Was in die Federmappe der 1. Klasse gehört — ausgezählt aus 16 Schullisten
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Wie diese Liste zustande kam
Die Liste in einem Satz — und in sieben Posten
Zwei Bleistifte, Buntstifte, Radiergummi, Spitzer mit Dose, kurzes Lineal. Dazu Schere und Klebestift, meistens in einem zweiten Mäppchen. Das ist der Kern, auf den sich die sechzehn Schulen einigen, ohne sich abgesprochen zu haben. Wer diese sieben Dinge besorgt, liegt bei jeder der ausgewerteten Listen richtig — nicht vollständig, aber richtig.
- Bleistift: auf allen 16 Listen. Zwölf nennen genau zwei Stück, dreizehn wollen mindestens einen dicken.
- Buntstifte aus Holz: auf allen 16 Listen. Acht bitten um dicke, eine verlangt ausdrücklich dünne.
- Radiergummi: auf allen 16 Listen, einmal zwei Stück.
- Spitzer: auf allen 16 Listen, fünfzehnmal ausdrücklich mit Dose, Behälter oder Auffangfach.
- Lineal: auf 15 Listen, meist als „kurz“, „klein“ oder mit 15 Zentimetern.
- Schere: auf allen 16 Listen, sechsmal mit dem Hinweis auf Links- oder Rechtshänder.
- Klebestift: auf allen 16 Listen, fünfmal mit dem Zusatz „kein Flüssigkleber“.
Was darüber hinausgeht, ist Sache der Schule. Folienstift, Textmarker, Fineliner, Silbenstift, Filzstift: jeder dieser Posten steht auf höchstens 5 von 16 Listen, also auf höchstens 31 Prozent. Sie auf Verdacht zu kaufen, lohnt nicht. Umgekehrt steht manches, was in jedem fertig gefüllten Mäppchen steckt, auf keiner einzigen Liste als Pflicht — dazu mehr im Abschnitt über das, was nicht hineingehört.
Eine Reihenfolge ergibt sich daraus von selbst. Erst die Liste Ihrer Schule abwarten, dann die sieben Posten nach deren Vorgaben besorgen, dann das Mäppchen danach auswählen, ob die verlangten Stifte hineinpassen. Wer umgekehrt anfängt, kauft oft zweimal.
In Prozent gerechnet sieht der Kern so aus: Sechs der sieben Posten stehen auf 100 Prozent der Listen, das Lineal auf 94 Prozent. Die eine Liste ohne Lineal stammt aus Ovelgönne in Niedersachsen; dort steht es weder im Mäppchen noch an anderer Stelle. Selbst dieser Kern ist also nicht ganz ohne Ausnahme. Wer das Lineal trotzdem kauft, liegt nicht falsch: Auf der Verdener Liste für Klasse 2 steht es wieder als „kleines Lineal“, auf der für Klasse 3 sogar doppelt.
Sechzehn Listen aus zwölf Ländern: woraus die Zahlen stammen
Die Tabelle nennt jede ausgewertete Liste mit Schule, Land, Schuljahr und dem Wort, das die Schule für das Mäppchen benutzt. Die Spalte ganz rechts zeigt, ob die Liste ein zweites, kleines Behältnis verlangt. Jede Zeile führt zur Datei der Schule; dort steht der vollständige Wortlaut.
| Nr. | Schule | Land | Schuljahr | Wort auf der Liste | Zweites Behältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| L01 | Grundschule Ovelgönne | Niedersachsen | 2025/26 | Federmappe | Faulenzer |
| L02 | Grundschulverbund Oerlinghausen | Nordrhein-Westfalen | 2026/27 | Federmappe | — |
| L03 | Athene-Grundschule, Berlin | Berlin | 2026/27 | Federmappe | — |
| L04 | Eisgrubschule, Mainz | Rheinland-Pfalz | 2026/27 | Mäppchen | Schlamper-Mäppchen |
| L05 | Grundschule Herrensohr-Jägerfreude, Saarbrücken | Saarland | 2026/27 | Mäppchen | — |
| L06 | Grundschule Grünhain-Beierfeld | Sachsen | 2026/27 | Federkästchen | Schlampermäppchen |
| L07 | Domgrundschule Magdeburg | Sachsen-Anhalt | ohne Angabe | Federmäppchen | Schlampermäppchen |
| L08 | Friedrich-List-Schule, Frankfurt | Hessen | 2024/25 | Mäppchen | Schlampermäppchen |
| L09 | Grundschule Bestenheid, Wertheim | Baden-Württemberg | 2025/26 | Mäppchen | Schlampermäppchen |
| L10 | Grund- und Mittelschule Buch am Erlbach | Bayern | 2024/25 | Federmäppchen | Schlampermäppchen |
| L11 | Lindenbaum-Grundschule, PLZ 56220 | Rheinland-Pfalz | 2026/27 | Mäppchen | Schlampermäppchen |
| L12 | Grundschule Kuhstraße, Velbert | Nordrhein-Westfalen | 2026/27 | Federmappe | — (ausdrücklich keine Schlamperrolle) |
| L13 | Grundschule Kaltenweide, Elmshorn | Schleswig-Holstein | 2026/27 | Federtasche | Schlampermäppchen |
| L14 | Grundschule Oepfershausen | Thüringen | 2026/27 | Federmappe | Schlumpermappe |
| L15 | Nicolaischule Verden | Niedersachsen | 2026/27 | Federmappe | — |
| L16 | Grundschule St. Nikola, Landshut | Bayern | 2026/27 | Federmäppchen | Schlampermäppchen |
Aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen und Hamburg haben wir trotz mehrerer Suchläufe keine aktuelle, von einer Schule veröffentlichte Klasse-1-Liste gefunden. Aus Hamburg lagen nur Listen von 2015 und 2021 vor, die nach unserer Regel nicht mitzählen. Die Auszählung deckt damit 12 von 16 Ländern ab, also 75 Prozent.
Drei Dinge sind beim Lesen der Tabelle wichtig. Erstens gruppieren die Schulen unterschiedlich: Manche schreiben „Federmappe mit“ und zählen den Inhalt auf, andere führen Stifte und Mappe getrennt, eine — Verden — ordnet nur den Radiergummi ausdrücklich dem Mäppchen zu. Gezählt haben wir deshalb, ob ein Posten auf der Liste steht, nicht, in welchem Behältnis. Zweitens sind drei Listen in einem Satz um Qualität bemüht („gute Buntstifte“, „möglichst hochwertige Produkte“); das haben wir nicht als eigenen Posten gezählt. Drittens erlaubt keine Stichprobe dieser Größe einen Schluss auf ein ganzes Land. Wo zwei Listen aus Sachsen und Thüringen einen Füller verlangen, heißt das nicht, dass dort alle Schulen das tun.
Die Auszählung ist jünger, als man bei Schullisten vermuten würde. 11 der 16 Listen, also 69 Prozent, gelten für das laufende Schuljahr 2026/27. Die beiden Listen für 2024/25 aus Frankfurt und Buch am Erlbach sind die ältesten; sie zählen nach unserer Regel noch mit, und ihre Posten weichen von den jüngeren Listen nicht erkennbar ab.
Posten für Posten: wie oft die Listen etwas verlangen
Die Grafik zeigt siebzehn Posten und daneben, auf wie vielen der sechzehn Listen sie stehen. Ein voller Balken heißt: alle Schulen. Die beiden hellen Balken markieren Schere und Klebestift, die zwar überall verlangt werden, aber meistens nicht ins Hauptmäppchen sollen.
Lesen lässt sich die Grafik in drei Stufen. Oben stehen sieben Posten mit 15 oder 16 Nennungen, also mindestens 94 Prozent. Die kaufen Sie in jedem Fall. In der Mitte liegen Eigenschaften, keine Posten: der dicke Bleistift mit 81 Prozent, der Spitzer für dicke und dünne Stifte mit 69 Prozent, die Dreiecksform beim Bleistift mit 50 Prozent. Hier entscheidet die Formulierung auf Ihrer Liste, welche Variante Sie besorgen. Unten, bei 31 Prozent und weniger, stehen Zusatzstifte, die einzelne Schulen für ihren Unterricht brauchen.
Zwei Balken sind trügerisch kurz. Der Füller steht zweimal da, wird aber viermal ausdrücklich ausgeschlossen. Beim Filzstift ist es unentschieden: vier Listen wollen ihn, vier verbieten ihn. Beides sind Posten, bei denen Sie nicht raten, sondern nachlesen sollten.
Was die Grafik nicht zeigt, sind die Stückzahlen. Bei den Buntstiften nennen 5 Listen eine Zahl, zwischen mindestens 6 und 12 Farben; 3 Listen wollen genau 12, das sind 19 Prozent. Buch am Erlbach zählt die zwölf Farben sogar einzeln auf, von Gelb bis Hautfarben. Beim Klebestift reicht die Spanne von einem großen Stift bis zu vier großen. Und drei Listen bitten allgemein um Qualität, ohne einen Posten zu nennen — „gute Buntstifte“, „möglichst hochwertige Produkte“. Diese Angaben stecken in den Balken nicht drin, weil sie sich nicht vergleichen lassen.
Dick, dreieckig, Jumbo: was die Wörter auf der Liste heißen
Das Wort, das auf den Listen am häufigsten vor einem Stift steht, ist „dick“. Dreizehn von sechzehn Schulen wollen mindestens einen dicken Bleistift, acht bitten um dicke Buntstifte. Eine Zahl dazu nennt keine einzige Liste. Kein Durchmesser, kein Millimeter, keine Norm. „Dick“ meint im Schreibwarenhandel die Stifte, die als Jumbo, Maxi oder Schreiblern-Stift verkauft werden — sichtbar kräftiger als ein normaler Bleistift. Wo genau die Grenze liegt, legt jeder Hersteller selbst fest.
„Dreieckig“ ist eine andere Eigenschaft. Sie beschreibt den Querschnitt, nicht die Stärke. Die Listen schreiben dafür „dreieckig“, „Dreikant“, „mit Dreiecksgriff“ oder, wie Landshut, „in Dreikantform und mit Grip“. Acht Listen verlangen oder empfehlen den dreieckigen Bleistift, fünf die dreieckigen Buntstifte. Die Magdeburger Liste unterscheidet sauber: ein dicker Schreiblernstift, Dreikant, dazu zwei Bleistifte, Dreikant mit Noppen. Ein dünner Stift kann also dreieckig sein, ein dicker rund.
Warum Schulen beides wollen, schreibt keine der Listen dazu. Der Zweck lässt sich aber aus dem Zusammenhang lesen: Die Stifte sind für Hände gedacht, die das Schreiben erst lernen. Eine Begründung aus einer Studie liefern die Listen nicht, und wir ergänzen hier keine.
Wichtig für den Kauf ist eine Folge, die fast immer übersehen wird. Wer dicke Stifte kauft, braucht einen Spitzer mit zwei Öffnungen. Elf Listen schreiben das ausdrücklich dazu: „für dicke und dünne Stifte“, „Doppelspitzer“, „mit großer und kleiner Öffnung“. Und das Mäppchen muss Schlaufen haben, in die ein dicker Stift passt. Ein Jumbo-Bleistift in einer Schlaufe, die für einen gewöhnlichen Bleistift genäht ist, sitzt nicht. Er klemmt, oder die Schlaufe gibt nach und hält danach auch den dünnen Stift nicht mehr.
Eine Liste geht den umgekehrten Weg. Grünhain-Beierfeld im Erzgebirge verlangt zwei Bleistifte „HB dünn“ und ein Set Buntstifte, ebenfalls „dünn“. Wer dort nach einer Ratgeberseite mit dicken Dreikantstiften einkauft, liegt falsch. Das ist der beste Grund, die Liste abzuwarten: Die Richtung, in die Ihre Schule geht, lässt sich nicht erraten.
In Zahlen: 81 Prozent der Listen wollen den dicken Bleistift, 50 Prozent den dreieckigen, 31 Prozent dreieckige Buntstifte. Eine einzige Liste, gut 6 Prozent, verlangt ausdrücklich dünne Stifte. Die Mehrheit ist klar, die Ausnahme existiert.
Der Bleistift: zwei Stück, meist dick, selten mit Härtegrad
Zwölf der sechzehn Listen nennen genau zwei Bleistifte, das sind 75 Prozent. Die übrigen vier wollen mehr: Frankfurt drei dicke, Verden zwei dicke und einen dünnen, Magdeburg einen dicken Schreiblernstift plus zwei Bleistifte, Oerlinghausen „mindestens 2“. Weniger als zwei verlangt keine Schule. Zwei ist also die Untergrenze, und das hat einen praktischen Grund: Wenn einer abbricht oder stumpf ist, schreibt das Kind mit dem zweiten weiter, statt aufzustehen und zu spitzen.
Einen Härtegrad nennen fünf Listen. Ovelgönne schreibt 2B, Wertheim HB, Grünhain-Beierfeld „HB dünn“, Frankfurt „HB oder M“, Magdeburg „2HB“. Die Lindenbaum-Grundschule und die Grundschule Kaltenweide in Elmshorn schreiben stattdessen „weich“. Mehr als diese Angaben gibt es nicht; eine Liste, die einen harten Bleistift verlangt, haben wir nicht gefunden. Wenn Ihre Liste nichts dazu sagt, ist ein gewöhnlicher HB oder ein als weich gekennzeichneter Schreiblernstift das, was die anderen Schulen verlangen.
Fünf Listen benutzen das Wort Lernstift oder Schreiblernstift. Das ist keine eigene Stiftart mit festgelegten Maßen, sondern eine Verkaufsbezeichnung für dicke Bleistifte, oft mit Griffmulden oder Noppen. Die Liste aus Buch am Erlbach formuliert vorsichtig: zwei dicke Bleistifte, „davon evtl. einen Schreiblernbleistift mit Griffmulde“. Das heißt: einer darf so einer sein, beide müssen es nicht.
Ein Detail steht nur auf einer Liste, verdient aber Beachtung. Die Grundschule Herrensohr-Jägerfreude in Saarbrücken verlangt „2 gespitzte Bleistifte“ und „gespitzte Holzstifte“. Neue Stifte kommen oft ungespitzt aus der Packung. Ein Kind, das am ersten Schultag zuerst zwölf Buntstifte spitzen muss, hat die erste Stunde verpasst. Spitzen Sie deshalb alles vorher, egal, ob es auf Ihrer Liste steht.
Beim Kauf zählt, was die Liste sagt, nicht, was die Packung verspricht. Wenn dort „dick, dreieckig“ steht, kaufen Sie dicke Dreikantstifte. Wenn dort nur „2 Bleistifte“ steht, genügt jeder Bleistift, und dick ist die Wahl, die die meisten Schulen treffen würden.
Ein Wort zur Griffhilfe, weil sie im Laden neben den Stiften hängt. Die Athene-Grundschule in Berlin schreibt „dreikant, ggf. mit Griffhilfe“, also als Möglichkeit, nicht als Pflicht. Keine andere Liste nennt eine aufsteckbare Griffhilfe. Wenn Ihr Kind den Stift verkrampft hält, ist das ein Thema für das Gespräch mit der Lehrkraft in den ersten Wochen — nicht für einen Kauf auf Verdacht vor dem ersten Schultag.
Radiergummi und Spitzer — und warum fast immer „mit Dose“ dasteht
Der Radiergummi steht auf allen sechzehn Listen, meistens ohne jede Eigenschaft. Wo eine Schule etwas dazuschreibt, heißt es „weich“ (Ovelgönne, Kaltenweide) oder „gut“ (Wertheim, Buch am Erlbach). Die Grundschule Kuhstraße in Velbert verlangt zwei gute Radiergummis und setzt in Klammern hinzu: „kein Spielzeug“. Gemeint sind Radiergummis in Tier- oder Obstform, die schlecht radieren und im Unterricht zum Spielen einladen. Ein schlichter, weißer Block tut, was er soll.
Beim Spitzer ist die Sache eindeutiger als bei jedem anderen Posten. Fünfzehn von sechzehn Listen, 94 Prozent, schreiben ausdrücklich dazu, dass er einen Behälter haben muss: „mit Dose“, „mit Auffangschale“, „mit Auffangfach“, „Containerspitzer“, „verschließbarer Dosenspitzer“. Nur Oepfershausen schreibt schlicht „Spitzer“. Der Grund ist banal. Ein offener Spitzer verlangt einen Mülleimer, und in einer Klasse mit zwanzig Kindern soll nicht zwanzigmal jemand aufstehen. Späne in der Dose bleiben in der Dose — solange der Deckel hält.
Elf Listen, 69 Prozent, verlangen zusätzlich zwei Öffnungen, eine für dicke und eine für dünne Stifte. Das folgt aus der Stiftwahl: Wer dicke Bleistifte und dünne Buntstifte mischt, braucht beides. Die Listen sagen dafür „für dicke und dünne Stifte“, „Doppelspitzer“, „Doppelanspitzer mit Behälter“ oder „mit großer und kleiner Öffnung“.
Wo der Spitzer hingehört, ist dagegen offen. Sechs Listen legen ihn ins Hauptmäppchen, neun ins zweite Behältnis, eine ordnet ihn gar nicht zu. Dass mehr Schulen ihn in den Schlamper stecken, hat einen einleuchtenden Grund: Ein Spitzer mit Dose ist dick, oft dicker als jede Schlaufe, und er passt in ein Mäppchen mit festen Fächern schlecht hinein.
Prüfen Sie beim Kauf, ob der Deckel der Dose fest schließt. Ein Deckel, der aufspringt, verteilt Späne und Graphitstaub über den ganzen Inhalt, und die Stifte färben danach auf das Futter ab. Ein Druck mit dem Daumen im Laden zeigt, ob er einrastet.
Für die Dose gilt außerdem: Sie will geleert werden. Wie schnell sie voll ist, hängt davon ab, wie oft das Kind spitzt, und das weiß vorher niemand. Zeigen Sie ihm, wie sich der Deckel öffnen lässt und wo zu Hause der Mülleimer steht, und machen Sie das Leeren zu einem festen Handgriff beim Packen am Abend. Das spart die Überraschung, wenn die volle Dose im Ranzen aufgeht.
Das Lineal: kurz genug für das Mäppchen, lang genug für die Aufgabe
Das Lineal steht auf fünfzehn Listen. Die Längenangaben sind knapp. Drei Schulen nennen 15 cm: Mainz, Buch am Erlbach und Kaltenweide. Fünf schreiben „kurz“ oder „klein“, was im Handel meist dasselbe bedeutet. Sechs Listen nennen gar keine Länge. Und eine weicht nach oben ab: Die Nicolaischule in Verden verlangt ein Lineal von „ca. 17-20 cm“, und zwar ohne Inchangabe.
Der Zusatz aus Verden ist klug, auch wenn er nur einmal vorkommt. Viele Lineale tragen auf der einen Kante Zentimeter, auf der anderen Zoll. Für ein Kind, das gerade Zahlen lernt, sind zwei Skalen mit verschiedenen Strichabständen eine Fehlerquelle. Ein Lineal mit nur einer Zentimeterskala nimmt diese Fehlerquelle heraus. Grünhain-Beierfeld verlangt ebenfalls genaue Eigenschaften: „mit 0 Anzeige, durchsichtig“. Die sichtbare Null zeigt, wo das Messen beginnt; durch ein durchsichtiges Lineal sieht das Kind die Linie, an der es misst. Oepfershausen schreibt knapp „gut ablesbar“, Buch am Erlbach „durchsichtig“, die Lindenbaum-Grundschule „aus Plastik“.
Für die Wahl des Mäppchens ist die Länge entscheidend. Ein 15-cm-Lineal passt in fast jede Federmappe mit Fächern. Ein Lineal mit 20 cm passt nur, wenn das Innenfach lang genug ist. Messen Sie deshalb die Innenlänge, bevor Sie ein Mäppchen kaufen, und legen Sie das Lineal probehalber hinein. Die Außenmaße auf dem Etikett helfen dabei wenig, weil Reißverschluss und Polsterung Platz nehmen.
Wer vorausdenkt, merkt sich eine Zahl aus den Verdener Listen für die höheren Klassen: In Klasse 3 verlangt die Schule zwei Lineale, „1 kleines Lineal 15 cm, ein großes Lineal (30 cm)“. Das große Lineal passt in kein Mäppchen und wandert in den Ranzen oder in die Schublade im Klassenzimmer. Das kurze bleibt. Ein Lineal mit 15 cm ist deshalb für die Federmappe die sichere Wahl, solange Ihre Liste nichts anderes sagt.
Beim Material sind sich die Listen einig, soweit sie etwas sagen: Plastik, durchsichtig, gut ablesbar. Ein Lineal aus Holz oder Metall verlangt keine einzige Schule. Ein biegsames Lineal bricht seltener im Mäppchen, wenn das Kind es zusammendrückt; ein starres zeichnet geradere Linien. Beides steht auf keiner Liste — hier dürfen Sie nach dem Mäppchen entscheiden, in das es passen muss.
Folienstift, Textmarker, Fineliner: was einzelne Schulen dazuschreiben
Unterhalb der sieben Kernposten beginnt das Feld, auf dem sich die Schulen nicht einig sind. Jeder der folgenden Stifte steht auf höchstens fünf Listen, also auf höchstens 31 Prozent. Sie auf Verdacht zu kaufen, lohnt nicht — steht er auf Ihrer Liste, dann in der genauen Form, die dort beschrieben ist.
Der Folienstift ist mit fünf Nennungen der häufigste. Saarbrücken, Magdeburg, Kaltenweide, Oepfershausen und Landshut verlangen ihn, alle ausdrücklich abwischbar oder wasserlöslich, „non permanent“. Er dient zum Schreiben auf beschichteten Arbeitsblättern oder kleinen Tafeln, die danach wieder sauber sein sollen. Ein permanenter Stift wäre dafür der folgenreichste Fehler, weil er die Unterlage unbrauchbar macht.
Zum Markieren nennen vier Listen einen Stift, aber nicht denselben. Kaltenweide und Oepfershausen wollen einen Textmarker, Oepfershausen in Gelb. Buch am Erlbach und Landshut verlangen stattdessen einen dicken, neongelben Holzfarbstift — Landshut nennt ihn „Trockentextmarker“. Der Unterschied ist praktisch: Ein Holzstift läuft nicht aus und schlägt nicht durch dünnes Papier.
Fineliner stehen auf drei Listen, jedes Mal mit vorgeschriebener Farbe: Magdeburg schwarz und blau, Buch am Erlbach grün, Oepfershausen dunkelgrün. Zwei Listen verlangen Silbenstifte mit einer roten und einer blauen Spitze — Ovelgönne einen, Wertheim sechs, nämlich drei dicke und drei dünne. Die Stifte werden im Leseunterricht benutzt, um Silben abwechselnd zu markieren.
Beim Filzstift sind sich die Schulen uneins wie bei keinem anderen Posten. Vier wollen ihn: Ovelgönne und Buch am Erlbach je einen schwarzen, Athene in Berlin und Frankfurt ein Set. Vier andere schließen ihn ausdrücklich aus. Ein Filzstift gehört also nur dann ins Mäppchen, wenn er auf Ihrer Liste steht — sonst bleibt er zu Hause.
Zwei weitere Posten tauchen auf den Listen auf, gehören aber nicht ins Mäppchen: Wachsmalstifte (Verden) und Ölkreide (Oerlinghausen). Beide gehören zum Material für den Kunstunterricht. In Verden stehen die Wachsmalstifte mitten zwischen Buntstiften und Spitzer, was leicht dazu verleitet, sie ins Mäppchen zu stopfen. In einem Mäppchen mit Schlaufen haben sie keinen Platz, und Wachsmalkreide färbt auf das Futter ab.
Was nicht in die erste Federmappe gehört
Materiallisten sagen nicht nur, was ein Kind braucht. Etliche sagen auch, was es nicht mitbringen soll — und diese Sätze sind für den Kauf mindestens so wertvoll. Aus den sechzehn Listen ergibt sich eine kurze Verbotsliste, auf der jeder Posten mindestens zweimal steht.
- Füller: vier Listen schließen ihn ausdrücklich aus — Magdeburg, Frankfurt, die Lindenbaum-Grundschule („Mäppchen (ohne Füller und Filzstifte)“) und Kaltenweide („noch keinen Füller“).
- Tintenkiller: dreimal verboten, in Grünhain-Beierfeld mit Ausrufezeichen, in Magdeburg und Oepfershausen im selben Satz wie der Füller.
- Kugelschreiber: zweimal ausgeschlossen, in Magdeburg und Kaltenweide.
- Filz- und Faserstifte: viermal verboten, viermal verlangt. Hier entscheidet allein Ihre Liste.
- Flüssigkleber: fünfmal ausgeschlossen, immer mit dem Zusatz, dass ein Klebestift gemeint ist. Landshut verbietet außerdem farbige Klebestifte.
- Radierbare Gelstifte: einmal ausgeschlossen, in Kaltenweide.
Der deutlichste Satz steht auf der Liste der Friedrich-List-Schule in Frankfurt: „Bitte besorgen Sie noch keinen Füller und entfernen Sie bitte Tintenpatronen aus dem Mäppchen.“ Der zweite Halbsatz ist ein Hinweis, der weit über Frankfurt hinaus gilt. Manche gefüllte Mäppchen sind für mehrere Schuljahre bestückt und enthalten dann einen Füller samt Patronen. Wer ein solches Set für die erste Klasse kauft, muss aussortieren.
Aussortieren heißt hier: nicht wegwerfen, sondern zu Hause aufbewahren. Der Füller kommt später, an vielen Schulen in Klasse 2 oder 3, und dann hat das Kind einen. Bis dahin ist er in der Federmappe nur ein Gegenstand, der ausläuft, verloren geht oder im Unterricht ablenkt.
Was sich auf keiner Liste findet, ist ebenso aufschlussreich. Keine Schule verlangt Duftstifte, Glitzerstifte, Kreidemarker oder Stempel im Mäppchen. Solche Dinge machen beim Auspacken Freude und finden sich eher in Geschenksets. In der Schule sind sie Ballast.
Zur Einordnung in Prozent: 25 Prozent der Listen schließen den Füller aus, 19 Prozent den Tintenkiller, 13 Prozent den Kugelschreiber, 31 Prozent den Flüssigkleber. Nur 13 Prozent verlangen umgekehrt einen Füller. Wer ohne Liste einkauft und den Füller weglässt, liegt also bei der großen Mehrheit richtig; wer ihn hineinsteckt, liegt bei einem Viertel der Schulen ausdrücklich falsch.
Das zweite Mäppchen: Schlamper, Faulenzer, Schlumpermappe
Elf der sechzehn Listen, 69 Prozent, verlangen neben der Federmappe ein zweites, kleines Behältnis. Neunmal heißt es Schlampermäppchen, einmal Faulenzer (Ovelgönne), einmal Schlumpermappe (Oepfershausen, unter der Überschrift Werken). Gemeint ist ein Beutel oder eine Rolle ohne Schlaufen, in die Dinge lose hineinkommen.
Was hinein soll, ist bemerkenswert einheitlich. Die Schere steht in allen elf Fällen im zweiten Mäppchen, der Klebestift fast immer, der Spitzer neunmal. In Frankfurt kommen die Filzstifte dazu. Die Logik dahinter: Das Hauptmäppchen hält die Schreibgeräte in Schlaufen fest, damit das Kind sie ohne Suchen findet. Alles, was in keine Schlaufe passt oder klebt, schneidet und krümelt, kommt woandershin.
Wie es in der Praxis aussieht, beschreibt die Eisgrubschule in Mainz am genauesten. Ins Mäppchen gehören Bleistifte, Holzfarbstifte, Radiergummi und Lineal mit 15 cm. Ins „Schlamper-Mäppchen“ gehören Spitzer mit Auffangschale, zwei farblose Klebestifte und eine abgerundete Schülerschere. Am ersten Schultag soll das Kind beides mitbringen, „natürlich mit den Materialien bestückt“.
Fünf Schulen kommen ohne zweites Mäppchen aus. Athene in Berlin, Saarbrücken und Oerlinghausen führen Schere und Kleber in der Federmappe oder unter „Bastelsachen“. Verden ordnet kaum etwas einem Behältnis zu. Und die Grundschule Kuhstraße in Velbert schreibt etwas, das die Richtung umkehrt: „Eine Federmappe (bitte keine ‚Schlamperrolle‘, sondern eine feste Mappe)“. Dort ist der lose Beutel also nicht Ergänzung, sondern das, was nicht sein soll.
Für den Kauf heißt das: Das zweite Mäppchen nicht vorab besorgen, sondern erst, wenn es auf der Liste steht. Es ist ein kleiner Kauf, den man in jedem Schreibwarenladen nachholen kann. Wie sich Federmappen mit Schlaufen und lose Beutel in Bauform und Alltag unterscheiden, ordnet die Übersicht zu Federmappen und Mäppchen ein.
Worauf es beim zweiten Mäppchen ankommt, ergibt sich aus seinem Inhalt. Es muss eine Schere aufnehmen, die länger ist als jeder Stift, dazu je nach Liste 2 bis 4 Klebestifte und einen Spitzer mit Dose. Wertheim verlangt „4 große Klebestifte“ im Schlampermäppchen, Kaltenweide drei. Das füllt einen kleinen Beutel schnell. Ein Reißverschluss über die ganze Länge hilft, weil das Kind die Schere dann nicht über eine enge Öffnung herausfädeln muss.
Wie verschieden die Listen sind — zwischen Ländern und zwischen Nachbarschulen
Die größte Überraschung der Auszählung ist nicht ein einzelner Posten, sondern die Spannweite. Zwei Listen verlangen den Füller in Klasse 1, vier verbieten ihn. Dreizehn wollen dicke Bleistifte, eine will dünne. Elf verlangen ein zweites Mäppchen, eine lehnt es ab. Wer im Netz eine „Standardliste“ findet, hat eine Liste gefunden, die an der einen Hälfte der Schulen passt und an der anderen nicht.
Der Füller trennt am schärfsten. In Grünhain-Beierfeld stehen gleich am Anfang „2x Füller (Federfüller, mit Ersatzpatronen)“, dazu ein Löschblattblock. In Oepfershausen in Thüringen steht der Füller ebenfalls auf der Klasse-1-Liste, aber mit dem Zusatz „ab ca. 2. Halbjahr“ — also nach etwa 5 Monaten Schule. Alle anderen Listen nennen ihn nicht oder schließen ihn aus. Die Verdener Liste für Klasse 3 nennt dann einen Tintenroller oder einen Tintenfüller.
Ob das ein Muster nach Ländern ist, lässt sich aus zwei Listen nicht ablesen. Es wäre verlockend, aus Sachsen und Thüringen eine Ost-Regel zu machen — die Liste aus Magdeburg in Sachsen-Anhalt schließt den Füller aber ausdrücklich aus. Die Entscheidung fällt an der einzelnen Schule, oft sogar in der einzelnen Klasse.
Auch die Wörter wechseln. Die Schulen nennen das Hauptbehältnis Federmappe (sechsmal), Mäppchen (fünfmal), Federmäppchen (dreimal), Federkästchen (Grünhain-Beierfeld) und Federtasche (Kaltenweide). Das passt zu dem, was der Atlas zur deutschen Alltagssprache für das Wort kartiert hat: Federtasche im Norden, Mäppchen in Rheinland-Pfalz und im Saarland, Federkästchen in Sachsen. Für die Liste spielt das Wort keine Rolle; es meint immer dasselbe Behältnis mit Schlaufen oder Fächern.
Was daraus folgt, ist unbequem, aber einfach: Keine Seite im Netz, auch diese nicht, ersetzt die Liste Ihrer Schule. Diese Seite zeigt Ihnen, welche Posten sicher sind und bei welchen Sie genau lesen müssen.
Auch innerhalb eines Landes weichen Nachbarschulen voneinander ab. Die beiden Listen aus Bayern stammen aus Buch am Erlbach und aus der Stadt Landshut. Buch will einen großen Klebestift, Landshut zwei und ausdrücklich keine farbigen. Landshut empfiehlt, möglichst alle Stifte in „Dreikantform“ und mit „Grip“ zu kaufen; Buch nennt die Dreiecksform gar nicht, will dafür einen grünen Fineliner und einen schwarzen Filzstift.
Wann die Liste kommt — und warum sich Warten lohnt
Zwölf der sechzehn Listen lassen sich datieren, über das Datum im Dokument oder über den Ablageordner auf der Website der Schule. Die Verteilung ist deutlich: eine im April, eine im Mai, fünf im Juni, drei im Juli, eine im August, eine im September. Acht der zwölf, also 67 Prozent, erscheinen im Juni oder Juli. Die frühesten kommen damit rund 4 Monate vor der Einschulung, die meisten erst im Frühsommer. Manche gelten nur für eine Klasse — die Liste aus Magdeburg trägt ausdrücklich die Bezeichnung 1b.
Die Liste aus Landshut liegt in einem Ablageordner vom September, wurde also erst rund um den Schulbeginn hochgeladen. Andere Schulen geben die Liste am Elternabend für die künftigen Erstklässler aus oder legen sie der Einladung zur Einschulung bei, ohne sie ins Netz zu stellen. Wenn Sie bis Mitte Juli nichts in der Hand haben, lohnt eine kurze Nachfrage im Sekretariat.
Die Grundschule Kuhstraße in Velbert zeigt, warum man die Liste abwarten sollte: Sie hat 2026 zwei Fassungen veröffentlicht, eine vom 7. Mai und eine vom 23. Juni, knapp 7 Wochen später. Wer auf die erste Fassung hin eingekauft hat, musste nachlesen, was sich geändert hat. Vor allem aber gilt: Mit der Liste in der Hand kaufen Sie einmal. Ohne sie kaufen Sie nach einer allgemeinen Liste aus dem Netz — und dann fehlt der Füller in Grünhain-Beierfeld, oder das Kind kommt in Velbert mit genau der Schlamperrolle, die dort nicht erwünscht ist.
Was Sie vor der Liste schon erledigen können, ist wenig und klar begrenzt. Den Ranzen aussuchen und einstellen, weil er ohnehin nach dem Kind gewählt wird — was dabei in den ersten Wochen zählt, steht im Beitrag zum Schulranzen für die erste Klasse. Außerdem können Sie mit dem Kind klären, ob es mit links oder rechts schneidet; sechs Listen weisen auf die passende Schere hin.
Das Mäppchen selbst gehört dagegen ans Ende der Kette, nicht an den Anfang: Erst wenn feststeht, ob dicke Stifte, ein 20-cm-Lineal oder ein zweites Behältnis verlangt werden, wissen Sie, welche Schlaufen und welches Innenmaß es braucht.
Alles mit Namen: beschriften, bevor das Erste verschwindet
Dreizehn von sechzehn Listen bitten darum, die Materialien mit dem Namen des Kindes zu versehen, das sind 81 Prozent. Kein anderer Hinweis steht so oft auf den Listen, und kaum einer wird so oft aufgeschoben. In einer Klasse liegen zwanzig und mehr ähnliche Bleistifte, Scheren und Radiergummis. Ohne Namen lässt sich nicht sagen, wem was gehört.
Zwei Schulen gehen einen Schritt weiter. Wertheim schreibt „einzelne Stifte“ ausdrücklich in die Klammer, Velbert setzt einen eigenen Satz darunter: „Bitte beschriften Sie auch jeden einzelnen Stift.“ Das klingt nach viel Arbeit, ist aber schneller erledigt als gedacht. Für zwölf Buntstifte, zwei Bleistifte, Lineal, Radiergummi, Schere und Kleber rechnen Sie mit Namensaufklebern mit rund 20 Minuten, mit einem feinen wasserfesten Stift etwas länger.
Welche Methode hält, hängt am Gegenstand. Auf lackierten Holzstiften haften schmale Aufkleber, die man einmal um den Stift wickelt. Auf dem Lineal und der Schere hält ein wasserfester Stift, auf dem Radiergummi am ehesten ein Kugelschreiber, dessen Rille sich eindrückt. Die Federmappe selbst bekommt den Namen innen, auf ein Stoffetikett oder direkt auf das Futter. Grünhain-Beierfeld nennt die Federtasche und den Füller ausdrücklich als Dinge, die gut sichtbar beschriftet sein sollen.
Die Nicolaischule in Verden gibt einen Hinweis, der das Beschriften zu einer kleinen Lektion macht. Beschriften Sie gemeinsam mit dem Kind, und zwar „in deutlichen Druckbuchstaben, da Ihr Kind bald seinen eigenen Namen lesen wird“. Wer den eigenen Namen auf dem Radiergummi wiedererkennt, holt ihn sich auch zurück.
Ein Rat, der aus den Listen folgt, ohne dort zu stehen: Beschriften Sie auch das zweite Mäppchen und den Spitzer. Beide sehen in einer Klasse fast gleich aus, und beide verschwinden gern im Werkraum oder in der Kiste für Fundsachen. Die Grundschule St. Nikola in Landshut setzt die Bitte ganz breit an: den Namen „auf alle Sachen“ schreiben, „auch auf Schuhe + Kleidung“. Das Mäppchen ist dabei nur der Anfang.
In Prozent: 81 Prozent der Listen wollen den Namen auf dem Material, 13 Prozent ausdrücklich auf jedem einzelnen Stift. Die Saarbrücker Liste will zusätzlich die Klasse. Wer ohnehin Aufkleber bestellt, kann die Klasse gleich mit aufdrucken lassen, sobald sie feststeht.
Den Namen braucht auch der Ranzen selbst, außen gut lesbar und innen auf dem Etikett, denn am ersten Schultag stehen viele neue Ranzen im Flur, und etliche davon sehen sich ähnlich. Die Übersicht zu Schulranzen ordnet ein, worauf es bei seiner Auswahl sonst ankommt.
Der Abend vor dem ersten Schultag: in zehn Minuten fertig
Zwei Listen sagen genau, was am ersten Tag in den Ranzen gehört, und beide sind überraschend knapp. Die Grundschule Ovelgönne schreibt: „Am Einschulungstag sollen nur die Federtasche und die gelbe Postmappe im Schulranzen sein.“ Die Eisgrubschule in Mainz nennt die Schultüte, den Ranzen mit dem Mäppchen und dem Schlamper-Mäppchen, bestückt, und den grünen Schnellhefter. Mehr nicht. Blöcke, Hefte und Bastelsachen kommen in den Tagen danach oder werden gesammelt abgegeben.
Für den Abend vorher reichen deshalb 10 Minuten, wenn der Einkauf erledigt ist. Legen Sie die Liste neben das offene Mäppchen und gehen Sie sie mit dem Kind Punkt für Punkt durch. Jeder Stift kommt in seine Schlaufe, der Radiergummi in sein Fach, das Lineal ins Längsfach. Dann das zweite Mäppchen: Schere, Kleber, Spitzer, Deckel zu. Zuletzt schließt das Kind die Mappe selbst, einmal, zweimal. Ein Reißverschluss, der am Abend hakt, hakt morgens um halb acht erst recht.
Das Mitmachen des Kindes ist dabei kein pädagogisches Beiwerk. Ein Kind, das weiß, wo der Spitzer steckt, fragt in der Stunde nicht danach. Und es erkennt am zweiten Tag, ob etwas fehlt. Lassen Sie das Kind deshalb auch den Ranzen selbst packen und tragen Sie ihn nicht fertig in den Flur. Wie der Ranzen dabei richtig am Rücken sitzt und in welcher Reihenfolge schwere und leichte Dinge hineinkommen, steht im Beitrag über das Einstellen und Packen des Ranzens.
Zwei Dinge sollten am Abend noch geprüft werden, die im Laden niemand sieht. Sind alle Stifte gespitzt — auch die Buntstifte, die oft stumpf aus der Packung kommen? Und schließt die Dose des Spitzers so fest, dass sie im Ranzen nicht aufgeht? Beides kostet morgens im Klassenzimmer Zeit, die dem Kind am ersten Tag fehlt.
Wer es entspannt mag, verteilt die Arbeit auf 3 Tage. Drei Tage vorher: spitzen und beschriften, weil beides mit Kind länger dauert als gedacht. Zwei Tage vorher: Mäppchen und zweites Mäppchen nach der Liste füllen und prüfen, ob alles schließt. Am Abend vorher bleiben dann nur noch die 10 Minuten zum gemeinsamen Durchgehen — und der Ranzen, in dem nach den Listen aus Ovelgönne und Mainz am ersten Tag kaum mehr stecken muss als das Mäppchen.
Die Prüfliste zum Abhaken neben dem Kind
Die Liste unten fasst zusammen, was die sechzehn Schulen verlangen, in der Reihenfolge, in der Sie das Mäppchen füllen. Jeder Punkt nennt, woher er stammt. Haken Sie ab, was erledigt ist; was Ihre Schule anders schreibt, streichen oder ergänzen Sie auf dem Ausdruck.
Zwölf Punkte für die erste Federmappe
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Zum Ausdrucken: Die Kästchen erscheinen auf Papier leer, zum Ankreuzen mit dem Stift.
Der letzte Punkt ist der einzige, der nicht auf einer Schulliste steht. Er ist trotzdem drin, weil er über die ersten 2 Wochen entscheidet: Ein Kind, das sein Mäppchen kennt, braucht keine Hilfe, um es zu benutzen.
So arbeiten Sie am besten mit beiden Listen zusammen. Legen Sie die Liste Ihrer Schule neben die Prüfliste und markieren Sie auf dem Ausdruck jeden Punkt mit einem von drei Zeichen: Haken, wenn Ihre Schule dasselbe verlangt; Pfeil, wenn sie eine andere Stärke, Länge oder Zahl nennt; Strich, wenn der Posten auf Ihrer Liste fehlt. Was einen Pfeil bekommt, kaufen Sie nach der Schulliste. Was einen Strich bekommt, lassen Sie weg. Umgekehrt ergänzen Sie unten alles, was Ihre Schule zusätzlich verlangt und hier nicht steht — etwa einen Silbenstift oder einen Füller.
Die Prüfliste speichert nichts und schickt nichts ab. Die Haken verschwinden, wenn Sie die Seite schließen. Auf Papier bleiben die Kästchen leer, sodass Sie sie mit dem Kind zusammen von Hand ankreuzen können. Das dauert beim ersten Mal 15 Minuten, beim zweiten Durchgang am Abend vor der Einschulung nur noch einen Bruchteil davon.
Warum zwölf Punkte und nicht mehr? Weil jeder weitere Punkt auf weniger als einem Drittel der Listen steht. Eine Prüfliste mit dreißig Punkten würde Dinge verlangen, die Ihre Schule vermutlich gar nicht will, und damit genau den Fehler wiederholen, vor dem diese Seite warnt.
Sechs Fehler beim Bestücken — und woran die Listen sie erkennen lassen
Die folgenden Fehler stehen so auf keiner Liste. Sie ergeben sich aber aus den Hinweisen, die Schulen ihren Listen beifügen: Wer einen Satz wie „kein Flüssigkleber“ in Großbuchstaben druckt, hat den Flüssigkleber oft genug im Klassenzimmer gesehen.
- Vor der Liste kaufen. Die Liste aus Velbert gab es 2026 in zwei Fassungen, knapp 7 Wochen auseinander. Grünhain-Beierfeld will dünne Stifte, wo 81 Prozent der Listen dicke wollen. Wer vorher kauft, rät.
- Ein fertiges Set ungeprüft übernehmen. Frankfurt bittet ausdrücklich, Tintenpatronen aus dem Mäppchen zu entfernen. Gehen Sie den Inhalt eines gefüllten Sets gegen die Liste durch und nehmen Sie heraus, was dort nicht steht.
- Dicke Stifte, aber ein Spitzer mit einer Öffnung. 69 Prozent der Listen verlangen den Spitzer für dicke und dünne Stifte. Ein Jumbo-Bleistift passt in keine normale Öffnung.
- Ein Mäppchen, in das das Lineal nicht passt. Wo die Liste 17 bis 20 cm verlangt wie in Verden, reicht ein kurzes Innenfach nicht. Messen Sie vor dem Kauf.
- Der falsche Kleber. Fünf Listen schließen Flüssigkleber aus, Landshut zusätzlich farbige Klebestifte. Gemeint ist der farblose Stift, den man nicht verschütten kann.
- Die falsche Schere. Sechs Listen erinnern an Links- und Rechtshänder. Die meisten wollen eine abgerundete Spitze — Kaltenweide dagegen ausdrücklich eine „spitze Bastelschere“. Hier hilft nur Nachlesen.
Ein siebter Fehler betrifft nicht den Inhalt, sondern die Menge. Ein Mäppchen, das für drei Schuljahre auf einmal bestückt ist, trägt das Kind jeden Tag komplett mit. Doppelte Stifte, Reserven und Zubehör für später gehören in eine Kiste zu Hause, nicht in den Ranzen. Wie viel Gewicht ein Erstklässler auf dem Rücken hat und woher die oft zitierte Prozentregel stammt, ordnet der Beitrag zur Frage, wie schwer ein Ranzen sein darf ein.
Alle sechs Fehler haben dieselbe Wurzel: Gekauft wurde nach einer allgemeinen Vorstellung davon, was ein Erstklässler braucht, und nicht nach dem Blatt, das die Schule verteilt. Das ist verständlich, weil die Vorfreude früher kommt als die Liste. Es lässt sich aber leicht vermeiden, indem man bis zur Liste nur das Mäppchen anschaut und nichts kauft.
Was im ersten Schuljahr nachgekauft wird — in Stück, nicht in Euro
Wie schnell sich etwas verbraucht, schreiben die Listen nicht dazu. Sie zeigen es aber indirekt, über die Stückzahlen. Beim Klebestift verlangen die meisten Schulen zwei Stück, Kaltenweide drei, Wertheim vier große. Der Klebestift ist damit der einzige Posten, bei dem viele Schulen von Anfang an eine Reserve einplanen. Beim Bleistift sind es mindestens zwei, bei Frankfurt drei.
Aus den Stückzahlen lässt sich eine Reihenfolge für den Nachkauf ablesen. Die Reserve beim Klebestift legt nahe, dass er als Erstes ausgeht. Danach kommen Bleistifte, die sich herunterspitzen, bis sie nicht mehr in der Hand liegen. Beim Radiergummi rechnet kaum eine Schule mit Verbrauch; nur Velbert verlangt zwei. Buntstifte kommen als Satz und werden einzeln ersetzt, wenn eine Farbe bricht oder fehlt.
Die Nicolaischule in Verden gibt für Klasse 2 einen Satz mit auf den Weg, der das ganze Thema entschärft: Die Materialien können „zum Teil aus dem vorigen Jahr übernommen werden“, und „wenn Ihr Kind die benötigten Materialien noch hat, brauchen Sie diese natürlich nicht neu zu kaufen“. Die Liste für Klasse 2 enthält dann dieselben Posten wie in Klasse 1 — zwei Bleistifte, Radiergummi, Doppelanspitzer mit Behälter, Buntstifte, kleines Lineal — und dazu drei dicke Klebestifte. Ein gut behandeltes Mäppchen der ersten Klasse wird also einfach weiterbenutzt.
Für die Praxis empfehlen wir einen festen Termin: Sehen Sie das Mäppchen alle 4 Wochen einmal mit dem Kind durch, etwa am ersten Sonntag im Monat. Das dauert 5 Minuten. Fehlt etwas, kaufen Sie genau das nach, nicht ein neues Set. Ein Bleistift, der kürzer ist als der Zeigefinger des Kindes, gehört ersetzt. Ein Klebestift, dessen Kleber unter dem Rand der Hülse steht, auch.
Die Verdener Liste für Klasse 3 zeigt nebenbei, wie Schulen mit Reserven umgehen: drei dicke, farblose Klebestifte, einer davon für die Federtasche, zwei für die Schublade im Klassenzimmer. Fragen Sie am ersten Elternabend, ob es eine solche Schublade gibt. Dann kann die Reserve dort liegen statt im Ranzen.
Jede Reserve, die im Ranzen statt in der Schublade liegt, trägt das Kind mit — zusätzlich zu dem, was der Ranzen leer schon wiegt. Wie weit dieses Leergewicht zwischen den Modellen auseinandergeht, zeigt der Vergleich leichter Schulranzen.
Wann das erste Mäppchen nicht mehr reicht
Das Mäppchen der ersten Klasse ist für Bleistift und Buntstift gebaut. Es kommt an seine Grenze, wenn der erste Stift mit Tinte dazukommt. Wann das ist, entscheidet die Schule, und die Spannweite in den ausgewerteten Listen ist groß: Grünhain-Beierfeld verlangt zwei Füller vom ersten Tag an, Oepfershausen einen Füller „ab ca. 2. Halbjahr“, Verden einen Tintenroller oder Füller in Klasse 3 und „Tintenfüller mit blauen Patronen“ in Klasse 4. Zwischen dem frühesten und dem spätesten Termin liegen rund 2 Jahre.
Mit dem Füller kommen Patronen, bei manchen Schulen ein Tintenlöscher oder ein Löschblatt. Grünhain-Beierfeld verlangt einen Löschblattblock A5, und damit sind wir schon aus dem Mäppchen heraus. Im Mäppchen selbst braucht der Füller eine Schlaufe, die ihn hält, und die Patronen brauchen ein Fach, in dem sie nicht zerdrückt werden. Ein Mäppchen, in dem alle Schlaufen mit Buntstiften belegt sind, hat dafür keinen Platz.
Das Lineal wächst ebenfalls. In Klasse 3 verlangt Verden zusätzlich ein Lineal mit 30 cm. Das passt in kein gewöhnliches Mäppchen und gehört nicht hinein. Das kurze Lineal mit 15 cm bleibt in der Federmappe, das lange wandert in den Ranzen.
Schließlich wird manches weniger. Oepfershausen führt auf den Listen für Klasse 2 und 3 weder Füller noch Federmappe noch Schlumpermappe auf; die Ausstattung aus Klasse 1 wird vorausgesetzt. In Verden verschwindet auch das Wort „dick“: Für Klasse 2 stehen dort „2 gute Bleistifte“, für Klasse 3 nur noch „2 Bleistifte“ ohne Zusatz.
Was das für den Kauf heißt: Wer jetzt ein Mäppchen aussucht, sollte eine oder zwei Schlaufen frei lassen können. Dann reicht es auch dann noch, wenn in Klasse 2 oder 3 der Füller kommt. Ein neues Mäppchen wird meist erst fällig, wenn der Reißverschluss nachgibt oder das Kind eines mit mehr Fächern will — nicht, weil die Schule es verlangt.
Ein Blick auf die Abmessungen lohnt deshalb schon beim ersten Kauf. Ein Füller ist dicker als ein Bleistift und trägt oft einen Clip, und die Schachtel mit Patronen will flach liegen. Ein Mäppchen, dessen längstes Fach gerade das Lineal mit 15 cm aufnimmt, hat für beides noch Luft. Eines, das auf den Zentimeter genau für zwölf dicke Buntstifte geschnitten ist, hat keine.
Drei Annahmen, die nicht stimmen
„Ein gefülltes Mäppchen ist vollständig.“ Ein gefülltes Set wurde zusammengestellt, ohne dass jemand die Liste Ihrer Schule kannte. Im besten Fall enthält es die sieben Kernposten; ob Stifte dick oder dünn, ob der Spitzer für beide Stärken gebaut ist und ob Schere und Kleber in ein zweites Behältnis sollen, weiß es nicht. Im ungünstigen Fall enthält es einen Füller, den die Schule nicht will. Vollständig ist ein Mäppchen erst, wenn es mit der Liste abgeglichen ist.
„Dreieckig heißt dick.“ Die Liste aus Magdeburg verlangt einen dicken Schreiblernstift, Dreikant, und zusätzlich zwei Bleistifte, Dreikant mit Noppen — aber nicht dick. Querschnitt und Stärke sind zwei verschiedene Eigenschaften. Wenn auf Ihrer Liste nur „dreieckig“ steht, genügt ein dreieckiger Bleistift normaler Stärke; wenn dort „dick“ steht, muss es kein Dreikant sein. Nur wo beides steht, braucht es beides.
„Die Liste ist überall ungefähr gleich.“ Zwei Schulen in Niedersachsen, beide mit aktueller Liste, zeigen das Gegenteil. Ovelgönne verlangt zwei dicke, dreieckige Bleistifte 2B, einen Silbenstift, einen schwarzen Filzstift und einen Faulenzer — aber als einzige der sechzehn Listen kein Lineal. Die Nicolaischule in Verden verlangt zwei dicke und einen dünnen Bleistift, ein Lineal mit 17 bis 20 cm und kein zweites Mäppchen. Zwei Schulen, ein Land, zwei Einkaufszettel.
Hinter allen drei Annahmen steckt derselbe Wunsch: eine Liste für alle, die man einmal abarbeitet und dann vergisst. Die Auszählung zeigt, dass es diese Liste nur für den Kern gibt, für die sieben Posten mit 94 bis 100 Prozent. Den Rest schreibt die Schule. Weitere Beiträge rund um den Schulanfang, von Ranzen bis Lernmaterial, sammelt die Themenseite Lernen und Schule.
Eine vierte Annahme ist eher eine Hoffnung: dass die Schule es nicht so genau nimmt. Die Listen sprechen dagegen. Sie schreiben Farben vor, verbieten farbige Klebestifte, verlangen gespitzte Stifte und einzeln beschriftete Buntstifte. Wer so genau schreibt, schaut auch hin.
Was sechzehn Listen nicht zeigen können