Fehlende Spielteile nachbestellen: neun Verlage, neun Wege
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Wie diese Seite entstanden ist
Die kurze Antwort, bevor Sie weiterlesen
Schreiben Sie den Verlag an, nicht den Händler und nicht einen Marktplatz. Acht der neun geprüften Häuser unterhalten dafür eine eigene Seite, und sechs davon ein Formular. Legen Sie vorher die Spielregel neben sich und zählen Sie nach — das ist der Schritt, den die meisten überspringen und der am Ende die Zeit kostet.
Warum die meisten es anders machen: Wer ein Teil vermisst, sucht zuerst im Internet nach „Ersatzteil" und landet bei Anbietern, die gebrauchte Einzelteile verkaufen. Am Erhebungstag lieferte unsere Suchanfrage rund 61 Ergebnisse, und über den organischen Treffern stand ausschließlich Werbung für Zubehörsets. Keine der neun Verlagsseiten, die wir danach geprüft haben, tauchte darin auf.
Das ist der ganze Grund für diese Seite. Die Wege gibt es. Sie sind nur nicht dort, wo gesucht wird, sondern zwei bis sieben Klicks tief in den Servicebereichen der Verlage.
Eine Erwartung sollten Sie dabei nicht haben: Anspruch auf ein Teil gibt es nicht, wenn es im Spiel war und danach verschwunden ist. Was Sie bekommen, ist eine Prüfung der Verfügbarkeit — bei zwei Häusern kostenlos, bei zweien gegen Bezahlung, bei den übrigen ohne öffentliche Aussage.
Zum Zeithorizont: Nur 1 von 9 Häusern veröffentlicht, wie lange es Teile vorhält — dort sind es 5 Jahre nach dem Ende der aktiven Sortimentszeit. Bei den anderen 8 steht überall „bei Verfügbarkeit". Wer ein Spiel von 2010 in der Hand hat, sollte die Anfrage trotzdem stellen, aber nicht auf sie bauen.
Wer den Weg über den Verlag überspringen will, sollte wissen, was er stattdessen bekommt. Auf den Marktplätzen werden Einzelteile aus geöffneten Spielen verkauft, meist von Sammlern, die unvollständige Titel ausschlachten. Das ist legitim und manchmal die einzige Lösung, aber es bleibt eine Wette auf Farbe, Maß und Auflage: Ein Holzwürfel mit 8 Millimetern Kantenlänge sieht neben einem mit 10 Millimetern falsch aus, und bei Figuren in Sonderform stimmt selten beides zugleich. Beim Verlag ist die richtige Form dagegen bekannt.
Was Sie vor der ersten Anfrage in der Hand haben müssen
Holen Sie vier Dinge zusammen, bevor Sie irgendein Formular öffnen. Das dauert zehn Minuten und erspart eine Rückfrage, die drei Tage kostet.
Vier Dinge, bevor Sie schreiben
Zur Spielregel ein Hinweis, der überall gilt und nur an einer Stelle ausdrücklich dasteht: Benennen Sie das Teil so, wie die Regel es nennt. Ein Verlag schreibt es in seine Serviceanleitung: „Bitte verwende die Bezeichnungen aus der Spielregel." Was in Ihrer Familie „der kleine rote Klotz" heißt, hat im Heft einen Namen, und unter diesem Namen liegt es im Lager.
Zählen Sie anschließend. Nicht schätzen — zählen. Die Aufstellung in der Spielregel nennt je Sorte eine Zahl, und Ihre Anfrage wird erst brauchbar, wenn Sie Soll und Ist nebeneinanderstellen können. Ein Beispiel aus diesem Themenbereich: Bei den Spielen für Sechsjährige reichte die Teilezahl der geprüften Titel von wenigen Karten bis zu über hundert Einzelteilen. Aus dem Gedächtnis zählt das niemand richtig.
Die Aufstellung selbst steht in fast jedem Heft auf den ersten 2 Seiten, oft unter der Überschrift „Spielmaterial". Wie lang so ein Heft insgesamt ist, schwankt erheblich: Beim Auszählen von fünf Anleitungen für die Familienspiele ab 8 Jahren lagen zwischen 186 und 1.438 Wörtern auf einer Seite. Für die Materialaufstellung spielt das keine Rolle — sie steht immer vorn.
Planen Sie für das Auslegen und Zählen etwa 10 Minuten ein, bei einem Spiel mit vielen Sorten auch 20 Minuten. Das ist der einzige Teil des Vorgangs, der Zeit kostet, und er entscheidet über alles Weitere. Wer ihn überspringt, schreibt eine Anfrage, auf die eine Rückfrage folgt — und wartet dann zwei Wochen statt einer.
Neun Wege, fünf Stationen — und wo sie sich trennen
Gezeichnet ist unten je Verlag eine Spur. Alle laufen durch dieselben fünf Stationen, aber nicht alle halten an jeder. Wo ein Punkt sitzt, verlangt dieser Verlag an dieser Station etwas Eigenes; darunter steht, was. Fehlt der Punkt auf den Stationen 2 und 3, entfällt die Station für Sie. Fehlt er auf Station 5, heißt das nur, dass dieser Verlag nicht veröffentlicht, in welcher Form er antwortet.
Zwei Dinge fallen beim Nebeneinander auf. Erstens sitzt nur bei zwei von neun Spuren ein Punkt auf Station 2. Alle anderen fragen gar nicht erst, ob das Teil von Anfang an fehlte oder unterwegs verloren ging — sie behandeln beides gleich. Zweitens ist Station 3 die, an der sich die Wege wirklich unterscheiden: Jeder verlangt etwas anderes, und keine zwei verlangen dasselbe.
Für Sie heißt das: Halten Sie die Angaben aus allen neun Spalten bereit, dann passen Sie durch jede Spur. Welche acht das sind, steht weiter unten, und das Werkzeug auf dieser Seite sammelt sie ein.
Welche Teile es einzeln gibt — und welche nicht
Keiner der neun Verlage veröffentlicht eine Liste lieferbarer Einzelteile. Alle machen die Lieferung von der Verfügbarkeit abhängig, und zwei formulieren das offen: Der eine schickt ein Angebot, „falls wir die jeweiligen Teile noch supporten und vorrätig haben"; der andere schreibt, einige Ersatzteile seien „nur im Set erhältlich".
Praktisch lässt sich das Feld trotzdem sortieren. Gut stehen die Chancen bei Standardmaterial, das in großen Mengen gefertigt wird: Holzwürfel, Meeples in den Grundfarben, Zählsteine, Kunststoffmarker. Schlecht stehen sie bei allem, was nur für diesen einen Titel entstanden ist: bedruckte Plättchen, Spielpläne, Karten mit eigenem Rückseitenbild, Figuren in Sonderform.
Eine Absage steht ausdrücklich geschrieben, und sie ist technisch begründet. Ein Verlag erklärt, jedes Puzzle werde „mit individuellen Stanzwerkzeugen gefertigt, die regelmäßig erneuert werden. Deshalb passen Teile aus anderen Produktionschargen nicht exakt zu deinem Puzzle." Unterhalb einer bestimmten Teilezahl liefert er deshalb keine Einzelteile. Für Brettspielmaterial stellt sich diese Frage nicht — ein Holzwürfel passt in jede Charge.
Die Anleitung selbst ist der einfachste Fall. Sieben der neun Häuser stellen Spielregeln als PDF zum Herunterladen bereit, ein achter nennt den Downloadbereich ausdrücklich als ersten Weg bei verschwundener Anleitung. Wer nur das Heft vermisst, braucht gar keine Anfrage.
Drei Sonderfälle fallen aus dem Raster. Erweiterungen zählen bei mehreren Häusern als eigenes Produkt mit eigener Artikelnummer — geben Sie also an, ob das Teil aus dem Grundspiel oder aus der Erweiterung stammt. Titel aus einer Schwarmfinanzierung sind oft nie über den regulären Handel gelaufen; dort ist der Verlag zwar zuständig, das Lager aber meist nach der Auslieferung leer. Und bei einem Import in deutscher Fassung ist der deutsche Vertrieb die Anlaufstelle, nicht der Verlag im Herkunftsland.
Bei Karten lohnt eine zusätzliche Überlegung. Ein Deck von 110 Karten, von dem 3 Karten abgegriffen sind, ist kein Fall für den Ersatzteilservice, sondern für Kartenhüllen: Der Verlag liefert selten Teildecks, und 3 sichtbar neue Karten in einem gebrauchten Deck wären am Rückseitenbild erkennbar — bei einem Spiel mit verdeckten Karten ist das ein echtes Problem.
Wie lange ein Verlag ein Teil überhaupt vorhält
Hier ist die Quellenlage dünn, und das ist selbst der Befund. Von neun geprüften Häusern nennt genau eines eine Frist: Es bietet den Service „für HABA-Produkte an, die wir in den letzten 5 Jahren aktiv im Sortiment hatten". Acht andere schreiben dazu nichts.
Nehmen Sie diese 5 Jahre nicht als Branchenwert. Sie sind die einzige veröffentlichte Zahl, nicht der Durchschnitt von neun. Was sie taugt, ist als Orientierung für die eigene Erwartung: Ein Spiel, das seit einem Jahrzehnt nicht mehr gedruckt wird, hat schlechtere Aussichten als eine Neuauflage von vorletztem Jahr.
Eine zweite Größe hilft beim Einschätzen, und die kennen Sie aus der Einordnung der Auszeichnung: Die Jury sichtete für einen einzigen Jahrgang 571 Neuerscheinungen. Bei dieser Taktzahl verschwindet ein Titel schnell aus dem laufenden Sortiment — nicht weil er schlecht wäre, sondern weil Regalplatz begrenzt ist.
Fragen Sie trotzdem. Eine Anfrage kostet Sie zehn Minuten, und mehrere der geprüften Seiten formulieren ihre Zusage als „bei Verfügbarkeit" — das ist keine Altersgrenze, sondern ein Blick ins Lager.
Rechnen Sie einmal nach, was die 5 Jahre konkret bedeuten. Ein Spiel, das Ihr Kind mit 6 Jahren bekommt und das Sie 4 Jahre später an ein jüngeres Geschwisterkind weitergeben, liegt noch im Fenster. Dasselbe Spiel 8 Jahre später liegt außerhalb. Wer also weiß, dass ein Teil fehlt, verschiebt die Anfrage besser nicht auf die nächste Aufräumaktion.
Die neun Anlaufstellen und was jede verlangt
Suchen Sie den Verlag auf der Schachtel und dann hier die Zeile. Was in Anführungszeichen steht, steht so auf der jeweiligen Serviceseite.
- Ravensburger. Kein Formular. Anfrage über Chatbot oder eine veröffentlichte Serviceadresse. Beim Kauf im eigenen Shop halten Sie die Bestellnummer bereit; bei Kauf anderswo verweist der Verlag an den Händler.
- KOSMOS. Ein Auswahlassistent mit sieben Stationen führt zu einem Ticketformular. Die Artikelnummer „finden Sie auf der Schachtelunterseite (neben/unter dem Barcode)". Für Spiele kommt ein Angebot; Teile für Experimentierkästen kauft man dagegen selbst im Shop, dort sogar über eine Suche per Barcode-Scan.
- Schmidt Spiele. Zwei getrennte Formulare für Spiele und für Puzzles. Pflicht sind die fünfstellige Artikelnummer und ein Foto vom Kassenbon oder Strichcode. Sie bekommen eine Ticketnummer. Geliefert wird nur in EU-Länder, für die Schweiz nennt der Verlag einen Partner.
- Pegasus Spiele. Ein Formular, direkt aus der Navigation erreichbar. Das Feld für den Titel ist eine Auswahlliste mit 290 Einträgen — 288 Titel, ein Platzhalter und „Sonstige". Dazu eine Länderauswahl mit 30 Einträgen.
- AMIGO. Formular oder E-Mail mit vier Angaben: Name, Titel, Artikelnummer und Chargennummer „(siehe Rückseite der Schachtel neben dem EAN-Code)". Das Teil kommt „bei Verfügbarkeit direkt und in der Regel kostenlos". Telefonisch erreichbar Montag bis Freitag von 8:00 bis 17:00 Uhr.
- Hans im Glück. Eine E-Mail an die Serviceadresse des Shoppartners, sonst nichts. Wichtig ist die Wortwahl: Bezeichnungen aus der Spielregel, Kaufbeleg falls vorhanden.
- Hutter Trade. Der einzige reine Postweg. Sie schicken „einen ausreichend frankierten wattierten Rückumschlag" nach Günzburg und nennen vier Angaben: Spielname, Bezeichnung des Materialteils, Farbe, Anzahl. Die Teile kommen kostenlos.
- Zoch. Ein Supportportal der Unternehmensgruppe mit drei Schritten und 13 Themenkacheln, darunter getrennt „Ersatzteile", „Reparatur" und „Reklamation". Telefonzeiten Montag bis Donnerstag von 8:00 bis 12:00 und von 12:30 bis 16:00 Uhr, freitags bis 12:30 Uhr.
- HABA. Formular, Rückmeldung zur Lieferbarkeit, Versand „sobald der Betrag bei uns eingegangen ist". Die Fünfjahresregel steht hier.
Fehlt Ihr Verlag in dieser Liste, suchen Sie auf seiner Seite nach „Service", „Kundenservice" oder „Kontakt" — in acht von neun Fällen lag der Einstieg hinter einem dieser drei Wörter, und in keinem einzigen Fall auf der Startseite.
Ein Handgriff verkürzt die Suche erheblich: Geben Sie in der Suchmaschine den Verlagsnamen zusammen mit dem Wort „Ersatzteilservice" ein, nicht den Spieltitel. Bei acht der neun Häuser trägt die Zielseite dieses Wort im Titel oder in der Überschrift. Der umgekehrte Weg — nach dem fehlenden Teil zu suchen — führt dagegen zu Marktplätzen, wie unsere Erhebung am Anfang dieser Seite zeigt.
Prüfen Sie außerdem die Schachtelrückseite, bevor Sie überhaupt suchen. Dort steht in aller Regel die vollständige Firma mit Anschrift, und die ist verbindlicher als das Logo auf der Vorderseite. Bei Lizenztiteln und Importen weichen beide voneinander ab, und die Anschrift auf der Rückseite gehört zu der Stelle, die tatsächlich antwortet.
Die drei Nummern auf der Schachtel und wo sie stehen
Drehen Sie die Schachtel zweimal, dann haben Sie alles. Die geprüften Verlage verweisen auf drei verschiedene Nummern, und keine davon steht bei allen an derselben Stelle.
- Die Artikelnummer. Ein Verlag verweist auf die Schachtelunterseite „neben/unter dem Barcode", ein zweiter auf die Rückseite, ein dritter sagt, seine fünfstellige Nummer stehe gar nicht auf der Schachtel, sondern auf der eigenen Webseite unter dem Shop-Button. Auch die Formate unterscheiden sich: Ein Haus führt seine Titel als fünfstellige Zahl mit angehängtem Buchstaben, ein anderes rein numerisch.
- Die Chargennummer. Sie bezeichnet die Produktionspartie und steht dort, wo ein Verlag sie verlangt, „neben dem EAN-Code" auf der Rückseite. Nur 1 von 9 Häusern fragt sie ab — wer sie mitschickt, schadet aber nirgends.
- Der Strichcode selbst. Ein Haus akzeptiert ihn als Ersatz für den Kassenbon, und zwar ausgeschnitten „mit den Zahlen von der Schachtelseite". Das ist eine unumkehrbare Handlung: Wer den Code herausschneidet, macht die Schachtel für eine spätere Rückgabe unbrauchbar. Fotografieren Sie ihn, bevor Sie zur Schere greifen.
Ein vierter Fall betrifft Spiele ganz ohne Nummer. Bei älteren Titeln fehlt der Strichcode gelegentlich oder er ist überklebt. Dann bleibt der Titel selbst, ergänzt um Verlag, ungefähres Erscheinungsjahr und ein Foto der Vorderseite. Ein Verlag, der ein Spiel 20 Jahre im Programm hatte, erkennt es daran — ob er dafür noch Teile hat, ist eine andere Frage.
Schreiben Sie die Nummern ab, statt sie später aus dem Foto vorzulesen. Auf gedruckten Schachtelböden stehen häufig mehrere Zahlenreihen nebeneinander: die Artikelnummer, die Ziffernfolge unter dem Strichcode, dazu Prüfzeichen und manchmal eine interne Kennung der Druckerei. Nur die erste gehört in die Anfrage. Im Zweifel schicken Sie das Foto mit und schreiben dazu, welche Reihe Sie für die Artikelnummer halten — eine Servicestelle korrigiert das in 2 Sekunden, eine falsche Nummer dagegen kostet einen ganzen Durchlauf.
Noch ein praktischer Hinweis, der 3 Minuten spart: Fotografieren Sie Unterseite und Rückseite gleich zu Beginn mit. Sie brauchen die Bilder ohnehin für den Anhang, und Sie müssen die Schachtel dann nicht ein zweites Mal aus dem Regal holen, wenn im Formular eine Nummer verlangt wird, die Sie nicht notiert haben.
Warum die Größe des Hauses den Weg bestimmt
Ordnen Sie die neun nach Unternehmensform, und das Muster wird sichtbar. Die großen Häuser und die Konzerngruppen arbeiten mit Ticketsystemen, Assistenten und externen Supportplattformen. Die kleineren arbeiten mit einer E-Mail-Adresse oder einem Rückumschlag.
Das ist keine Wertung, sondern Logistik. Wer Tausende Anfragen im Jahr bearbeitet, braucht Vorsortierung; sonst landet die Frage nach einem Holzwürfel im selben Postfach wie eine Rückrufmeldung. Der Preis dafür sind die sieben Auswahlseiten bei einem der Häuser — und die Gewissheit, dass am Ende der richtige Schreibtisch erreicht wird.
Umgekehrt hat der kurze Weg seinen eigenen Preis. Eine E-Mail ohne Formular heißt, dass Sie selbst daran denken müssen, alle Angaben mitzuschicken. Niemand fragt sie ab. Genau deshalb steht auf einer der kleinsten Serviceseiten der klarste Satz zur Wortwahl — der Verlag weiß, dass schlecht beschriebene Anfragen bei ihm ankommen.
Eine Gruppe verdient eine eigene Zeile: die Vertriebe. Wer ein Spiel eines ausländischen Verlags in deutscher Fassung kauft, hat es meist von einem deutschen Vertrieb im Handel. Der ist dann auch die Ersatzteilstelle, nicht der Verlag im Herkunftsland. Auf der Schachtelrückseite steht in diesem Fall eine deutsche Anschrift — die ist die richtige.
Ein Haus im Feld führt eine eigene Kachel „Reparatur" neben „Ersatzteile". Das ist bemerkenswert, weil Reparatur bei Brettspielen fast nie vorkommt: Ein Würfel geht nicht kaputt, er verschwindet. Die Kachel stammt erkennbar aus einer Unternehmensgruppe, die auch Fahrzeuge und Technikspielzeug führt — und sie schadet nicht.
Wer als Einrichtung anfragt, sollte das gleich sagen. Ein Haus im Feld führt im Servicecenter neben dem Endkunden und dem Händler eine dritte Tür für Bildungseinrichtungen. Kitas und Schulen fragen häufiger nach denselben Teilen, und ein Verlag, der das weiß, bearbeitet den Vorgang anders — etwa indem er gleich ein Set anbietet statt 3 Teile einzeln.
Neun Wege in Zahlen, nebeneinandergelegt
Zählen Sie die neun Wege gegen dieselben Fragen, dann sehen Sie, wie wenig sie gemeinsam haben. Alle Werte stammen aus dem, was auf den Serviceseiten steht; wo nichts steht, haben wir nichts gezählt.
- Mit Onlineformular: 6 von 9, also 67 Prozent.
- Ohne Formular, nur E-Mail oder Chat: 2 von 9, also 22 Prozent.
- Ausschließlich per Post: 1 von 9, also 11 Prozent.
- Mit veröffentlichter Frist für die Vorhaltung: 1 von 9, also 11 Prozent.
- Mit ausdrücklicher Zusage, kostenlos zu liefern: 2 von 9, also 22 Prozent.
- Mit Angebot oder Vorkasse: 2 von 9, also 22 Prozent.
- Die einen Kaufbeleg verlangen oder erbitten: 3 von 9, also 33 Prozent.
- Mit veröffentlichter Telefonzeit: 2 von 9, also 22 Prozent.
- Mit geografischer Grenze im Text: 3 von 9, also 33 Prozent.
Keine dieser Zahlen liegt bei 100 Prozent. Es gibt also keine einzige Anforderung, die alle neun teilen — außer der, dass Sie wissen müssen, welches Teil fehlt. Genau deshalb steht das Zählen am Anfang und nicht die Suche nach dem richtigen Formular.
Die beiden veröffentlichten Telefonzeiten unterscheiden sich ebenfalls, und zwar deutlich. Das eine Haus ist montags bis freitags von 8:00 bis 17:00 Uhr erreichbar, also 9 Stunden je Werktag und 45 Stunden in der Woche. Das andere teilt den Tag: montags bis donnerstags von 8:00 bis 12:00 und von 12:30 bis 16:00 Uhr, freitags nur bis 12:30 Uhr — zusammen 34,5 Stunden. Wer anrufen will statt zu schreiben, sollte das wissen.
Eine letzte Zahl zur Einordnung des Feldes: Von den 288 Titeln in der Auswahlliste eines Verlags tragen 17 eine Auszeichnung im Eintrag selbst, etwa als „Spiel des Jahres" oder „Nominiert Kennerspiel". Der Anteil liegt bei 6 Prozent. Was ein solches Signet bedeutet und wie lange es auf einer Schachtel bleiben darf, steht in unserer Einordnung des Preises.
Schritt für Schritt vom Fehlen zur Anfrage
Arbeiten Sie die sechs Schritte in dieser Reihenfolge ab. Sie funktionieren bei allen neun Häusern, weil sie nur das tun, was jeder von ihnen an irgendeiner Station verlangt.
- Material auslegen. Schachtel auf den Tisch, Inhalt heraus, nach Sorten trennen. Schauen Sie dabei in den Einlagen nach — Teile verstecken sich unter dem Tiefzieheinsatz häufiger, als sie wirklich fehlen.
- Spielregel aufschlagen. Die Aufstellung des Materials steht in fast jedem Heft auf den ersten zwei Seiten. Fehlt das Heft, laden Sie es beim Verlag herunter.
- Zählen und notieren. Je Sorte Soll und Ist. Eine Fehlmenge von 1 ist eine andere Anfrage als eine von 12 — im zweiten Fall fehlt vermutlich ein ganzer Beutel.
- Nummern abschreiben. Artikelnummer und, falls aufgedruckt, Chargennummer. Fotografieren Sie beide gleich mit; Zahlenreihen verschreibt man sich leichter, als man denkt.
- Foto machen. Eines vom ausgelegten Material mit der Lücke, eines vom Barcodebereich. Mehr braucht es nicht.
- Den Weg des Verlags gehen. Formular, E-Mail oder Rückumschlag — die Liste oben sagt, welcher es ist.
Zwei Hinweise zum Zeitpunkt. Schicken Sie die Anfrage nicht am Sonntagabend nach der verpatzten Partie, sondern dann, wenn Sie gezählt haben; die Wut hilft beim Formulieren nicht. Und rechnen Sie nicht mit Tempo: Keiner der neun nennt eine Bearbeitungsdauer, Formulierungen wie „schnellstmöglich" sind keine Frist.
Wenn nach zwei Wochen nichts kommt, hilft eine kurze Nachfrage unter Nennung der Ticketnummer, sofern Sie eine bekommen haben. Zwei der neun Wege vergeben eine, bei den übrigen ist Ihre eigene abgeschickte Nachricht der einzige Beleg — bewahren Sie sie auf.
Wie lange die sechs Schritte zusammen dauern, hängt fast nur am dritten. Auslegen und Sortieren sind in 5 Minuten erledigt, Nummern abschreiben in 2 Minuten, Fotografieren in 2 Minuten, das Ausfüllen des Formulars in 5 bis 10 Minuten. Das Zählen dagegen kostet bei einem Spiel mit 8 oder 10 Teilesorten schnell 20 Minuten. Rechnen Sie also mit einer halben Stunde und nicht mit fünf Minuten.
Bei mehreren Spielen lohnt das Bündeln. Wer 2 oder 3 Titel desselben Verlags mit Fehlmengen im Schrank hat, schreibt eine Anfrage statt drei — sechs der neun Wege lassen im Beschreibungsfeld genug Platz dafür, und die Bearbeitung läuft über denselben Vorgang. Bei einem Formular mit fester Titelauswahl geht das allerdings nicht: Dort ist je Anfrage genau 1 Titel vorgesehen.
Ein Wort zur Reihenfolge innerhalb des dritten Schritts: Zählen Sie sortenweise zu Ende, bevor Sie die nächste Sorte anfangen, und schreiben Sie jede Zahl sofort auf. Wer alle Sorten gleichzeitig im Kopf behalten will, zählt zweimal. Dasselbe Prinzip gilt beim Aufräumen — es steht weiter unten unter Aufbewahrung.
Ein Entwurf, den Sie abschicken können
Tragen Sie ein, was Sie gezählt haben. Unten entsteht daraus ein Text, den Sie in ein Formular oder eine E-Mail übertragen können. Gerechnet wird genau eine Sache: Soll minus Ist. Alles andere übernimmt das Feld aus Ihrer Eingabe.
Anfrage-Entwurf für fehlendes Spielmaterial
Entwurf zum Übertragen in Formular oder E-Mail
Guten Tag, aus unserem Spiel „[Titel laut Schachtel]“ fehlt Spielmaterial. Artikelnummer: [von der Schachtel] Chargennummer: [neben dem EAN-Code, falls vorhanden] Es fehlen, gezählt gegen die Aufstellung in der Spielregel: — [Bezeichnung aus der Spielregel, Farbe, Anzahl] Die Bezeichnungen sind der Spielregel entnommen. Ein Foto der Fehlstelle und der Kaufbeleg liegen bei, soweit vorhanden. Bitte teilen Sie mir mit, ob das Material lieferbar ist. Mit freundlichen Grüßen [Name, vollständige Postanschrift, E-Mail]
Zwei Feinheiten sind absichtlich so gebaut. Erstens meldet das Feld auch, wenn Sie mehr Teile zählen als die Regel nennt — Verpackungsfehler gehen in beide Richtungen, und eine Anfrage über ein Teil, das gar nicht fehlt, wollen Sie nicht schicken. Zweitens steht im Entwurf ausdrücklich, dass die Bezeichnungen der Spielregel entnommen sind. Das ist der Satz, der dem Servicemitarbeiter die Suche im Lager abnimmt.
Was in eine Anfrage gehört — und was sie ausbremst
Aus dem Abgleich der neun Wege ergeben sich acht Angaben. Keiner verlangt alle, jeder verlangt einige, und wer alle acht mitschickt, passt durch jeden Weg.
- Titel laut Schachtel, mit Zusatz oder Editionsbezeichnung.
- Artikelnummer — unten neben dem Barcode, hinten neben dem EAN oder nur im Shop.
- Chargennummer, wo aufgedruckt, neben dem EAN-Code.
- Bezeichnung des Teils in der Wortwahl der Spielregel.
- Farbe.
- Anzahl, gezählt gegen die Aufstellung im Heft.
- Foto der Fehlstelle oder des Schadens.
- Vollständige Postanschrift — das Teil kommt mit der Post.
Und nun die Gegenliste. Drei Dinge verzögern eine Anfrage regelmäßig, ohne dass es jemand böse meint: eine Beschreibung in eigenen Worten statt in denen der Regel, eine geschätzte statt einer gezählten Anzahl, und ein fehlender Hinweis darauf, ob das Spiel neu unvollständig war oder das Teil später verschwand.
Sparen Sie sich dagegen die Vorgeschichte. Ob der Hund, das Kleinkind oder der Staubsauger schuld war, ändert am Vorgang nichts — ein Verlag schreibt die Ursachen sogar selbst mit Humor auf seine Seite. Zwei Sätze zum Sachverhalt und die Zahlen reichen.
Ein letzter Punkt zur Höflichkeit, der praktisch wirkt: Fragen Sie nach einem Teil, nicht nach einem Ersatzspiel. Wer schreibt, das Spiel sei „jetzt unbrauchbar", eröffnet eine Reklamation. Wer schreibt, es fehlen 3 gelbe Holzscheiben, eröffnet eine Lagerabfrage. Die zweite geht schneller.
Zur Form: Halten Sie die Nachricht unter 10 Zeilen. Die Angaben oben passen in 8 Zeilen, und ein Servicemitarbeiter, der 40 Anfragen am Tag bearbeitet, liest die erste Hälfte gründlicher als die zweite. Das Werkzeug auf dieser Seite hält sich an dieses Maß.
Und schicken Sie Fotos als Anhang, nicht als Link. Ein Haus im Feld nennt für den Anhang eine Obergrenze, die für Handyfotos reicht; Links auf Clouddienste laufen dagegen ab und werden von manchen Ticketsystemen gar nicht geöffnet. Zwei Bilder genügen: die Lücke im ausgelegten Material und der Barcodebereich der Schachtel.
Fehlteil ab Werk oder Verlust: zwei verschiedene Vorgänge
Ein Haus im Feld stellt diese Weiche ausdrücklich, und zwar bevor Sie irgendetwas beschreiben. Sein Assistent fragt: „Schaden durch Nutzung entstanden" oder „Schaden bereits bei Lieferung / Auspacken vorhanden". Das ist keine Formalie, sondern der Unterschied zwischen zwei Rechtslagen.
War das Spiel beim Auspacken unvollständig, ist das ein Mangel der gekauften Sache. Dafür ist neben dem Verlag auch der Händler zuständig, bei dem Sie gekauft haben — ein Verlag sagt das auf seiner Serviceseite ausdrücklich und verweist für Rückgaben und Erstattungen dorthin. Verschwand das Teil nach der zwanzigsten Partie, ist es kein Mangel, sondern ein Verlust, und der Ersatz ist eine Kulanz.
Sagen Sie deshalb in der Anfrage, welcher der beiden Fälle vorliegt. Nicht aus Rechtsgründen, sondern weil die Antwort davon abhängt: Im ersten Fall bekommen Sie eher Ersatz ohne Bezahlung, im zweiten eher ein Angebot. Beides steht so auf den geprüften Seiten.
Welche Ansprüche Sie haben, sagen wir Ihnen hier nicht. Diese Seite ist keine Rechtsberatung, und der Einzelfall hängt an Dingen, die wir nicht kennen — Kaufdatum, Händler, Zustand. Was wir sagen können, ist, dass die beiden Fälle verschieden behandelt werden und dass ein Verlag diese Unterscheidung zur zweiten Frage seines Assistenten gemacht hat.
Was als Antwort kommt — vier Muster
Erwarten Sie nicht überall dasselbe. Aus den neun Wegen lassen sich vier Muster für die Rückmeldung ablesen, und jedes hat eigene Folgen für Ihr Warten.
- Ticketnummer sofort. Sie bekommen eine Kennung und werden „per Mail schnellstmöglich" benachrichtigt. Der Vorteil ist der Bezug für die Nachfrage. 2 von 9 Wegen arbeiten so, also 22 Prozent.
- Angebot. Der Verlag prüft, ob er das Teil noch führt, und schickt bei Verfügbarkeit ein Angebot. Erst danach entscheiden Sie. 1 von 9 beschreibt das so.
- Rückmeldung, dann Zahlung, dann Versand. Ein Haus nennt die drei Stufen ausdrücklich in dieser Reihenfolge: Auskunft zur Lieferbarkeit, Zahlungseingang, Postversand.
- Direkter Versand. Das Teil kommt ohne Zwischenschritt, „bei Verfügbarkeit direkt und in der Regel kostenlos". 2 von 9 formulieren es so.
Die restlichen 3 von 9, also 33 Prozent, sagen zur Art der Antwort nichts. Dort wissen Sie erst nach dem Abschicken, was passiert. Planen Sie in diesen Fällen eine Nachfrage nach 2 Wochen ein und notieren Sie sich den Tag, an dem Sie geschrieben haben — ohne Ticketnummer ist das Datum Ihr einziger Bezug.
Eine Erwartung sollten Sie in allen vier Mustern niedrig halten: Kein einziger der neun nennt eine Bearbeitungsdauer in Tagen. Ein Haus weist sogar ausdrücklich darauf hin, dass es wegen Schließzeiten bei Lieferanten „zu kleinen Verzögerungen kommen" kann. Wer ein Spiel für einen bestimmten Termin vollständig haben will, plant besser 6 Wochen Vorlauf ein und nicht 6 Tage.
Was in keinem der vier Muster vorkommt, ist eine Absage mit Begründung. Wenn ein Teil nicht lieferbar ist, steht das in der Antwort — warum es nicht lieferbar ist, steht nirgends. Für Ihre Entscheidung macht das keinen Unterschied: Der nächste Schritt ist derselbe, ob das Lager leer ist oder der Titel seit 10 Jahren nicht mehr gedruckt wird.
Wenn kein Ersatz zu bekommen ist
Rechnen Sie damit bei älteren Titeln. Gehen Sie dann diese vier Stufen durch, in genau dieser Reihenfolge — sie führen von der billigsten zur teuersten Lösung.
- Prüfen, ob das Teil wirklich existiert. Ein Verlag beantwortet auf seiner Serviceseite vorab eine häufige Fehlanfrage: Ein bestimmtes Sonderplättchen „gibt's nicht – brauchst du aber auch nicht", die zugehörige Karte erfülle dessen Funktion. Vor jeder Anfrage lohnt ein zweiter Blick in die Regel.
- Prüfen, ob das Teil vertretbar ist. Ein neutraler Holzwürfel in der richtigen Farbe ersetzt einen Zählstein vollständig. Ein bedrucktes Plättchen ersetzt er nicht, weil die Information auf dem Druck steht und nicht im Klotz.
- Regel anpassen statt Material ersetzen. Fehlt eine von 5 gleichwertigen Karten, lässt sich oft mit 4 weiterspielen, wenn Sie den Aufbau entsprechend ändern. Die Ob eine Sorte gleichwertig ist, steht meist in der Anleitung.
- Das Spiel abgeben. Als unvollständig gekennzeichnet, mit Angabe des fehlenden Teils. Wer es weitergibt, ohne das zu sagen, verschiebt das Problem nur.
Eine Stufe fehlt in dieser Liste bewusst: das Nachbauen. Im Netz kursieren Vorlagen zum Ausdrucken für alles Mögliche. Ob ein Verlag so etwas selbst bereitstellt, konnten wir bei keinem der neun feststellen, und ohne Beleg empfehlen wir nichts, was fremde Vorlagen voraussetzt.
Das Gegenstück zur Stufe 4 ist die Sammlerbörse. Auf den Drittanbieterseiten, die unsere Suchanfrage nach oben gespült hat, werden gebrauchte Einzelteile aus geöffneten Spielen verkauft. Das ist eine legitime Quelle, wenn nichts anderes bleibt — nur ist es eben kein Verlagsweg und trägt keine Zusage zur Passgenauigkeit.
Bevor Sie dorthin gehen, prüfen Sie eine Zwischenstufe, die oft übersehen wird: den eigenen Bestand. Wer 10 oder 15 Spiele im Schrank hat, besitzt mit hoher Wahrscheinlichkeit Holzteile in denselben Grundfarben — aus einem Titel, der ohnehin nicht mehr gespielt wird. Ein Zählstein aus einem ausgemusterten Spiel ist der schnellste Ersatz überhaupt, kostet nichts und kommt ohne Wartezeit.
Wenn das Spiel gebraucht gekauft wurde
Fragen Sie trotzdem, und sagen Sie dazu, dass Sie keinen Kaufbeleg haben. Der Gebrauchtkauf ist der häufigste Fall, in dem ein Teil erst nach dem Kauf auffällt — und er ist genau der Fall, für den die Serviceseiten am wenigsten schreiben.
Zur Ausgangslage: 3 von 9 Wegen verlangen oder erbitten einen Kaufbeleg, das sind 33 Prozent. Bei den übrigen 6 taucht das Wort nicht auf. Wer ein Spiel vom Flohmarkt hat, scheitert also nicht grundsätzlich, sondern höchstens an einem von drei Wegen — und auch dort ist ein ausgeschnittener Strichcode als Ersatz ausdrücklich zugelassen, den ein Vorbesitzer meist nicht entfernt hat.
Prüfen Sie beim Gebrauchtkauf drei Dinge, bevor Sie überhaupt an Ersatz denken. Erstens: Ist die Anleitung dabei? Ohne sie wissen Sie nicht, was fehlt, und der Download beim Verlag ist der erste Schritt. Zweitens: Stimmt die Ausgabe? Von manchen Titeln gibt es über 20 Jahre hinweg mehrere Auflagen mit verändertem Material, und ein Teil aus der neuen Auflage passt farblich nicht immer zur alten. Drittens: Ist der Spielplan flach? Eine Dauerbiegung bekommen Sie nicht mehr heraus, und Ersatz dafür gibt es praktisch nie.
Bei mehreren Auflagen hilft ein Satz in der Anfrage, den Servicestellen gern lesen: nennen Sie neben dem Titel auch das Erscheinungsjahr, das in der Anleitung meist im Kleingedruckten steht, und die Farbe des vorhandenen Materials. Ein Verlag, der 3 Auflagen desselben Spiels geführt hat, kann damit die richtige Charge zuordnen — ohne diese Angabe schickt er möglicherweise ein Teil, das nicht zum Rest passt.
Und eine Erwartung gehört gerade hier eingeordnet: Ein Verlag schuldet dem Zweitkäufer nichts. Was Sie bekommen, ist Kulanz, und zwar in einem Feld, in dem 2 von 9 Häusern ausdrücklich kostenlos liefern und 2 weitere Geld verlangen. Eine höfliche, vollständige Anfrage erhöht Ihre Aussichten mehr als jede Begründung.
Ein letzter Punkt zum Gebrauchtkauf betrifft den Zeitpunkt. Zählen Sie am Tag des Kaufs, nicht beim ersten Spielabend 2 Monate später. Wer früh zählt, kann den Verkäufer noch fragen, ob das Teil bei ihm liegen geblieben ist — auf dem Flohmarkt ist das aussichtslos, bei einem Verkauf über eine Plattform dagegen oft der schnellste Weg von allen. Und wer am selben Tag zählt, weiß wenigstens sicher, dass das Teil nicht bei ihm selbst verlorenging.
Vier Materialgruppen und ihre Schwachstellen
Sortieren Sie den Inhalt einer Schachtel nach Material, dann wissen Sie, worauf Sie achten. Die Gruppen unterscheiden sich weniger in der Haltbarkeit als in der Art, wie sie versagen.
- Bedruckte Pappe. Plättchen, Spielpläne, Marker. Versagt an den Kanten und durch Feuchtigkeit; wellt sich, wenn sie einmal nass war. Eine gewellte Pappe ist nicht ersetzbar, ohne dass der Druck mitkommt — deshalb ist sie die kritischste Gruppe.
- Karten. Versagen durch Abrieb an den Rändern und durch Knicke. Der Verschleiß betrifft fast immer die am häufigsten gezogenen Karten, also eine Teilmenge — was Ersatz erschwert, weil man selten das ganze Deck braucht.
- Holz. Würfel, Meeples, Scheiben. Versagt praktisch nie, verschwindet aber am häufigsten. Die gute Nachricht: Standardfarben und Standardformen sind genau die Teile, die ein Verlag am ehesten noch im Lager hat.
- Kunststoff und Textil. Figuren in Sonderform, Beutel, Sanduhren. Sonderformen sind schwer zu ersetzen, Beutel dagegen leicht — und eine gerissene Sanduhr ist der seltene Fall, in dem Reparatur kein Thema ist, weil das Material ausläuft.
Ein Befund der Jury aus dem letzten Jahrgang gehört hierher, weil er dieselbe Richtung zeigt: Unter den fünf Mängeln, die sie benannt hat, steht „Spielmaterial, das bei schlechtem Licht oder nach kaum mehr als zehn Partien nicht mehr wie gewünscht funktioniert". Verschleiß nach 10 Partien ist kein Einzelfall, sondern ein von der Jury eigens benannter Punkt.
Aus den vier Gruppen folgt eine einfache Reihenfolge für die Erwartung. Holz und Standardkunststoff lassen sich am ehesten ersetzen, Karten nur im ganzen Deck, bedruckte Plättchen selten und Spielpläne fast nie. Wenn also ausgerechnet der Spielplan gelitten hat, ist die Ersatzteilanfrage der falsche Weg — dann geht es um das ganze Spiel.
Pflege, realistisch gerechnet
Halten Sie den Aufwand klein, sonst machen Sie ihn gar nicht. Was tatsächlich nötig ist, lässt sich in drei Handgriffen zusammenfassen, und keiner davon dauert länger als eine Minute.
- Vor dem Wegräumen sortieren. 60 Sekunden, jedes Mal. Wer nach Sorten zurücklegt, merkt eine Fehlmenge am selben Abend statt zwei Jahre später — und am selben Abend liegt das Teil meist noch unter dem Sofa.
- Karten trocken halten. Kein Getränk auf dem Tisch mit Spielmaterial. Das ist die ganze Kartenpflege; Hüllen lohnen nur bei Titeln, die Sie sehr oft spielen.
- Pappe flach lagern. Schachtel waagerecht, nicht hochkant. Senkrecht gelagert rutscht der Inhalt an eine Seite, die Einlage verzieht sich, und der Spielplan bekommt eine Dauerbiegung.
Nicht nötig ist fast alles andere. Holzteile brauchen keine Behandlung, Spielpläne keine Folie, Kunststofffiguren keine Reinigung, solange sie nicht klebrig sind. Wer ein Spiel feucht abwischen will, tut es bei Kunststoff und Holz und nie bei bedruckter Pappe.
Rechnen Sie den Aufwand einmal über die Nutzungsdauer: Bei 20 Partien im Jahr und 60 Sekunden Sortieren sind das 20 Minuten jährlich. Eine einzige Ersatzteilanfrage — auslegen, zählen, Nummern abschreiben, Formular ausfüllen — kostet Sie ungefähr dasselbe. Das Sortieren gewinnt, weil es die Anfrage verhindert.
Eine zweite Rechnung betrifft die Lebensdauer. Ein Familienspiel, das 10 Jahre im Haushalt bleibt und in dieser Zeit 200 Partien sieht, hat pro Partie etwa 18 Sekunden Pflege bekommen, wenn Sie jedes Mal 60 Sekunden sortieren und sonst nichts tun. Mehr braucht es nach unserer Erfahrung mit dem Material nicht — und weniger führt dazu, dass Sie die Fehlmenge erst beim Weitergeben bemerken.
Wo Teile tatsächlich verloren gehen
Suchen Sie an den vier Stellen, bevor Sie eine Anfrage schreiben. In der Reihenfolge ihrer Trefferwahrscheinlichkeit, nach unserer Einschätzung aus dem Umgang mit dem Material — eine Statistik dazu haben wir nicht.
- Unter der Einlage. Tiefzieheinsätze aus Kunststoff haben Spalten, und kleine Teile wandern beim Transport darunter. Nehmen Sie die Einlage heraus.
- In der falschen Schachtel. Wer zwei Spiele an einem Abend spielt, räumt falsch zurück. Prüfen Sie das Spiel, das daneben stand.
- Im Beutel einer anderen Sorte. Zwei Holzteile derselben Farbe, zwei verschiedene Funktionen — beim Aufräumen im Halbdunkel passiert das ständig.
- Unter dem Möbelstück. Der Klassiker, und der einzige Fall, in dem eine Taschenlampe hilft.
Eine bauliche Ursache kommt dazu, und die hat mit der Schachtel selbst zu tun. Je größer die Grundfläche im Verhältnis zum Inhalt, desto mehr rutscht beim Tragen. Wir haben diese Größe bei den Spielen für zwei Personen für jeden geprüften Titel ausgerechnet — sie schwankte erheblich, und die großzügig geschnittenen Schachteln waren nicht die mit dem meisten Material.
Der zweite bauliche Punkt ist der Deckel. Schachteln, deren Deckel die Unterschachtel nur 2 oder 3 Zentimeter überlappt, gehen beim schrägen Tragen auf. Wer ein solches Spiel häufig mitnimmt, spart sich Anfragen mit einem Gummiband um die Schachtel — das ist die unelegante, aber wirksamste Maßnahme in diesem ganzen Text.
Aufbewahrung, die Fehlteile verhindert
Bauen Sie zwei Dinge ein, dann sinkt die Zahl der Anfragen auf nahe null. Beides kostet nichts und passt in jede vorhandene Schachtel.
- Ein Beutel je Sorte. Kleine Zipbeutel oder Stoffsäckchen, eines für jede Teilesorte. Der Effekt ist doppelt: Beim Aufräumen sieht man sofort, ob ein Beutel zu leicht ist, und beim Aufbauen fällt nichts in die falsche Ecke.
- Ein Zettel mit der Aufstellung. Schreiben Sie die Sortenzahlen aus der Regel einmal ab und legen Sie den Zettel in die Schachtel. Beim nächsten Verdacht zählen Sie gegen den Zettel statt gegen das Heft, das vielleicht gar nicht mehr da ist.
Zur Lagerung selbst: waagerecht stapeln, nicht mehr als 4 bis 5 Schachteln übereinander, und schwere unten. Senkrecht stehende Spiele sehen im Regal besser aus und verlieren mehr Material — der Inhalt sackt an eine Kante, die Einlage gibt nach, und beim nächsten Herausziehen kippt etwas heraus.
Wer mehrere Spiele mit ähnlichem Material hat, macht sich das Leben leichter, indem er Sorten farblich trennt statt formal. Zwei Titel mit naturbelassenen Holzscheiben sind eine Fehlerquelle; zwei Titel mit klar verschiedenen Farben sind keine.
Was über die Jahre tatsächlich nachwächst
Führen Sie einmal Buch, und das Bild wird nüchtern. Über die Nutzungsdauer eines Familienspiels fallen üblicherweise drei Arten von Nachschub an, und sie unterscheiden sich stark in der Häufigkeit.
- Verlorene Kleinteile. Der Regelfall, meist einzeln, meist Holz oder Kunststoff. Über 5 Jahre bei regelmäßigem Spielen ist eine Anfrage realistisch, keine zehn.
- Abgenutzte Karten. Betrifft nur Titel, die sehr häufig gespielt werden, und dann meist nicht das ganze Deck. Ersatz für ein Teildeck ist der schwerste Fall im ganzen Feld.
- Verschwundene Anleitungen. Häufig, aber der einzige Fall ohne Anfrage — die PDF liegt bei den meisten Verlagen im Downloadbereich.
Was nicht nachwächst, ist ebenso wichtig: Ein Brettspiel hat keine Verbrauchsmaterialien im eigentlichen Sinn. Es gibt keine Batterien, keine Filter, keine Klebestreifen. Genau das unterscheidet es von den meisten anderen Gegenständen im Kinderzimmer — und macht das fehlende Einzelteil zur einzigen laufenden Frage.
Planen Sie deshalb keinen Vorrat. Ein Beutel neutraler Holzwürfel im Schrank ist verlockend, ersetzt aber nur Zählsteine und nichts Bedrucktes. Der wirksamere Vorrat ist der Zettel mit der Aufstellung, weil er die Anfrage in zehn Minuten möglich macht statt in einer Stunde.
Eine Ausnahme von dieser Regel gibt es doch, und sie betrifft Titel, die Sie sehr oft spielen. Wenn ein Spiel in 2 Jahren 100 Partien sieht, lohnt sich ein kleiner Vorrat an genau der Sorte, die am häufigsten verschwindet — bei den meisten Familienspielen sind das die kleinsten Teile, also Marker und Zählsteine unter 1 Zentimeter Kantenlänge. Die größeren Figuren gehen seltener verloren, weil man sie sieht.
Ein Spiel für die nächste Runde Kinder
Prüfen Sie vor der Weitergabe drei Punkte, und das Spiel bleibt brauchbar. Die meisten Titel überleben zwei Kindergenerationen problemlos — sie scheitern nicht am Material, sondern daran, dass niemand nachgezählt hat.
Drei Punkte vor der Weitergabe
Bei der Weitergabe innerhalb der Familie kommt ein zeitlicher Punkt dazu. Wenn zwischen dem älteren und dem jüngeren Kind 5 oder 6 Jahre liegen, ist der Titel beim zweiten Durchgang möglicherweise nicht mehr im Sortiment — und damit außerhalb der einzigen Frist, die ein Verlag veröffentlicht hat. Wer ohnehin weiß, dass ein Teil fehlt, fragt besser jetzt an als in fünf Jahren.
Zum Zustand selbst: Was den Wiedergebrauchswert am stärksten senkt, ist nicht Abnutzung, sondern Unvollständigkeit. Ein abgegriffenes Kartendeck stört ein Kind nicht; ein fehlender Spielstein macht das Spiel unspielbar. Deshalb steht Punkt eins der Liste an erster Stelle.
Eine Beobachtung aus diesem Themenbereich stützt das. Bei den geprüften Titeln für Kinder ab 6 Jahren bestand das Material zum größten Teil aus gleichartigen Kleinteilen — Karten, Marker und Figuren in 4 Farben. Fehlt davon eines, fehlt eine ganze Spielerfarbe, und das Spiel verliert einen Platz am Tisch. Bei einem Titel für 2 bis 4 Spieler heißt ein verlorener Satz, dass nur noch 3 Spieler mitspielen können.
Prüfen Sie deshalb beim Weitergeben zuerst die Sorten, die nach Spielerfarben aufgeteilt sind, und erst danach die gemeinsamen. Ein fehlender neutraler Marker unter 20 gleichen fällt beim Spielen kaum auf; ein fehlender roter Spielstein beendet die Partie für ein Kind, bevor sie angefangen hat.
Ein Sonderfall verdient noch eine Zeile: kooperative Spiele. Dort gibt es keine Spielerfarben, sondern gemeinsames Material, und eine Fehlmenge wirkt anders — fehlt eine von 30 gleichartigen Karten, merkt es niemand, fehlt dagegen der eine Rundenzähler, steht das Spiel still. Prüfen Sie bei solchen Titeln zuerst die Teile, die es nur einmal gibt.
Legen Sie der Weitergabe außerdem eine kurze Notiz bei, wenn Sie das Spiel oft gespielt haben: welche Regel Ihre Familie geändert hat, welche Sorte gern verschwindet, wo das Material klemmt. So eine Notiz ist in 3 Minuten geschrieben und erspart der nächsten Runde Kinder die erste halbe Stunde Suchen.
Für Kitas und Gruppen gilt eine eigene Regel, die wir von mehreren Serviceseiten ableiten: Dort wird häufiger nachgefragt, und einer der geprüften Anbieter führt für Bildungseinrichtungen einen eigenen Zugang im Servicecenter. Wer für eine Einrichtung anfragt, sollte den auch benutzen.
Wer ein Spiel nicht in der Familie weitergibt, sondern verkauft oder verschenkt, sollte die Vollständigkeit in der Beschreibung ausdrücklich erwähnen — auch dann, wenn alles da ist. „Vollständig, gegen die Aufstellung in der Anleitung gezählt" ist ein Satz, den kaum jemand schreibt, und er beantwortet die erste Frage jedes Interessenten.
Übrigens verhält es sich bei anderen Dingen im Kinderzimmer ganz ähnlich: Was einen Gegenstand über Jahre brauchbar hält, entscheidet sich beim Einstellen und Verstauen, nicht beim Kauf. Für den Schulranzen haben wir das an der richtigen Einstellung der Gurte durchgerechnet; hier ist es der Beutel je Sorte.
Was von dieser Anleitung bleibt
Merken Sie sich drei Sätze, dann brauchen Sie den Rest nicht wieder.
Erstens: Zählen Sie, bevor Sie schreiben. Von acht Angaben, die die neun geprüften Wege zusammen verlangen, kommen fünf aus dieser einen Handlung — Bezeichnung, Farbe, Anzahl, Fehlmenge, Foto. Ohne sie wird jede Anfrage zur Rückfrage.
Zweitens: Benutzen Sie die Wörter der Spielregel. Ein Verlag schreibt es hin, alle anderen setzen es voraus, und im Lager liegt das Teil unter genau diesem Namen.
Drittens: Der Weg führt über den Verlag, nicht über eine Suchmaschine. Am Erhebungstag rankte keine einzige der neun Verlagsseiten für den naheliegenden Suchbegriff — die Wege sind vorhanden, aber sie sind nicht auffindbar, sondern liegen zwei bis sieben Klicks tief im Servicebereich.
Und eine Zahl zum Schluss, weil sie die Erwartung richtig stellt: Nur einer von neun sagt, wie lange er Teile vorhält. Alles andere ist „bei Verfügbarkeit". Das ist keine schlechte Nachricht — es heißt nur, dass eine Anfrage kein Anspruch ist, sondern ein Blick ins Lager, um den man höflich bittet.
Wenn Sie nur eine Sache aus diesem Themenbereich mitnehmen wollen, dann diese: Die Zahlen auf und in einer Schachtel sind selten das, wofür man sie hält — die Altersangabe nicht, das Signet nicht, und die Teilezahl erst dann, wenn jemand nachzählt. Welche Fragen sich vor dem Kauf lohnen, steht in der Übersicht zu Spielen und Kreativität.
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