Bauklötze bemalen: welche Farbe ein Babymund verträgt
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Was wir gelesen haben und was nicht frei zugänglich ist
Die Antwort in drei Teilen, und warum keiner davon fehlen darf
Erster Teil: die Norm für Spielzeug. DIN EN 71-3 legt fest, wie viel bestimmter Elemente aus einem Spielzeugmaterial austreten darf, darunter Schwermetalle wie Blei, Arsen und Quecksilber. Eine Farbe, deren Hersteller diese Norm nennt, sagt damit, dass ihr getrockneter Anstrich die Grenzwerte einhält. Eine Farbe ohne diese Angabe sagt dazu nichts, auch wenn sie sonst noch so harmlos klingt.
Zweiter Teil: die Norm für Speichel. DIN 53160 prüft etwas anderes, nämlich ob ein Anstrich Farbe an Speichel oder Schweiß abgibt. Für einen Bauklotz, der im Mund landet, ist das die näherliegende Frage: Färbt der Klotz ab, wenn ein Baby daran lutscht? Viele Lacke für Spielzeug nennen beide Normen nebeneinander, manche nur eine.
Dritter Teil: die Zeit. Beide Angaben gelten für den getrockneten Anstrich. Ein Lack, der nach 2 Stunden überarbeitbar ist, ist noch nicht der Anstrich, den die Prüfung meint. Ein Hersteller unserer Auswahl unterscheidet zwischen grifffest, überarbeitbar, benutzbar und durchgehärtet, und die letzte dieser Zeiten liegt bei 24 Stunden.
Wer einen dieser Teile weglässt, hat eine Lücke: eine Farbe ohne Norm, eine Norm ohne Speichelprüfung oder einen geprüften Lack, der noch nicht fertig ist. Der Entscheidungsweg im nächsten Abschnitt ordnet die drei Teile in die Reihenfolge, in der man sie im Baumarkt und zu Hause prüft.
Ein Entscheidungsweg vom Etikett bis zum Kinderzimmer
Am Anfang der Grafik steht die Dose in der Hand, am Ende die Frage, ob das Kind die Klötze in den Mund nimmt. Jede Raute ist eine Frage, die sich mit dem Etikett, der Herstellerseite oder einem Blick auf das Kind beantworten lässt.
Zwei Ergebnisse auf der rechten Seite sind kein striktes Nein. Eine Farbe, die DIN EN 71-3 nennt, aber nicht DIN 53160, hat eine Prüfung bestanden, die für Spielzeug vorgesehen ist, nur nicht die auf das Abfärben. Für Klötze, die ein älteres Kind zum Bauen nimmt und nicht in den Mund steckt, kann das reichen. Für Klötze, an denen ein Baby lutscht, fehlt genau die Angabe, auf die es ankommt.
Mit der Farbe hat die letzte Frage nichts mehr zu tun. Auch ein geprüfter, durchgehärteter Anstrich kann abplatzen, wenn ein Klotz fällt oder ein Kind darauf beißt. Mechanischen Verschleiß berücksichtigt die Prüfung nach DIN 53160 ausdrücklich nicht. Bei Kindern in der Mundphase gehört deshalb das regelmäßige Nachsehen zum Ergebnis, nicht nur die Wahl der Farbe.
DIN EN 71-3: was die Spielzeugnorm für Farbe tatsächlich misst
DIN EN 71-3 heißt vollständig „Sicherheit von Spielzeug – Teil 3: Migration bestimmter Elemente“. Aktuell ist die Ausgabe vom Februar 2025; sie hat nach Angaben des Normenverlags 66 Seiten und ersetzt die Ausgabe vom Juni 2021. Migration bedeutet hier: Wie viel eines Elements tritt unter Bedingungen, die dem Verschlucken nachgebildet sind, aus einem Material aus.
Der DIN-Verbraucherrat hat die Norm bei ihrer großen Überarbeitung 2019 erklärt. Sie konkretisiere die meist allgemein gehaltenen Anforderungen der europäischen Spielzeugrichtlinie und enthalte neben den gesetzlichen Grenzwerten auch Anforderungen an die Prüfverfahren. Zu den geregelten Elementen gehörten Schwermetalle wie Arsen, Blei und Quecksilber, weitere Elemente wie Aluminium und Nickel sowie Chrom VI und Organozinnverbindungen. Die Grenzwerte stünden in der Spielzeugrichtlinie, angegeben in Milligramm je Kilogramm Spielzeugmaterial.
Für Eltern ist der wichtigste Satz an dieser Erklärung, was die Norm nicht ist. Sie ist keine allgemeine Unbedenklichkeitsbescheinigung, sondern ein Verfahren für eine Gruppe von Elementen. Andere Stoffe, die in Farben vorkommen können, prüft sie nicht. Die Stiftung Warentest hat bei ihrem Test von Holzspielzeug deshalb über diese Norm hinaus auf weitere Stoffe geprüft, dazu weiter unten.
Wie solche Angaben auf einer Packung zu lesen sind, wenn es nicht um Farbe, sondern um echte Chemikalien geht, zeigt ein anderes Spielzeug, bei dem Normen, Gefahrenhinweise und Altersgrenzen besonders eng zusammenhängen. Fünf solcher Kästen haben wir nachgelesen, im Beitrag über Chemiebaukästen und ihre Pflichtsätze auf dem Karton. Bei Farbe für Bauklötze bleibt es bei einer einzigen Frage: Nennt der Hersteller die Norm oder nicht?
Trocken, flüssig, abgeschabt: in welche Kategorie ein bemalter Klotz fällt
Drei Kategorien von Spielzeugmaterialien unterscheidet die Norm, für die unterschiedliche Grenzwerte gelten. Kategorie I sind trockene, brüchige, staubförmige oder geschmeidige Materialien, Kategorie II flüssige oder haftende, Kategorie III abgeschabte. So zählt es der DIN-Verbraucherrat auf, und die Grenzwerte für jede Kategorie stehen in der Spielzeugrichtlinie.
Für die Farbschicht eines bemalten Klotzes ist die dritte Kategorie die naheliegende. Geprüft wird dabei, was sich von der Oberfläche abschaben lässt, denn das ist die Menge, die ein Kind durch Kauen, Lutschen und Kratzen von einem Klotz lösen kann. Genau so ist die Stiftung Warentest bei ihrem Test vorgegangen: Sie hat Lack abgeschabt und nach DIN EN 71-3 gemessen, wie viel Schwermetall austritt. Wer einen Klotz bemalt, stellt also ein Material her, das genau nach diesem Verfahren beurteilt würde.
Daraus folgt ein praktischer Punkt. Der Hersteller einer Farbe kann die Prüfung nur für den Anstrich machen, den er kennt: seine Farbe, aufgetragen und getrocknet nach seiner Anleitung. Wer eine Farbe dicker aufträgt, mit einer anderen mischt oder über eine alte Schicht malt, schafft eine Oberfläche, für die die Herstellerangabe nicht ohne Weiteres gilt. Beunruhigen muss das niemanden; es spricht aber dafür, die Anleitung des Herstellers ernst zu nehmen.
Der Verbraucherrat erwähnt noch eine Änderung von 2019, die für Farben wichtig ist: Ein neues Prüfverfahren könne Chrom VI jetzt an den Grenzwerten aller drei Kategorien bestimmen, nicht mehr nur bei abgeschabten Materialien. Chrom VI ist eines der Elemente, das in Pigmenten vorkommen kann. Für einen Klotz, an dem gelutscht wird, ist das eine Verbesserung, die Eltern nicht sehen, die aber in jeder Angabe „nach DIN EN 71-3“ steckt, die sich auf eine aktuelle Fassung bezieht.
Was im Gesetz steht: Grenzwerte, die seit 2009 strenger geworden sind
Ihre Grenzwerte bezieht die Norm aus Anhang II der Spielzeugrichtlinie, aus einer Tabelle mit 19 Zeilen: 17 Elemente, davon Chrom getrennt nach zwei Formen in zwei Zeilen, und Organozinnverbindungen. Für jede Zeile gibt es drei Werte, einen je Kategorie, angegeben in Milligramm je Kilogramm Spielzeugmaterial. Für bemalte Klötze ist die dritte Spalte die wichtigste, die für abgeschabte Materialien.
Diese Tabelle ist seit 2009 mehrfach verschärft worden. In der ursprünglichen Fassung lag der Wert für Blei in abgeschabtem Material bei 160 Milligramm je Kilogramm, in der konsolidierten Fassung vom August 2026 bei 23. Für Kadmium sank er von 23 auf 17, für Chrom VI von 0,2 auf 0,053, für Barium von 56.000 auf 18.750 und für Aluminium von 70.000 auf 28.130 Milligramm je Kilogramm. Beim Blei ist das ein Rückgang um rund 86 Prozent, unsere Rechnung aus den beiden Fassungen.
Für eine Farbe, die vor Jahren als geeignet für Spielzeug galt, heißt das: Womöglich bezieht sich die Angabe auf eine ältere, großzügigere Fassung. Ein Etikett, das DIN EN 71-3 ohne Jahreszahl nennt, sagt nicht, welche Grenzwerte gemeint sind. Connetix nennt für seine Magnetplatten die Ausgabe der Norm mit Jahreszahl, bei Farben im Baumarkt ist das selten. Wer eine alte Dose aus dem Keller nimmt, weiß nicht, nach welchem Stand sie geprüft wurde.
Am Ende der Tabelle steht ein Satz, der für Bauklötze bemerkenswert ist. Die Grenzwerte gelten nicht für Spielzeug, das durch seine Zugänglichkeit, Funktion, sein Volumen oder seine Masse jede Gefährdung durch Saugen, Lecken, Verschlucken oder längeren Hautkontakt eindeutig ausschließt. Ein Bauklotz schließt nichts davon aus. Er wird gesaugt, geleckt und lange in der Hand gehalten, und deshalb gelten die Werte für ihn in vollem Umfang.
DIN 53160: was „speichelecht“ wirklich prüft
Einen sperrigen Titel hat die zweite Norm: „Bestimmung der Farblässigkeit von Gebrauchsgegenständen – Prüfung mit Speichel- und Schweißsimulanz“. Die aktuelle Fassung ist vom Juli 2023, hat 8 Seiten und hat zwei frühere Teile von 2010 zusammengelegt, einen für Speichel und einen für Schweiß. Wer auf einem Etikett DIN 53160-1 oder -2 liest, sieht die alte Zählung.
Geprüft wird nicht vom Hersteller selbst, sondern in Laboren, die das Verfahren anbieten; das Prüfinstitut FILK in Freiberg etwa führt die Prüfung auf Speichelechtheit in seinem Leistungsverzeichnis. Contura schreibt für seinen Lack, die Produktüberwachung und Analyse erfolge durch ein Partnerlabor oder den Vorlieferanten. Ein Zertifikat zeigt keiner der vier Hersteller auf der Produktseite. Wer es genau wissen will, kann beim Hersteller nach dem Prüfbericht fragen; eine Pflicht, ihn herauszugeben, haben wir nicht gefunden.
Was die Norm leistet, beschreibt DIN Media in der Einführung. Sie legt ein Verfahren fest, um zu prüfen, ob ein Gegenstand Farbmittel an eine Speichel- oder Schweißsimulanz abgibt. Gedacht ist sie besonders für Gegenstände, die in den Mund genommen werden sollen, bei denen das vorhersehbar ist oder die mit Haut oder Schleimhäuten in Berührung kommen. Die Speichelsimulanz hat einen pH-Wert von 6,8, die Schweißsimulanz von 6,5. Geprüft wird unabhängig davon, ob ein Gegenstand gefärbt, gebeizt oder beschichtet ist.
Zwei Einschränkungen stehen ebenfalls in der Beschreibung, und beide sind für Bauklötze wichtig. Erstens gilt die Norm nicht für Gegenstände, die funktionsbedingt Farbe abgeben, etwa Wachsmalstifte und Buntstiftminen. Zweitens berücksichtigt sie keinen mechanischen Verschleiß, etwa wenn eine farbige Schicht freigelegt wird, nachdem eine Schlussbeschichtung abgerieben ist. Ein Klotz, dessen Klarlack abgekaut ist, wird also nicht mehr von der Prüfung erfasst, die für ihn gemacht wurde.
Speichelecht heißt also: Im frischen, unbeschädigten Zustand färbt der Anstrich unter Prüfbedingungen nicht an Speichel ab. Es heißt nicht, dass er keine Elemente abgibt, das regelt die andere Norm, und es heißt nicht, dass er hält, wenn ein Kind ihn zerbeißt.
Zwei Normen, zwei Fragen: warum ein Etikett beide nennen sollte
Nebeneinandergestellt beantworten die beiden Normen zwei verschiedene Fragen. DIN EN 71-3 fragt, ob aus dem Material zu viel von bestimmten Elementen austritt, gemessen an den Grenzwerten der Spielzeugrichtlinie. DIN 53160 fragt, ob Farbe an Speichel oder Schweiß übergeht. Ein Anstrich kann die erste Prüfung bestehen und trotzdem abfärben, oder nicht abfärben und trotzdem ein Element abgeben, das die erste Norm begrenzt.
Für einen Klotz, den ein Baby in den Mund nimmt, sind beide Fragen relevant. Die erste, weil Schwermetalle aus Pigmenten genau der Grund sind, warum es eine Norm für Spielzeug gibt. Die zweite, weil ein abfärbender Klotz Eltern beunruhigt, selbst wenn die Farbe unbedenklich ist, und weil sie zeigt, ob die Farbe auf dem Holz bleibt.
Zwei der vier Lackhersteller, deren Seiten wir gelesen haben, nennen auf der Produktseite beide Normen ausdrücklich, Osmo und Contura. CLOU nennt auf der Produktseite des Aqua-Holzlacks nur DIN EN 71-3; im technischen Merkblatt, das Händler wiedergeben, steht zusätzlich DIN 53160. Alpina nennt DIN EN 71-3 und das Wort speichelecht, ohne die Norm dafür zu nennen. Wer im Baumarkt vor dem Regal steht, sollte also nach beiden Zahlen suchen, nicht nur nach einer.
Auf vielen Dosen steht noch eine dritte Nummer, die mit Kindern nichts zu tun hat: DIN 68861. CLOU nennt Teil 1B, Contura Teil 1 B, Osmo Teil 1C. Diese Norm beschreibt, wie Oberflächen von Möbeln auf chemische Beanspruchung reagieren, also auf verschüttete Getränke, Reinigungsmittel und Ähnliches; Osmo zählt für sein Dekorwachs Wein, Bier, Cola, Kaffee, Tee, Obstsaft, Milch und Wasser auf. Für einen Tisch ist das eine nützliche Angabe, für die Frage, ob ein Kind an einem Klotz lutschen darf, keine. Wer die Nummern auf der Dose liest, sollte sie auseinanderhalten: 71-3 und 53160 betreffen das Kind, 68861 den Tisch.
Vier Etiketten im Wortlaut: was Lackhersteller tatsächlich sagen
CLOU nennt für den wasserverdünnbaren L11 Aqua Clou Holzlack auf der eigenen Produktseite als Prüfnormen DIN EN 71 Teil 3, für Kinderspielzeug geeignet, und DIN 68861-1B für die chemische Beanspruchung. Ein Liter reiche für etwa 10 Quadratmeter je Anstrich, überlackierbar sei der Lack nach etwa zwei Stunden. Zwischen zwei Anstrichen empfiehlt CLOU einen Zwischenschliff mit Körnung 240.
Osmo schreibt über sein Dekorwachs, der getrocknete Anstrich sei unbedenklich für Mensch, Tier und Pflanze, speichel- und schweißecht nach DIN 53160 und geeignet für Kinderspielzeug nach EN 71-3. Für Möbel und Kinderspielzeug sei es besonders empfohlen. Ein Liter reiche für 24 Quadratmeter, überstreichbar sei der Anstrich nach etwa 24 Stunden. Für eine intensiv gefärbte Oberfläche empfiehlt Osmo zwei Anstriche.
Osmo nennt noch drei Angaben, die für den Hausgebrauch nützlich sind. Das Produkt enthalte höchstens 400 Gramm flüchtige organische Verbindungen je Liter, so viel, wie der EU-Grenzwert für diese Produktgruppe erlaubt. Original verschlossen sei es 5 Jahre und länger lagerfähig; sei es durch Frost dickflüssig geworden, solle es vor Gebrauch 24 Stunden bei Zimmertemperatur lagern. Und mit dem flüssigen Produkt getränkte Lappen könnten sich selbst entzünden, dazu mehr im Abschnitt über den Ablauf.
Contura beschreibt seinen Lack für Kinderspielzeug und Kindermöbel am ausführlichsten. Er erfülle die Grenzwerte zur Migration nach EN 71-3, die Anforderungen der DIN 68861 Teil 1 B und die Speichel- und Schweißechtheit nach DIN 53160; die Produktüberwachung erfolge durch ein Partnerlabor oder den Vorlieferanten. Der Lack sei nach der CLP-Verordnung als nicht gefährlich eingestuft. Ergiebigkeit 8 bis 12 Quadratmeter je Liter.
Zwei weitere Sätze aus der Beschreibung von Contura sind für Bauklötze interessant, weil sie einer anderen Anleitung widersprechen. Der Lack hafte so gut, dass er ohne vorherige Grundierung oder Anschleifen auf Holz aufgetragen werden könne, und er sei Grund- und Deckanstrich in einem. Alpina dagegen rät, die Oberfläche vor dem Lackieren mit Körnung 120 anzurauen. Beides kann stimmen, für den jeweiligen Lack; es zeigt nur, dass die Anleitung des Herstellers zu seinem Produkt gehört und nicht von einem Lack auf den anderen übertragen werden sollte.
Alpina schließlich schreibt in einer Anleitung zum Lackieren von Kinderspielzeug, alle Alpina-Lacke seien gesundheitlich unbedenklich, da ungiftig, speichelecht und nach DIN EN 71-3 für die Beschichtung von Kinderspielzeug geeignet. Eine Norm für die Speichelechtheit nennt diese Seite nicht. Gemeinsam ist allen vier, dass sie ihre Aussage auf den getrockneten Anstrich beziehen oder auf die Beschichtung, also auf den fertigen Zustand. Was das für die Wartezeit heißt, steht im Abschnitt über die Trocknung.
Ungiftig, kindgerecht, für Spielzeug geeignet: Wörter ohne eigene Prüfung
Auf Farben und in Ratgebern zum Bemalen tauchen immer wieder dieselben Wörter auf: ungiftig, kindgerecht, für Kinderspielzeug geeignet, gesundheitlich unbedenklich. Hinter keinem dieser Wörter steht eine eigene Prüfnorm. Sie können eine Zusammenfassung einer Prüfung sein, wie bei Alpina, die das Wort ungiftig neben DIN EN 71-3 stellt, oder sie können allein stehen. Im zweiten Fall bleibt offen, worauf sie sich stützen.
Wie verbreitet das Muster ist, zeigen die Suchergebnisse zu „bauklötze bemalen welche farbe“. Ein Händlerblog empfiehlt Farben, die vom Hersteller ausdrücklich für Kinderspielzeug geeignet seien, ohne eine Norm zu nennen. Andere Ratgeber erklären Acrylfarben für ideal, weil sie wasserbasiert sind. Beides ist nicht falsch, aber unvollständig: Ob eine Farbe für Spielzeug geeignet ist, entscheidet nicht ihr Lösemittel und nicht das Wort auf der Dose, sondern die Prüfung, die der Hersteller benennt.
Ein Sonderfall ist das Wort lebensmittelecht. Kapla schreibt auf seiner Produktseite, die farbigen Plättchen seien mit lebensmittelechter Farbe gefärbt, und an anderer Stelle, die Farben entsprächen den europäischen Sicherheitsnormen für Spielzeug. Was das Wort für Spielzeug bedeutet und was nicht, haben wir in unserem Vergleich der Holzplättchen und ihrer Angaben zu Holz und Farbe aufgegriffen. Für die eigene Farbe zu Hause gilt: Lebensmittelecht ist keine Norm für Spielzeug, und eine Farbe, die nur dieses Wort trägt, beantwortet die Frage nach DIN EN 71-3 nicht.
Eine Faustformel für den Baumarkt lässt sich daraus ableiten, ohne dass man eine Norm lesen muss: Ein Wort ohne Nummer ist ein Versprechen, eine Nummer ist eine Angabe, die sich prüfen lässt. Wer auf der Dose DIN EN 71-3 und DIN 53160 findet, hat zwei Angaben; wer nur ungiftig findet, hat ein Versprechen.
Ein Fall für sich ist die Einstufung nach der europäischen CLP-Verordnung, die Contura für seinen Lack nennt: als nicht gefährlich eingestuft, weil bei der Entwicklung auf Stoffe verzichtet worden sei, die eine Gefahrstoffeinstufung erfordern. Das ist eine echte Angabe mit Rechtsgrundlage, aber sie betrifft das Produkt in der Dose, also die flüssige Farbe beim Verarbeiten. Ob der getrocknete Anstrich für Spielzeug taugt, beantwortet sie nicht; dafür nennt Contura daneben die beiden Normen. Wer auf einer Dose nur den Hinweis findet, sie sei nicht kennzeichnungspflichtig, weiß etwas über die Arbeit mit dem Pinsel, nicht über den Klotz im Mund.
Acryl, Öl und Wachs, Lack: was Bindemittel und Pigment ausmachen
Eine Farbe besteht im Kern aus zwei Teilen: dem Pigment, das die Farbe gibt, und dem Bindemittel, das das Pigment auf dem Holz hält. Dazu kommt ein Lösemittel, das die Farbe streichfähig macht und beim Trocknen verdunstet. Bei den wasserverdünnbaren Lacken von CLOU und Contura ist das Wasser. Bei Osmos Dekorwachs ist es entaromatisiertes Testbenzin, das Osmo als benzolfrei bezeichnet.
Osmo nennt die Inhaltsstoffe seines Dekorwachses ungewöhnlich vollständig. Das Bindemittel basiere auf pflanzlichen Ölen, Sonnenblumen-, Soja- und Distelöl, und Wachsen, dazu Paraffine. Gefärbt werde mit Eisenoxid- und organischen Pigmenten, weiß mit Titandioxid. Sikkative, also Trockner, beschleunigten die Trocknung, wasserabweisende Additive kämen dazu. Den Anstrich beschreibt Osmo als offenporig; er reiße nicht, blättere nicht und schuppe nicht ab.
Lacke wie die von CLOU, Contura und Alpina bilden dagegen eine Schicht auf dem Holz. Das hat für Bauklötze zwei Seiten. Eine geschlossene Schicht schützt das Holz und lässt sich gut abwischen. Wenn sie aber abplatzt, etwa an einer Kante, die oft auf den Boden fällt, löst sich ein Stück Lack, das ein Kind in den Mund nehmen kann. Für sein Öl-Wachs schreibt Osmo dagegen, es blättere nicht ab; wie es sich an einer Kante verhält, auf der ein Kind kaut, sagt die Seite nicht.
Acrylfarbe aus dem Bastelbedarf ist in diesem Bild eine Farbe mit Acrylharz als Bindemittel und Wasser als Lösemittel. Dass sie wasserbasiert ist, sagt etwas über ihren Geruch und ihr Trocknen, aber nichts über ihre Pigmente. Ob eine Acrylfarbe für Spielzeug taugt, steht deshalb nicht im Wort Acryl, sondern auf dem Etikett, wenn der Hersteller dort DIN EN 71-3 nennt.
Grifffest ist nicht fertig: drei Trockenzeiten, die oft verwechselt werden
Auf einer Dose Lack stehen meist mehrere Zeiten, und für Bauklötze zählt nur die letzte. Contura nennt für seinen Kinderspielzeuglack vier, bei 20 Grad und 65 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit: staubtrocken und grifffest nach etwa 3 Stunden, überarbeitbar nach etwa 3 Stunden, benutzbar nach etwa 4 Stunden, vollständig durchgehärtet nach etwa 24 Stunden. Niedrigere Temperaturen und höhere Luftfeuchtigkeit verlängerten die Zeiten.
CLOU nennt für den Aqua-Holzlack nur eine Zeit auf der Produktseite: überlackierbar nach etwa 2 Stunden. Das ist die Zeit bis zum nächsten Anstrich, nicht die bis zum fertigen Spielzeug. Osmo nennt für das Dekorwachs überstreichbar nach etwa 24 Stunden; bei einem Öl-Wachs, das ins Holz einzieht, liegt schon die Zeit bis zum zweiten Anstrich bei einem Tag.
| Produkt | Nächster Anstrich | Benutzbar | Durchgehärtet |
|---|---|---|---|
| Contura Aqua Top | ca. 3 Stunden | ca. 4 Stunden | ca. 24 Stunden |
| CLOU L11 Aqua Holzlack | ca. 2 Stunden | nicht genannt | nicht genannt |
| Osmo Dekorwachs | ca. 24 Stunden | nicht genannt | nicht genannt |
Warum die letzte Zeit zählt, steht in den Formulierungen der Hersteller selbst. Osmo schreibt, der getrocknete Anstrich sei speichel- und schweißecht, und dieselbe Formulierung steht im Merkblatt des CLOU-Lacks, wie Händler es wiedergeben. Ein Lack, der nach 2 oder 3 Stunden grifffest ist, kann innen noch weich sein. Die Prüfungen nach DIN EN 71-3 und DIN 53160 sind für den fertigen Zustand gemacht, nicht für den halbtrockenen.
Für die Babyparty heißt das: Klötze, die am Nachmittag bemalt werden, gehören nicht am Abend in die Wiege. Wer sich an die längste genannte Zeit hält, wartet bei den Lacken unserer Auswahl mindestens 24 Stunden nach dem letzten Anstrich, bei kühlem oder feuchtem Wetter länger. Ein paar Tage in einem gut gelüfteten Raum schaden keinem Klotz.
Wie viel Farbe ein Satz Klötze braucht: eine Rechnung in Millilitern
Im Baumarkt beginnen die Dosen bei 250 oder 375 Millilitern, und für einen Satz Bauklötze ist das viel mehr, als man braucht. Wie viel genau, lässt sich aus der Ergiebigkeit ausrechnen, die jeder Hersteller angibt. Contura nennt 8 bis 12 Quadratmeter je Liter bei einem Anstrich, CLOU etwa 10, Osmo für das Dekorwachs 24.
Ein Würfel von 3,5 Zentimetern Kante, wie im meistbewerteten Babyparty-Set, hat sechs Flächen zu je 12,25 Quadratzentimetern, zusammen 73,5 Quadratzentimeter. 52 solcher Würfel haben eine Oberfläche von 3.822 Quadratzentimetern, also gut 0,38 Quadratmeter. Ein Würfel von 4 Zentimetern Kante, dem Grundmaß des größten Baby-Sets unseres Vergleichs, hat 96 Quadratzentimeter; 50 solcher Würfel ergäben 0,48 Quadratmeter. Das sind unsere Rechnungen, unter der Annahme, dass jede Fläche gestrichen wird.
Mit 10 Quadratmetern je Liter reichen für die 52 kleinen Würfel bei einem Anstrich etwa 38 Milliliter, bei zwei Anstrichen etwa 76 Milliliter. Mit der unteren Angabe von Contura, 8 Quadratmetern je Liter, wären es 48 Milliliter je Anstrich, mit Osmos 24 Quadratmetern je Liter nur 16 Milliliter. Für die 50 großen Würfel liegen die Werte bei 48, 60 und 20 Millilitern je Anstrich. Eine Dose mit 250 Millilitern reicht also für mehrere Sätze.
Das hat eine praktische Folge für die Babyparty. Wer jedem Gast ein kleines Glas mit einer geprüften Farbe hinstellt, braucht keine großen Mengen; ein Teelöffel je Farbe und Gast genügt für einige Würfel. Und es zeigt, warum dicke Schichten ein Fehler sind: Wer für 52 Würfel 200 Milliliter verbraucht, hat ungefähr die fünffache Menge der Herstellerangabe auf dem Holz, mit allen Folgen für Trockenzeit und Haltbarkeit.
Schritt für Schritt: einen Klotz so bemalen, dass die Angaben gelten
Erstens: Untergrund vorbereiten. Alpina rät, den Untergrund sauber, trocken und fettfrei zu machen und die Oberfläche mit Schleifpapier der Körnung 120 anzurauen, danach den Schleifstaub mit Handbesen oder Staubtuch zu entfernen. Bei neuen, unbehandelten Klötzen genügt oft das Abwischen; bei alten, lackierten ist das Anrauen nötig, damit der neue Lack hält.
Zweitens: dünn auftragen. Alpina empfiehlt, den Lack sparsam aufzutragen, damit sich keine Tropfnasen bilden, und von Ecke zu Ecke zu arbeiten, nass in nass. Osmo empfiehlt beim Dekorwachs, sehr dünn in Richtung der Holzmaserung aufzutragen. Eine dicke Schicht trocknet langsamer und ist die Schicht, die später am ehesten abplatzt.
Drittens: zweiter Anstrich nach der Zwischenzeit. CLOU empfiehlt nach dem Trocknen einen Zwischenschliff mit Körnung 240, Entstauben und dann den zweiten Anstrich. Alpina rät zu mindestens zwei Lackierungen, Osmo zu zwei Anstrichen für eine intensiv gefärbte Oberfläche. Für Bauklötze, die viel aushalten müssen, ist der zweite Anstrich kein Luxus.
Zwischen den Schritten braucht es einen Platz zum Trocknen. Osmo schreibt für das Dekorwachs, es solle bei guter Belüftung trocknen, und warnt, dass zu sattes Auftragen und mangelnde Belüftung zu Trocknungsverzögerung und typischer Geruchsentwicklung führten. Für Klötze heißt das: nicht im Kinderzimmer trocknen lassen, sondern in einem Raum, der sich lüften lässt, mit etwas Abstand zwischen den Klötzen. Wer Klötze auf Zahnstocher oder Nägel in einem Brett setzt, kann alle Seiten in einem Durchgang streichen; wer sie flach legt, streicht in zwei Durchgängen und dreht dazwischen.
Viertens: trocknen lassen, bis die längste Zeit des Herstellers verstrichen ist. Fünftens, und das betrifft Öl- und Wachsfarben: die Lappen. Osmo warnt, dass mit dem flüssigen Produkt getränkte Materialien wie Lappen sich selbst entzünden können. Sie sollen nach Gebrauch flach ausgebreitet oder in einem geschlossenen Metallgefäß vollständig trocknen und dann entsorgt werden. Wer nach der Babyparty einen ölgetränkten Lappen zusammengeknüllt in den Mülleimer wirft, hat eine Gefahr geschaffen, die nichts mit dem Kind zu tun hat.
Ein Zeitplan für die Babyparty: vom ersten Pinselstrich bis zur Wiege
Mit den Trockenzeiten der Hersteller lässt sich ein Zeitplan aufstellen, und er ist länger, als die meisten Partys dauern. Angenommen, die Gäste bemalen die Klötze an einem Samstag um 15 Uhr mit dem Lack von Contura. Grifffest und überarbeitbar wären die Klötze nach dessen Angaben gegen 18 Uhr, nach 3 Stunden, benutzbar gegen 19 Uhr, nach 4 Stunden, vollständig durchgehärtet am Sonntag gegen 15 Uhr, nach 24 Stunden.
Mit einem zweiten Anstrich verschiebt sich alles. Der zweite Anstrich ginge frühestens nach 3 Stunden, also um 18 Uhr, und durchgehärtet wäre er am Sonntag gegen 18 Uhr, 27 Stunden nach dem ersten Pinselstrich. Mit Osmos Dekorwachs, das erst nach etwa 24 Stunden überstreichbar ist, läge der zweite Anstrich am Sonntag um 15 Uhr, und selbst die kürzeste Zeit, die Osmo für einen Anstrich nennt, wäre erst am Montag um 15 Uhr verstrichen, 48 Stunden nach Beginn. Das ist unsere Rechnung aus den Angaben bei 20 Grad und normaler Luftfeuchtigkeit; im kühlen Herbst dauert es länger.
Für die Party selbst heißt das: Die Klötze werden bemalt, bewundert und dann weggestellt, an einen gut gelüfteten Ort außerhalb der Reichweite von Kindern. Wer sie als Geschenk mitgibt, legt einen Zettel mit dem Datum und der Wartezeit dazu. Und wer die Klötze dem Baby gleich nach der Party in die Hand drücken will, sollte nicht bemalen, sondern ein fertiges Set verschenken.
Bei Acrylstiften aus Babyparty-Sets fehlt für eine solche Rechnung die Grundlage: Eine Trockenzeit nennen die Angebote nicht, so wenig wie eine Norm. Ob die Farbe eines Stifts nach einer Stunde oder nach einem Tag fertig ist, lässt sich aus den Angeboten nicht ablesen.
Acrylstifte im Babyparty-Set: was die Angebote sagen und was nicht
„Bauklötze bemalen babyparty“ ist eine der größten Suchanfragen zum Thema, und der Handel antwortet mit fertigen Sets: Holzwürfel, Schablonen, ein Holzschild, eine Box und Acrylstifte. Keines der Sets, die wir auf der ersten Ergebnisseite gefunden haben, hatte 200 Stimmen; eine Kaufauswahl lässt sich auf dieser Grundlage nicht treffen. Was sich lesen lässt, sind die Angaben in den Angeboten.
Das meistbewertete Set, mit 140 Stimmen und durchschnittlich 4,3 Sternen, besteht aus 78 Teilen: 52 kleine Holzklötze von etwa 3,5 Zentimetern Kante, 24 Acrylstifte, eine Holzbox und ein Holzschild von etwa 13 mal 20 mal 0,5 Zentimetern. Über die Stifte schreibt das Angebot, sie hätten ein Kunststoffgehäuse mit einer Acrylspitze und man könne sie mit Vertrauen verwenden. Eine Norm für die Farbe nennt das Angebot nicht, eine Altersangabe auch nicht. Auf der Handelsseite ist das Set nicht unter Spielzeug eingeordnet, sondern unter Küche und Haus.
Das zweite Set, mit 60 Stimmen und durchschnittlich 4,5 Sternen, besteht aus 102 Teilen: 48 naturbelassene Holzwürfel, 40 Schablonen mit Buchstaben und Zahlen, 12 Acrylstifte mit stabiler Spitze und kräftigen Farben, ein Holzschild und eine Holzbox. Auch hier steht keine Norm für die Stifte. Beide Sets beschreiben sich als Gästebuch und Erinnerungsstück, und beide sprechen von Holzwürfeln oder Bausteinen. In einer Rezension zum ersten Set heißt es, das Baby könne später auch damit spielen. Genau hier trennen sich Erinnerungsstück und Spielzeug.
Mit 3,5 Zentimetern Kante liegen die Würfel des ersten Sets zwischen den Maßen, die Hersteller fertiger Holzklötze für Kleinkinder nennen: 25 Millimeter beim üblichen Maß, 40 Millimeter beim größten Baby-Set unseres Vergleichs. Ob sie für ein Kind unter 3 Jahren als Spielzeug taugen, sagt das Angebot nicht, weil es weder eine Altersangabe noch einen Warnhinweis macht. Ein Hersteller von Spielzeug müsste sich zu dieser Frage äußern; ein Anbieter von Partyspielen tut es nicht.
Wer bei einer Babyparty Klötze bemalen lassen will, die das Kind später in den Mund nimmt, hat zwei Wege. Entweder bekommen die Gäste statt der Stifte einen Lack oder eine Farbe, deren Hersteller DIN EN 71-3 und DIN 53160 nennt, und Pinsel. Oder die bemalten Klötze bleiben ein Erinnerungsstück im Regal, und das Kind bekommt zum Spielen ein eigenes Set.
Was Käufer nach der Party schreiben: scharfe Kanten statt Farbe
Die Rezensionen zum meistbewerteten Babyparty-Set, die die Handelsseite ohne weiteres Filtern anzeigt, sind überwiegend begeistert. Die Gäste hätten Spaß gehabt, die Idee sei originell, die Holzbox schön. 69 Prozent der Stimmen vergeben fünf Sterne, 10 Prozent aber nur einen, und unter den acht angezeigten deutschen Rezensionen finden sich zwei, die in dieselbe Richtung zeigen.
Eine Rezension mit drei Sternen vom November 2025 schreibt, die Kiste und vor allem die Klötze könnten besser geschliffen sein, die Ecken seien viel zu scharfkantig. Eine mit einem Stern vom Januar 2026 schreibt, der Riegel der Box sei beim Auspacken kaputtgegangen, die Schraube herausgefallen, das sei für Babys extrem gefährlich, und die Klötze seien sehr spitz. Über abfärbende Stifte schreibt keine der angezeigten Rezensionen.
Das ist eine kleine Auswahl und kein Befund über das Set. Sie zeigt aber, worauf Käufer achten, wenn aus dem Partyspiel ein Spielzeug werden soll: nicht nur auf die Farbe, sondern auf Kanten, Schrauben und Kleinteile. Eine lose Schraube aus einem Riegel ist für ein Kind unter drei Jahren genau die Art Teil, die die Spielzeugrichtlinie in Spielzeug für diese Altersgruppe ausschließen will. Ob ein Set, das als Partyspiel angeboten wird, diese Anforderung erfüllen muss, hängt davon ab, ob es als Spielzeug gilt; eine Altersangabe nennt das Angebot jedenfalls nicht.
Für die Praxis heißt das: Wer bemalte Party-Klötze später einem Kind geben will, prüft jeden Klotz auf Kanten und Splitter, schleift nach, wo nötig, und lässt die Box mit Riegel und Schrauben nicht in Reichweite eines Kleinkinds.
Wenn das Kind selbst malt: Fingermalfarbe ist eine eigene Norm
„Welche Farbe sollte man zum Bemalen von Steinen mit Kindern verwenden?“, fragt die Suchmaschine bei den verwandten Fragen. Beim Bemalen von Klötzen ist das eine zweite Lage: Nicht Erwachsene bemalen einen Klotz für ein Baby, sondern ein Kind malt selbst, mit den Händen, mit Pinsel, und probiert nebenbei, wie die Farbe schmeckt.
Für diesen Fall gibt es einen eigenen Teil der Spielzeugnorm. DIN EN 71-7 legt nach der Beschreibung des Normenverlags Anforderungen an die Stoffe und Materialien in Fingermalfarben fest und gilt nur für Fingermalfarben; dazu kommen Anforderungen an Beschriftung, Kennzeichnung und Behälter. Die aktuelle Ausgabe ist vom Dezember 2025. Eine Fingermalfarbe ist damit selbst ein Spielzeug, und die Norm geht davon aus, dass ein Kind mit ihr in Berührung kommt, auch mit dem Mund.
Ein Lack nach DIN EN 71-3 ist dagegen für den getrockneten Anstrich geprüft, nicht für den flüssigen Inhalt der Dose. Osmo warnt für sein Dekorwachs vor getränkten Lappen, Contura beschreibt Verarbeitung mit Pinsel, Rolle oder Sprühgerät. Das sind Produkte für Erwachsene, die etwas für Kinder herstellen, keine Produkte, mit denen Kinder malen.
Wer mit einem Kind von 3 oder 4 Jahren Klötze bemalen will, hat also zwei Wege. Entweder das Kind malt mit einer Fingermalfarbe, deren Hersteller DIN EN 71-7 nennt, und ein Erwachsener lackiert die fertigen Klötze anschließend mit einem Klarlack, der DIN EN 71-3 und DIN 53160 nennt. Oder das Kind malt mit Stiften auf Papier, und die Klötze bemalt ein Erwachsener. Der erste Weg macht mehr Spaß und braucht mehr Geduld, weil zwei Trockenzeiten hintereinander abzuwarten sind.
Für ein Kind unter drei: wann man lieber nicht bemalt
Kinder unter drei Jahren nehmen Bauklötze in den Mund, kauen darauf und werfen sie. Für sie gelten deshalb die strengsten Anforderungen. Die Spielzeugrichtlinie verlangt für Spielzeug, das erkennbar für diese Altersgruppe gedacht ist, dass es keine Teile hat, die sich verschlucken oder einatmen lassen. Eine abgeplatzte Farbschicht ist das, was ein Kind beim Kauen von einem bemalten Klotz am ehesten löst.
Hersteller fertiger Sets für dieses Alter lösen das unterschiedlich: Manche lackieren, manche bedrucken, manche lassen das Holz naturbelassen. Welche Oberfläche welches Set hat und welche Normen die Hersteller dafür nennen, haben wir in unserem Vergleich der Holzklotz-Sets für Einjährige und ihrer Oberflächen zusammengetragen. Wer selbst bemalt, übernimmt die Rolle des Herstellers und damit auch die Frage, ob der Anstrich hält.
Ein Sonderfall sind bemalte Klötze aus der eigenen Kindheit, die nach 30 oder 40 Jahren wieder auftauchen. Über ihre Farbe weiß niemand etwas, und die Normen, nach denen heute geprüft wird, gab es damals in dieser Form nicht: Die aktuelle Fassung von DIN EN 71-3 ist von 2025, die große Überarbeitung von 2019, DIN 53160 in der heutigen Form von 2023. Das BIÖG rät, älteres Spielzeug regelmäßig daraufhin anzusehen, ob Farbe abblättert. Für ein Erbstück, das ein Kind unter 3 Jahren in den Mund nehmen würde, ist das die Mindestprüfung; wer ganz sicher gehen will, gibt es erst einem älteren Kind.
Wann ein Kind die Phase hinter sich lässt, in der es jeden Klotz kostet, ist von Kind zu Kind verschieden. Was Kinder in welchem Alter mit Klötzen tun, vom Greifen über das Einräumen bis zum Stapeln, steht in unserem Ratgeber dazu, ab wann Kinder mit Bauklötzen bauen. Für das Bemalen heißt das: Solange ein Kind Klötze in den Mund nimmt, sind naturbelassene Klötze zum Spielen und bemalte als Erinnerung die einfachste Lösung.
Die Angaben auf Spielzeugpackungen zur Altersgrenze von drei Jahren und was sie rechtlich bedeuten, steht ausführlich und mit Fundstellen in unserem Beitrag über den Warnhinweis für Kinder unter drei auf Spielzeugpackungen. Wer Klötze verschenkt, die er selbst bemalt hat, sollte wissen, dass er damit keine Altersangabe mitliefert, sondern nur ein Erinnerungsstück.
Azofarbstoffe, Formaldehyd, Schwermetall: was im Lack gefunden wurde
Wie viel an einer Farbe hängt, zeigt der Test von Holzspielzeug, den die Stiftung Warentest in ihrer Ausgabe 12/2023 veröffentlicht hat. Im Test waren 15 Holzspielsachen für Kinder unter 3 Jahren, Bauklötze eingeschlossen, gekauft im Sommer 2023. Über 200 Belastungstests und rund 1.000 chemische Prüfungen später standen 10 Empfehlungen und 5 Warnungen; mangelhaft wegen Schadstoffen waren 4, ausreichend 1.
Zu den Funden gehörten polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Formaldehyd und Spaltprodukte bestimmter Azofarbstoffe in kritischer Menge. Untersucht hat die Stiftung Lacke auf sensibilisierende, krebserzeugende und verbotene Farbstoffe, und für abgeschabten Lack hat sie nach DIN EN 71-3 gemessen, wie viel Schwermetall austritt.
Daraus lassen sich zwei Schlüsse ziehen, die für das eigene Bemalen gelten. Erstens: Auch industriell lackiertes Holzspielzeug ist nicht automatisch unbedenklich; die Farbe ist eine der Stellen, an denen Prüfer fündig werden. Zweitens: Die Prüfung nach DIN EN 71-3 ist ein Teil dessen, was ein umfassender Test ansieht, nicht alles. Stoffe wie die gefundenen Kohlenwasserstoffe oder Formaldehyd gehören nicht zu den Elementen dieser Norm.
Auf polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe hat die Stiftung Warentest die Lacke nach den Maßstäben des GS-Zeichens geprüft. Das GS-Zeichen ist ein freiwilliges Prüfzeichen für geprüfte Sicherheit; das bayerische Verbraucherministerium nennt es „noch besser“ als die bloße CE-Kennzeichnung. Auf den Farben unserer Auswahl haben wir es nicht gesehen, ein fertig lackiertes Spielzeug kann es tragen. Wer selbst bemalt, verzichtet damit auf eine Prüfstufe, die ein Hersteller seinem Spielzeug freiwillig geben kann.
Für Eltern, die selbst bemalen, ist das keine Aufforderung, auf Farbe zu verzichten, aber ein Argument, bei der Auswahl genau hinzusehen. Eine Farbe, deren Hersteller nicht einmal die Norm für Spielzeug nennt, beantwortet die Frage nach weiteren Stoffen erst recht nicht.
Rote Bete, Spinat, Lebensmittelfarbe: was über Hausmittel bekannt ist
In Foren taucht beim Thema Bemalen regelmäßig ein Vorschlag auf: Farbe aus roter Bete, Spinat oder Kurkuma, oder Lebensmittelfarbe aus dem Backregal. Der Gedanke dahinter ist verständlich. Was man essen kann, sollte an einem Klotz nicht schaden, an dem ein Kind lutscht.
Eine Prüfung, wie solche Farben auf Holz halten oder ob sie an Speichel abgeben, haben wir in keiner der gelesenen Quellen gefunden. Die Norm, die genau das messen würde, ist DIN 53160, und ihr Zweck ist, festzustellen, ob Farbmittel in den Mund übergehen. Färbende Säfte werden verwendet, weil sie färben; ob sie auf einem Klotz bleiben, wenn er nass wird, ist die Frage, die die Norm stellt und die für Hausmittel niemand beantwortet hat.
Daraus folgt nicht, dass Gemüsesaft gefährlich ist. Es folgt nur, dass wir dazu nichts sagen können, und dass ein Klotz, der beim ersten Lutschen rosa abfärbt, Eltern womöglich mehr beunruhigt als einer aus einem geprüften Lack. Warum wir aus einer fehlenden Angabe keine Aussage ableiten, weder eine beruhigende noch eine warnende, steht in unserer Regel, dass aus einer Lücke keine Aussage folgt.
Sieben Fehler beim Bemalen, jeder mit seiner Abhilfe
Erstens: nach dem Wort ungiftig kaufen. Es steht für keine eigene Prüfung. Abhilfe: nach DIN EN 71-3 auf dem Etikett oder der Herstellerseite suchen. Zweitens: nur eine Norm prüfen. Wer DIN EN 71-3 findet, weiß noch nicht, ob der Anstrich an Speichel abfärbt. Abhilfe: auch nach DIN 53160 suchen, in alter Zählung auch als 53160-1 und -2.
Drittens: die erste Trockenzeit für die letzte halten. Überarbeitbar heißt nicht fertig. Abhilfe: die längste Zeit des Herstellers abwarten, bei den Lacken unserer Auswahl mindestens einen Tag. Viertens: dick auftragen, damit die Farbe kräftiger wird. Dicke Schichten trocknen langsamer und platzen eher ab. Abhilfe: zwei dünne Anstriche mit Zwischenschliff, wie es CLOU und Alpina empfehlen.
Fünftens: Party-Stifte für Spielzeug halten. Die Acrylstifte der gelesenen Sets nennen keine Norm. Abhilfe: die bemalten Klötze als Erinnerung behandeln oder einen geprüften Lack verwenden. Sechstens: Öllappen zusammenknüllen. Osmo warnt vor Selbstentzündung. Abhilfe: flach ausbreiten oder in einem geschlossenen Metallgefäß trocknen lassen.
Siebtens: einmal bemalen und nie wieder nachsehen. Auch ein guter Anstrich wird beim Spielen beansprucht, und die Speichelprüfung berücksichtigt keinen Abrieb. Abhilfe: bemalte Klötze regelmäßig ansehen, wie es das BIÖG für älteres Spielzeug rät, und alles aussortieren, was abblättert.
Prüfpunkte vor dem Pinsel: eine Tabelle für den Farbkauf
Zusammengefasst steht hier, was vor dem Kauf einer Farbe und vor dem Freigeben eines bemalten Klotzes zu prüfen ist.
| Frage | Wo es steht | Gute Antwort |
|---|---|---|
| Für Spielzeug geprüft? | Etikett, technisches Merkblatt | DIN EN 71-3 genannt |
| Färbt es an Speichel ab? | Etikett, Produktseite | DIN 53160 genannt |
| Wann ist es fertig? | Trockenzeiten des Herstellers | Die längste Zeit, nicht die erste |
| Nur Werbewörter? | Dose, Angebot | Neben „ungiftig“ steht eine Normnummer |
| Öl oder Wachs? | Sicherheitshinweis | Lappen flach trocknen oder in Metallgefäß |
| Kind unter drei? | Blick auf das Kind | Bemalte Klötze regelmäßig prüfen |
Babyparty, Haltbarkeit, Stifte: Fragen aus der Suchleiste
„Bauklötze bemalen welche Farbe“ ist die häufigste Frage, und die Antwort steht im Vorspann: eine mit DIN EN 71-3, besser zusätzlich DIN 53160, durchgehärtet. „Babyparty welche Farbe“ ist dieselbe Frage mit einer Wendung: Wer viele Gäste malen lässt, braucht eine Farbe, die sich leicht auftragen lässt. Ein wasserverdünnbarer Lack mit beiden Normangaben, in kleinen Gläsern verteilt, erfüllt beides; Stifte ohne Normangabe erfüllen nur das zweite.
„Welche Farbe hält auf Holz am besten?“, fragt die Suchmaschine selbst. Für Bauklötze ist das nicht die erste Frage, aber eine wichtige: Ein Anstrich, der nicht hält, platzt ab. Die Hersteller unserer Auswahl empfehlen dafür dasselbe: sauberer, angerauter Untergrund, dünne Schichten, zwei Anstriche, Zwischenschliff. Osmo schreibt über sein Öl-Wachs, es blättere nicht ab; ein Lack bildet eine Schicht, die schützt, aber an Kanten leiden kann.
„Was kann man auf Bauklötze malen?“ ist die Frage nach Motiven, die viele Ratgeber zur Hauptsache machen. Buchstaben, Zahlen, Tiere, der Name des Kindes: Für die Sicherheit ist das Motiv gleichgültig, für die Haltbarkeit nicht ganz. Feine Linien aus einem Stift liegen auf der Oberfläche, eine flächige Grundierung mit einem Lack darüber hält mehr aus. Wer Motive mit Stiften malt, kann sie mit einem Klarlack überziehen, der beide Normen nennt.
„Bauklötze personalisiert“ und „zum Bemalen“ führen schließlich zu der Frage, welche Klötze man überhaupt bemalt. Unbehandeltes Holz nimmt Farbe am besten an. Welche Bauarten es gibt, von großen Holzklötzen über Plättchen bis zu Magnetplatten, steht in unserem Überblick über die Bauarten von Bauklötzen; zum Bemalen eignen sich nur die aus Holz.
Was Etikett und Norm nicht klären