Bauklötze reinigen: was Holz, Lack, Schaumstoff und Magnet vertragen
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Welche Pflegeanleitungen wir gelesen haben
Reinigen, desinfizieren, sterilisieren: drei Wörter, drei Ziele
Das Umweltbundesamt unterscheidet auf seiner Seite zur Hygiene im Privatbereich drei Maßnahmen, und die Unterscheidung ist der Schlüssel für alles Weitere. Reinigen heißt, Mikroorganismen mechanisch zu entfernen, ohne sie abtöten zu müssen. Desinfizieren heißt, die Zahl krankmachender Keime so weit zu verringern, dass von einem Gegenstand keine Infektionsgefahr mehr ausgeht. Sterilisieren heißt, alle Mikroorganismen abzutöten und alle Viren und Sporen unschädlich zu machen.
Gemeint ist bei Bauklötzen im Haushalt die erste Maßnahme. Das Umweltbundesamt schreibt, einfache Putzmittel reichten aus, ein milder Allzweckreiniger oder ein hautfreundliches Spülmittel etwa; durch die Tenside in den Mitteln würden Bakterien in ausreichendem Umfang beseitigt. Desinfektion halten Umweltbundesamt, Bundesinstitut für Risikobewertung und Robert Koch-Institut im Privathaushalt übereinstimmend für nicht erforderlich. Sterilisieren kommt im Haushalt bei Einmachgläsern vor, nicht bei Spielzeug.
Eine zweite Abgrenzung betrifft die Art der Anleitung. Textilien tragen ein Etikett mit Pflegesymbolen, das sagt, bei wie viel Grad sie gewaschen werden dürfen. Bauklötze haben kein solches Etikett. Was bei einer Federmappe die Waschtemperatur auf dem Etikett ist, muss man bei einem Klotz aus der Oberfläche ablesen. Wie das bei Stoff funktioniert, steht in unserem Ratgeber dazu, wie man eine Federmappe nach Etikett wäscht. Bei Holz, Lack, Magnet und Schaumstoff ersetzt die Herstellerangabe das Etikett, wenn es eine gibt.
Sieben Schritte, fünf Materialien: der Ablauf in einem Bild
Das Diagramm ordnet die Schritte, die Hersteller beschreiben, in eine Reihenfolge und zeigt für jedes Material, wo es abweicht. Grün heißt, der Schritt gilt wie beschrieben. Gelb heißt Vorsicht oder eine besondere Regel. Rot heißt, der Hersteller rät ab. Grau heißt, der Hersteller sagt dazu nichts.
Bei den drei Holzbahnen unterscheidet sich der Ablauf erst im sechsten Schritt. Bis dahin gilt für unbehandeltes, lackiertes und geöltes Holz dasselbe: trocken, feucht, bei Bedarf mit milder Seife, dann gründlich trocknen. Erst beim Prüfen trennen sich die Wege, weil ein Splitter in unbehandeltem Holz geschliffen werden kann, ein Abplatzer im Lack nicht, und weil geöltes Holz nachbehandelt werden kann.
Die Magnetplatte weicht schon im dritten und vierten Schritt ab. Zwei Hersteller schreiben, die Platten nur feucht abzuwischen und nie einzutauchen. Schaumstoff ist der umgekehrte Fall: Ein Hersteller nennt ausdrücklich die Waschmaschine. Die folgenden Abschnitte gehen die Schritte der Reihe nach durch und dann die Materialien.
Zwei Dinge zeigt das Diagramm nicht, weil die Hersteller sie nicht sagen. Wie oft gereinigt werden sollte, nennt für Familien niemand; nur für Einrichtungen nennt Magna-Tiles einen Rhythmus von 72 Stunden. Und wie lange das Trocknen dauert, steht bei keinem der Holzhersteller. Beide Lücken füllen wir nicht mit eigenen Zahlen. Wir sagen weiter unten nur, woran man erkennt, dass ein Klotz trocken genug ist, und wann eine Reinigung überhaupt nötig ist.
Erster Schritt: ansehen, bevor Wasser ins Spiel kommt
Eichhorn beginnt seine Anleitung nicht mit Wasser, sondern mit einem Blick. Man solle das Spielzeug zuerst genau ansehen und prüfen, ob es Beschädigungen gebe, zum Beispiel Kratzer, Splitter oder Kerben. Lose Teile solle man entfernen, gelockerte Schrauben nachziehen. Dann lohne ein Blick in die Produktinformationen und Sicherheitshinweise, etwa zur Holzart, um einzuschätzen, welche Reinigungsmittel geeignet sind.
Praktisch heißt das: Bevor ein Klotz nass wird, sieht man nach, ob er einen Riss hat. Wasser, das in einen Riss eindringt, kommt schwer wieder heraus, und ein Riss ist oft der Anfang eines Splitters. Bei Magnetplatten ist der Blick noch wichtiger, weil Wasser durch einen Riss an den Magneten gelangen kann. Magna-Tiles schreibt, Wasser im Inneren einer Platte könne mit der Zeit zu Schimmel, Stockflecken oder Rost führen.
Der erste Schritt dauert bei einem Set mit 50 Klötzen wenige Minuten und spart später Arbeit. Wer beschädigte Teile vor dem Reinigen aussortiert, reinigt nur, was ohnehin in der Kiste bleibt. Was mit den aussortierten Teilen passiert, steht weiter unten im Abschnitt über das Aussortieren.
Zum Ansehen gehört auch der Blick auf die Angaben des Herstellers, den Eichhorn ausdrücklich empfiehlt, etwa auf die Holzart. In den Vergleichen dieses Clusters reichen die genannten Hölzer von Buche bei Eichhorn und howa über Kiefer bei Laleni und Wellgro bis zur Seekiefer bei Kapla. Wer die Packung nicht mehr hat, erkennt zumindest den Unterschied zwischen Holz mit Lack, das glatt glänzt, und Holz ohne, das die Maserung offen zeigt. Mehr braucht es für die Wahl des Reinigungsschritts nicht.
Wie viel es zu prüfen gibt, hängt vom Set ab. Ein Baby-Set mit 50 Würfeln von 4 cm ist in kurzer Zeit durchgesehen; eine Box mit 200 Plättchen oder eine Kiste mit 1.000 dauert länger, und hier lohnt es, beim Aufräumen nebenbei hinzusehen statt einmal im Jahr alles auf einmal. Bei Magnetplatten-Sets mit 100 oder 120 Teilen ist jede Platte einen Blick wert, weil ein Riss dort mehr bedeutet als bei Holz.
Zweiter Schritt: trocken, mit Tuch und weicher Bürste
Der zweite Schritt ist der, den viele überspringen. Eichhorn beschreibt ihn so: ein trockenes, weiches Tuch nehmen und die Oberfläche abwischen, um Staub und oberflächliche Verschmutzungen zu entfernen. Engstellen und Ecken lasse man mit einer weichen Bürste von leichten Ablagerungen befreien.
Bei Bauklötzen ist das mehr als Vorarbeit. Ein großer Teil dessen, was an Klötzen haftet, ist trocken: Staub aus der Kiste, Krümel vom Boden, Sand von draußen. Wer diese Teilchen zuerst trocken entfernt, verteilt sie nicht mit dem feuchten Tuch über die Oberfläche. Bei unbehandeltem Holz, das Feuchtigkeit aufnimmt, ist jede Minute ohne Wasser eine Minute, in der nichts ins Holz zieht.
Auch Magna-Tiles nennt für Magnetplatten als ersten Weg das Abwischen, allerdings gleich mit einem feuchten Tuch. Einen trockenen Schritt gibt RIWI für Schaumstoff nicht an, weil dort ohnehin gewaschen wird. Bei Holz aber ist das trockene Abwischen der Schritt, nach dem sich zeigt, ob der nächste überhaupt nötig ist.
Eine weiche Bürste ist bei Klötzen mit Rundungen, Bögen oder Löchern mehr als ein Zubehör. In einem Bogen oder einer Rille sammelt sich Staub, den ein Tuch nicht erreicht, und dort setzt sich auch Feuchtigkeit fest, wenn man zu früh nass wischt. Eine alte Zahnbürste mit weichen Borsten erfüllt denselben Zweck. Sie sollte nur für Spielzeug verwendet werden und, wie die Putzlappen, regelmäßig gereinigt werden.
Dritter Schritt: feucht, nicht nass
Der dritte Schritt bei Eichhorn: das Tuch anfeuchten und noch einmal über das Spielzeug wischen, um angetrocknete Rückstände zu lösen. Feucht heißt dabei nicht nass. Ein Tuch, das tropft, bringt mehr Wasser auf das Holz, als es braucht, und dieses Wasser muss danach wieder heraus.
Bei Magnetplatten endet die Wasserskala mit diesem Schritt. Magna-Tiles schreibt, die Platten seien nicht wasserdicht und dürften nie eingetaucht, nicht unter fließendes Wasser gehalten und nicht in Pools, Badewannen oder anderem Wasser verwendet werden. Gereinigt werde mit einem feuchten Tuch oder einem milden, nicht scheuernden Reiniger. Connetix rät ebenso, die Platten feucht abzuwischen und nicht in Wasser zu tauchen, weil Nässe auf Dauer den Magneten schade.
Bei Holz ist das feuchte Tuch der Normalfall der Reinigung. Bei einem Klotz, an dem ein Baby gelutscht hat, oder an dem Brei klebt, löst Wasser das meiste. Nur was danach noch bleibt, etwa ein fettiger Fingerabdruck oder eingetrocknete Marmelade, braucht den nächsten Schritt.
Feucht heißt praktisch: ein Tuch, das gut ausgewrungen ist und nicht mehr tropft. Bei Schaumstoff dagegen reicht ein feuchtes Tuch für den Alltag, für eine gründliche Reinigung nennt RIWI die Wäsche. Auch was ein Baby hinterlässt, löst die feuchte Stufe: Speichel ist wässrig und löst sich mit Wasser. Erst wenn Fett im Spiel ist, etwa von Händen, die gerade gegessen haben, braucht es mehr als Wasser.
Vierter Schritt: Spülmittel oder milde Seife, sparsam
Wenn hartnäckige oder fetthaltige Verschmutzungen bleiben, empfiehlt Eichhorn, etwas Spülmittel oder milde Seife ins Wasser zu geben, das Tuch damit zu befeuchten und ein drittes Mal über die Oberfläche zu wischen; alternativ gehe ein weicher Schwamm. Das Umweltbundesamt nennt dieselben Mittel für den ganzen Haushalt: ein milder Allzweckreiniger oder ein hautfreundliches Spülmittel reichten aus, durch die Tenside würden Bakterien in ausreichendem Umfang beseitigt.
Sparsam ist dabei das wichtige Wort. Seife, die auf dem Klotz bleibt, landet beim nächsten Lutschen im Mund. Wer mit Seife gewischt hat, wischt danach noch einmal mit einem Tuch, das nur mit klarem Wasser angefeuchtet ist. Das schreibt keiner der Hersteller ausdrücklich, es folgt aber aus dem Zweck: Ein Bauklotz ist ein Gegenstand, der in den Mund genommen wird.
Einen milden, nicht scheuernden Reiniger nennt Magna-Tiles für Magnetplatten und rät von scharfen Chemikalien ab. Scheuernd ist bei allen Oberflächen das Stichwort, auf das zu achten ist: Ein Scheuerschwamm oder eine Scheuermilch kann Lack, Druck und die glatte Oberfläche einer Kunststoffplatte zerkratzen. Das Umweltbundesamt nennt Scheuermilch für stärkere Verschmutzungen im Haushalt; für Spielzeug mit Farbe ist sie nicht der erste Griff.
Ein Wort zum Mittel selbst. Das Umweltbundesamt rät, keine Spezialreiniger anzusammeln, und zählt auf, was für den ganzen Haushalt reiche: ein milder Allzweckreiniger, ein saurer Reiniger auf Basis von Zitronensäure gegen Kalk, Scheuermilch für stärkere Verschmutzungen und ein hautfreundliches Spülmittel. Einen eigenen Holzreiniger für Spielzeug braucht es nach dieser Liste nicht; Eichhorn nennt ihn als Möglichkeit neben milder Seife, nicht als Pflicht.
Fünfter Schritt: trocknen, der Schritt, an dem Holz scheitert
Eichhorn legt auf diesen Schritt mehr Gewicht als auf alle anderen. Man solle unbedingt auf eine schnelle, vollständige Trocknung achten, denn sonst könne Restfeuchtigkeit zu Schimmelbildung führen. Das Spielzeug solle sorgfältig mit einem trockenen Lappen abgetrocknet und erst verstaut werden, nachdem es vollständig an der Luft trocknen konnte.
Das Umweltbundesamt gibt für den Haushalt eine verwandte Regel: Bad und Küche trocken halten, denn Bakterien und Schimmelpilze vermehrten sich besonders gut bei hoher Luftfeuchtigkeit. Eine Kiste mit 200 feuchten Holzklötzen, geschlossen und in einer Ecke, ist im Kleinen genau diese Lage. Wer Klötze nach dem Reinigen auf einem Handtuch ausbreitet und über Nacht liegen lässt, gibt dem Holz Zeit.
Was zu tun ist, wenn doch Wasser in eine Magnetplatte gelangt, beschreibt Magna-Tiles so: die Platte aufrecht an eine Wand stellen, damit das Wasser ablaufen und die Platte natürlich trocknen kann. Ein Sicherheitsrisiko bestehe dabei nicht, aber Wasser könne mit der Zeit zu Schimmel, Stockflecken oder Rost führen. Bei Schaumstoff schreibt RIWI, nach der Wäsche ohne Weichspüler trocknen zu lassen; eine Zeit nennt die Seite nicht.
Eine Trockenzeit in Stunden nennt keiner der gelesenen Hersteller für das Reinigen. Die Faustregel aus den Anleitungen lautet: erst in die Kiste, wenn sich das Holz auch innen trocken anfühlt, und lieber eine Nacht zu lang als eine Stunde zu kurz.
Was die Sets aus unseren Vergleichen mitbringen: Oberfläche und Pflegeangabe
In den drei Vergleichen dieses Clusters stehen 15 Sets. Bei jedem zählen für die Reinigung zwei Dinge: welche Oberfläche der Hersteller nennt und ob er eine Pflegeangabe macht. Die Tabelle legt beides nebeneinander, mit den Angaben, die wir in den Vergleichen erhoben haben, und den Pflegeseiten, die wir für diese Seite gelesen haben.
| Set | Oberfläche laut Anbieter | Pflegeangabe des Herstellers |
|---|---|---|
| Eichhorn Baby, 50 Teile, 40 mm | Buche, farbig | Pflegeanleitung im Blog |
| Heros von Eichhorn, 50 Teile, 25 mm | Buche, bunt lackiert | Pflegeanleitung im Blog |
| Hape, 101 Teile | lackiert, Farben auf Wasserbasis | nicht gelesen |
| howa, 100 Teile | Buche, teils lackiert und bedruckt | nicht gelesen |
| small foot, 200 Teile | naturbelassen | nicht gelesen |
| KAPLA, 200 Teile | Seekiefer, unbehandelt | keine gefunden |
| Laleni, 220 Teile | Kiefer, unbehandelt | keine auf der Markenseite |
| Wellgro, 250 Teile | Kiefer, naturbelassen | keine auf der Herstellerseite |
| ICEKO KN, 100 Teile | Kiefer, ohne Farbe | keine Herstellerseite gefunden |
| Técap von Jeujura, 100 Teile | Naturholz | nicht gelesen |
| Magna-Tiles, 100 Teile | Kunststoff mit Magneten | FAQ: abwischen, nie eintauchen |
| Connetix, 102 Teile | Kunststoff mit Magneten | FAQ: feucht abwischen, nicht eintauchen |
| RIWI Softbausteine, nicht im Vergleich | PU-Schaumstoff, unbeschichtet | FAQ: Maschine oder Hand, ohne Weichspüler |
Die Tabelle zeigt ein Muster, das sich durch das ganze Cluster zieht. Bei Holzklötzen ist es ein einziger Hersteller, der eine ausführliche Pflegeanleitung veröffentlicht, bei Magnetplatten sind es die beiden großen Marken, bei Plättchen keiner. Bei Kapla, Laleni und Wellgro bleibt für die Reinigung nur die allgemeine Regel für unbehandeltes Holz, und Eichhorns Anleitung ist die genaueste Quelle, die es dafür gibt.
Für die übrigen Magnetplatten aus unserem Vergleich, Condis mit 120 Teilen, Magformers mit 30 und Playmags mit 100, haben wir auf den Produktseiten keinen Pflegehinweis gefunden. Ihre Bauweise ist dieselbe: Kunststoff mit eingeschlossenen Magneten. Was Magna-Tiles und Connetix über Wasser im Inneren schreiben, gilt für diese Bauweise der Sache nach ebenso.
Grad, Stunden, Sekunden: die Zahlen, die in den Anleitungen stehen
Pflegeanleitungen für Bauklötze enthalten wenige Zahlen, und die wenigen sind leicht zu übersehen. Zusammengestellt ergeben sie ein Gerüst. RIWI nennt für Schaumstoffbezüge 30 Grad in der Waschmaschine. Bei den Putzlappen, mit denen gewischt wird, rät das Umweltbundesamt zu 60 Grad mit Waschpulver, und Schwämme seien regelmäßig zu wechseln, spätestens wenn sie unangenehm riechen.
Auch für die Hände, die die Klötze danach anfassen, gibt es eine Zahl: Das Umweltbundesamt nennt etwa eine halbe Minute, also rund 30 Sekunden, mit hautfreundlicher Seife unter fließendem Wasser. Das ist für Spielzeug nicht nebensächlich: Wer nach dem Wickeln oder nach dem Kontakt mit einem kranken Kind die Hände wäscht, bevor er Klötze aufräumt, tut mehr für die Hygiene als jedes Desinfektionsmittel auf dem Holz.
Für Magnetplatten in Einrichtungen nennt Magna-Tiles 72 Stunden als Rhythmus für das Abwischen der einzelnen Gruppen. Für das Öl-Wachs von Osmo gelten 24 Stunden bis zum nächsten Anstrich, und nach Frost solle die Dose 24 Stunden bei Zimmertemperatur stehen, bevor sie verwendet wird; original verschlossen sei sie 5 Jahre und länger lagerfähig. Außerdem nennt Magna-Tiles für die Lagerung von Magnetplatten eine Altersgrenze, 3 Jahre: Teile nicht auf dem Boden liegen lassen, wo jüngere Kinder spielen.
Was fehlt, ist eine Trockenzeit für frisch gereinigtes Holz. Weder Eichhorn noch ein anderer Hersteller nennt eine Zahl in Stunden. Die Anleitung sagt nur, vollständig an der Luft trocknen lassen, bevor verstaut wird. Das ist ehrlicher als eine erfundene Zahl, weil die Trocknung von Raumtemperatur, Luftfeuchtigkeit und Holzart abhängt.
Anders ist es, wenn nach dem Reinigen neu lackiert oder geölt wird. Dann gelten die Zeiten der Lackhersteller, und die sind lang. Bei einem Kinderspielzeuglack aus unserem Ratgeber zum Bemalen vergehen bis zum Durchhärten etwa 24 Stunden, grifffest ist er schon nach etwa 3, alles bei 20 Grad und 65 Prozent Luftfeuchtigkeit. Ein anderer Holzlack ist nach etwa 2 Stunden überlackierbar. Wer einen Klotz auffrischt, plant also mindestens einen ganzen Tag, bevor er zurück in die Kiste kommt.
Unbehandeltes Holz: Kapla, Kiefer und Buche ohne Lack
Unbehandelt heißt: ohne Lack, Öl, Wachs oder Farbe. Kapla beschreibt seine naturfarbenen Plättchen so: unbehandelt, unlackiert, naturbelassen, aus französischer Seekiefer. Laleni und Wellgro nennen für ihre Plättchen unbehandelte oder naturbelassene Kiefer, small foot für ein Set mit 200 Steinen naturbelassenes Holz. Solches Holz nimmt Feuchtigkeit auf, und es zeigt Flecken eher als ein lackiertes.
Kapla steht dabei für eine eigene Bauart, das Plättchen, das anders gebaut und anders gekauft wird als der Klotz. Wie sich Klotz, Plättchen und Magnetplatte unterscheiden und welche Bauart woher kommt, zeigt unsere Einordnung der Bauarten mit Zeitachse.
Eine eigene Pflegeanleitung für seine Plättchen haben wir bei Kapla nicht gefunden, auch nicht in den Antworten auf Fragen. Wer „kapla steine waschen“ sucht, findet deshalb nur die allgemeine Anleitung für unbehandeltes Holz: trocken, feucht, bei Bedarf mit milder Seife, gründlich trocknen. Kapla beschreibt das Holz als harzhaltig; was das für die Reinigung bedeutet, sagt der Hersteller nicht.
Unbehandeltes Holz hat einen Vorteil, den lackiertes nicht hat: Man kann es schleifen. Eichhorn schreibt, bei Absplitterungen oder kleinen Kerben könne man feinkörniges Schleifpapier nutzen, gerade bei unbehandeltem Holz auch an stark verschmutzten Stellen, die sich anders nicht sauber bekommen lassen. Ein Fleck, der nicht weggeht, lässt sich bei einem naturbelassenen Klotz also abtragen.
Eichhorn empfiehlt außerdem, unbehandeltes Holz gelegentlich mit einem gesundheitlich unbedenklichen Holzpflegeöl oder Wachs zu pflegen, dünn aufgetragen und nach Anweisung einwirken lassen. Wer das tut, hat danach allerdings kein unbehandeltes Holz mehr, sondern ein geöltes. Welche Öle und Lacke ihre Eignung für Spielzeug nennen, haben wir in unserem Ratgeber dazu zusammengestellt, welche Farbe und welcher Lack auf Bauklötze dürfen.
Lackiert und bedruckt: nicht schleifen, nicht scheuern
Viele Holzklötze für die Jüngsten sind lackiert oder bedruckt. Eichhorn beschreibt eines seiner Sets mit „Holz bunt lackiert“, Hape spricht bei seinen Bausteinen von wasserbasierten Farben, howa die seinen als teilweise farbig lackiert und bedruckt. Eichhorn zieht dafür selbst eine Grenze: Schleifpapier nur an Stellen ohne Färbung oder Aufdruck.
Ein lackierter Klotz verträgt die ersten vier Schritte wie ein unbehandelter: trocken, feucht, mit milder Seife. Er nimmt dabei weniger Wasser auf, weil der Lack die Oberfläche schließt. Empfindlich ist er an einer anderen Stelle, an der Kante. Wo ein Klotz oft auf den Boden fällt, kann der Lack abplatzen, und dort zieht Wasser ins Holz unter der Farbe.
Was tun, wenn die Farbe abblättert? Nach dem BIÖG gehört älteres Spielzeug regelmäßig in die Hand: Ist Holz gesplittert, sitzt ein Kleinteil lose, löst sich Farbe? Einen lackierten Klotz neu zu streichen ist möglich, aber eine eigene Aufgabe mit eigenen Regeln. Welche Sets lackiert und welche naturbelassen sind, steht in unserem Vergleich der Holzklotz-Sets für Einjährige mit ihren Oberflächen.
Scheuermittel sind bei Lack und Druck die häufigste Ursache für Schäden, die man selbst verursacht. Ein Scheuerschwamm entfernt einen Fleck, aber auch den Glanz, und bei einem Aufdruck manchmal das Motiv. Bei lackierten Klötzen ist deshalb Geduld mit Wasser und Seife der bessere Weg als Kraft mit dem Schwamm.
Geölt und gewachst: auffrischen statt schrubben
Geölte und gewachste Oberflächen liegen zwischen unbehandelt und lackiert. Osmo beschreibt sein Dekorwachs, ein Öl-Wachs auf Basis von Sonnenblumen-, Soja- und Distelöl, als offenporig; die Oberfläche bekomme keine Risse und löse sich nicht in Schuppen, und Getränke vom Wein bis zur Milch hinterließen nach der Norm für Möbeloberflächen keine Flecken. Osmo empfiehlt es ausdrücklich auch für Spielzeug.
Ein geölter Klotz verträgt das feuchte Tuch und milde Seife, und ein Fleck, der nicht weggeht, lässt sich durch einen neuen, dünnen Anstrich überdecken. Osmo nennt für das Dekorwachs, es sei nach etwa 24 Stunden überstreichbar, und ein Liter reiche für 24 m². Ein Satz Klötze braucht davon sehr wenig.
Wer selbst nachölt, sollte einen Hinweis von Osmo kennen, der mit Kindern nichts zu tun hat: Lappen, die mit dem noch flüssigen Öl getränkt sind, können sich nach Osmos Warnung von selbst entzünden; deshalb ausgebreitet trocknen lassen oder in einer Metalldose mit Deckel aufbewahren, bis sie entsorgt werden. Ein zusammengeknüllter Öllappen im Mülleimer ist das größere Risiko als der Klotz.
Osmo nennt noch eine Zahl, die beim Nachölen in der Wohnung zählt: Das Produkt enthalte höchstens 400 g flüchtige organische Verbindungen je Liter, den EU-Grenzwert für diese Produktgruppe. Wer Klötze nachölt, tut das deshalb besser bei offenem Fenster oder draußen und lässt sie in einem gut gelüfteten Raum trocknen, nicht im Kinderzimmer. Osmo schreibt selbst, zu satter Auftrag und mangelnde Belüftung führten zu Trocknungsverzögerung und der für Öl typischen Geruchsentwicklung.
Eichhorns Empfehlung, unbehandeltes Holz gelegentlich zu ölen oder zu wachsen, führt genau in diese Kategorie. Wer ihr folgt, verwandelt einen naturbelassenen Klotz in einen geölten und sollte dann ein Öl wählen, dessen Hersteller die Eignung für Spielzeug nennt, und die Trockenzeit abwarten, bevor der Klotz wieder in Kinderhände geht.
Magnetplatten: abwischen, nie eintauchen
Am deutlichsten sind die Herstellerangaben bei Magnetplatten. Magna-Tiles schreibt, die Platten seien nicht wasserdicht und dürften weder eingetaucht noch unter fließendes Wasser gehalten noch in Pools, Badewannen oder anderem Wasser verwendet werden. Gereinigt werde mit einem feuchten Tuch oder einem milden, nicht scheuernden Reiniger. Zu vermeiden seien scharfe Chemikalien, Eintauchen und Einweichen in jeder Flüssigkeit.
Connetix schreibt dasselbe mit einer Begründung: die Platten feucht abwischen und nicht in Wasser tauchen, weil Nässe auf Dauer den Magneten schade; wasserdicht seien die Platten nicht. Magna-Tiles nennt die Folgen konkreter: Wasser im Inneren könne zu Schimmel, Stockflecken oder Rost führen. Wenn doch Wasser hineingelangt, solle man die Platte aufrecht an eine Wand stellen, damit sie abläuft und trocknet.
„Kann man Magnetbausteine waschen?“ ist eine der häufigsten Suchanfragen zum Thema, und die Antwort der beiden Hersteller ist eindeutig nein, nur abwischen. Eine Badewanne, ein Planschbecken oder die Spülmaschine sind für Magnetplatten tabu. Was die Marken sonst zu Maßen, Magnethalt und gebrochenen Platten sagen, steht in unserem Vergleich der Magnetplatten und ihrer Angaben zu Pflege und Bruch.
Eine Platte mit einem Riss gehört nicht gereinigt, sondern aussortiert. Durch einen Riss kommt Wasser an den Magneten, und ein Riss ist der Weg, auf dem ein Magnet frei werden kann. Das ist bei Magnetplatten keine Frage der Sauberkeit, sondern der Sicherheit.
Warum das so wichtig ist, beschreibt die gesetzliche Unfallversicherung in einem Beitrag, den wir in unserem Vergleich der Magnetplatten zitieren: Starke Neodym-Magnete trügen ein Vielfaches ihres Gewichts, und zwei verschluckte Magnete könnten einander im Darm anziehen. Rost im Inneren einer Platte zeigt, dass sie nicht mehr in dem Zustand ist, den der Hersteller vorgesehen hat; ob der Magnet noch fest sitzt, sieht man von außen nicht. Bei Magnetplatten ist die sichere Methode deshalb immer die mit dem wenigsten Wasser.
Schaumstoff und Softbausteine: was ein Hersteller freigibt
Schaumstoffbausteine sind das einzige Material in diesem Cluster, für das ein Hersteller die Waschmaschine nennt. RIWI schreibt in seinen Antworten auf Fragen, die Bausteine ließen sich in der Waschmaschine oder per Handwäsche reinigen; man solle keinen Weichspüler verwenden und ein kinderfreundliches Waschmittel nutzen. In einem Ratgeber auf derselben Seite heißt es, abnehmbare Bezüge ließen sich bei 30 Grad waschen.
Die beiden Angaben beziehen sich auf zwei Dinge. Die Bausteine selbst bestehen nach Angabe von RIWI aus einer eigenen, unbeschichteten Rezeptur aus PU-Schaumstoff. Dazu bietet der Hersteller Bezüge an, etwa aus Velours oder PU-Leder, und eine Hülle für den Außenbereich, die die Bausteine robuster und hygienischer mache. Wer ein Set mit Bezügen hat, wäscht den Bezug; wer eines ohne hat, wäscht nach der Antwort des Herstellers den Baustein.
Auf Schaumstoffbausteine anderer Hersteller lässt sich diese Angabe nicht ohne Weiteres übertragen. Schaumstoff ist nicht gleich Schaumstoff, und RIWI weist selbst darauf hin, dass sich die Herstellung zwischen Marken stark unterscheide, vor allem in der Dichte des Kerns. Wer ein Set ohne Pflegeangabe hat, fragt beim Anbieter nach oder bleibt beim feuchten Abwischen.
RIWI gibt seine Bausteine ab 3 Jahren frei. Für ein jüngeres Kind, das an einem Schaumstoffstein kaut, ist ein anderer Punkt wichtiger als die Wäsche: ob sich ein Stück herausbeißen lässt. Ein angebissener Schaumstoffstein gehört aussortiert, auch wenn er sauber ist.
RIWI beschreibt seine Bausteine außerdem als großformatig und leicht, gedacht für Kinder ab 3 Jahren, und nennt für das Spiel eine Spanne: Mit 3 Jahren stapelten Kinder meist einfache Türme, ab 6 Jahren entstünden komplexere Konstruktionen, und bis 8 Jahre bleibe das offene Bauspiel für viele attraktiv. Für ein Set, das so lange in Gebrauch ist, ist die Waschbarkeit ein Argument; RIWI bietet zudem einen Bezug an, der aus 24 Bausteinen eine Spielcouch macht.
Desinfizieren? Im Haushalt die Ausnahme, nicht die Regel
„Kann man Holz desinfizieren?“ und „Holzspielzeug desinfizieren“ gehören zu den häufigen Fragen. Die Antwort der Behörden ist deutlicher, als viele erwarten. Das Umweltbundesamt schreibt, in Privathaushalten werde der Einsatz von Desinfektionsmitteln als nicht erforderlich angesehen; das sei die übereinstimmende Einschätzung von Umweltbundesamt, Bundesinstitut für Risikobewertung und Robert Koch-Institut.
Die Begründung nennt drei Risiken: Desinfektionsmittel würden im Haushalt falsch angewendet, es könnten sich Resistenzen bilden, und es kämen Vergiftungen hinzu. Bei vielen antimikrobiellen Zusätzen in Reinigungsmitteln sei die Wirksamkeit nicht erwiesen, und Konzentration und Einwirkdauer reichten für eine wirksame Desinfektion nicht aus. Die Risiken seien damit höher als der Nutzen. Desinfektionsmittel sollten nur nach ärztlicher Anweisung in speziellen Fällen angewendet werden.
Das Umweltbundesamt verweist dabei auf zwei Untersuchungen. Die Stiftung Warentest habe im Jahr 2000 antibakteriell ausgerüstete Allzweckreiniger und Waschmittel mit herkömmlichen verglichen und in der praktischen Prüfung keine stärkere antibakterielle Wirkung gefunden. Ökotest sei 2015 zu ähnlichen Ergebnissen gekommen: Kein Hersteller der 24 getesteten antibakteriellen Produkte habe nachweisen können, dass Verbraucher damit gesundheitliche Vorteile gegenüber normaler, regelmäßiger Hygiene erlangen. Ein Reiniger mit dem Aufdruck antibakteriell ist für Bauklötze also kein Fortschritt gegenüber Spülmittel.
Die Verbraucherzentrale Hamburg ergänzt in einem Beitrag vom 26. Januar 2024 zwei Punkte, die für Spielzeug wichtig sind. Die Wirkung von Desinfektionsmitteln sei nur von kurzer Dauer, in einer normalen Umgebung seien die Keime nach wenigen Minuten wieder da. Und Desinfektionsmittel enthielten Stoffe, die Allergien und Ekzeme auslösen könnten. Ein Bauklotz, der nach dem Desinfizieren wieder auf dem Boden liegt, ist nach wenigen Minuten so keimbelastet wie vorher, aber mit Rückständen des Mittels.
Eichhorn sieht das ähnlich, mit einer Ausnahme. Desinfektion sei grundsätzlich nicht nötig, könne aber sinnvoll sein, wenn das Kind krank war. Dann solle man Desinfektionsmittel äußerst sparsam verwenden, weil der Alkohol in vielen Mitteln das Holz schädigen könne und Rückstände ein Gesundheitsrisiko seien. Eichhorn schreibt außerdem, Holz wirke antibakteriell; das ist eine Herstelleraussage, für die die Seite keine Quelle nennt. Beim Reinigen spielt sie keine Rolle, weil Wasser und Seife ohnehin genügen.
Die Verbraucherzentrale nennt zwei weitere Punkte, die bei Spielzeug selten bedacht werden. Die meisten handelsüblichen Reiniger zur Desinfektion aus der Drogerie töten nach ihrer Darstellung beispielsweise Viren gar nicht ab. Und Desinfektionsmittel aus Spraydosen könnten wegen ihrer feinen Tröpfchen bis in die Lungenbläschen gelangen. Ein Klotz, der mit einem Spray behandelt wird, während ein Kind daneben spielt, ist also kein Gewinn an Hygiene.
Essig, Zitrone, Backpulver: was ein Hersteller empfiehlt und was offen bleibt
„Darf man Holz mit Essig reinigen?“ fragt die Suchmaschine. Eichhorn antwortet in seiner Anleitung mit Ja: Einfache Hausmittel wie Essig, Zitronensaft und Backpulver eigneten sich wunderbar und seien gesundheitlich völlig unbedenklich. Aggressive Reinigungsmittel brauche man für Holzspielzeug nicht.
Was die Anleitung nicht sagt, ist, für welche Oberfläche das gilt. Essig und Zitronensaft sind Säuren, Backpulver ist ein mildes Scheuermittel. Auf unbehandeltem Holz, das man notfalls schleifen kann, ist das unkritisch. Für lackierte oder bedruckte Klötze nennt keiner der gelesenen Hersteller eine Verträglichkeit mit diesen Mitteln. In Osmos Liste der Flüssigkeiten, gegen die sein Öl-Wachs beständig sei, kommen Getränke und Wasser vor, Essig nicht.
Aus einer fehlenden Angabe folgt nicht, dass Essig einem Lack schadet. Es folgt nur, dass wir es nicht wissen. Für lackierte Klötze ist deshalb Wasser mit milder Seife der Weg, für den es eine Herstellerangabe gibt, und Essig ein Mittel für unbehandeltes Holz. Warum wir aus fehlenden Angaben keine Schlüsse ziehen, steht in unserer Übersicht, welche Quellen wir heranziehen und welche nicht.
Zu den Angaben für Magnetplatten passt Backpulver nicht. Magna-Tiles nennt einen milden, nicht scheuernden Reiniger und rät von scharfen Chemikalien ab. Backpulver wirkt als feines Scheuermittel, und eine glatte Kunststoffplatte zeigt jeden Kratzer. Bei Platten bleibt es deshalb beim feuchten Tuch, im Zweifel mit einem Tropfen Spülmittel.
Spülmaschine und Einweichen: was die Hersteller dazu sagen
In Foren wird regelmäßig gefragt, ob Holzklötze in die Spülmaschine dürfen. Eichhorn erwähnt die Spülmaschine in seiner Anleitung nicht. Die Anleitung besteht aber darauf, dass Holz schnell und vollständig trocknet, weil sonst Schimmel entstehen könne. Eine Spülmaschine macht das Gegenteil: Sie setzt Holz längere Zeit Wasser und Wärme aus und lässt es in einem feuchten Raum stehen.
Ausdrücklich ist die Antwort bei Magnetplatten. Magna-Tiles nennt Einweichen in jeder Flüssigkeit und Eintauchen als zu vermeiden, Connetix rät vom Eintauchen ab. Eine Spülmaschine ist beides. Für Schaumstoff ist die Lage anders: RIWI nennt die Waschmaschine, nicht die Spülmaschine, und das ist für ein anderes Material eine andere Freigabe.
Einweichen in einem Eimer ist bei Holz aus demselben Grund keine gute Idee wie die Spülmaschine. Ein Klotz, der eine Stunde in Wasser liegt, nimmt Wasser auf und braucht danach lange, bis er auch innen wieder trocken ist, genau die Restfeuchte, vor der Eichhorn warnt. Keiner der gelesenen Hersteller empfiehlt das. Wer einen sehr verschmutzten Klotz hat, wiederholt den feuchten Schritt lieber mehrmals, als ihn zu wässern.
Eine besondere Versuchung ist die Badewanne. Kinder nehmen gern Spielzeug mit ins Wasser, und Magnetplatten schwimmen nicht, kleben aber an der Wanne. Magna-Tiles nennt Pools und Badewannen ausdrücklich als Orte, an denen die Platten nicht verwendet werden sollen. Holzklötze gehören aus dem Grund, den Eichhorn nennt, ebenfalls nicht hinein: Holz, das lange nass ist, trocknet langsam und kann schimmeln. Fürs Baden gibt es Spielzeug, das dafür gemacht ist.
Gebrauchte Klötze vor der Weitergabe: erst prüfen, dann putzen
„Gebrauchtes Holzspielzeug reinigen“ ist eine eigene Suchanfrage, und sie hat einen eigenen Anlass. Klötze aus dem Flohmarkt, von Geschwistern oder aus der eigenen Kindheit haben eine Geschichte, die man nicht kennt. Für sie gilt der erste Schritt doppelt: Erst ansehen, dann reinigen. Splitter, lose Kleinteile und abblätternde Farbe sind die drei Dinge, auf die das BIÖG bei älterem Spielzeug achten lässt. Bruchstellen und gesplittertes Holz seien eine Gefahrenquelle.
Bei gebrauchten Magnetplatten kommt dazu, dass Wasser schon einmal hineingelangt sein kann. Magna-Tiles nennt Schimmel, Stockflecken und Rost als mögliche Folgen. Eine Platte mit dunklen Flecken im Inneren oder Rostspuren an der Kante gehört nicht in ein Set für ein kleines Kind, auch wenn sie außen sauber ist.
Gereinigt werden gebrauchte Klötze nicht anders als neue. Auch hier halten Umweltbundesamt und Verbraucherzentrale Desinfektion nicht für den Normalfall. Wer einen Klotz von einem kranken Kind übernimmt, kann Eichhorns Ausnahme anwenden und sparsam desinfizieren; in allen anderen Fällen genügen die fünf Schritte.
Wer Klötze weitergibt, gibt mit ihnen auch Wissen weiter. Ein Zettel in der Kiste mit der Marke, dem Material und dem Hinweis, ob die Klötze lackiert oder geölt sind, erspart der nächsten Familie das Raten. Bei Magnetplatten gehört der Hinweis dazu, sie nie einzutauchen.
Für gebrauchte Sets aus dem Kleinanzeigenmarkt gilt eine weitere Regel: Nicht jede Kiste enthält nur eine Marke. Wer gemischte Klötze bekommt, sortiert sie vor dem Reinigen nach Material, weil Holz, Magnet und Schaumstoff verschieden behandelt werden. Bei Plättchen lohnt zusätzlich ein Blick auf die Maße, weil sich Marken mit 7,8 und 8 mm Dicke in einem Bauwerk bemerkbar machen; das hat mit Sauberkeit nichts zu tun, aber man sieht es beim Sortieren ohnehin.
Wann ein Klotz nicht mehr zu retten ist
Nicht jeder Klotz wird durch Reinigen wieder gut. Eichhorn nennt den Fall, in dem man noch etwas tun kann: kleine Absplitterungen oder Kerben mit feinkörnigem Schleifpapier glätten, aber nur an Stellen ohne Farbe oder Aufdruck. Daraus folgt die Grenze. Ein lackierter Klotz mit abplatzender Farbe, ein bedruckter mit abgeriebenem Motiv, ein Klotz mit einem Riss, der sich nicht schleifen lässt, ist ein Fall zum Aussortieren.
Bei Magnetplatten ist die Grenze schärfer. Eine Platte mit Riss, Spalt an der Naht oder klapperndem Magnet wird nicht gereinigt, sondern entsorgt, weil der Magnet sich lösen kann. Bei Schaumstoff ist es ein Stück, das herausgebissen oder herausgerissen wurde. Bei Holz ist es Schimmel, der tief ins Holz gezogen ist; dazu sagen die gelesenen Hersteller nichts Genaues, und bei einem Spielzeug, das in den Mund genommen wird, ist Aussortieren die vorsichtige Antwort.
Nachkaufen ist bei Klötzen leichter als bei vielen anderen Spielsachen, weil viele Sets aus gleichen Teilen bestehen. Bei Holzplättchen etwa lassen sich einzelne Packungen derselben Marke ergänzen, ohne dass das Verhältnis der Maße leidet. Welche Plättchen im Maß zueinander passen, steht in unserem Vergleich der Plättchen und ihrer Maße im Verhältnis 1:3:15.
Wie viel Fläche ein Set hat: Wischen in Quadratzentimetern
Wer ein Set reinigt, wischt mehr Fläche, als man denkt. Ein Holzplättchen im verbreiteten Kapla-Maß von 11,7 mal 2,34 mal 0,78 Zentimetern hat sechs Seiten mit zusammen etwa 77 cm² Oberfläche, unsere Rechnung. 200 Plättchen, so viele wie in der Box von Kapla, ergeben rund 15.300 cm², also gut 1,5 m² Holz, das einzeln abgewischt werden will.
Ein Würfel von 4 cm Kante, dem Grundmaß des größten Baby-Sets aus unserem Vergleich, hat 96 cm² Oberfläche; 50 solcher Würfel ergäben 4.800 cm². Ein Würfel von 25 mm Kante hat 37,5 cm²; 50 davon ergäben 1.875 cm². Das Baby-Set mit seinen großen Würfeln hat damit mehr als die doppelte Fläche des Sets mit den kleinen, bei gleicher Stückzahl.
Beim Trocknen zählt eine andere Fläche, die Auflagefläche. Flach ausgelegt braucht ein Plättchen etwa 27 cm² Platz, 200 Plättchen also rund 5.500 cm², gut ein halber Quadratmeter Handtuch. 50 Würfel von 4 cm brauchen 800 cm². Wer 200 Plättchen auf einmal reinigt, braucht also einen Tisch oder zwei Handtücher, nicht ein Geschirrtuch.
Aus diesen Zahlen folgt eine praktische Regel: Ein großes Set reinigt man nicht auf einmal, sondern in Portionen, und man reinigt nur, was schmutzig ist. Ein Satz, in dem drei Klötze klebrig sind, braucht drei feuchte Tücher, nicht 200. Das Abwischen nach dem Selbsttest weiter unten spart bei großen Sets den größten Teil der Arbeit.
Lagern: trocken, kühl, ohne Sonne und nicht auf dem Boden
Nach dem Reinigen kommt die Kiste, und Eichhorn hat auch dazu eine Regel. Holzspielzeug fühle sich an einem trockenen, kühlen Ort am wohlsten, geschützt vor direkter Sonne und vor Feuchtigkeit. Der Schutz vor Feuchtigkeit beuge auch einem Schädlingsbefall vor. Eine Kiste im feuchten Keller oder auf dem sonnigen Fensterbrett ist danach der falsche Ort.
Magna-Tiles gibt für Magnetplatten drei Hinweise. Die Platten an einem trockenen Ort fern von Heizquellen lagern, Teile nicht auf dem Boden liegen lassen, besonders dort, wo Kinder unter 3 Jahren sind, und die Aufbewahrung nach der Zahl der Sets wählen. Der zweite Hinweis ist ein Sicherheitshinweis, kein Pflegehinweis: Eine Platte, die unter dem Sofa liegt, wird nicht geprüft und nicht gereinigt, aber irgendwann von einem Kleinkind gefunden.
Für alle Materialien gilt dieselbe Grundregel: Erst lagern, wenn alles trocken ist. Eine Kiste mit 100 oder 200 Klötzen, in der noch feuchte liegen, ist ein kleiner feuchter Raum. Wer Sets mit verschiedenen Materialien hat, lagert sie getrennt, Holz zu Holz, Magnet zu Magnet, Schaumstoff für sich, und kann so jede Kiste nach ihrer eigenen Regel reinigen.
Ein offener Behälter ist dabei nicht schlechter als ein geschlossener. Viele Holzklotz-Sets kommen in einer Box mit Deckel oder einem Eimer mit Kordel, Plättchen in Pappboxen oder Holzkisten, Schaumstoffsteine ohne Behälter. Entscheidend ist, dass nichts Feuchtes darin liegt und dass die Kiste nicht dort steht, wo es feucht, heiß oder sonnig ist.
Wie viel Platz Aufbewahrung braucht, zeigen die Maße, die Kapla für seine Packungen nennt. Die Box mit 200 Plättchen misst 38 mal 25 mal 15 cm, die Kiste mit 280 Plättchen 35 mal 35 mal 25 cm, die mit 1.000 Plättchen 39 mal 38 mal 38 cm bei 19 kg und steht auf Rollen. Für die Pflege zählt dabei weniger die Größe als der Ort: trocken, kühl und nicht in der Sonne, wie Eichhorn schreibt, und erst befüllt, wenn alle Klötze trocken sind.
Kita und Spielgruppe: rotieren statt desinfizieren
In Einrichtungen sieht die Lage anders aus als zu Hause, weil viele Kinder dasselbe Spielzeug benutzen. Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder legen ihre Reinigung nach dem Infektionsschutzgesetz in Hygieneplänen fest, und die Regeln dort gehen über das hinaus, was für Familien gilt. Schulen, Camps und Organisationen gibt Magna-Tiles für Magnetplatten eine eigene Empfehlung: die Platten in Gruppen rotieren und alle 72 Stunden eine Gruppe abwischen.
Die Empfehlung ist praktisch gedacht. Wer 500 Platten in einer Kita hat, kann sie nicht jeden Tag alle reinigen. Wer sie in drei Gruppen teilt und jeden Tag eine abwischt, hat jede Platte alle 72 Stunden in der Hand, unsere Rechnung aus der Angabe. Für Holzklötze gibt keiner der gelesenen Hersteller einen vergleichbaren Rhythmus, aber das Prinzip lässt sich übertragen.
Übertragen auf Holz hieße das zum Beispiel: Bei 400 Klötzen in 4 Kisten wird jeden Tag eine Kiste abgewischt, und jede Kiste ist nach 4 Tagen wieder an der Reihe. Das ist unsere Rechnung, keine Empfehlung eines Herstellers, und sie ersetzt keinen Hygieneplan. Sie zeigt nur, dass eine regelmäßige Reinigung in Portionen weniger Aufwand ist als eine große Aktion mit Desinfektionsmittel, und dass sie die Klötze nicht jedes Mal nass macht.
RIWI beschreibt für Einrichtungen einen anderen Weg, die Bezüge. Waschbare Bezüge ließen sich zwischen Nutzungsgruppen schnell wechseln, ohne dass ein ganzes Set stundenlang trocknen müsse, und PU-Leder-Bezüge seien abwischbar und besonders widerstandsfähig. Für Familien ist das meist mehr Aufwand als nötig, für eine Krippe mit vielen Gruppen eine Erleichterung.
Wer für eine Einrichtung kauft, kann die Pflegeangabe zum Kaufkriterium machen. Ein Set, für das der Hersteller sagt, wie es gereinigt wird, passt leichter in einen Hygieneplan als eines ohne Angabe. Bei Magnetplatten nennen Magna-Tiles und Connetix ihre Regeln, bei Schaumstoff RIWI, bei Holzklötzen Eichhorn. Für die Plättchen aus unserem Vergleich haben wir keine solche Angabe gefunden; dort muss die Einrichtung die allgemeine Regel für unbehandeltes Holz in ihren Plan übernehmen.
Selbsttest in einer Minute: braucht dieser Klotz eine Reinigung?
Nicht jeder Klotz muss nach jedem Spielen gereinigt werden. Die folgenden Prüfungen zeigen in kurzer Zeit, ob ein Klotz sauber, schmutzig oder ein Fall zum Aussortieren ist.
Prüfen, bevor geputzt wird
Der Selbsttest ersetzt keine Herstellerangabe. Er zeigt, welcher Schritt des Ablaufs nötig ist.
Der Selbsttest folgt derselben Reihenfolge wie der Ablauf: erst ansehen, dann entscheiden, wie viel Wasser nötig ist. Ein Klotz, der nur staubig ist, braucht das trockene Tuch, keiner der Hersteller verlangt mehr. Ein Klotz, an dem ein krankes Kind gelutscht hat, ist der eine Fall, in dem Eichhorn eine sparsame Desinfektion für sinnvoll hält.
Nach dem Reinigen lohnt ein zweiter, kurzer Test, bevor die Klötze zurück in die Kiste gehen. Ein Klotz, der sich kühl anfühlt, obwohl der Raum warm ist, ist meist noch feucht; ein Klotz, der muffig riecht, hat zu lange nass gelegen. Bei Magnetplatten zeigt das Schütteln, ob innen Wasser steht. Erst wenn alle Teile einer Kiste diesen Test bestehen, kommt der Deckel darauf. Das ist die Stelle, an der die Anleitung von Eichhorn mit vollständig an der Luft trocknen lassen endet, und die Prüfung macht sie greifbar.
Antibakterielles Holz und drei weitere Annahmen im Abgleich
Erste Annahme: Holz ist antibakteriell, also muss man es nicht reinigen. Eichhorn schreibt tatsächlich, Holz wirke antibakteriell, empfiehlt aber im selben Text die Reinigung in fünf Schritten. Die Aussage ersetzt also nicht das Putzen, sie begründet nur, warum Desinfektion selten nötig ist.
Zweite Annahme: Desinfizieren ist gründlicher als Reinigen und deshalb besser. Das Umweltbundesamt sieht das anders: Im Haushalt seien die Risiken der Desinfektion höher als ihr Nutzen, und die Verbraucherzentrale ergänzt, die Keime seien nach wenigen Minuten wieder da. Gründlicher ist bei Spielzeug die Reinigung, die man regelmäßig macht.
Dritte Annahme: Was abwischbar ist, ist auch wasserfest. Magna-Tiles widerspricht dem ausdrücklich: Die Platten seien nicht wasserdicht, auch wenn sie sich feucht abwischen lassen. Abwischbar heißt, dass ein feuchtes Tuch der Oberfläche nicht schadet, nicht, dass Wasser im Inneren harmlos ist.
Vierte Annahme: Hausmittel sind immer schonender als Reiniger. Eichhorn empfiehlt Essig, Zitronensaft und Backpulver für Holz, ohne nach Oberfläche zu unterscheiden. Für lackierte und bedruckte Klötze hat keiner der gelesenen Hersteller eine Angabe zu diesen Mitteln gemacht. Schonend ist im Zweifel das, wofür es eine Angabe gibt: Wasser und milde Seife.
Was keine Pflegeanleitung beantwortet