke tragen den Zusatz „Die Original Magnetbaumarke“. Das ist eine Selbstbeschreibung, und sie ist als solche zulässig.
Was „Original“ für die Kaufentscheidung bedeutet, lässt sich enger fassen als im Titel. Es bedeutet nicht, dass eine Norm diese Bauart beschreibt, und nicht, dass andere Marken nach Lizenz bauen. Es bedeutet bei Magna-Tiles eine Zusage, die tatsächlich etwas wert ist: dass alle Sets derselben Marke zusammenpassen. Diese Zusage ist der greifbare Kern des Wortes.
Andere Marken setzen eigene Kennzeichen dagegen. Connetix nennt die abgeschrägte Kante sein Kennzeichen und die stärkeren Magnete, Playmags die „SUPERMAGS“, Condis das Maß. Keines davon ist geprüft in dem Sinn, dass eine dritte Stelle die Aussage bestätigt hätte; alle sind Beschreibungen der Hersteller. Die Bewertungen auf amazon.de liegen bei allen fünf zwischen 4,6 und 4,8 Sternen und unterscheiden die Marken kaum.
Ein Wort aus dem Angebot von Magna-Tiles verdient einen eigenen Blick, weil es wie ein Prüfsiegel klingt: „STEAM-zertifiziert“, ausgezeichnet laut Standards des US-Spielwarenverbands. Gemeint ist eine Einordnung als Lernspielzeug für Naturwissenschaft, Technik, Kunst und Mathematik. Mit Sicherheit, Maß oder Kompatibilität hat sie nichts zu tun, und eine europäische Stelle steht nicht dahinter. Für die Frage dieser Seite trägt das Wort nichts bei.
Für einen Nachrüster heißt „Original“ deshalb vor allem eines: Wer mit Magna-Tiles angefangen hat und sicher sein will, kauft Magna-Tiles nach. Wer mit einer anderen Marke angefangen hat, bekommt von Magna-Tiles keine Zusage, dass ein Original-Set an sein vorhandenes passt — weder im Titel noch auf der Seite.
Lebensmittelecht, ungiftig, zertifiziert: Werbewörter neben den Belegen
In den Angeboten der fünf Sets steht eine Reihe von Wörtern, die nach Prüfung klingen. Magna-Tiles schreibt im Angebot, die Platten seien aus lebensmittelechtem, ungiftigem Kunststoff. Im Datenfeld von Connetix stehen „Schadstofffrei“ und „Ungiftig“. Condis schreibt von lebensmittelechtem ABS und einer Zertifizierung durch den TÜV Rheinland. Playmags verspricht die stärksten Magnete, ohne eine Zahl zu nennen.
Neben jedes dieser Wörter lässt sich legen, was die Hersteller tatsächlich belegen. Connetix nennt auf der eigenen Seite die Normen, nach denen geprüft werde, einschließlich der Norm EN 71-3 für die Abgabe von Elementen aus Spielzeugmaterialien. Das ist ein Beleg in dem Sinn, dass man weiß, wonach gefragt wurde. Magna-Tiles nennt auf der eigenen Seite eine Bauweise, aber keine Norm. Condis nennt eine Prüfstelle, aber kein Zertifikat. Playmags nennt nichts, weil es keine Seite gibt.
Auffällig ist, wie oft die Stärke der Magnete beworben und wie selten sie beziffert wird. Playmags schreibt im Titel, das Set habe garantiert die stärksten Magnete, Connetix nennt seine Magnete stärker als die der meisten anderen Marken, Condis spricht von starken Magneten für stabilere Bauten. Eine Haftkraft in Newton, ein Gewicht, das eine Platte trägt, oder einen Flussindex nennt keiner. Für die Sicherheit wäre die Zahl ohnehin weniger wichtig als die Einkapselung; für den Nachkauf wäre sie nützlich, weil sie erklären würde, warum zwei Marken schlechter halten als eine.
„Lebensmittelecht“ ist dabei ein besonderer Fall. Das Wort beschreibt den Grundstoff, nicht das fertige Spielzeug mit Farbe, Aufdruck und Magnet. Für die Frage, was ein Spielzeug an Elementen abgeben darf, ist die Norm EN 71-3 zuständig, die Connetix auf seiner Seite nennt und die übrigen nicht. Das Wort ersetzt diese Angabe also nicht; es steht neben ihr oder an ihrer Stelle.
Wie wir mit solchen Wörtern umgehen, wenn wir sie nicht prüfen können, folgt einer Regel, die für alle Seiten dieses Portals gilt: Sie stehen im Wortlaut und mit Herkunft da, und neben ihnen steht, was belegt ist. Wo ein Widerspruch entsteht, bleibt er sichtbar; so beschreibt es der Abschnitt über sichtbare Widersprüche in unserer Redaktionsrichtlinie.
Welche Packungen an welches Set passen: das Sortiment als System
Magnetbausteine werden selten einmal gekauft. Auf das erste Set folgen Fahrzeuge, Kugelbahnen, Fenster, Türen, Figuren, große Bodenplatten. Entsprechend bauen die Hersteller ihre Sortimente: Connetix bietet zum Kreativpaket ein Formen-, ein Fahrzeug-, ein Kugelbahn- und ein Megapaket an und schreibt, alle Packungen seien dafür gemacht, zusammenzuarbeiten. Magna-Tiles verspricht dasselbe für alle eigenen Sets.
Wie groß diese Sortimente werden, zeigen die Zahlen auf der Seite von Connetix: Das Formenpaket hat 36 Teile, das Fahrzeugpaket 50, das Kugelbahnpaket 92 und das Megapaket 212. Wer das Kreativpaket mit 102 Teilen hat und alle vier dazukauft, besitzt 492 Teile derselben Marke — unsere Summe aus den Angaben des Herstellers. Bei Magformers nennt die Herstellerseite das Einstiegsset mit 30 Teilen ausdrücklich eine Ergänzung zu den vielen weiteren Sets der Marke, bei Playmags nennt das Angebot eine Bauplatte als Erweiterung. Ein System über Jahre bindet also an eine Marke, sobald es mehr als ein Set umfasst.
Der Unterschied zwischen einer Erweiterung derselben Marke und einer fremden wiegt bei Magnetplatten schwerer als bei Holzklötzen. Bei Klötzen führt ein anderes Maß zu Versatz; bei Platten kommt hinzu, dass Magnete an anderer Stelle oder mit anderer Polung schlechter oder nur an einzelnen Kanten halten. Deshalb ist die Zusage nach innen bei Magnetbausteinen mehr wert als bei Klötzen, und deshalb wiegt es schwer, dass vier von fünf Marken keine Kantenlänge nennen, an der sich eine Zusage nach außen prüfen ließe.
Für einen Haushalt mit gemischten Sets gibt es eine einfache Ordnung. Teile mit gleicher Kante und gleicher Bauweise kommen in eine Kiste, Teile anderer Marken in eine zweite, und Spezialteile — Räder, Kugelbahnen, Figuren — bleiben bei ihrer Marke. So baut ein Kind nicht mit Teilen, die nicht halten, und sucht den Fehler nicht bei sich. Bei Holzklötzen raten wir aus einem ähnlichen Grund, Sets mit verschiedenem Steinmaß getrennt aufzubewahren.
Wer erst noch entscheidet, mit welcher Bauart ein Kind überhaupt anfangen soll — Klotz, Plättchen, Magnetplatte oder Klemmbaustein —, findet die Unterschiede in der Einordnung aller Bauarten von Bauklötzen. Magnetplatten sind dort die Bauart, bei der die Marke am meisten zählt.
Was 28.000 Stimmen sagen und was sie nicht sagen können
Zusammen haben die fünf Sets dieser Seite auf amazon.de 28.256 Stimmen — unsere Summe aus 10.970 für Magna-Tiles, 10.244 für Playmags, 5.784 für Condis, 968 für Magformers und 290 für Connetix. Der Durchschnitt liegt bei allen zwischen 4,6 und 4,8 Sternen. Wer nach dieser Zahl auswählt, wählt zwischen fünf Sets, die ihre Käufer gleichermaßen zufrieden gemacht haben.
Etwas genauer trennt die Verteilung der Sterne. Bei Magna-Tiles vergeben 92 Prozent fünf Sterne, bei Playmags 85, bei Magformers 83, bei Condis und Connetix je 82. Den höchsten Anteil an Ein-Stern-Wertungen hat Connetix mit 3 Prozent, bei den übrigen liegt er bei einem Prozent oder darunter. Bei 290 Stimmen sind 3 Prozent etwa neun Wertungen; das ist eine Beobachtung, kein Befund über die Platten.
Zwei Einschränkungen gehören zu diesen Zahlen. Erstens sind die Angebote von Magna-Tiles und Playmags Sammelangebote für mehrere Ausführungen. Die Stimmen gelten dann für die ganze Familie von Angeboten und nicht nur für das Set mit 100 Teilen. Zweitens bewerten Käufer fast nie die Frage dieser Seite. Wer ein Set kauft und es mit sich selbst kombiniert, vergibt fünf Sterne, ohne je ein fremdes Set daneben gehalten zu haben.
Für den Nachrüster heißt das: Die Sterne sagen, dass ein Set allein Freude macht. Ob es an ein anderes passt, sagen sie nicht. Dafür bleiben die Zusage des Herstellers, die Kantenlänge, soweit sie genannt ist, und die Prüfung mit zwei Platten in der Hand.
Fünf Prüfungen am vorhandenen Set, bevor ein zweites kommt
Wer nachkauft, kennt sein erstes Set besser als jeder Hersteller. Zusammen dauern die folgenden fünf Prüfungen wenige Minuten und beantworten die Fragen, die die Herstellerseiten offenlassen.
Am vorhandenen Set prüfen, bevor nachgekauft wird
Die Prüfungen ersetzen keinen Test nach der Spielzeugnorm. Sie zeigen, ob ein neues Set zum alten passt und ob das alte noch heil ist.
Die zweite Prüfung ist die aufschlussreichste. Platten mit fest eingebauten Magneten haben eine Polung, und zwei Marken mit unterschiedlicher Anordnung können sich an manchen Kanten abstoßen, obwohl die Kantenlänge stimmt. Ob das bei zwei bestimmten Marken so ist, sagt keine Herstellerseite; die Prüfung mit zwei Platten in der Hand sagt es in einer Minute.
Die dritte Prüfung ist die wichtigste. Ein neues Set mit stärkeren Magneten zieht an den alten Platten stärker als vorher. Eine Platte mit einem feinen Riss hält das vielleicht nicht aus. Wer vor dem Nachkauf sortiert, verhindert, dass ausgerechnet das neue Set eine alte Platte aufbricht.
Für die erste Prüfung reicht ein Lineal mit Millimeterteilung. Zwischen den beiden Zahlen, die im Markt als Standard gelten, liegen elf Millimeter; das sieht man ohne Messschieber. Gemessen wird an der geraden Kante, nicht über die Ecke und nicht diagonal. Wer zwei Platten verschiedener Marken hat, legt sie Kante an Kante nebeneinander auf den Tisch: Ein Versatz an der Ecke zeigt das Ergebnis schneller als jede Zahl.
Auch später hilft die vierte Prüfung. Mit Marke und Artikelnummer lässt sich jederzeit im europäischen Register nachsehen, ob ein Set gemeldet wurde, und eine Reklamation beim Händler oder Hersteller wird mit beiden Angaben einfacher. Wer die Packung schon entsorgt hat, findet die Angaben oft noch im Kundenkonto des Händlers.
Der Haken an jeder Marke
Gegen jede Marke spricht ein Punkt, und er ist bei jeder ein anderer. Bei Magna-Tiles ist es die Zusage, die nur nach innen gilt: Wer schon ein Set einer anderen Marke hat, bekommt keine Antwort. Dazu kommen ein Datenfeld mit „Anzahl von Stücken: 25“ bei einem 100-teiligen Set und eine Herkunft, die zwischen Hersteller und Handel wechselt.
Bei Connetix ist es die Unbestimmtheit der weitreichendsten Zusage — „die meisten führenden Marken“ ohne Namen — und die schmalste Bewertungsgrundlage im Feld, 290 Stimmen. Bei Magformers ist es das fehlende Maß bei einer Bauweise, die sich von allen anderen unterscheidet, und ein Set mit nur 30 Teilen.
Bei Condis ist es die Zertifizierung, die nicht gezeigt wird, und ein Satz im Angebot, der die Plattengröße für den Schutz vor Verschlucken hält, obwohl es bei Platten darauf ankommt, ob sich ein Magnet lösen kann. Bei Playmags ist es der fehlende Hersteller: Mehr als 10.000 Stimmen und niemand, der eine Frage beantwortet.
Keiner dieser Einwände ist ein belegter Sicherheitsmangel. Sie betreffen das, worauf es beim Nachkauf ankommt: ob man vorher wissen kann, was passt — und an wen man sich wendet, wenn eine Platte bricht.
Wo die Herstellerangaben zu Magnetplatten enden