Experimentierkasten ab 6: was im Karton fehlt — fünf Kästen ausgezählt
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Was vorlag, was fehlte
Ein Nachmittag am Küchentisch, bevor er beginnt
Die Szene oben ist ausgedacht, ihre Einzelteile sind es nicht. Die Seife steht in der Anleitung des Badewannenkastens von Kosmos, gleich bei Versuch 1: Vier Murmeln fallen in einen randvollen Becher, die fünfte wird eingeseift, und der Wasserberg bricht zusammen. Die Münze steht in der Zusatzliste zu „Mein erster Experimentierkasten – Technik“. Die Knete braucht der Schwimmversuch bei Clementoni, und der Erwachsene mit der Schere wird auf Seite 3 derselben Anleitung gerufen, in Großbuchstaben: Der Schlauch muss in zwei Stücke von 4 Zentimetern und eines von 25 Zentimetern geschnitten werden.
Das ist kein Mangel einzelner Kästen. Es ist die Bauart der Warengruppe. Ein Kasten für Sechsjährige liefert Werkzeug und ein paar Stoffe, den Rest nimmt er aus dem Haushalt: Wasser sowieso, oft Seife, Salz, Zucker, Öl, manchmal eine Taschenlampe, einen Föhn, einen Regenschirm. Wie lang diese Liste ist, steht bei Kosmos auf der Herstellerseite, bei Clementoni nur in der Anleitung, bei Science4you nirgends, wo man vor dem Kauf hinsehen könnte.
Wer einen ersten Kasten verschenkt, kauft also drei Dinge zugleich, auch wenn nur eines davon im Karton liegt: den Inhalt, einen Vorrat an Haushaltsdingen und eine erwachsene Person, die an bestimmten Stellen dabei ist. Diese Seite zählt alle drei, so weit die Hersteller es zulassen. Sie beginnt beim Kind, weil dort die Grenze liegt, die kein Karton angibt.
Und sie endet bei einer Frage, die erst nach dem zweiten Nachmittag auftaucht: Was ist danach noch im Kasten? Bei zwei der fünf Kästen lässt sich das aus der Anleitung beantworten, bei dreien nur aus dem, was die Hersteller an Zusatzmaterial nennen — und aus dem, was Käufer nach Wochen schreiben.
Wer den Kasten verschenkt, sieht diese Liste meist nicht, weil sie auf der Seite des Herstellers steht und nicht im Angebot. Die beschenkte Familie sieht sie erst beim Auspacken. Das ist der Moment, für den diese Seite geschrieben ist.
Lesen, abmessen, warten: was mit sechs allein geht
Drei Fähigkeiten entscheiden, ob ein Kind einen Versuch allein schafft. Es muss die Anleitung lesen oder ihren Bildern folgen können. Es muss abmessen können — bis zur Markierung füllen, einen Spatel Pulver nehmen, vier Murmeln abzählen. Und es muss warten können, wenn das Ergebnis nicht sofort kommt. Die Hersteller sprechen fast nur über die erste dieser drei.
Kosmos schreibt bei allen drei Kästen dieser Seite, dass die Arbeitsschritte in Bildern erklärt sind, und zweimal wörtlich „auch ohne Lesekenntnisse“. Das stimmt für die Handgriffe, wie die Anleitung des Badewannenkastens zeigt: Jeder Versuch hat zwei bis vier nummerierte Bilder, darunter Sätze wie „Fülle den Becher ganz voll mit klarem Wasser“. Die Erklärung, warum der Wasserberg hält, steht dagegen als Text da — „Klares Wasser hat eine dünne Haut, die den Berg zusammenhält“. Wer sie verstehen will, braucht jemanden, der vorliest.
Bei Clementoni stehen die Schritte in Großbuchstaben und mit großen Bildern, die Erklärungen sind länger. Eine Bewertung vom Juni 2026 hält fest: für den Enkel „eigentlich etwas zu kompliziert, aber zusammen macht es Spaß“. Eine andere, von einer Familie mit Kindern von 3 und 5 Jahren, findet die Versuche „sehr einfach“. Beide beschreiben denselben Kasten aus zwei Abständen.
Das Abmessen setzen alle Anleitungen still voraus. Und das Warten taucht nur dort auf, wo etwas wächst: bei Kressesamen, bei einer Sonnenuhr, die nach einer Stunde geprüft wird. Für einen Sechsjährigen sind das die schwersten Versuche, obwohl sie in der Anleitung am einfachsten aussehen. Wo die Grenze zwischen allein und gemeinsam liegt, sagt also eher die Art des Versuchs als die Zahl auf dem Karton.
Wer das vor dem Kauf prüfen will, schaut auf zwei Dinge in der Anleitung, so weit sie öffentlich ist: Wie lang sind die Sätze unter den Bildern, und wie oft steht dort ein Mengenwort — „bis zur Markierung“, „einen Spatel“, „etwa 50 ml“? Je mehr davon, desto häufiger sitzt jemand daneben. Der Badewannenkasten kommt fast ohne solche Angaben aus; das Schülerlabor von Kosmos misst in Millilitern und Zentimetern.
Wie viele Versuche der Kasten allein trägt
Die Grafik zerlegt jeden Kasten in drei Sorten Versuch. Grün sind Versuche, die mit dem Kasteninhalt und Leitungswasser gelingen. Sand steht für Versuche, die Material aus dem Haushalt brauchen, etwa Seife, Schere, Kleber, Münzen oder eine Taschenlampe. Rot sind Versuche mit Lebensmitteln wie Salz, Zucker, Öl oder Speisestärke. Grau gestrichelt bleibt, wo die Anleitung nicht öffentlich ist.
Drei Befunde lassen sich ablesen. Der Badewannenkasten trägt sich am weitesten selbst: 6 von 9 Versuchen brauchen nur Wasser, die übrigen drei Seife oder einen Lappen. Bei Clementoni sind es 4 von 7, dafür greifen zwei Einheiten in den Vorratsschrank — Öl, Salz, Zucker, Kaffeepulver. Und der Kosmos-Kasten für die erste und zweite Klasse, der hier nur als Maßstab dient, kehrt das Verhältnis um: 21 seiner ersten 27 Versuche brauchen etwas aus dem Haushalt, meist Kleber, Schere oder eine Taschenlampe.
Bei drei der fünf Kästen bleibt der Balken grau. Das ist der eigentliche Befund für Käufer: Wer vor dem Kauf wissen will, was er dazulegen muss, bekommt die Antwort nur bei zwei Kästen vollständig.
Drei Sorten Versuch, eine Zählregel
Gezählt haben wir, was die Anleitung unter jedem Versuch selbst nennt, und nichts, was sie stillschweigend voraussetzt. Ein Tisch, ein Handtuch oder ein Waschbecken zählen nicht; eine Schere, ein Kleber, eine Münze oder ein Stück Seife zählen. Leitungswasser rechnen wir zum Kasten, weil es kein Versuch ohne es gibt und kein Haushalt ohne es.
Braucht ein Versuch sowohl Haushaltsmaterial als auch ein Lebensmittel, zählt er als Lebensmittel-Versuch. Der Grund ist praktisch: Seife und Schere liegen im Haus, Speiseöl und Speisestärke vielleicht nicht, und ein Kind nimmt sie sich nicht selbst. Bei Clementoni betrifft das „Jedes Ding hat sein Gewicht“: Münzen, Korken und Kieselsteine reichen dort nicht, auf eine Waagschale kommt Salz.
Clementoni nummeriert die Versuche nicht. Wir haben die Anleitung deshalb nach Überschriften gezählt und kommen auf sieben Einheiten: Farbige Lösungen, Farben mischen, Wie viel Wasser ist im Glas, Wer verträgt sich mit dem Wasser, Kommunizierende Gefäße, Jedes Ding hat sein Gewicht, Schwimmt es oder geht es unter. Wer die drei Mischfarben einzeln zählt, kommt auf neun; das Verhältnis bleibt ähnlich.
Die Kosmos-Anleitung für die erste und zweite Klasse macht das Zählen leicht. Sie markiert jedes Teil, das nicht im Kasten liegt, mit einem Pluszeichen und schreibt über jeden Versuch Nummer, Zeit und Schwierigkeit. Die öffentliche Datei endet allerdings auf Seite 47 bei Versuch 27, obwohl das Inhaltsverzeichnis bis Seite 96 reicht und der Hersteller „über 50 Versuche“ verspricht. Gezählt ist, was öffentlich ist.
Ein Helfer — eine zweite Person, die eine Kugel fallen lässt oder auf einen Schlauch klopft — zählt bei uns nicht als Material. In der Kosmos-Anleitung kommt er bei vier der 27 Versuche vor. Für einen Sechsjährigen ist er trotzdem eine Bedingung.
Der Maßstab: ein Kasten mit Zeit, Schwierigkeit und Pluszeichen
Das Schülerlabor für die erste und zweite Klasse ist nicht in unserer Auswahl, weil die aktuelle Ausgabe im Handel erst 132 Stimmen hat. Die Vorgängerausgabe mit 1.401 Stimmen gibt es nur noch in Restmengen. Wir nutzen es trotzdem, weil seine Anleitung zeigt, wie viel ein Hersteller sagen kann, wenn er will. Kosmos gibt den Kasten für 6 bis 9 Jahre an und richtet ihn laut Herstellerseite am Lehrplan des Sachunterrichts aus.
Über jedem Versuch stehen drei rote Balken: die Nummer, eine ungefähre Zeit und eine Schwierigkeit in drei Stufen, einfach, mittel, schwer. Jedes Teil, das nicht im Kasten liegt, trägt in der Liste „Du brauchst“ ein Pluszeichen. Nach jedem Thema folgen Seiten mit dem Titel „Nachgehakt“, auf denen das Kind Aufgaben löst; die Lösungen stehen auf Seite 96. Zwei gezeichnete Figuren, ein Stift namens Kritzel und ein Radiergummi namens Ratze, begleiten durch das Heft.
Die öffentliche Datei umfasst 47 Seiten und die Themen Licht und Schatten, Farben, Sehen, Hören und Luft. Bei 10 der 27 Versuche steht ausdrücklich, dass ein Erwachsener helfen soll, das sind 37 Prozent: beim Aufstecken einer Styroporkugel, beim Einschalten eines Bildschirms, beim Lösen der Färbetabletten, beim Lochen, beim Werfen eines Propellers aus dem Fenster. Auf Seite 5 sagt eine der Figuren, eigentlich sollten die Eltern auch sonst immer dabei sein.
Kein Kasten unserer Auswahl ist so ausführlich. Gerade deshalb taugt dieser als Maßstab: Wo ein Hersteller Zeit, Schwierigkeit, Zusatzmaterial und Hilfe offen ausweist, wird sichtbar, wie viel davon bei den anderen fehlt — nicht im Kasten, sondern in der Information darüber.
Die Zeitangaben gelten für den Versuch selbst, nicht für das Zusammensuchen und Aufräumen. Und die Schwierigkeitsbalken sind eine Einschätzung des Herstellers, keine Messung. Beides macht die Anleitung nicht weniger nützlich; es macht sie nur ehrlicher als einen Karton ohne solche Angaben.
Fünf Kästen an elf Angaben
Die Tabelle stellt alle fünf Kästen an denselben elf Angaben nebeneinander. Wo ein Feld leer bleibt, hat weder der Hersteller noch der Handel etwas veröffentlicht, und die Zelle nennt den Grund.
| Kennwert | KosmosExperimente für die BadewanneEinstieg | ClementoniGalileo Lab – Meine ersten ExperimenteEinstieg | KosmosMein erster Experimentierkasten – TechnikEinstieg | KosmosMein erster Experimentierkasten – NaturgesetzeMittelklasse | Science4youMein erstes Experimentierkasten, 26 ExperimenteMittelklasse |
|---|---|---|---|---|---|
| Alter laut Hersteller | 6 bis 9 Jahre laut Herstellerseite | 5+ laut Herstellershop | 5 bis 8 Jahre | 5 bis 8 Jahre | ab 4 Jahren |
| Alter im Handel | 6 bis 8 Jahre im Datenfeld des Handels | 5 bis 10 Jahre im Datenfeld des Handels | 5 bis 8 Jahre | 5 bis 8 Jahre | ab 4 Jahren |
| Versuche | 9 laut Anleitung; die Herstellerseite nennt keine Zahl | 7 Versuchseinheiten in der Anleitung; der Hersteller nennt keine Zahl | 21 laut Hersteller | 29 laut Hersteller | 26 laut Hersteller |
| Nur mit Kasteninhalt | 6 von 9, dazu Badewasser | 4 von 7, dazu Leitungswasser | nicht auszählbar, weil die Anleitung nicht öffentlich ist | nicht auszählbar, weil die Anleitung nicht öffentlich ist | nicht auszählbar, weil die Anleitung nur mit Code abrufbar ist |
| Zusatzmaterial | Wasser, Seife; für einen Versuch ein Lappen | Münzen, Korken, Kieselsteine, Knete, Tasse; Öl, Salz, Zucker, Kaffeepulver, ein Getränk | Münze, Paketschnur, Murmeln, 2 leere kleine Joghurtbecher, langes Holzbrett als Rampe und weitere | Seifenflocken, Wolllappen, Zimmerpflanze und weitere | keine Liste beim Hersteller |
| Anleitung | wasserfest, 12 Seiten, als PDF beim Hersteller abrufbar | 16 Seiten, als PDF über das Hilfe-Center des Herstellers, dazu Videos | gedruckt; nicht im Anleitungsarchiv des Herstellers | gedruckt; nicht im Anleitungsarchiv des Herstellers | nur online, Zugang mit Code von Verpackung oder Flyer |
| Lesebedarf | Bildschritte, „ohne Lesekenntnisse“ laut Hersteller | große Bilder, aber erklärende Sätze in Großbuchstaben | Handgriffe in Bildern, „ohne Lesekenntnisse“ laut Hersteller | Schritt-für-Schritt-Bilder, „ohne Lesekenntnisse“ laut Hersteller | keine Angabe |
| Aufsicht | „Nur im flachen Wasser unter Aufsicht von Erwachsenen verwenden.“ | Hilfe eines Erwachsenen beim Zuschneiden des Schlauchs verlangt | kein eigener Hinweis auf der Herstellerseite | kein eigener Hinweis auf der Herstellerseite | „Benutzung unter Aufsicht von Erwachsenen“ laut Herstellerseite |
| Ersatzteile | keine, laut Ersatzteilsuche des Herstellers | keine Einzelteile; der Hersteller nennt einen Weg über ein Support-Ticket | 30 Teile in der Ersatzteilsuche des Herstellers | 27 Teile in der Ersatzteilsuche des Herstellers, darunter Kressesamen | keine Angabe |
| Karton | 20,7 × 13 × 5,5 cm | keine Angabe | 37,5 × 29,5 × 8,5 cm | 37,5 × 29,8 × 8,2 cm | 38,2 × 29,4 × 8 cm |
| Herkunft | Deutschland laut Datenfeld | Italien laut Datenfeld | Taiwan laut Datenfeld | Deutschland laut Datenfeld | Portugal laut Datenfeld |
Einige Verweise auf dieser Seite sind Provisionslinks: Wird darüber gekauft, erhält daheimaktiv.de eine Provision vom Händler. Für dich ändert sich dadurch nichts. Die Auswahl und die Reihenfolge der Produkte hängen nicht davon ab, ob ein Verweis provisioniert ist. Wie sich dieses Portal finanziertDie Auszählung der Versuche nach Materialbedarf ist unsere eigene Auswertung der öffentlichen Anleitungen. Alle übrigen Angaben stammen von den Herstellern oder aus dem Datenfeld des Handels; die Bewertungszahlen von der Handelsseite, mit Abrufdatum.
Zwei Zeilen widersprechen sich innerhalb desselben Kastens. Beim Badewannenkasten nennt Kosmos auf der eigenen Seite 6 bis 9 Jahre, das Datenfeld des Handels 6 bis 8 Jahre. Clementoni schreibt im eigenen Shop „5+“, im Handel stehen 5 bis 10 Jahre. Keine der beiden Abweichungen ist gefährlich. Sie zeigen nur, wie lose eine Altersangabe bei Kästen ohne Chemikalien gehandhabt wird.
Die Zeile „Ersatzteile“ trennt das Feld am schärfsten. Kosmos betreibt eine eigene Ersatzteilsuche: „Mein erster Experimentierkasten – Technik“ steht dort mit 30 Teilen, „Naturgesetze“ mit 27, bis hin zu Kressesamen und Knete. Der Badewannenkasten dagegen steht dort mit „Keine Ersatzteile verfügbar“. Clementoni verkauft einzelne Komponenten laut Hilfe-Center nicht. Science4you sagt nichts dazu.
Das Segment oben in jeder Karte beruht nicht auf einem Betrag. Es ordnet den Kasten im Handel ein: Badewanne, Clementoni und Technik am Einstieg, Naturgesetze und Science4you in der Mitte. Die Stimmenzahlen reichen von 299 bis 3.166. Bei drei Kästen gelten sie für ein Angebot mit mehreren Ausführungen; das steht in der jeweiligen Karte.
Die Zeile „Anleitung“ trennt das Feld am schärfsten. Zwei Hersteller zeigen ihre Anleitung vor dem Kauf, zwei Kästen derselben Reihe haben keine öffentliche, und bei einem öffnet sie sich nur mit einem Code. Die Zeile „Herkunft“ stammt aus dem Datenfeld des Handels: Taiwan beim Technik-Kasten, Deutschland bei Naturgesetze und Badewanne, Italien bei Clementoni, Portugal bei Science4you. Für die Entscheidung trägt sie wenig, für die Frage, wo eine Reklamation landet, schon eher.
Welche Erscheinungen die Kästen zeigen
Unter derselben Altersangabe stecken sehr verschiedene Fächer. Die Übersicht stellt zusammen, welche Themen die Hersteller selbst nennen und, wo eine Anleitung vorliegt, welche Versuche tatsächlich darin stehen.
| Kasten | Themen | Schwerpunkt |
|---|---|---|
| Badewanne | Oberflächenspannung, Strömung, Luft als Stoff, Wasserkraft, Hydraulik, Lichtbrechung, Taucherglocke | Physik des Wassers |
| Clementoni | Grund- und Mischfarben, Volumen, Mischbarkeit, verbundene Gefäße, Gewicht und Gleichgewicht, Verdrängung, Schwimmen | Farben und Wasser |
| Technik | Hebel, Flaschenzug, Antrieb, Schaufelrad, Fallschirm, Papierflieger | Mechanik |
| Naturgesetze | Seifenblasen, Schwimmen, Pflanzenwachstum und Verdunstung, Magnetismus, Farbtrennung | Biologie, Chemie und Physik laut Hersteller |
| Science4you | Farben mischen, Pflanzen, Seifenblasen, Wasserxylophon, Schwimmen, Zuckerregenbogen, Knete, Vulkan | gemischt, mit Küchenchemie |
Zwei Kästen bleiben bei einem Stoff, dem Wasser, und gehen dort in die Tiefe. Der Badewannenkasten erklärt in neun Versuchen sieben verschiedene Erscheinungen — vom Wasserberg, den die Oberflächenspannung zusammenhält, bis zum Strohhalm, der im Wasser geknickt aussieht, weil Licht dort langsamer ist. Clementoni bleibt bei Farben, Volumen und Gewicht. Die beiden Kosmos-Kästen der Reihe „Mein erster Experimentierkasten“ und Science4you streuen breiter.
Für einen ersten Kasten ist das eine echte Entscheidung. Ein Kind, das schon in der Badewanne mit Bechern experimentiert, bekommt dort Erklärungen für das, was es kennt. Ein Kind, das gern baut, findet im Technik-Kasten Räder und Zahnräder. Die Versuchszahl hilft bei dieser Wahl nicht; das Thema schon.
Kosmos beschreibt den Naturgesetze-Kasten ausdrücklich als Einstieg in „Biologie, Chemie und Physik“. Bei sechsjährigen Kindern sind solche Fachgrenzen allerdings eher eine Ordnung für Erwachsene. Hilfreicher ist die Frage, ob ein Kasten bei einem Gegenstand bleibt — Wasser, Farbe, Räder — oder springt. Kästen, die bleiben, bauen Versuch auf Versuch auf; Kästen, die springen, bieten jeden Tag etwas Neues.
Welcher Kasten für welchen Nachmittag
Eine Rangfolge ergibt sich aus der Auszählung nicht. Zwei Kästen tragen aber je eine Situation besser als die anderen, und beide Gründe lassen sich an den Anleitungen nachprüfen.
Wenn außer Wasser und Seife nichts besorgt werden soll

Kosmos
Experimente für die Badewanne
Wenn Spritze und Waage länger halten sollen als die Versuche

Clementoni
Galileo Lab – Meine ersten Experimente
Wer bauen statt mischen will, findet das nur bei „Mein erster Experimentierkasten – Technik“ — mit dem Vorbehalt, dass die Anleitung vor dem Kauf nicht einsehbar ist. Wer die meisten Versuche sucht, landet bei „Naturgesetze“ mit 29, ohne zu wissen, wie viele davon Zusatzmaterial verlangen.
Gegen beide Kästen spricht je ein Punkt, der nicht verschwiegen werden sollte. Der Badewannenkasten ist an einen Ort gebunden: Ohne Wanne oder große Schüssel funktionieren die meisten seiner neun Versuche nicht, und der Pflichtsatz verlangt einen Erwachsenen am Wannenrand. Clementoni braucht für zwei Einheiten Lebensmittel und vor dem ersten Versuch eine Schere in erwachsener Hand.
Science4you hat keine Rolle bekommen, weil sich vor dem Kauf nicht prüfen lässt, was der Kasten verlangt, und weil seine Bewertungen die schwächsten im Feld sind. „Naturgesetze“ und „Technik“ haben keine bekommen, weil ihre Anleitungen nicht öffentlich sind; beide haben gute Bewertungen und konkrete Zusatzlisten.
Kosmos Experimente für die Badewanne: neun Versuche im flachen Wasser
Der kleinste Kasten im Feld misst laut Hersteller 20,7 mal 13 mal 5,5 Zentimeter und wiegt laut Datenfeld 180 Gramm. Darin: ein Styroporboot, ein Pustehalm, ein Ball, zwei Spritzen, ein Holzstab, fünf Murmeln, ein Schlauch, ein Messbecher, eine Schale mit Deckel, drei Stehfüßchen, ein Folienstanzbogen und eine Pipette. Die Anleitung hat 12 Seiten, ist wasserfest und darf mit in die Wanne.
Die Herstellerseite nennt keine Versuchszahl. In der Anleitung sind es neun: vom Wasserberg über das Wasserrad und die Hydraulik mit zwei Spritzen bis zur Taucherglocke, unter der ein Pirat trocken bleibt. Zwei Hinweise sind für Eltern nützlich. Versuch 1 und 2 gelingen nur, wenn alle Teile „ganz sauber und frei von Seifenresten“ sind — wer mit dem Seifenboot anfängt, verdirbt sich den Wasserberg. Und nach dem Baden gehören alle Teile abgewaschen und offen auf ein Handtuch.
Auf Seite 3 steht: „Nur im flachen Wasser unter Aufsicht von Erwachsenen verwenden.“ Das ist keine Formulierung von Kosmos, sondern wörtlich der Warnhinweis, den die Spielzeugrichtlinie in Anhang V für Wasserspielzeug vorschreibt. Die Aufsicht ist bei diesem Kasten also Pflicht, nicht Empfehlung. Mit 3.166 Stimmen und 85 Prozent vier oder fünf Sternen ist er der am breitesten bewertete im Feld. Die schlechteste Bewertung auf der Produktseite betrifft eine offenbar geöffnete Packung mit fehlenden Teilen — ein Händlerproblem, aber eines ohne Ersatzteil beim Hersteller.
| Alter laut Hersteller | 6 bis 9 Jahre laut Herstellerseite |
|---|---|
| Alter im Handel | 6 bis 8 Jahre im Datenfeld des Handels |
| Versuche | 9 laut Anleitung; die Herstellerseite nennt keine Zahl |
| Nur mit Kasteninhalt | 6 von 9, dazu Badewasser |
| Zusatzmaterial | Wasser, Seife; für einen Versuch ein Lappen |
| Anleitung | wasserfest, 12 Seiten, als PDF beim Hersteller abrufbar |
| Lesebedarf | Bildschritte, „ohne Lesekenntnisse“ laut Hersteller |
| Aufsicht | „Nur im flachen Wasser unter Aufsicht von Erwachsenen verwenden.“ |
| Ersatzteile | keine, laut Ersatzteilsuche des Herstellers |
| Karton | 20,7 × 13 × 5,5 cm |
| Herkunft | Deutschland laut Datenfeld |
Die Anleitung trägt die Jahreszahlen 2012 und 2016 und den Vermerk „2. Auflage“, das Datenfeld des Handels nennt einen Erscheinungstag im November 2019. Der Kasten ist also seit Jahren im Programm, und die Bewertungen spiegeln das wider. Fachlich gibt die Anleitung kurze, richtige Erklärungen: Wasser lässt sich nicht zusammendrücken und schiebt deshalb die zweite Spritze; Licht ist im Wasser langsamer und ändert an der Grenze seine Richtung; Wasserräder gibt es laut Anleitung seit über 2000 Jahren.
Clementoni Meine ersten Experimente: Werkzeug mit Farbstoff
Der Kasten trägt eine lizenzierte Marke: Die Anleitung weist eine Lizenz der Seven.One Entertainment Group aus, hergestellt wird in Recanati in Italien. Drin sind ein Ständer, ein Drei-Wege-Verteiler, ein durchsichtiger Schlauch, Farbstoffe, eine Pipette, ein Messbecher, eine Waage, Spritzen, Spatel und Rührstab und Reagenzgläser mit Stopfen. Die Anleitung hat 16 Seiten und verweist auf Videoanleitungen im YouTube-Kanal des Herstellers.
Der Schwerpunkt liegt auf Farben und Wasser. Gelb, Cyan und Magenta werden gelöst und gemischt, bis ein Dunkelgrau entsteht, das die Anleitung „Bistro“ nennt. Vier Reagenzgläser füllen ein Glas; zwei Spritzen am Schlauch zeigen, dass Wasser in verbundenen Gefäßen gleich hoch steht. Diese vier Einheiten brauchen nur Wasser. Die übrigen drei greifen ins Haus: Öl, ein farbiges Getränk, Kaffeepulver und Salz für die Frage, was sich mit Wasser mischt; Münzen, Korken, Kieselsteine und Salz für die Waage; Knete, eine Kaffeetasse und ein größerer Behälter für den Schwimmversuch.
Die Herstellerangabe „5+“ und das Datenfeld mit 5 bis 10 Jahren lassen Raum nach oben. Ob er genutzt wird, hängt am Werkzeug: Waage und Spritzen funktionieren weiter, wenn die Farbstoffe aufgebraucht sind. Ersatz für einzelne Komponenten bietet Clementoni nicht an; fehlt etwas, verweist das Hilfe-Center auf ein Support-Ticket. Von 887 Stimmen vergeben 87 Prozent vier oder fünf Sterne. Eine Bewertung vom August 2026 meldet, die Versuche funktionierten nicht, ohne zu sagen, welche.
| Alter laut Hersteller | 5+ laut Herstellershop |
|---|---|
| Alter im Handel | 5 bis 10 Jahre im Datenfeld des Handels |
| Versuche | 7 Versuchseinheiten in der Anleitung; der Hersteller nennt keine Zahl |
| Nur mit Kasteninhalt | 4 von 7, dazu Leitungswasser |
| Zusatzmaterial | Münzen, Korken, Kieselsteine, Knete, Tasse; Öl, Salz, Zucker, Kaffeepulver, ein Getränk |
| Anleitung | 16 Seiten, als PDF über das Hilfe-Center des Herstellers, dazu Videos |
| Lesebedarf | große Bilder, aber erklärende Sätze in Großbuchstaben |
| Aufsicht | Hilfe eines Erwachsenen beim Zuschneiden des Schlauchs verlangt |
| Ersatzteile | keine Einzelteile; der Hersteller nennt einen Weg über ein Support-Ticket |
| Karton | keine Angabe |
| Herkunft | Italien laut Datenfeld |
Eine Stelle verdient einen Satz der Eltern. Auf Seite 15 schließt die Anleitung, ob ein Gegenstand schwimme, hänge „nicht von seinem Gewicht“, sondern „von seiner Form“ ab — die Knetkugel geht unter, das Knetschiffchen schwimmt. Das ist eine Vereinfachung. Eine Seite vorher zeigt derselbe Kasten, wie Münzen den Wasserstand heben; wer beide Versuche verbindet, kommt der vollständigen Erklärung näher: Ein Gegenstand schwimmt, wenn er so viel Wasser verdrängt, wie er wiegt, und die Form entscheidet, wie viel er verdrängt.
Mein erster Experimentierkasten Technik: einundzwanzig Aufbauten
Der einzige Kasten im Feld, in dem vor allem gebaut wird. Rund 45 Systemteile — Schaufelrad, Rahmen, Zahnräder, Räder, Kranhaken, Dübelheber — dazu Stanz- und Bastelbögen, ein Fallschirm, Schnur, Trinkhalme und eine Pipette. Daraus entstehen laut Hersteller 21 Versuche: ein Auto, das zum Schaufelradboot umgebaut wird, ein Papierflieger, Hebel und Flaschenzüge. Die Altersangabe lautet bei Kosmos und im Handel gleich: 5 bis 8 Jahre.
Die Zusatzliste ist die konkreteste im Feld. Kosmos nennt eine Münze, Paketschnur, Murmeln, zwei leere kleine Joghurtbecher und ein langes Holzbrett als Rampe, „und weitere, haushaltsübliche Materialien“. Murmeln und ein Brett liegen nicht in jedem Haushalt bereit. Wie viele der 21 Versuche davon betroffen sind, lässt sich nicht auszählen: Im Anleitungsarchiv des Herstellers steht die Anleitung zu diesem Kasten nicht.
Eine Bewertung vom Juli 2023 mit drei Sternen beschreibt die Schwäche der Bauart genau: „sehr viel Papier“, die Experimente ließen sich „nur einmalig durchführen, danach ist der Aufbau meist kaputt“, und wer ein neues Experiment baue, müsse das vorige zerlegen. Eine andere meldet ein fehlendes Teil, das der Kosmos-Service nachschickte. Inzwischen führt die Ersatzteilsuche den Kasten mit 30 Teilen, vom Dübel bis zum Zahnrad. Von 752 Stimmen vergeben 88 Prozent vier oder fünf Sterne.
| Alter laut Hersteller | 5 bis 8 Jahre |
|---|---|
| Alter im Handel | 5 bis 8 Jahre |
| Versuche | 21 laut Hersteller |
| Nur mit Kasteninhalt | nicht auszählbar, weil die Anleitung nicht öffentlich ist |
| Zusatzmaterial | Münze, Paketschnur, Murmeln, 2 leere kleine Joghurtbecher, langes Holzbrett als Rampe und weitere |
| Anleitung | gedruckt; nicht im Anleitungsarchiv des Herstellers |
| Lesebedarf | Handgriffe in Bildern, „ohne Lesekenntnisse“ laut Hersteller |
| Aufsicht | kein eigener Hinweis auf der Herstellerseite |
| Ersatzteile | 30 Teile in der Ersatzteilsuche des Herstellers |
| Karton | 37,5 × 29,5 × 8,5 cm |
| Herkunft | Taiwan laut Datenfeld |
Kosmos nennt als Erscheinungstag den 19. August 2021, das Datenfeld 732 Gramm und als Material Kunststoff und Papier. Die Systemteile aus Kunststoff überstehen viele Aufbauten; die Bögen aus Papier und Pappe nicht. Wer den Kasten länger nutzen will, hebt die Systemteile getrennt auf und rechnet damit, dass die gefalteten Teile nach dem ersten Durchgang erledigt sind.
Wer den Kasten für ein Kind kauft, das Bauklötze oder Steckbausteine kennt, findet hier den vertrautesten Einstieg; die Versuche beginnen mit einem Fahrzeug, nicht mit einer Lösung.
Mein erster Experimentierkasten Naturgesetze: neunundzwanzig Versuche, eine Zimmerpflanze
Mit 29 Versuchen laut Hersteller hat dieser Kasten die meisten im Feld, und die Inhaltsliste ist die längste: Luftkissenboot, Seifenboot, Seifenblasenring, Kreisel, eine Obelisk-Sonnenuhr, Kressesamen, Tontopf, Saugnapf, Lupe, Pipetten, zwei Messbecher mit Deckel, Trichter, Filterpapier, Knete, Faden, Löschpapier, Büroklammern und Gummiringe. Die Themen reichen von schillernden Seifenblasen bis zur Frage, ob eine Pflanze schwitzen kann.
Zusätzlich nennt Kosmos Seifenflocken, einen Wolllappen und eine Zimmerpflanze, „sowie weitere, haushaltsübliche Materialien“. Die Zimmerpflanze ist ein Sonderfall: Sie ist kein Verbrauchsmaterial, aber auch nicht in jedem Haushalt vorhanden, in dem gerade ein Sechsjähriger wohnt. Die Kressesamen sind dagegen echtes Verbrauchsmaterial; nach dem ersten Aussäen sind sie weg. Kosmos führt sie in der Ersatzteilsuche als eigenes Teil, zusammen mit 26 weiteren, von der Knete bis zum Filterpapier.
Das Angebot im Handel bündelt mehrere Kästen der Reihe; die Bewertungen auf der Seite tragen den Vermerk „Stil: Naturgesetze“. Von 299 Stimmen vergeben 91 Prozent vier oder fünf Sterne, die beste Verteilung im Feld. Die eine kritische Bewertung vom September 2026 meldet, dass nicht alle Experimente funktionierten, weil Styroporteile beschädigt ankamen. Eine andere beschreibt ein siebenjähriges Mädchen, dessen Lieblingsversuch darin bestand, mit der Pipette andere nass zu spritzen.
| Alter laut Hersteller | 5 bis 8 Jahre |
|---|---|
| Alter im Handel | 5 bis 8 Jahre |
| Versuche | 29 laut Hersteller |
| Nur mit Kasteninhalt | nicht auszählbar, weil die Anleitung nicht öffentlich ist |
| Zusatzmaterial | Seifenflocken, Wolllappen, Zimmerpflanze und weitere |
| Anleitung | gedruckt; nicht im Anleitungsarchiv des Herstellers |
| Lesebedarf | Schritt-für-Schritt-Bilder, „ohne Lesekenntnisse“ laut Hersteller |
| Aufsicht | kein eigener Hinweis auf der Herstellerseite |
| Ersatzteile | 27 Teile in der Ersatzteilsuche des Herstellers, darunter Kressesamen |
| Karton | 37,5 × 29,8 × 8,2 cm |
| Herkunft | Deutschland laut Datenfeld |
Zwei Versuche aus der Beschreibung des Herstellers kommen in ähnlicher Form auch im Schülerlabor vor, dessen Anleitung öffentlich ist: die schwarze Farbe, aus der ein bunter Regenbogen wird — dort Versuch 8, „Farben trennen“, mit Filterpapier, Wasser und einem wasserlöslichen schwarzen Filzstift — und eine Pflanze, die wächst. Wenn der Naturgesetze-Kasten ähnlich aufgebaut ist, braucht auch er einen solchen Filzstift; die Zusatzliste nennt ihn nicht, das „weitere“ deckt ihn vielleicht ab.
Für Familien ohne Garten ist der Kasten trotzdem passend: Kressesamen, Tontopf und eine Fensterbank reichen für den Wachstumsversuch.
Science4you Mein erstes Experimentierkasten: Laborgerät, Anleitung online
Der portugiesische Hersteller listet auf seiner Seite 34 Posten auf, und sie sehen nach Labor aus: Schutzbrille, Handschuhe, Petrischale, Reagenzgläser mit Deckeln und Ständer, Pasteurpipetten, Messbecher, Laborbecher, Farbstoffe, Gips, Natriumbicarbonat, Maisstärke, Bohnensamen, Luftballons, ein Vulkan. 26 Experimente verspricht die Seite, ab 4 Jahren, mit dem Hinweis „Benutzung unter Aufsicht von Erwachsenen“.
Die Anleitung gibt es nur online. Auf der Seite des Herstellers gibt man dafür einen Code ein, der auf der Verpackung oder einem Flyer steht. Für einen Sechsjährigen bedeutet das: Ohne Erwachsenen und ohne Telefon oder Tablet beginnt kein Versuch. Eine Bewertung vom Januar 2025 schreibt, der QR-Code habe auf drei Telefonen nicht funktioniert und die Anleitung sei nur auf Englisch zu finden gewesen; eine belgische Käuferin bedauert, dass das Handbuch nicht gedruckt ist. Vor dem Kauf lässt sich deshalb nicht prüfen, wie viele der 26 Experimente Zusatzmaterial brauchen.
Die Sterneverteilung ist die schwächste im Feld: 76 Prozent vier oder fünf Sterne, 10 Prozent ein Stern. Mehrere der sichtbaren Bewertungen stammen aus einem Programm, in dem Rezensenten das Produkt kostenlos erhielten; sie sind auf der Handelsseite so gekennzeichnet. Eine davon fasst den Kasten in einem Satz zusammen, der für alle fünf gilt: geeignet für Vorschulkinder, „muss aber von einem Erwachsenen begleitet werden“.
| Alter laut Hersteller | ab 4 Jahren |
|---|---|
| Alter im Handel | ab 4 Jahren |
| Versuche | 26 laut Hersteller |
| Nur mit Kasteninhalt | nicht auszählbar, weil die Anleitung nur mit Code abrufbar ist |
| Zusatzmaterial | keine Liste beim Hersteller |
| Anleitung | nur online, Zugang mit Code von Verpackung oder Flyer |
| Lesebedarf | keine Angabe |
| Aufsicht | „Benutzung unter Aufsicht von Erwachsenen“ laut Herstellerseite |
| Ersatzteile | keine Angabe |
| Karton | 38,2 × 29,4 × 8 cm |
| Herkunft | Portugal laut Datenfeld |
Der Inhalt wiegt laut Hersteller 684,67 Gramm, der Karton misst 38,2 mal 29,4 mal 8 Zentimeter. Zwei Posten der Liste sind echtes Verbrauchsmaterial mit chemischem Namen: Natriumbicarbonat, also Natron, und Gips. Beides ist kein Spezialstoff; einen Hinweis zum Nachkauf gibt der Hersteller nicht. Das Angebot im Handel bündelt mehrere Ausführungen der Reihe; die Bewertungen auf der Seite tragen den Vermerk „Mein Erstes Kit“.
Was nach dem ersten Durchgang fehlt
Ein Experimentierkasten verbraucht sich auf drei Arten, und jede sieht man ihm im Laden nicht an. Die erste ist Material, das im Versuch aufgeht: Farbstoffe, Kressesamen, Seifenflocken, Gips, Natron, Maisstärke. Die zweite sind Bastelbögen, die einmal ausgeschnitten und geklebt werden. Die dritte sind Aufbauten, die einen Umbau nicht überstehen. Werkzeug — Spritzen, Pipetten, Messbecher, eine Waage — verbraucht sich kaum.
Nach dieser Einteilung trägt der Badewannenkasten am längsten: Bis auf den Stanzbogen ist alles Werkzeug, und die Versuche lassen sich bei jedem Bad wiederholen. Clementoni liegt dazwischen, weil die Farbstoffe zur Neige gehen, Waage und Spritzen aber bleiben. Bei „Naturgesetze“ und Science4you steckt mehr Verbrauch im Karton; wie viel genau, sagt keine öffentliche Anleitung. Bei „Technik“ hängt es an Pappe und Papier, wie die Bewertung mit dem „sehr viel Papier“ zeigt.
Nachschub vom Hersteller gibt es bei zwei der fünf Kästen, beide von Kosmos: 30 Teile für „Technik“, 27 für „Naturgesetze“. Der dritte Kosmos-Kasten, die Badewanne, hat keines, obwohl derselbe Hersteller es bei verwandten Kästen kann: Die Ersatzteilsuche führt für das Schülerlabor der ersten und zweiten Klasse 44 Teile, für „Mein erster Experimentierkasten – Körper & Sinne“ 19, für das Vorschul-Labor 22. Die Anleitung des Schülerlabors schreibt es sogar auf Seite 2: Die Teile ließen sich auf kosmos.de nachbestellen.
Für Käufer heißt das: Wer einen Kasten zweimal benutzen will oder für ein jüngeres Geschwisterkind aufheben möchte, sollte vorher in die Ersatzteilsuche schauen, nicht nachher. Bei Clementoni lautet die Antwort grundsätzlich nein: Einzelne Komponenten werden laut Hilfe-Center nicht separat verkauft. Wie unterschiedlich Verlage das bei Gesellschaftsspielen lösen, zeigt unser Überblick über die Ersatzteilwege von neun Spieleverlagen.
Ein praktischer Nebeneffekt: Kästen, deren Werkzeug bleibt, lassen sich mit eigenem Material weiterführen. Farbstoffe ersetzt Lebensmittelfarbe, Seifenflocken ersetzt ein Stück Kernseife. Bastelbögen ersetzt nichts, es sei denn, man zeichnet sie nach.
Zweiunddreißig Dinge aus dem Haushalt
Wie lang eine Zusatzliste werden kann, wenn ein Hersteller sie vollständig aufschreibt, zeigt wieder das Kosmos-Schülerlabor. Auf Seite 2 steht unter „Was du zusätzlich brauchst“ eine Liste mit 32 Posten. Wir haben sie in vier Gruppen zu je acht sortiert.
| Gruppe | Posten |
|---|---|
| Schreiben und Basteln, 8 | Bleistift, wasserlösliche Filzstifte, grüne Wachskreide, Schere, Klebstoff, Klebefilm, Blatt Papier, Büro-Locher |
| Geräte, 8 | 2 Taschenlampen, Meterstab, Regenschirm, Föhn, Uhr, Stoppuhr, Bildschirm, Kühlschrank |
| Küche, 8 | Zucker, Salz, Speisestärke, Speiseöl, Flüssigseife, Kunststoff-Schüssel, Wasser, Löffel |
| Behälter und Kleinkram, 8 | eckige Saft- oder Milchpackung, runde Kunststoff-Flasche, Murmel, Stein, Zeitung, Gefrierbeutel, Luftballon, Trinkhalm |
Fast nichts davon muss gekauft werden; das meiste steht in jeder Wohnung. Die Liste zeigt aber, wie sehr ein Kasten für die Grundschule auf den Haushalt baut. Die Gruppe „Schreiben und Basteln“ deckt sich zum Teil mit dem, was Schulen für die erste Klasse ohnehin verlangen.
Gegen diese Liste wirken die Angaben unserer fünf Kästen schmal: Kosmos nennt für „Technik“ fünf Dinge und „weitere“, für „Naturgesetze“ drei und „weitere“, für den Badewannenkasten zwei. Clementoni nennt seine Zusatzdinge nur in der Anleitung, Science4you gar nicht. Das heißt nicht, dass diese Kästen weniger brauchen. Es heißt, dass man es erst beim Aufschlagen erfährt.
Für die Praxis lässt sich daraus eine Vorratskiste ableiten, die fast jeden ersten Kasten trägt: Schere, Klebstoff, Klebefilm, Bleistift, eine Taschenlampe, ein paar Münzen, Murmeln, ein Stück Seife, Salz, Zucker, Speisestärke, ein leerer Joghurtbecher und eine Plastikflasche. Mit dieser Kiste neben dem Karton schrumpft die Einkaufsliste bei allen fünf Kästen auf wenige Einzelstücke wie das Brett für die Rampe.
Sieben Minuten am Tisch, sieben Tage auf der Fensterbank
Von den fünf Kästen nennt keiner eine Dauer je Versuch. Die einzige Anleitung im Umfeld, die es tut, ist die des Kosmos-Schülerlabors für die erste und zweite Klasse: Über jedem Versuch steht eine Zeitangabe. Sie taugt als Maßstab, weil sie für dieselbe Altersgruppe geschrieben ist und dieselben Arten von Versuchen enthält — Licht, Farben, Luft, Wasser, Kresse.
| Dauer laut Anleitung | Zahl der Versuche |
|---|---|
| bis 3 Minuten | 6 |
| 5 bis 7 Minuten | 8 |
| 10 Minuten | 4 |
| 15 bis 20 Minuten | 7 |
| über Tage: Sonnenuhr, Kresse | 2 |
26 Versuche haben eine Minutenangabe. Zusammen ergeben sie 224 Minuten, also knapp dreidreiviertel Stunden, und die Hälfte dauert 7 Minuten oder weniger. Der kürzeste — eine weiße Fläche auf einem Bildschirm unter der Lupe — braucht 1 Minute, die längsten 20 Minuten. Zwei Versuche sprengen die Rechnung: Die Sonnenuhr braucht einen sonnigen Tag und einen Start zwischen 10 und 12 Uhr, die Kresse 10 Minuten Arbeit und 7 Tage Warten.
Für Eltern ist diese Verteilung wichtiger als die Versuchszahl. Ein Kasten mit vielen kurzen Versuchen füllt einen Regennachmittag; nach drei oder vier Stunden reiner Versuchszeit ist er durch, wenn das Kind dranbleibt. Die Versuche mit Wartezeit sind die, an denen es am ehesten das Interesse verliert — und zugleich die, die am meisten über Pflanzen und Wetter zeigen. Bei „Naturgesetze“ deuten Kressesamen und Sonnenuhr auf solche Versuche hin; die Dauer nennt Kosmos dort nicht.
Eine Faustzahl für die übrigen Kästen lässt sich daraus nicht ableiten, ein Anhaltspunkt schon: Die neun Versuche des Badewannenkastens sind nach ihrem Aufbau eher kurz, die 21 Aufbauten des Technik-Kastens eher lang, weil gebaut und umgebaut wird. Bei Science4you bindet die Gips-Arbeit Zeit, weil Gips trocknen muss; eine Dauer nennt der Hersteller nicht.
Die erste Woche mit dem Kasten
Aus den Anleitungen lässt sich ein Ablauf ableiten, der den Kasten trägt, statt ihn in einem Nachmittag aufzubrauchen. Er ist keine Vorschrift eines Herstellers, sondern eine Reihenfolge, die aus deren Hinweisen folgt.
Am Tag vor dem Auspacken liest ein Erwachsener die Zusatzliste — auf der Herstellerseite bei Kosmos, in der Anleitung bei Clementoni — und legt bereit, was fehlt. Bei Science4you gehört dazu, den Code einzugeben und die Anleitung auf einem Gerät zu öffnen, das das Kind bedienen darf.
Am ersten Tag wird ausgepackt und gezählt. Eine Bewertung zum Technik-Kasten beschreibt genau das: Kind und Vater prüften zuerst die Vollständigkeit und fanden ein fehlendes Teil. Was jetzt fehlt, lässt sich noch reklamieren; nach drei Versuchen weiß niemand mehr, ob es je da war. Danach die Vorbereitung, die ein Erwachsener übernimmt, etwa den Schlauch bei Clementoni zuschneiden.
Am zweiten und dritten Tag folgen die Versuche, die nur den Kasten brauchen. Sie schaffen das Erfolgserlebnis, ohne dass jemand suchen muss. Beim Badewannenkasten gilt die Reihenfolge der Anleitung: erst Wasserberg und Drehung, dann Seife.
Zur Wochenmitte kommt ein Versuch mit Wartezeit dazu, wenn es einen gibt — Kresse, Sonnenuhr —, damit über die nächsten Tage etwas zu beobachten bleibt.
Am Wochenende stehen die Versuche mit Lebensmitteln oder Helfer an, wenn mehr Zeit ist. Und am Ende kommt das Aufräumen, das die Anleitungen selten erwähnen: Werkzeug spülen, Bögen sortieren, Verbrauchtes notieren.
Ein letzter Schritt fehlt in allen Anleitungen: aufschreiben, was verbraucht ist. Ein Zettel im Deckel — „Kresse leer“, „noch zwei Farbtabletten“ — erspart beim nächsten Regentag die Enttäuschung und zeigt, ob ein Nachkauf bei einem Hersteller überhaupt möglich ist, solange der Kasten noch im Handel steht.
Drei Nachmittage: Geburtstag, Regenferien, zwei Geschwister
Der sechste Geburtstag. Der Kasten wird am Vormittag ausgepackt, am Nachmittag sind Gäste da, und niemand hat Zeit, nach Murmeln oder einer Zimmerpflanze zu suchen. Hier zählt, was ohne Einkauf funktioniert, und ob ein Erwachsener die Anleitung in zwei Minuten überblickt. Eine Bewertung zum Badewannenkasten beschreibt genau diesen Fall: zum sechsten Geburtstag verschenkt, und der Beschenkte freute sich schon aufs nächste Baden. Das ist der Vorteil eines Kastens, dessen Versuche an einen festen Ort gebunden sind — er verschiebt sich von selbst auf den Abend.
Die Regenwoche in den Herbstferien. Jetzt ist Zeit da, und ein Kasten mit vielen Versuchen und einer langen Zusatzliste wird zum Projekt. „Naturgesetze“ mit 29 Versuchen oder „Technik“ mit 21 tragen eine solche Woche eher als ein Kasten mit neun Versuchen. Ein Erwachsener sollte vorher wissen, dass Murmeln, Joghurtbecher und ein Brett gebraucht werden. Die Versuche mit Wartezeit passen hierher, weil sie über die Woche reichen.
Zwei Geschwister, vier und sieben Jahre alt. Hier wird die Altersangabe zur Aufgabe. Science4you nennt „ab 4“, Clementoni „5+“ mit einer Obergrenze von 10 Jahren im Handel; beide lassen beide Kinder zu. Der Ältere liest vor, der Jüngere pipettiert. Eine Bewertung zu Clementoni von einer Familie mit Kindern von 3 und 5 Jahren beschreibt genau diese Mischung — mit dem Zusatz, dass die Versuche aus Sicht eines Erwachsenen „etwas langweilig“ seien. Für Geschwister mit großem Abstand ist das kein Nachteil.
In allen drei Fällen entscheidet weniger der Kasten als die Vorbereitung: eine gelesene Zusatzliste, eine bereitgestellte Vorratskiste, ein Erwachsener, der weiß, an welchen Stellen er gebraucht wird. Wer das am Vortag erledigt, macht aus einem Kasten mit langer Liste einen, der sich so leicht anfühlt wie der mit der kurzen.
Wer schenkt, kann einen Teil dieser Vorbereitung mitschenken: die Zusatzliste ausgedruckt in den Karton legen, eine Tüte Murmeln oder ein Stück Seife dazu. Das kostet wenig und erspart der beschenkten Familie den Gang durch die Schränke am Geburtstag.
Was Käufer nach Wochen schreiben
Gelesen haben wir die Bewertungen, die die fünf Produktseiten ohne Anmeldung zeigen, je acht bis dreizehn, dazu die Sterneverteilung. Repräsentativ ist eine solche Auswahl nicht. Sie zeigt aber, welche Themen wiederkehren, sobald ein Kasten nicht mehr neu ist.
Fehlende Teile kommen bei drei von fünf Kästen vor. Beim Technik-Kasten schickte der Hersteller das Teil nach, beim Badewannenkasten betraf es eine offenbar geöffnete Packung, bei Science4you schreibt ein Käufer, es seien „nicht alle Materialien vorhanden“. Wo es weiterging, entschied der Service, nicht eine Ersatzteilseite.
Versuche, die nicht gelingen, melden Bewertungen zu Clementoni und zu „Naturgesetze“. Bei „Naturgesetze“ wird ein Grund genannt — beschädigte Styroporteile —, bei Clementoni keiner. Bei „Technik“ geht es um Aufbauten, die den Umbau nicht überstehen.
Die Anleitung ist das dritte Thema, und hier trennt sich das Feld. Für Clementoni loben Käufer „große Bilder“ und „keine langen Texte“; Käufer aus Italien und Spanien bemängeln, dass sie nur auf Deutsch vorliegt. Bei Science4you ist die Anleitung selbst der häufigste Kritikpunkt: online, mit Code, teils nicht in der erwarteten Sprache.
Mit wem gespielt wird, steht in vielen positiven Bewertungen nebenbei: ein Achtjähriger, der mit seinem Vater experimentiert; ein Enkel, für den es „zusammen“ Spaß macht. Kaum eine Bewertung beschreibt ein Kind, das den Kasten allein durcharbeitet. Die Sterneverteilungen reichen von 91 Prozent vier oder fünf Sternen bei „Naturgesetze“ bis 76 Prozent bei Science4you.
Eine Bewertung zum Badewannenkasten erwähnt etwas, das in keiner Herstellerangabe steht: Die Piratenfigur aus Versuch 9 werde auch für Fantasiespiele benutzt. Das ist kein Versuchsergebnis, aber ein Hinweis darauf, was von einem Kasten bleibt, wenn die Versuche erledigt sind.
Was in keiner der gelesenen Bewertungen vorkommt: eine Beschwerde über zu wenige Versuche. Kritisiert werden fehlende Teile, Anleitungen und Material, nie die Zahl.
Wer die Kästen baut — und wer seine Anleitung zeigt
Drei der fünf Kästen stammen von Kosmos, dem Stuttgarter Verlag, dessen Hilfe-Center einen eigenen Abschnitt „Anleitungen Experimentierkästen“ führt. Am 3. Oktober 2026 standen dort 192 Einträge. Der Badewannenkasten ist darunter, die beiden Kästen „Mein erster Experimentierkasten – Technik“ und „– Naturgesetze“ sind es nicht, wohl aber „– Körper & Sinne“ aus derselben Reihe. Ein Muster ist darin nicht zu erkennen; es scheint davon abzuhängen, welche Datei hochgeladen wurde.
Clementoni ist ein Spielwarenhersteller aus Recanati in Italien, dessen Hilfe-Center vor allem Fragen zu Puzzles beantwortet; die Wissenschaftsreihe läuft unter einer lizenzierten Marke. Sein Hilfe-Center stellt die Anleitungen als Datei bereit, auch die zu „Meine ersten Experimente“. Für fehlende Teile hat es eine ausführliche Puzzle-Regel und eine knappe für alles andere: Einzelne Komponenten werden nicht separat verkauft.
Science4you ist ein Hersteller aus Portugal, der seine Anleitungen in sieben Sprachen online führt — Portugiesisch, Spanisch, Englisch, Französisch, Deutsch, Niederländisch, Italienisch — und hinter einen Code legt. Das spart Papier und erlaubt Korrekturen. Für den Käufer bedeutet es, dass er vor dem Kauf nicht hineinsehen kann.
Die beiden Kästen, die wegen ihres Datenfelds mit acht Jahren herausgefallen sind, haben wir nicht weiter verfolgt. Einer von ihnen schreibt in einem Angebotspunkt von einer fünfjährigen Tochter, die den Kasten liebe — in einem Angebot, dessen eigenes Datenfeld 8 bis 12 Jahre nennt.
Wie unterschiedlich der Service für dieselbe Frage aussieht, zeigt Clementoni selbst: Für Puzzles mit 500 bis 13.200 Teilen schickt der Kundendienst laut Hilfe-Center ein komplettes neues Puzzle, wenn Teile fehlen. Für Experimentierkästen gibt es keine vergleichbare Regel, nur den Satz, dass einzelne Komponenten nicht verkauft werden. Kosmos betreibt dagegen eine Ersatzteilsuche nach Barcode oder Titel — nur eben nicht für jeden Kasten.
Was die Kartons versprechen — und was davon belegt ist
Vier der fünf Hersteller sagen, was ihr Kasten bewirkt. Kosmos schreibt beim Technik-Kasten, das Material fördere „ganz nebenbei die Feinmotorik und Konzentration“, beim Naturgesetze-Kasten im Handel fast gleich lautend. Clementoni verspricht im Handelsangebot, der Kasten schule „logisches Denken, Beobachtungsgabe als auch die motorischen Fähigkeiten“. Science4you listet auf der eigenen Seite unter der Überschrift „Brain Activator“ Lernen, logisches Denken, Konzentration und Wortschatz.
Eine Quelle für eine dieser Wirkungen nennt keiner der vier. Weder auf den Herstellerseiten noch in den beiden öffentlichen Anleitungen findet sich eine Untersuchung, die zeigt, dass gerade dieser Kasten Konzentration oder Wortschatz verbessert. Das ist kein Vorwurf an die einzelnen Kästen — es gibt solche Untersuchungen für einzelne Spielzeuge kaum —, aber es ist ein Grund, diese Sätze beim Kauf nicht zu gewichten. Eine Bewertung zum Badewannenkasten übernimmt die Formel trotzdem: Er „fördert das Kind“.
Bei den Zahlen ist es ähnlich. „150 Experimente“ und „100+ Experimente“ stehen auf zwei Angeboten, die in der Trefferliste zu „ab 6“ erscheinen und im eigenen Datenfeld acht Jahre nennen. Eines davon erklärt außerdem, es entspreche „den DE-Sicherheitsanforderungen für Spielzeug“ — ohne Norm, ohne Prüfstelle. Eine solche Formel ersetzt keine Angabe.
Was sich belegen lässt, steht in den Anleitungen: welche Erscheinung ein Versuch zeigt, wie er erklärt wird, was er braucht. Danach haben wir gezählt. Die Förderformeln haben wir zitiert, nicht bewertet.
Wer einem Kind mit einem Kasten etwas mitgeben will, findet in den Anleitungen bessere Anhaltspunkte als auf den Kartons: die Fragen am Ende eines Versuchs, die „Nachgehakt“-Seiten im Schülerlabor, die kurzen Erklärungen im Badewannenkasten. Sie sind das, was ein Erwachsener am Tisch aufgreifen kann — und der eigentliche Unterschied zwischen einem Kasten und einer Tüte mit Material.
Was „ab 6“ auf diesen Kartons bedeutet
Die Spielzeugrichtlinie der EU verlangt in Anhang V, dass die Benutzereinschränkungen eines Spielzeugs „wenigstens das Mindest- oder Höchstalter der Benutzer“ enthalten. Wie hoch dieses Alter ist, legt bei Kästen wie diesen fünf der Hersteller fest, nach eigener Einschätzung. Eine Norm, die für einen Versuch mit Wasser und Spritzen ein bestimmtes Alter vorschreibt, gibt es nicht. Wo die Richtlinie überhaupt greift und wo ein Gegenstand kein Spielzeug mehr ist, zeigt unser Beitrag zur Frage, ob ein Kinderroller Spielzeug oder Sportgerät ist.
Zwei Ausnahmen sind für diese Seite wichtig. Kleinteile verlangen den Warnhinweis „Nicht für Kinder unter drei Jahren geeignet“, den alle drei Kosmos-Seiten führen, beim Technik-Kasten ergänzt um eine Strangulationsgefahr durch lange Schnüre. Und für chemisches Spielzeug schreibt dieselbe Richtlinie einen eigenen Satz vor: „Nicht geeignet für Kinder unter … Jahren. Benutzung unter Aufsicht von Erwachsenen.“ Das Alter setzt auch dort der Hersteller, der Aufsichtssatz ist aber Pflicht.
Keiner der fünf Kästen trägt diesen Chemie-Satz. Der Badewannenkasten trägt den Pflichtsatz für Wasserspielzeug, Science4you einen Aufsichtshinweis ohne Mindestalter dahinter. Eine Altersangabe von 5, 6 oder 4 Jahren ist bei allen fünf also eine Empfehlung, die Hersteller und Handel, wie die Tabelle zeigt, nicht einmal gleich lautend führen.
Bei Gesellschaftsspielen sieht es nicht besser aus. Dort haben wir fünf Anleitungen Seite für Seite ausgezählt und festgestellt, dass die Zahl auf der Schachtel die am wenigsten belastbare Angabe von allen ist. Nachzulesen, mit den Zahlen dahinter, in unserem Vergleich von Brettspielen ab 6 Jahren.
Was eine Altersangabe auf Spielzeug rechtlich ist und was nicht, haben wir für Brettspiele ausführlicher aufgeschrieben — dort mit der Frage, wer die Zahl festlegt und wofür sie steht. Die Antwort gilt hier ebenso; nachzulesen auf unserer Seite zur Altersangabe auf Spieleschachteln.
Welche Warnhinweise in diesen Kästen stehen
Gesammelt haben wir, was die Herstellerseiten und die beiden öffentlichen Anleitungen ausdrücklich warnen. Eine eigene Sicherheitsbewertung geben wir nicht ab; eine Prüfung der fünf Kästen durch Dritte haben wir nicht gefunden.
Kleinteile. Alle drei Kosmos-Seiten tragen den Satz „Nicht für Kinder unter 3 Jahren geeignet. Erstickungsgefahr, da kleine Teile verschluckt oder eingeatmet werden können.“ Science4you warnt ebenfalls vor Kleinteilen. Wer ein Geschwisterkind unter drei Jahren im Haus hat, räumt Murmeln, Stopfen und Perlen nach jedem Versuch weg.
Schnüre. Beim Technik-Kasten ergänzt Kosmos eine Strangulationsgefahr, „falls lange Schnüre um den Hals gelegt werden“. Der Kasten enthält Schnur, und die Zusatzliste verlangt Paketschnur.
Wasser. Der Badewannenkasten trägt den Pflichtsatz für Wasserspielzeug, „Nur im flachen Wasser unter Aufsicht von Erwachsenen verwenden“.
Farbe und Höhe. Die Kosmos-Anleitung für das Schülerlabor warnt, Färbetabletten färbten sehr intensiv, und rät zu alter Kleidung. Beim Propeller und beim Fallschirm, die aus größerer Höhe fallen sollen, verlangt sie „unbedingt“ die Hilfe eines Erwachsenen — zum Beispiel am Fenster oder im Treppenhaus.
Bemerkenswert ist, was fehlt: Keiner der fünf Kästen trägt den Warnhinweis für chemisches Spielzeug. Science4you liefert Schutzbrille und Handschuhe mit, nennt aber kein Mindestalter für die Stoffe darin, sondern „ab 4“ für den ganzen Kasten. Ob das für den Gips- oder Natronversuch mit einem Vierjährigen passt, entscheidet dann der Erwachsene, den der Hersteller ohnehin zur Aufsicht verlangt.
Für Eltern folgt daraus eine kurze Ordnung: Kleinteile nach jedem Versuch zurück in den Kasten, Schnüre nicht liegen lassen, Wasserversuche nie ohne Erwachsenen, Farbversuche mit Unterlage und alter Kleidung. Mehr verlangen die Hersteller dieser fünf Kästen nicht, weniger sollte es auch nicht sein.
Eine Minute vor dem Kauf
Fünf Fragen, die sich mit Ja oder Nein beantworten lassen und die Auswahl schneller eingrenzen als jede Versuchszahl.
Vor dem Kauf eines ersten Experimentierkastens
Abgeleitet aus den Anleitungen und Herstellerseiten der fünf Kästen dieses Vergleichs, Stand 3. Oktober 2026.
Wer bei der ersten Frage zweimal „nein“ hört, weil der Hersteller weder Liste noch Anleitung zeigt, kauft mit einer Unbekannten. Das muss kein Grund gegen den Kasten sein. Es heißt nur, dass die Einkaufsliste erst nach dem Auspacken entsteht.
Bei der dritten Frage lohnt Ehrlichkeit. Fast jede Bewertung, die einen gelungenen Nachmittag beschreibt, nennt einen Erwachsenen dabei. Und wer bei der letzten Frage mit „nein“ antwortet, sollte den Kasten als Verbrauchsgut sehen, das nach einem Kind fertig ist.
Die zweite Frage klingt banal und ist es nicht. Murmeln, ein Brett von einem Meter, eine Zimmerpflanze oder ein Kühlschrank für einen Gefrierversuch stehen nicht in jedem Haushalt bereit. Wer die Liste vorher liest, kann sie in Ruhe zusammentragen.
Die vierte Frage betrifft bisher nur einen Kasten im Feld, aber sie wird häufiger: Wenn eine Anleitung online liegt, braucht das Kind ein Gerät, und ein Erwachsener entscheidet, ob es damit allein am Tisch sitzen soll. Bei einem Kasten mit gedrucktem Heft stellt sich diese Frage nicht.
Wer alle fünf Fragen mit Ja beantwortet, wählt nach Thema und Ort: Wasser, Farbe, Räder, Pflanzen — Wanne oder Tisch.
Bis wann ein Kasten ab 6 trägt
Die Obergrenzen der Altersangaben liegen zwischen 8 und 10 Jahren: Technik und Naturgesetze 8 Jahre, der Badewannenkasten 8 Jahre im Handel und 9 Jahre beim Hersteller, Clementoni 10 Jahre im Handel. Science4you nennt keine Obergrenze. Danach beginnen die Kästen, die eine eigene Norm haben und andere Fragen stellen — Chemie- und Kristallkästen mit Pflichtwarnhinweis, Elektrokästen mit Batterien.
Wie lange ein Kasten wirklich trägt, hängt weniger an der Zahl als am Verhältnis von Werkzeug zu Verbrauch. Ein Kasten, dessen Versuche mit Wasser wiederholt werden können, wird mit sieben Jahren anders benutzt als mit sechs, aber er wird benutzt. Ein Kasten aus Bastelbögen ist nach einem Durchgang erledigt, unabhängig vom Alter. Bewertungen beschreiben beide Fälle: Ein Achtjähriger, der „Naturgesetze“ mit seinem Vater durcharbeitet, am oberen Ende der Altersangabe; eine Familie, für die beim Technik-Kasten nach einem Durchgang das meiste kaputt war.
Für die Einschulung, den häufigsten Anlass, ist der Zeitraum knapp: Wer mit sechs anfängt, hat bei einer Obergrenze von 8 Jahren zwei Jahre. Was zur Einschulung sonst gekauft wird und in welcher Reihenfolge, haben wir am Beispiel des Ranzens beschrieben — mit einem Hinweis auf diesen Cluster in unserem Vergleich der Ranzen für die erste Klasse.
Welche Stifte und Hefte die Schulen in der ersten Klasse tatsächlich verlangen — und dass Kleber und Schere dort ohnehin auf jeder Liste stehen —, zählt die Auswertung von sechzehn Materiallisten für Klasse 1 aus. Mit dieser Liste im Haus schrumpft die Zusatzliste mancher Kästen.
Eine Ausnahme bildet Werkzeug, das in größere Kästen mitwandert. Pipetten, Messbecher und Reagenzgläser kommen in Kästen für ältere Kinder wieder vor; wer sie aufhebt, hat beim nächsten Kasten Ersatz für verlorene Teile.
Und wer den Kasten nach zwei Jahren weitergibt, gibt mit ihm die Lücken weiter: verbrauchte Samen, ausgeschnittene Bögen, angebrochene Farbstoffe. Eine kurze Notiz im Deckel, was fehlt, ist dann mehr wert als die Versuchszahl auf dem Karton.
Wer den nächsten Schritt plant, findet die beiden üblichen Richtungen auf eigenen Seiten. Was ein Chemiekasten mit Pflichtsatz verlangt, von der Schutzbrille bis zu den Stoffen in Gramm, beschreibt unser Blick auf Chemiekästen ab acht Jahren. Welche Stecksysteme Elektrokästen verwenden und welche sich später erweitern lassen, zeigt die Gegenüberstellung von Druckknopf, Feder und Steckbrett.
Karton, Tischfläche, Schublade
Die Kartons reichen von 20,7 mal 13 Zentimetern beim Badewannenkasten bis 38,2 mal 29,4 Zentimetern bei Science4you. Die beiden Kosmos-Kästen „Mein erster Experimentierkasten“ messen 37,5 mal 29,5 und 37,5 mal 29,8 Zentimeter bei rund 8,5 Zentimetern Höhe. Clementoni nennt keine Maße. Das Gewicht liegt laut Datenfeld zwischen 180 Gramm beim Badewannenkasten und 732 Gramm beim Technik-Kasten.
Ein großer Karton hat einen Vorteil: Er dient als Aufbewahrung, wenn die Einlage stabil ist. Ein kleiner passt in eine Schublade im Bad, wo er hingehört. Für die Tischfläche zählen eher die Versuche als der Karton. Die Kosmos-Anleitung für die erste und zweite Klasse nutzt eine Versuchsstation, auf der Reagenzgläser und Messbecher stehen; bei Clementoni übernimmt ein Ständer diese Rolle. Wer am Küchentisch arbeitet, braucht für Farbversuche eine abwischbare Unterlage — die Kosmos-Anleitung rät bei Färbetabletten zu alter Kleidung.
Und eine Kleinigkeit, die in keinem Datenfeld steht: Der Badewannenkasten bleibt nass, wenn man ihn nach dem Baden nicht offen trocknen lässt. Die Anleitung sagt das ausdrücklich. Ein Kasten mit Bastelbögen dagegen verträgt keine Feuchtigkeit. Wer beide besitzt, bewahrt sie getrennt auf.
Welche Fragen nach dem ersten Kasten kommen — Chemie, Strom, Kristalle, die Reste im Regal —, sammelt die Übersicht zu Experimentierkästen.
Die Badewanne als Versuchsort hat einen weiteren Vorteil: Was dort verschüttet wird, ist schon an seinem Platz. Bei Farbstoffen und Färbetabletten am Küchentisch ist es umgekehrt — dort entscheidet die Unterlage, ob der Nachmittag mit einem Fleck endet.
Für die Aufbewahrung zwischen zwei Nachmittagen hilft ein Satz aus der Anleitung des Badewannenkastens: Verpackung und Anleitung aufbewahren, weil sie wichtige Informationen enthalten. Der Satz steht dort wegen der Warnhinweise, er gilt aber genauso für die Liste dessen, was fehlt.
Was die Auszählung offen lässt