Federmappe gefüllt: was in 42 Teilen steckt — fünf Mäppchen ausgezählt
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Woher die Zahlen auf dieser Seite stammen
Zweiundvierzig Teile, dreizehn Stifte
Das Schüleretui von Eberhard Faber trägt die Zahl 42 im Titel. Die Stückliste des Herstellers zählt auf: 12 Buntstifte, 1 Bleistift, 14 blaue Tintenpatronen, 1 Spitzer, 1 Radierer, 1 Lineal, 1 Füllerattrappe, 2 ABC-Schablonen, 1 Stundenplan, 1 Verkehrszeichenplan, 3 Büroklammern, 1 Stiftverlängerer, 2 Aufsteckradierer, 1 Scherenattrappe. Die Summe stimmt: 42 Teile. Nur ergibt sie ein anderes Bild, als die Zahl verspricht.
Dreizehn der 42 Teile sind Stifte, also 31 Prozent. Vierzehn sind Patronen für einen Füller, der nicht beiliegt. Zwei sind Attrappen aus Pappe, die eine Schlaufe füllen, bis ein echter Füller und eine echte Schere kommen. Drei sind Büroklammern. Der Verkehrszeichenplan zählt so viel wie ein Buntstift.
Das ist kein Einzelfall, sondern die Art, wie die Branche zählt. Eine Teilezahl sagt, wie viele Gegenstände im Karton liegen, und nichts darüber, welche davon das Kind in der Schule benutzt. Bei den anderen vier Mäppchen fällt das weniger auf, weil sie fast nur Stifte enthalten. Dort steckt die Frage an anderer Stelle: welche Stifte.
Über alle fünf Mäppchen gerechnet ergeben sich 182 Teile. Davon sind 132 Schreib- und Malgeräte, 73 Prozent. 58 davon sind Filz- oder Fasermaler, 66 Buntstifte, sieben Bleistifte und ein Kugelschreiber. Sieben Bleistifte in 182 Teilen: Das sind knapp 4 Prozent, für den Posten, den alle sechzehn Schullisten verlangen, die wir für die erste Klasse ausgezählt haben.
Diese Seite rechnet deshalb anders als das Etikett. Sie zerlegt jede Teilezahl, legt den Inhalt neben die Liste der Schulen und fragt, was danach noch zu kaufen ist. Eine Rangfolge kommt dabei nicht heraus, wohl aber für jedes Mäppchen ein klarer Befund.
Zum Vergleich: Die Schullisten, an denen diese Seite misst, kommen mit sieben Posten aus, die auf fast jeder Liste stehen. Selbst wer jeden davon großzügig zählt — zwölf Buntstifte, zwei Bleistifte, je ein Radiergummi, Spitzer, Lineal, Schere und Klebestift —, landet bei 19 Teilen. Das kleinste Mäppchen in unserer Auswahl hat 28, das größte 42.
Gezählt nach drei Sorten: Gerät, Zubehör, Beigabe
Wir haben jedes Teil einer von drei Sorten zugeordnet. Schreib- und Malgeräte sind alles, womit das Kind schreibt oder malt: Bleistifte, Buntstifte, Filz- und Fasermaler, Kugelschreiber. Zubehör ist, was es zum Arbeiten braucht, ohne damit zu schreiben: Spitzer, Radiergummi, Lineal, Schere, Klebestift, Geodreieck, Stiftverlängerer. Beigaben ist der Rest: Papier, Schablonen, Tintenpatronen ohne Füller, Attrappen, Büroklammern.
Die Patronen haben wir bewusst zu den Beigaben gezählt. Ohne Füller schreiben sie nicht, und keines der fünf Mäppchen enthält einen. Wer sie zu den Geräten rechnet, bekommt für Eberhard Faber 27 statt 13 Schreibteile — und verfehlt genau den Punkt, um den es geht.
Als Maßstab dient die Auszählung von sechzehn Materiallisten für Klasse 1 aus zwölf Ländern. Sieben Posten stehen dort auf 15 oder 16 Listen: Bleistift, Buntstifte, Radiergummi, Spitzer, Lineal, Schere, Klebestift. Wir nennen sie Kernposten. Wie die Listen zustande kamen und was dort sonst verlangt oder verboten wird, zeigt die Auszählung der Schullisten für die erste Klasse.
Zwei Einschränkungen gehören dazu. Erstens: Elf von sechzehn Listen wollen Schere und Klebestift in einem zweiten, kleinen Mäppchen. Dass ein Hauptmäppchen beides nicht enthält, ist also kein Mangel an sich — nur muss man es dann dazukaufen. Zweitens zählen wir, was die Stückliste nennt, nicht, was im Karton liegt. Wo Hersteller und Angebot voneinander abweichen, steht beides da.
Beigaben sind nicht wertlos. Ein Stundenplan wird in der ersten Woche gebraucht, eine Einmaleins-Tabelle spätestens in Klasse 2. Sie stehen aber auf keiner der sechzehn Schullisten, und sie verändern die Teilezahl mehr als jede andere Sorte. Beim Etui von Eberhard Faber machen sie 55 Prozent der Teile aus, bei itenga 11 Prozent, bei Herlitz 3 Prozent, bei Step by Step und ergobag null. Wer Teilezahlen vergleicht, vergleicht also vor allem, wie viel Papier und Zubehör ein Hersteller mitzählt.
Die fünf Teilezahlen, zerlegt
Die Grafik zeigt jede Teilezahl als einen Balken, aufgeteilt in die drei Sorten. Rechts daneben steht, wie viele der sieben Kernposten der Schullisten das Mäppchen laut Stückliste enthält.
Drei Muster springen ins Auge. Das längste Balkenpaar — Eberhard Faber und Step by Step mit 42 und 41 Teilen — ist innen völlig verschieden gebaut: 13 gegen 37 Geräte. Die beiden Markenhersteller aus dem Ranzengeschäft, Step by Step und ergobag, kommen ganz ohne Beigaben aus; bei ihnen sind rund 90 Prozent der Teile Stifte. Und die rechte Spalte ist fast überall gleich: fünf von sieben, einmal sechs. Die Teilezahl zwischen 28 und 42 ändert daran nichts.
Wer also nach der größten Zahl kauft, kauft nicht die vollständigste Mappe. Das 28-teilige Etui enthält ebenso viele Kernposten wie das 42-teilige, dazu zwei Bleistifte mehr.
In Anteilen gerechnet reicht die Spanne weit. Bei Step by Step und ergobag sind 90 Prozent der Teile Schreib- und Malgeräte, bei Herlitz 81 Prozent, bei itenga 75 Prozent, bei Eberhard Faber 31 Prozent. Beim Zubehör liegen alle fünf nah beieinander, zwischen 4 und 6 Teilen. Der Unterschied entsteht fast nur über die Beigaben — und über die Frage, welche Stifte es sind. Bei Step by Step und ergobag ist jeweils die Hälfte der Stifte ein Filz- oder Fasermaler, bei Herlitz mehr als die Hälfte.
Fünf Mäppchen an dreizehn Angaben
Die Tabelle stellt alle fünf Mäppchen an denselben dreizehn Angaben nebeneinander. Leere Felder sind nicht vergessen: Dort hat weder der Hersteller noch das Angebot etwas veröffentlicht, und die Zelle sagt, was fehlt.
| Kennwert | Step by StepXXL-Mäppchen, 3 Fächer, bestücktOberklasse | ergobagMaxi-Mäppchen, 40-teiligOberklasse | Eberhard FaberSchüleretui Dino, 42-teilig befülltMittelklasse | HerlitzTriCase 31-teilig, Cute Animals TurtleEinstieg | itengaSchüler-Etui 28-teilig, 1-ZipperEinstieg |
|---|---|---|---|---|---|
| Teilezahl | 41 laut Hersteller, 43 laut Angebot | 40 laut Hersteller | 42 laut Hersteller | 31 laut Hersteller | 28 laut Anbieter |
| Schreib- und Malgeräte | 37: 15 Buntstifte, 3 Jumbo-Buntstifte, 18 Fasermaler, 1 Bleistift | 36: 18 Buntstifte, 18 Filzstifte, beide von LYRA | 13: 12 Buntstifte, 1 Bleistift, beide sechseckig | 25: 14 Fasermaler, 8 Buntstifte, 2 Bleistifte, 1 Kugelschreiber | 21: 10 Buntstifte, 8 Fasermaler, 3 Bleistifte |
| Zubehör | 4: Radiergummi, Lineal 15 cm, Klebestift, Bastelschere 14 cm | 4: Radiergummi, Spitzer, Lineal, Schere | 6: Spitzer, Radierer, Lineal, 2 Aufsteckradierer, Stiftverlängerer | 5: Anspitzer, Radiergummi, Lineal, 2 Geodreiecke | 4: Radiergummi, Anspitzer, Lineal, Geodreieck |
| Beigaben | keine | keine; dazu ein Kleingeldfach | 23: 14 Tintenpatronen, Füller- und Scherenattrappe, 2 ABC-Schablonen, Stundenplan, Verkehrszeichenplan, 3 Büroklammern | 1: Malschablone | 3: Einmaleins-Tabelle, Stundenplan, Vorlage für persönliche Angaben |
| Kernposten der Schulliste | 6 von 7 — es fehlt der Spitzer | 5 von 7 — es fehlen Bleistift und Klebestift | 5 von 7 — es fehlen Schere und Klebestift | 5 von 7 — es fehlen Schere und Klebestift | 5 von 7 — es fehlen Schere und Klebestift |
| Bleistift | 1, STAEDTLER Noris | in keiner der beiden Stücklisten genannt | 1, sechseckig, ohne Angabe zu Stärke und Härte | 2, FSC-zertifiziertes Holz, ohne Angabe zur Stärke | 3, ohne Angabe zu Stärke und Härte |
| Spitzer | keiner in der Bestückungsliste; die Übersicht derselben Herstellerseite nennt einen | 1, ohne Angabe zu Dose und Öffnungen | 1, ohne Angabe zu Dose und Öffnungen | 1, ohne Angabe zu Dose und Öffnungen | 1, ohne Angabe zu Dose und Öffnungen |
| Marke der Stifte | STAEDTLER, Klebestift von Pritt | LYRA, laut Hersteller eine Sonderanfertigung ohne Nachkauf | Eberhard Faber, ohne Seriennamen | Herlitz, Bunt- und Bleistifte mit FSC-zertifiziertem Holz | Der Anbieter nennt keine Marke. |
| Maße | 13,5 × 20 × 7 cm | 20 × 6,5 × 13,5 cm, 1,75 Liter | 19,6 × 13,2 × 3,4 cm | 19 × 11,5 × 7 cm | Weder Anbieter noch Angebot nennen Maße. |
| Gewicht | 590 g laut Handelsdatenfeld | 310 g laut Hersteller | Weder Hersteller noch Angebot nennen ein Gewicht. | 430 g laut Handelsdatenfeld | Weder Hersteller noch Angebot nennen ein Gewicht. |
| Material | Polyester aus recycelten PET-Flaschen, PFC-freie Beschichtung | Polyester, anteilig aus recycelten PET-Flaschen; Pappverstärkung | Polyester, als wasser- und schmutzabweisend beschrieben | Polyester, farbiges Innenfutter | Polyester |
| Pflegeangabe | feucht abwischen, etwas Shampoo; nicht in Wasch- oder Spülmaschine, nie ganz eintauchen | nicht waschen, nicht einweichen; feuchtes Tuch oder weicher Radiergummi | Keine Pflegeangabe gefunden. | Keine Pflegeangabe gefunden. | Keine Pflegeangabe gefunden. |
| Prüfangabe | bluesign für die Beschichtung laut Angebot; zu den Stiften keine Angabe | Stifte nach EN 71-3 geprüft laut Hersteller; Zubehör PVC-, BPA- und chlorfrei | Keine Norm und keine Prüfung genannt. | Keine Norm und keine Prüfung genannt. | Keine Norm und keine Prüfung genannt. |
Einige Verweise auf dieser Seite sind Provisionslinks: Wird darüber gekauft, erhält daheimaktiv.de eine Provision vom Händler. Für dich ändert sich dadurch nichts. Die Auswahl und die Reihenfolge der Produkte hängen nicht davon ab, ob ein Verweis provisioniert ist. Wie sich dieses Portal finanziertDie Zerlegung in Geräte, Zubehör und Beigaben und der Abgleich mit den Kernposten der Schullisten sind unsere eigene Auswertung der Stücklisten. Alle übrigen Angaben stammen von den Herstellern oder aus dem Angebot und sind dort gekennzeichnet; die Bewertungszahlen von der Handelsseite, mit Abrufdatum.
Drei Zeilen lohnen den zweiten Blick. Bei „Prüfangabe“ ist nur eine von fünf Zellen wirklich gefüllt: ergobag nennt für die Stifte die Spielzeugnorm EN 71-3. Step by Step führt eine Umweltzertifizierung für die Beschichtung des Stoffs an, nicht für den Inhalt. Die übrigen drei schweigen. Bei „Pflegeangabe“ sind es zwei von fünf. Und bei „Gewicht“ nennt nur ein Hersteller selbst eine Zahl, 310 Gramm; zwei weitere Werte, 430 und 590 Gramm, stehen nur in Datenfeldern des Handels.
Die Zeile „Spitzer“ ist bei vier Mäppchen gleich: ein Spitzer, ohne jede Angabe zu Dose oder Öffnungen. Beim fünften fehlt er ganz. Das ist gerade der Posten, bei dem die Schullisten am genauesten sind — dazu gleich mehr.
Die Spalte ganz oben in jeder Karte, das Segment, beruht nicht auf einem Preis. Wir ordnen die beiden Ranzenmarken der Oberklasse zu, Eberhard Faber der Mittelklasse, Herlitz und itenga dem Einstieg — nach Stellung der Marke im Handel. Die Stimmenzahlen reichen von 207 bei Herlitz bis 791 bei Eberhard Faber. Sie gelten jeweils für das ganze Angebot mit allen Motiven; welches Motiv hinter einem Link steht, ist in der Karte vermerkt.
Wer die Tabelle quer liest, sieht ein zweites Muster: Die Hersteller unterscheiden sich stärker darin, was sie veröffentlichen, als darin, was sie einfüllen. ergobag füllt alle dreizehn Zeilen und nennt dabei auch die unbequemen Antworten. itenga füllt acht, und die fünf leeren Zeilen sind genau die, die eine Entscheidung tragen würden: Marke, Maße, Gewicht, Pflege, Prüfung.
Sieben Posten der Schulliste gegen fünf Stücklisten
Die zweite Tabelle legt die Stücklisten neben die sieben Kernposten. Die Spalte links zeigt, auf wie vielen der sechzehn ausgewerteten Schullisten der Posten steht. Ein Strich heißt: Die Stückliste nennt ihn nicht.
| Posten | Schullisten | Eberhard Faber | Step by Step | ergobag | Herlitz | itenga |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Bleistift | 16 von 16 | 1 | 1 | — | 2 | 3 |
| Buntstifte | 16 von 16 | 12 | 18 | 18 | 8 | 10 |
| Radiergummi | 16 von 16 | 1 + 2 Aufstecker | 1 | 1 | 1 | 1 |
| Spitzer | 16 von 16 | 1 | — | 1 | 1 | 1 |
| Lineal | 15 von 16 | 16 oder 17 cm | 15 cm | 1 | 1 | 1 |
| Schere | 16 von 16 | Attrappe | 14 cm | 1 | — | — |
| Klebestift | 16 von 16 | — | 1 | — | — | — |
Am Klebestift scheitern vier von fünf, an der Schere drei. Das ist zum Teil gewollt: Wo Schulen ein zweites Mäppchen verlangen, gehören beide ohnehin dort hinein. Schwerer wiegt die Zeile ganz oben. Beim ergobag Maxi-Mäppchen nennt weder der Hersteller noch das Angebot einen Bleistift. Rechnet man die genannten Teile zusammen, ergeben 18 Buntstifte, 18 Filzstifte, Radiergummi, Spitzer, Lineal und Schere genau die 40 — ohne Bleistift.
Umgekehrt steckt in allen fünf Mäppchen etwas, das mindestens eine Schulliste ausdrücklich ausschließt oder das auf keiner steht: Tintenpatronen, ein Kugelschreiber, Filz- und Fasermaler, Geodreiecke. Wie man damit umgeht, beschreibt der letzte Abschnitt.
Bei zwei Posten hilft ein genauer Blick auf die Zahlen. Das Lineal nennen alle fünf, aber nur zwei mit Länge: 15 Zentimeter bei Step by Step, 16 oder 17 Zentimeter bei Eberhard Faber. Drei Schullisten verlangen ausdrücklich 15 Zentimeter, eine 17 bis 20. Beim Radiergummi legt Eberhard Faber zwei Aufsteckradierer dazu, die auf das Stiftende gesteckt werden. Sie sind klein, gehen leicht verloren und ersetzen den Radiergummi nicht, den alle sechzehn Listen verlangen.
Probe aufs Exempel: fünf Mäppchen gegen eine echte Liste
Wie das im Einzelfall aussieht, zeigt eine der sechzehn ausgewerteten Listen. Die Eisgrubschule in Mainz verlangt für das Mäppchen zwei dicke Bleistifte, am besten mit Dreiecksgriff, mindestens sechs Holzfarbstifte, einen Radiergummi und ein Lineal mit 15 cm. Ins Schlamper-Mäppchen gehören ein Spitzer mit Auffangschale für dicke und dünne Stifte, zwei farblose Klebestifte und eine abgerundete Schülerschere.
Gegen diese Liste gelesen, bleibt bei jedem der fünf Mäppchen ein Einkaufszettel. Die zwei dicken Bleistifte muss man bei allen besorgen: Keine Stückliste nennt einen dicken, ergobag gar keinen. Den Spitzer mit Auffangschale und zwei Öffnungen ebenfalls, weil keiner der mitgelieferten so beschrieben ist und Step by Step keinen mitliefert. Klebestifte fehlen in vier Mäppchen ganz, bei Step by Step liegt einer statt zwei.
Dazu kommen je nach Mäppchen weitere Posten. Bei Eberhard Faber die Schere, weil nur eine Attrappe beiliegt, und ein Lineal mit 15 cm statt 16 oder 17. Bei Herlitz und itenga die Schere. Bei ergobag nichts weiter, sofern das mitgelieferte Lineal 15 cm misst — die Länge nennt der Hersteller nicht. Die Buntstifte reichen überall, von acht bei Herlitz bis achtzehn bei Step by Step und ergobag.
Unterm Strich: Beim XXL-Mäppchen stehen drei Posten auf dem Zettel, bei ergobag drei, bei Herlitz und itenga vier, bei Eberhard Faber fünf. Und in jedem Mäppchen liegt etwas, das die Mainzer Liste nicht nennt — Fasermaler, Patronen, Geodreiecke oder ein Kugelschreiber. Nichts davon steht auf der Mainzer Liste, und nichts davon braucht das Kind am ersten Tag.
Die Probe lässt sich mit jeder anderen Liste wiederholen. Das Ergebnis wird sich im Einzelnen verschieben, im Grundsatz kaum: Ein gefülltes Mäppchen erspart den Kauf der Buntstifte und meist des Radiergummis. Die Posten, bei denen Schulen Eigenschaften vorschreiben — dick, mit Dose, farblos —, bleiben in fast jedem Fall zu besorgen.
Zwei Mäppchen, zwei Gründe — und keine Rangliste
Eine Reihenfolge der fünf gibt es auf dieser Seite nicht. Jedes Mäppchen hat eine Lücke, und welche Lücke schwerer wiegt, hängt an der Liste Ihrer Schule. Zwei Mäppchen heben sich aber für je einen bestimmten Zweck heraus.
Wenn Schere und Kleber schon im Mäppchen stecken sollen

Step by Step
XXL-Mäppchen, 3 Fächer, bestückt
Wenn Pflege, Prüfung und Nachkauf vorher geklärt sein sollen

ergobag
Maxi-Mäppchen, 40-teilig
Für Eberhard Faber, Herlitz und itenga fällt keine eigene Rolle ab. Das heißt nicht, dass sie schlechter sind; das Etui von Eberhard Faber hat die meisten Stimmen im Feld und das flachste Format. Es heißt, dass ihr Inhalt mehr Nacharbeit gegen die Schulliste braucht.
Warum keine dritte Rolle für das meistbewertete Etui? Weil sich sein Inhalt am weitesten von der Schulliste entfernt: ein Bleistift statt zwei, zwei Attrappen statt Schere und Füller, vierzehn Patronen ohne Gerät. Für die Hülle spricht viel, für die Füllung wenig. Wer das Etui mag, sollte es als leere Mappe mit Zugabe betrachten und fast die Hälfte des Inhalts ersetzen. Dasselbe gilt abgeschwächt für Herlitz und itenga.
Was fehlt, ist bei beiden überschaubar. Dem XXL-Mäppchen fehlen ein Spitzer und ein zweiter Bleistift, dem Maxi-Mäppchen zwei Bleistifte und ein Klebestift. In beiden Fällen sind es kleine Einkäufe, die man mit der Schulliste in der Hand in jedem Schreibwarenladen erledigt.
Step by Step XXL: sechs Posten, kein Spitzer
Die Herstellerseite nennt eine vollständige Bestückungsliste, und sie ist die genaueste im Feld: 15 STAEDTLER Noris colour Buntstifte, 3 Jumbo-Buntstifte derselben Marke, 18 Fasermaler, ein Noris-Bleistift, ein Radiergummi, ein Lineal mit 15 cm, eine Bastelschere mit 14 cm und ein Klebestift von Pritt. Zusammen 41 Teile, alle mit Markenname.
Zwei Dinge passen nicht zusammen. Die Übersicht derselben Seite verspricht ein Mäppchen, das „bereits befüllt“ sei mit Farb- und Filzstiften, Bleistiften, Spitzer, Radierer, Schere und Klebestift. In der Liste darunter steht kein Spitzer, und statt „Bleistiften“ steht einer. Das Angebot wiederum nennt 43 Teile, zwei mehr als der Hersteller. Welche Zahl für den Karton gilt, lässt sich von außen nicht klären.
Für die erste Klasse ist das Mäppchen trotzdem das vollständigste im Feld. Schere und Kleber sind echt, das Lineal hat die Länge, die drei Schullisten ausdrücklich nennen, und die drei Jumbo-Stifte sind die einzigen dicken Stifte in allen fünf Stücklisten. Fehlen tun ein Spitzer — am besten einer mit Dose und zwei Öffnungen — und ein zweiter Bleistift.
Der Preis dieser Vollständigkeit ist Masse. Mit 13,5 × 20 × 7 cm ist das Mäppchen deutlich dicker als ein einfaches Etui, und das Handelsdatenfeld nennt 590 Gramm. In den Bewertungen schreibt jemand, es passe trotzdem ins Deckelfach eines Ranzens derselben Marke. Ein anderer Käufer berichtet nach vier Monaten von einem ausgefransten Reißverschluss und einem eingerissenen Gummi.
| Teilezahl | 41 laut Hersteller, 43 laut Angebot |
|---|---|
| Schreib- und Malgeräte | 37: 15 Buntstifte, 3 Jumbo-Buntstifte, 18 Fasermaler, 1 Bleistift |
| Zubehör | 4: Radiergummi, Lineal 15 cm, Klebestift, Bastelschere 14 cm |
| Beigaben | keine |
| Kernposten der Schulliste | 6 von 7 — es fehlt der Spitzer |
| Bleistift | 1, STAEDTLER Noris |
| Spitzer | keiner in der Bestückungsliste; die Übersicht derselben Herstellerseite nennt einen |
| Marke der Stifte | STAEDTLER, Klebestift von Pritt |
| Maße | 13,5 × 20 × 7 cm |
| Gewicht | 590 g laut Handelsdatenfeld |
| Material | Polyester aus recycelten PET-Flaschen, PFC-freie Beschichtung |
| Pflegeangabe | feucht abwischen, etwas Shampoo; nicht in Wasch- oder Spülmaschine, nie ganz eintauchen |
| Prüfangabe | bluesign für die Beschichtung laut Angebot; zu den Stiften keine Angabe |
In den Bewertungen heißt es, ein Standardmäppchen liege bereits im Ranzenset der Marke, und das XXL-Mäppchen passe ins Deckelfach eines Step-by-Step-Ranzens. Wer den Ranzen eines anderen Herstellers hat, sollte vor dem Kauf nachmessen, ob ein 7 Zentimeter dickes Mäppchen in das Fach passt, das dafür vorgesehen ist.
Beim Klebestift passt die Stückliste zu dem, was Schulen schreiben: ein Stift von Pritt, kein Flüssigkleber, den fünf Schullisten ausdrücklich ausschließen. Ob er farblos ist, wie drei Listen es wünschen, nennt die Stückliste nicht.
ergobag Maxi: 36 Stifte, kein Bleistift
Das Service-Center von ergobag ist die ergiebigste Herstellerquelle dieser Seite. Dort steht, was im Maxi-Mäppchen steckt: 18 Buntstifte und 18 Filzstifte von LYRA, Radiergummi, Spitzer, Lineal und eine Vorrichtung für eine Schere. Dazu Maße, Gewicht, Volumen, Material und die Pflegeangabe. Und ein Satz, den kein anderer Hersteller schreibt: Ein Geodreieck liege nicht bei, weil es in den ersten vier Schuljahren nicht unbedingt notwendig sei.
Ein Bleistift steht in dieser Liste nicht, auch nicht im Angebot. Der Hersteller schreibt zwar „unter anderem“, aber die genannten Teile ergeben mit der Schere aus dem Angebotstitel bereits die 40. Wer das Mäppchen für die erste Klasse kauft, legt den Bleistift also selbst dazu, am besten zwei.
Bemerkenswert ist auch, für wen ergobag das Mäppchen beschreibt: Es sei „besonders bei den Kids ab Klasse 2 beliebt“. Das Angebot daneben nennt es die „ideale Erstausstattung für Schulanfänger“. Beides kann zutreffen. Die Stückliste — 18 Filzstifte, kein Bleistift, kein Kleber — passt aber eher zu einem Kind, das schon ein Jahr Schule hinter sich hat.
Zwei weitere Antworten des Herstellers gehören vor den Kauf. Das Mäppchen gibt es nur befüllt, eine leere Ausführung nicht. Und die Stifte darin sind eine Sonderanfertigung, die sich weder bei ergobag noch bei LYRA nachkaufen lässt. Wenn der rote Buntstift aufgebraucht ist, kommt ein anderer ins Mäppchen.
| Teilezahl | 40 laut Hersteller |
|---|---|
| Schreib- und Malgeräte | 36: 18 Buntstifte, 18 Filzstifte, beide von LYRA |
| Zubehör | 4: Radiergummi, Spitzer, Lineal, Schere |
| Beigaben | keine; dazu ein Kleingeldfach |
| Kernposten der Schulliste | 5 von 7 — es fehlen Bleistift und Klebestift |
| Bleistift | in keiner der beiden Stücklisten genannt |
| Spitzer | 1, ohne Angabe zu Dose und Öffnungen |
| Marke der Stifte | LYRA, laut Hersteller eine Sonderanfertigung ohne Nachkauf |
| Maße | 20 × 6,5 × 13,5 cm, 1,75 Liter |
| Gewicht | 310 g laut Hersteller |
| Material | Polyester, anteilig aus recycelten PET-Flaschen; Pappverstärkung |
| Pflegeangabe | nicht waschen, nicht einweichen; feuchtes Tuch oder weicher Radiergummi |
| Prüfangabe | Stifte nach EN 71-3 geprüft laut Hersteller; Zubehör PVC-, BPA- und chlorfrei |
Gerade diese Offenheit macht das Maxi-Mäppchen zur Rolle „vorher geklärt“. Man weiß, was man bekommt, was man nicht bekommt und was man nicht nachkaufen kann. Für die erste Klasse heißt das: zwei Bleistifte dazulegen, die Filzstifte nach Schulliste behalten oder zu Hause lassen, den Klebestift ins zweite Mäppchen. Dann passt es.
Eberhard Faber, 42 Teile: vierzehn Patronen und zwei Attrappen
Das meistbewertete Mäppchen im Feld, mit 791 Stimmen und 91 Prozent Wertungen von vier oder fünf Sternen. Eberhard Faber ist laut eigener Beschreibung eine eigenständige Marke der Faber-Castell-Gruppe. Eine Produktseite beim Hersteller haben wir nicht gefunden; die Stückliste stammt aus der Herstellerbeschreibung im Markenshop.
Der Aufbau ist klassisch: zwei aufklappbare Flügel, ein Hauptfach mit 23 Schlaufen „für Stifte, Füller und Kleinkram“, dazu 16 Steckplätze. Mit 3,4 cm Höhe ist es das flachste Mäppchen mit Maßangabe. Die Befüllung dagegen richtet sich an ein Kind, das schon mit Tinte schreibt: 14 Patronen, ein Platz für den Füller, eine Pappattrappe darin. Dasselbe gilt für die Schere, deren Schlaufe eine zweite Attrappe füllt.
Beim Lineal widerspricht sich die Angebotsseite selbst: Der Aufzählungspunkt nennt 17 cm, die Herstellerbeschreibung darunter 16 cm. Für die meisten Schullisten ist beides in Ordnung; drei verlangen ausdrücklich 15 cm, eine 17 bis 20 cm.
In den Bewertungen kehren zwei Punkte wieder, in vier Sprachen: Die Attrappen seien auf dem Foto nicht zu erkennen, und die Patronen hätten ohne Füller keinen Zweck. Einmal sind sie im Mäppchen ausgelaufen. Mehrere Käufer schreiben, sie hätten das Etui für die Vorschule gekauft — dort stören Patronen am wenigsten, aber sie nutzen dort auch nichts.
| Teilezahl | 42 laut Hersteller |
|---|---|
| Schreib- und Malgeräte | 13: 12 Buntstifte, 1 Bleistift, beide sechseckig |
| Zubehör | 6: Spitzer, Radierer, Lineal, 2 Aufsteckradierer, Stiftverlängerer |
| Beigaben | 23: 14 Tintenpatronen, Füller- und Scherenattrappe, 2 ABC-Schablonen, Stundenplan, Verkehrszeichenplan, 3 Büroklammern |
| Kernposten der Schulliste | 5 von 7 — es fehlen Schere und Klebestift |
| Bleistift | 1, sechseckig, ohne Angabe zu Stärke und Härte |
| Spitzer | 1, ohne Angabe zu Dose und Öffnungen |
| Marke der Stifte | Eberhard Faber, ohne Seriennamen |
| Maße | 19,6 × 13,2 × 3,4 cm |
| Gewicht | Weder Hersteller noch Angebot nennen ein Gewicht. |
| Material | Polyester, als wasser- und schmutzabweisend beschrieben |
| Pflegeangabe | Keine Pflegeangabe gefunden. |
| Prüfangabe | Keine Norm und keine Prüfung genannt. |
Was man mit dem Etui für die erste Klasse macht, ist nach der Stückliste klar. Die 14 Patronen und die Füllerattrappe kommen heraus, bis ein Füller kommt. Die Scherenattrappe weicht einer echten Schere, sofern die Schule sie nicht im zweiten Mäppchen will. Ein zweiter Bleistift kommt dazu, dazu ein Spitzer mit Dose, falls der mitgelieferte keinen Behälter hat. Übrig bleiben die Hülle mit ihren 23 Schlaufen, zwölf Buntstifte, ein Radierer und ein Lineal.
Herlitz TriCase: zwei Bleistifte und ein Kugelschreiber
Drei Fächer, jedes mit eigenem Reißverschluss, 19 × 11,5 × 7 cm. So beschreibt der Herlitz-Katalog das TriCase, dazu „31 Teile“ und Bunt- und Bleistifte mit FSC-zertifiziertem Holz. Die Stückliste steht nur im Angebot des Markenshops: 14 Fasermaler, 8 Buntstifte, 2 Bleistifte, Anspitzer, Radiergummi, Lineal, 2 Geodreiecke, ein Kugelschreiber und eine Malschablone.
Die zwei Bleistifte treffen genau die Zahl, die zwölf von sechzehn Schullisten nennen. Sonst passt die Mischung eher zu einem älteren Kind. Es gibt fast doppelt so viele Fasermaler wie Buntstifte, zwei Geodreiecke für eine Klassenstufe, in der noch keines gebraucht wird, und einen Kugelschreiber, den zwei Schullisten ausdrücklich ausschließen.
Herlitz schreibt auf seiner Kategorieseite, die Füllung sei „mit Sorgfalt ausgewählt und auf den Bedarf von Schülerinnen und Schülern in der Primarstufe ausgerichtet“. Für Klasse 3 und 4 mag das stimmen. Für die erste Klasse deckt sich der Inhalt mit der Schulliste nur in fünf von sieben Posten, und drei Teile müssten wieder heraus.
Ein Vorteil, den nur Herlitz im Feld bietet: Dasselbe Etui gibt es im Katalog auch leer. Wer die Bauform mag und nach der Liste bestücken will, muss den Inhalt also gar nicht erst kaufen.
| Teilezahl | 31 laut Hersteller |
|---|---|
| Schreib- und Malgeräte | 25: 14 Fasermaler, 8 Buntstifte, 2 Bleistifte, 1 Kugelschreiber |
| Zubehör | 5: Anspitzer, Radiergummi, Lineal, 2 Geodreiecke |
| Beigaben | 1: Malschablone |
| Kernposten der Schulliste | 5 von 7 — es fehlen Schere und Klebestift |
| Bleistift | 2, FSC-zertifiziertes Holz, ohne Angabe zur Stärke |
| Spitzer | 1, ohne Angabe zu Dose und Öffnungen |
| Marke der Stifte | Herlitz, Bunt- und Bleistifte mit FSC-zertifiziertem Holz |
| Maße | 19 × 11,5 × 7 cm |
| Gewicht | 430 g laut Handelsdatenfeld |
| Material | Polyester, farbiges Innenfutter |
| Pflegeangabe | Keine Pflegeangabe gefunden. |
| Prüfangabe | Keine Norm und keine Prüfung genannt. |
Mit 19 × 11,5 × 7 cm ist das TriCase das kompakteste der drei Mäppchen mit drei Fächern. In einer Bewertung heißt es gerade deshalb, es sei zu klein; eine andere lobt, es sei nicht zu groß und nicht zu klein für den Ranzen. Wer zwölf dicke Buntstifte nach Schulliste hineinsetzen will, sollte die Schlaufen vorher prüfen — die mitgelieferten acht Buntstifte sagen über deren Weite nichts.
Die leere Ausführung führt Herlitz im selben Katalog unter „TriCase leer, Motive sortiert“. Wer die Bauform mit drei Fächern will, aber nicht den Kugelschreiber und die Geodreiecke, kann dort ansetzen und nach der Liste füllen.
itenga, 28 Teile: drei Bleistifte, sonst kaum Angaben
Anbieter ist die itenga GmbH aus Illingen im Saarland, laut eigener Beschreibung ein Versandhändler für Büro, Basteln und Schule, der auch eigene Produkte vermarktet. Die Stückliste steht beim Anbieter und im Angebot gleich: 10 Buntstifte, 8 Fasermaler, 3 Bleistifte, Radiergummi, Anspitzer, Lineal, ein Geodreieck, eine Einmaleins-Tabelle, ein Stundenplan und eine Vorlage für persönliche Angaben.
Drei Bleistifte sind die meisten im Feld, und Attrappen oder Patronen gibt es keine: 21 der 28 Teile sind Stifte. Wofür der Anbieter aber keine Zeile hat, ist fast alles andere. Keine Marke der Stifte, keine Maße, kein Gewicht, keine Pflegeangabe, keine Prüfung. Das Handelsdatenfeld nennt als Herkunft Deutschland; beim Anbieter selbst steht dazu nichts.
Die Sterneverteilung ist die schwächste im Feld: 69 Prozent fünf Sterne, aber 9 Prozent ein Stern — bei den anderen vier sind es höchstens 2 Prozent. Unter den gezeigten Bewertungen beschreibt eine, dass sich die Stiftabtrennungen schnell lösen und das Mäppchen Fäden zieht; eine zweite, dass der Reißverschluss am Ende in der Führung verschwindet und das Kind Hilfe braucht.
Zwei Käufer schreiben, sie hätten das Etui für die Vorschule gekauft. Für die erste Klasse fehlen Schere und Kleber, und das Geodreieck bleibt zu Hause.
| Teilezahl | 28 laut Anbieter |
|---|---|
| Schreib- und Malgeräte | 21: 10 Buntstifte, 8 Fasermaler, 3 Bleistifte |
| Zubehör | 4: Radiergummi, Anspitzer, Lineal, Geodreieck |
| Beigaben | 3: Einmaleins-Tabelle, Stundenplan, Vorlage für persönliche Angaben |
| Kernposten der Schulliste | 5 von 7 — es fehlen Schere und Klebestift |
| Bleistift | 3, ohne Angabe zu Stärke und Härte |
| Spitzer | 1, ohne Angabe zu Dose und Öffnungen |
| Marke der Stifte | Der Anbieter nennt keine Marke. |
| Maße | Weder Anbieter noch Angebot nennen Maße. |
| Gewicht | Weder Hersteller noch Angebot nennen ein Gewicht. |
| Material | Polyester |
| Pflegeangabe | Keine Pflegeangabe gefunden. |
| Prüfangabe | Keine Norm und keine Prüfung genannt. |
Das Etui ist damit das Mäppchen, bei dem man am wenigsten weiß. Wer es kauft, kauft nach der Stückliste und dem Foto, und beides ist in Ordnung. Für alles, was eine Entscheidung tragen würde — hält die Schlaufe, welcher Stift ist das, verträgt der Stoff Wasser —, gibt es beim Anbieter keine Zeile.
Für die erste Klasse ergänzt man eine Schere und einen Klebestift, je nach Liste im zweiten Mäppchen, und prüft den mitgelieferten Anspitzer: Ob er eine Dose hat, sagt die Stückliste nicht. Das Geodreieck und die Einmaleins-Tabelle kommen in die Kiste für später.
Dick, dünn, mit Dose: was keine Stückliste sagt
Bei drei Eigenschaften sind die Schullisten genauer als jede Stückliste. Dreizehn von sechzehn Listen, also 81 Prozent, wollen mindestens einen dicken Bleistift. Fünfzehn, 94 Prozent, verlangen einen Spitzer mit Dose oder Auffangbehälter. Elf, 69 Prozent, schreiben dazu, dass er dicke und dünne Stifte spitzen muss. Und die Hälfte will den Bleistift dreieckig.
Die fünf Stücklisten sagen zu keiner dieser Eigenschaften etwas Belastbares. Kein Hersteller nennt einen dicken Bleistift. Eberhard Faber schreibt ausdrücklich „Bleistift hexagonal“, also sechseckig und damit nicht dreieckig. Keiner der vier Spitzer ist mit Dose oder zwei Öffnungen beschrieben; beim fünften Mäppchen fehlt der Spitzer ganz. Dicke Stifte gibt es in genau einer Stückliste: drei Jumbo-Buntstifte bei Step by Step, neben fünfzehn normalen.
Das heißt nicht, dass die Spitzer keine Dose haben. Es heißt, dass man es vor dem Kauf nicht erfährt. Auf den Produktfotos lässt sich manches erkennen, aber ein Foto ist keine Angabe, und bei Motivvarianten zeigt es oft ein anderes Motiv als das, das geliefert wird.
Wie eng das Thema mit dem Mäppchen selbst zusammenhängt, zeigt eine Antwort von ergobag. Auf die Frage, ob man das reguläre Federmäppchen ausschließlich mit dicken Buntstiften befüllen könne, schreibt der Hersteller: Es sei dafür nicht ausgelegt, „auch wenn diese knapp hineinpassen“. Die Folgen seien stärkere Abnutzung und ein schwer schließender Reißverschluss, und das sei auch für die Garantie zu beachten. Ein gefülltes Mäppchen ist also für die Stifte gebaut, die darin liegen. Wer sie gegen dickere tauscht, weil die Schule es so will, belastet Schlaufen und Reißverschluss.
Dass es anders geht, zeigt ein Mäppchen außerhalb unserer Auswahl. Das kleinere 22-teilige Federmäppchen von ergobag enthält laut Angebot 6 dicke und 10 dünne LYRA-Buntstifte, dazu einen Bleistift, Lineal, Radiergummi und Spitzer. Es hatte am Stichtag 156 Stimmen und fiel deshalb unter unsere Schwelle von 200. Als Befund zählt es trotzdem: Die Mischung aus dick und dünn, die elf Schullisten beschreiben, ist in einem gefüllten Mäppchen möglich. Unter den fünf meistbewerteten findet man sie nicht.
Wie genau die Schulen formulieren, zeigen einzelne Listen: „2 dicke, dreieckige Bleistifte Nr. 2B“, „Spitzer mit Auffangschale (für dicke und dünne Stifte)“, „1 verschließbarer Dosenspitzer (mit großer und kleiner Spitzöffnung)“. Gegen solche Sätze lässt sich keine der fünf Stücklisten halten, weil keine auf dieser Ebene beschreibt.
Praktisch heißt das: Wer ein gefülltes Mäppchen kauft und die Liste verlangt dicke Stifte, sollte vor dem Einräumen einen dicken Bleistift probehalber in eine freie Schlaufe schieben. Sitzt er stramm, gehört er in ein Fach, nicht in die Schlaufe.
Primarstufe, Markenstifte, Erstausstattung — drei Sätze nachgeprüft
Drei Sätze aus den Beschreibungen der Hersteller und ihrer Angebote halten der Stückliste nicht ganz stand.
„Auf den Bedarf von Schülerinnen und Schülern in der Primarstufe ausgerichtet.“ So beschreibt Herlitz auf seiner Kategorieseite die Füllung der Schüleretuis. Im TriCase stecken ein Kugelschreiber und zwei Geodreiecke. Ein Kugelschreiber steht auf keiner der sechzehn Klasse-1-Listen, zwei schließen ihn ausdrücklich aus. Ein Geodreieck steht auf keiner; ergobag schreibt sogar, es sei in den ersten vier Schuljahren nicht unbedingt notwendig. Die Primarstufe umfasst vier Jahre, und für deren Ende mag der Satz passen. Für den Anfang passt er nicht.
„Komplett bestückt mit Marken-Schreibutensilien (41-teilig).“ Die Marken stimmen, die Zahl hat zwei Fassungen: 41 beim Hersteller, 43 im Angebot. Und dieselbe Herstellerseite verspricht in ihrer Übersicht einen Spitzer, den die Bestückungsliste nicht enthält. Zwei Angaben auf einer Seite, die sich widersprechen, sind kein Betrug. Sie zeigen aber, dass niemand die Stückliste gegen den Werbetext gelesen hat.
„Die ideale Erstausstattung für Schulanfänger.“ Das steht im Angebot des ergobag Maxi-Mäppchens. Im Service-Center desselben Herstellers heißt es, das Mäppchen sei „besonders bei den Kids ab Klasse 2 beliebt“. Die Stückliste — 18 Filzstifte, kein Bleistift — stützt eher die zweite Aussage.
Ein vierter Fall ist keine Aussage, sondern ein Bild. Beim Etui von Eberhard Faber stehen die Attrappen korrekt in der Stückliste, aber auf dem Foto sehen Füller und Schere echt aus. In den Bewertungen schreiben Käufer aus vier Ländern, sie hätten echte Geräte erwartet. Die Verbraucherzentrale NRW fasst die Lage für gefüllte Mäppchen allgemein zusammen: Sie enthielten oft Dinge, die Schulanfänger gar nicht brauchen, etwa Füller, Tintenkiller, Schreibschablonen, Zirkel oder Kugelschreiber.
Keiner dieser Sätze ist falsch im engen Sinn. Zusammen zeigen sie, wie gefüllte Mäppchen beschrieben werden: nach dem, was sie sein sollen, nicht nach dem, was drin ist. Die Stückliste steht jeweils weiter unten, und sie ist der einzige Teil der Beschreibung, der sich gegen die Schulliste halten lässt.
Was geprüft ist — und von wem
Einen Test gefüllter Federmappen haben wir weder bei der Stiftung Warentest noch bei ÖKO-TEST gefunden. Was es gibt, sind Prüfungen einzelner Inhalte, und die sind älter als die Mäppchen dieser Seite.
Im August 2017 berichtete die Stiftung Warentest über einen Test ihrer österreichischen Partnerzeitschrift Konsument: 14 von 20 Buntstift-Sets fielen bei der Schadstoffprüfung durch, die meisten wegen primärer aromatischer Amine. Unter den Verlierern waren Dreikantstifte von STAEDTLER aus der Serie Noris Club und Buntstifte von Herlitz — beides Marken aus diesem Vergleich, aber andere Produkte und ein anderes Jahr. Die Anbieter antworteten damals, ihre Stifte seien bei eigenen Analysen frei von gefährlichen Stoffen gewesen. Im eigenen Test von 2018 bekamen 5 von 17 Buntstift-Sets die Note mangelhaft, bei den Filzstiften 2 von 12.
Der Test von 2022 nahm Textmarker, Tintenroller und Tintenpatronen. Dort steht ein Satz, der für gefüllte Mäppchen wichtig ist: Anders als Buntstifte und Fasermaler gelten diese Schreibgeräte nicht als Spielzeug. Für Buntstifte gelten also die Spielzeugnormen, für Patronen nicht. Die Verbraucherzentrale NRW merkt an, dass die geprüften Tintenpatronen damals fast alle in Ordnung waren. Wo das Spielzeugrecht beginnt und endet, erklärt der Beitrag über Altersangaben und Warnhinweise nach Spielzeugrecht.
Unter den fünf Herstellern nennt nur ergobag eine Prüfung: Die LYRA-Stifte seien „chemisch nach der Spielzeugnorm EN 71-3 getestet“. Das ist mehr als die anderen sagen, aber weniger, als der Satz klingt. EN 71-3 regelt nach ihrem öffentlichen Titel die Migration bestimmter Elemente — also Metalle wie Blei. Die Amine aus dem Test von 2017 fallen nicht darunter; die Tester hatten sich dort an EN 71-9 orientiert. Einen Prüfbericht veröffentlicht ergobag nicht. Warum Normnummern allein wenig über den Prüfumfang sagen, zeigt auch die Einordnung von Spielzeug- und Sportgerätenorm beim Kinderroller.
Eine Herstellerangabe zur Norm steht immerhin auf der Seite eines Zulieferers: STAEDTLER vermerkt bei der Buntstiftserie Noris colour „Entspricht EN 71“. Welche Teile der Norm geprüft wurden, sagt der Vermerk nicht. Für Eberhard Faber, Herlitz und itenga haben wir zu den Stiften in den Mäppchen keine Normangabe gefunden.
Federmäppchen im EU-Schnellwarnsystem
Im EU-Schnellwarnsystem Safety Gate melden die Behörden der Mitgliedstaaten Produkte, die sie vom Markt nehmen oder an der Grenze zurückweisen. Federmäppchen tauchen dort unter der Kategorie Schreibwaren auf. Die beiden Meldungen der letzten zwei Jahre, die wir gelesen haben, betreffen dasselbe: Weichmacher im Kunststoff.
Die Einzelheiten stehen in den Meldungen selbst. Am 27. Juni 2025 meldete Finnland unter der Nummer SR/02345/25 ein schwarzes Federmäppchen mit Comic-Lizenzmotiv. Das schwarze Material enthielt 5,6 Prozent des Weichmachers DEHP und 0,52 Prozent DBP, jeweils nach Gewicht. Beide Phthalate können nach der Meldung die Fortpflanzungsfähigkeit schädigen. Die Einfuhr wurde abgelehnt, das Produkt war außerdem in Estland, Lettland und Deutschland aufgetaucht. Am 1. Mai 2026 folgte Norwegen mit SR/01258/26: ein Kunststoffmäppchen ohne Markennamen aus dem Onlinehandel, mit 15,6 Prozent DEHP und 0,59 Prozent kurzkettigen Chlorparaffinen. Der Händler nahm es vom Markt.
Beide Mäppchen waren aus Kunststoff, und beide stammten laut Meldung aus China. Keines der fünf Mäppchen dieser Seite ist aus Kunststoff; alle fünf haben eine Hülle aus Polyestergewebe. Eine Meldung zu einer der fünf Marken ist uns bei der Recherche nicht begegnet, eine vollständige Suche im Register nach allen fünf Namen haben wir aber nicht vorgenommen.
Die Verbraucherzentrale NRW zieht daraus eine einfache Regel: Mäppchen aus Stoff oder Leder seien meist robuster als solche aus Kunststoff und frei von bedenklichen Weichmachern. Beim Leder schränkt sie ein, dort würden gelegentlich Chrom-VI oder Anilin nachgewiesen. Für gefüllte Mäppchen gilt zusätzlich: Die Hülle ist nur ein Teil. Radiergummi, Lineal und Spitzer sind meist aus Kunststoff, und aus welchem Material ein Radiergummi besteht, müssen Hersteller laut Verbraucherzentrale nicht angeben. ergobag ist der einzige Hersteller im Feld, der für diese Teile „PVC-frei“ schreibt.
Wer ein Kunststoffmäppchen ohne Marke kauft, kann im Safety Gate unter der Kategorie Schreibwaren nachsehen. Die Meldungen nennen Produktname, Barcode und Messwerte; eine Suche dauert wenige Minuten.
Stoff, Futter, Pappe: woraus die Mappen sind
Alle fünf Hüllen bestehen aus Polyestergewebe. Die Unterschiede liegen darunter und daneben: in der Herkunft der Faser, in der Beschichtung, im Futter und in dem, was die Form hält.
Step by Step schreibt, die Textilien des XXL-Mäppchens bestünden zu 100 Prozent aus recycelten PET-Flaschen, die Beschichtung sei frei von PFC und das Mäppchen vegan. Das Angebot fügt eine bluesign-Zertifizierung der Beschichtung hinzu. bluesign ist ein Standard für Chemikalien und Umwelt in der Textilproduktion; über die Stifte im Innern sagt er nichts. ergobag nennt den Hauptstoff „aus 0,9 recycelte PET-Flasche“ mit 0,5 Litern Inhalt und ein Futter aus Polyester. Eberhard Faber beschreibt sein Material als wasser- und schmutzabweisend, Herlitz nennt ein farbiges Innenfutter, itenga nur das Wort Polyester.
Eine Angabe macht nur ergobag, und sie ist für die Pflege entscheidend: In Federmäppchen, Maxi-Mäppchen und Schlamperrolle steckt eine Verstärkung aus Pappe. Der Hersteller begründet das damit, dass sich Kunststoff durch den Stoff drücken würde. Die Folge steht in derselben Antwort: nicht einweichen, nur mit feuchtem Lappen oder weichem Radiergummi reinigen. Step by Step warnt ebenso davor, das Mäppchen ganz ins Wasser zu tauchen, „dadurch können Schäden im Inneren entstehen“. Was in den übrigen drei Mäppchen die Form hält, sagt keiner der Anbieter.
Beim Gewicht gibt es drei Werte. ergobag nennt 310 Gramm bei 1,75 Litern Volumen, das Handelsdatenfeld nennt 430 Gramm für das Herlitz TriCase und 590 Gramm für das Step-by-Step-Mäppchen. Ob diese Zahlen mit oder ohne Inhalt gelten, schreibt keiner. Für das Kind ist das zweitrangig: Es trägt das Mäppchen samt Inhalt jeden Tag, und 590 Gramm sind fast doppelt so viel wie 310.
Wie sich solche Gramm im Ranzen summieren und woher die oft zitierten Prozentgrenzen stammen, ordnet der Beitrag zur Frage nach dem zulässigen Ranzengewicht ein.
Für die Reinigung ergibt sich daraus eine vorsichtige Regel: Solange ein Hersteller nicht ausdrücklich schreibt, dass das Mäppchen in die Maschine darf, sollte es dort nicht landen. Die beiden Hersteller, die sich äußern, sagen beide nein.
Gummizug, Klappe, Reißverschluss: wo es zuerst nachgibt
Ein Mäppchen hat drei Stellen, die bei jeder Benutzung arbeiten: die Schlaufen aus Gummiband, die Klappen, an denen sie sitzen, und den Reißverschluss. Die fünf Mäppchen verteilen diese Last unterschiedlich.
Eberhard Faber setzt auf zwei aufklappbare Flügel und ein Hauptfach mit 23 Schlaufen, alles unter einem Reißverschluss. Ein Käufer vermutet in den Kunststoff-Seitenteilen die Stelle, die bei ungestümen Händen zuerst einreißt. Herlitz verteilt den Inhalt auf drei Fächer mit je eigenem Reißverschluss; in den aufklappbaren Mappen hält laut Herlitz ein Gummiband jedes Teil an seinem Platz. Step by Step arbeitet ebenfalls mit drei Fächern, jedes mit Zwei-Wege-Rundbogenreißverschluss. ergobag nennt drei Fächer und ein Kleingeldfach, itenga vier Fächer unter einem einzigen Reißverschluss und zwei Rückseitenfächer.
Mehr Reißverschlüsse heißen mehr Verschleißstellen, aber auch weniger Last je Verschluss. Die Bewertungen zeigen beides. Beim XXL-Mäppchen von Step by Step berichtet ein Käufer nach vier Monaten von einem ausgefransten mittleren Reißverschluss und einem eingerissenen Gummi. Beim itenga-Etui mit einem einzigen Reißverschluss schreibt jemand, der Zipper verschwinde am Ende in der Führung, und ein anderer, die Stiftabtrennungen lösten sich.
Die Schlaufe ist beim gefüllten Mäppchen der heikelste Punkt, und zwar aus einem Grund, der in keiner Stückliste steht: Sie ist für die mitgelieferten Stifte gemacht. Kommen dicke Stifte hinein, wie sie 81 Prozent der Schullisten verlangen, dehnt sich das Gummiband. ergobag warnt genau davor, und nennt als Folgen stärkere Abnutzung und einen Reißverschluss, der schwer schließt.
Was passiert, wenn etwas reißt, regeln die Hersteller unterschiedlich. ergobag ersetzt Buntstifte, die wegen eines Transportschadens brechen, innerhalb der EU kostenlos. Das Mäppchen selbst lässt sich dort nur nachbestellen, wenn es durch Fremdeinwirkung defekt oder gestohlen ist. Step by Step wirbt auf der Produktseite mit vier Jahren Herstellergarantie; ob die für das Mäppchen genauso gilt wie für den Ranzen, steht dort nicht. Die übrigen drei nennen keine Garantie.
Wer ein gefülltes Mäppchen gegen Verschleiß schützen will, hat zwei einfache Mittel: nur so viele Stifte einsetzen, wie Schlaufen da sind, und dicke Stifte in ein Fach legen statt in eine Schlaufe zu zwingen. Beides verlangt kein Hersteller, beides folgt aus dem, was ergobag über das Überdehnen schreibt.
Warum ein Ranzenhersteller anders bestückt als ein Schreibwarenhaus
Die fünf Mäppchen kommen aus drei verschiedenen Geschäften, und das sieht man am Inhalt. Einen Preis nennen wir nicht; die Segmente in der Tabelle folgen der Stellung der Marke, nicht einem Betrag.
Ranzenhersteller — hier Step by Step und ergobag — verkaufen das Mäppchen als Teil einer Motivwelt, passend zum Ranzen. Die Stifte kaufen sie bei Schreibwarenfirmen zu: STAEDTLER und Pritt bei Step by Step, LYRA bei ergobag. Ihre Mäppchen enthalten fast nur Stifte und Zubehör, keine Beigaben, und beide nennen die Marke jedes Stifts. ergobag geht einen Schritt weiter und verkauft das Mäppchen nur befüllt; die Stifte sind eine Sonderanfertigung, die es sonst nirgends gibt.
Schreibwarenhäuser — Eberhard Faber aus der Faber-Castell-Gruppe und Herlitz — füllen mit eigener Ware. Ihre Etuis enthalten Dinge, die erst später gebraucht werden: die Patronen und die Füllerschlaufe bei Eberhard Faber, die Geodreiecke und den Kugelschreiber bei Herlitz. Das passt zu einem Etui, das über mehrere Schuljahre benutzt werden soll, und schlecht zu einer Liste für die erste Klasse. Herlitz bietet dasselbe Etui zudem leer an.
Versandhändler wie itenga vermarkten eigene Produkte, ohne die Herkunft der Stifte zu nennen. Die Stückliste ist vollständig, alles andere bleibt offen.
Ein Gegenpol zeigt, wie weit das Feld reicht: Das transparente Schüler-Set „School Pack“ von Maped enthält 10 Teile, darunter drei Kugelschreiber und keinen einzigen Buntstift. Laut Beschreibung ist es für Klassenarbeiten gedacht, in denen das Etui geprüft wird — also eher für ältere Schüler. Mit 361 Stimmen hätte es unsere Schwelle erreicht, als Mäppchen für die erste Klasse fällt es heraus.
Manche Ranzenhersteller legen ein einfaches Mäppchen bereits ins Ranzenset; in den Bewertungen schreibt ein Käufer, er habe das XXL-Mäppchen gekauft, weil sich das aus dem Set nicht nachkaufen ließ. Was ein Ranzenset sonst enthält, zeigt der Vergleich der Schulranzen für die erste Klasse.
Für die Entscheidung heißt das: Bei einem Ranzenhersteller zahlt man für Motiv und Ordnung, der Inhalt ist zugekauft und oft fest. Bei einem Schreibwarenhaus bekommt man eigene Stifte und Zubehör für mehrere Jahre, von denen manches erst später passt. Beim Versandhändler bekommt man die Stückliste — und sonst wenig.
Was Käufer nach Wochen und Monaten schreiben
Die Sterneverteilung der fünf Mäppchen liegt eng beieinander. Vier kommen auf 77 bis 84 Prozent Fünf-Sterne-Wertungen und höchstens 2 Prozent Ein-Stern-Wertungen. Nur das Etui von itenga fällt heraus: 69 Prozent fünf Sterne, 9 Prozent ein Stern. Diese Verteilung gilt für das ganze Angebot, also für alle Motive zusammen.
Die Texte der Bewertungen haben wir nur dort gelesen, wo die Produktseite sie ohne Anmeldung zeigt: 8 bis 13 je Mäppchen, gemischt aus Deutschland und anderen EU-Ländern. Das ist keine Stichprobe, aus der sich Anteile rechnen lassen. Es reicht aber, um zu sehen, worüber nach einiger Zeit geschrieben wird — und das ist selten das Motiv.
Über die Zeit tauchen drei Themen auf. Haltbarkeit: Beim XXL-Mäppchen von Step by Step beschreibt ein Käufer nach vier Monaten einen ausgefransten Reißverschluss und ein eingerissenes Gummiband, beim itenga-Etui schreibt jemand, es gehe sehr schnell kaputt. Verbrauch: Beim ergobag-Mäppchen heißt es in einer Bewertung, man kaufe jedes Jahr ein neues, weil die Stifte nach einem Jahr aufgebraucht seien — was mit dem ausgeschlossenen Nachkauf der Stifte zusammenpasst. Umstieg: Ein Käufer des XXL-Mäppchens schreibt, er habe es nach zwei Jahren mit dem Standardmäppchen aus dem Ranzenset gekauft, weil der Platz nicht mehr reichte.
Auffällig ist, wie oft der Zeitpunkt vor der Schule liegt. Beim Etui von Eberhard Faber schreiben zwei Käufer ausdrücklich, sie hätten es für die Vorschule gekauft, beim itenga-Etui einer. Ein weiterer schreibt über das itenga-Etui, ab der dritten Klasse könne man die Stifte direkt nutzen. Die Mäppchen werden also oft für einen anderen Zeitpunkt gekauft als den, für den die Schulliste gilt.
Und eine Beobachtung betrifft den Inhalt über die Zeit: In einer Bewertung des XXL-Mäppchens heißt es, früher habe Step by Step Stifte von Faber-Castell verwendet, jetzt seien es STAEDTLER-Stifte. Belegen können wir den Wechsel nicht. Er zeigt aber, dass die Bestückung eines Mäppchens von Jahr zu Jahr wechseln kann, ohne dass sich Name oder Artikelnummer ändern.
Was sich über die Zeit ebenfalls zeigt: Die gefüllten Mäppchen werden nicht leer, sie werden umgeräumt. Wer in den Bewertungen von späteren Klassen schreibt, beschreibt fast immer eine Hülle, in der inzwischen andere Stifte stecken als am ersten Tag. Die Mappe überdauert ihren Inhalt — ein Grund mehr, bei der Wahl auf die Hülle zu achten und den Inhalt als Anfang zu sehen.
Was Käufer bereuen — und was nicht
Die kritischen Bewertungen der fünf Mäppchen lassen sich in wenige Gruppen ordnen. Die größte betrifft das Etui von Eberhard Faber: Sechs der dreizehn gezeigten Bewertungen sprechen über Patronen oder Attrappen, auf Deutsch, Schwedisch, Französisch und Italienisch. Eine Bewertung aus Schweden vermisst Bleistifte und nennt die Patronen ohne passenden Füller unnötig; in einer aus Frankreich heißt es, der Sohn habe mit den vielen Patronen einen echten Füller erwartet.
Die zweite Gruppe betrifft den Inhalt, der für die Klasse nicht passt. Beim XXL-Mäppchen schreibt jemand, das Kind brauche in der ersten Klasse noch keine Filzstifte — im Mäppchen stecken 18. Beim ergobag-Mäppchen wünscht sich ein Käufer ausdrücklich eine ungefüllte Ausführung, um nach eigenen Vorgaben zu bestücken; der Hersteller bietet sie nicht an.
Die dritte Gruppe betrifft Platz. Beim Herlitz TriCase heißt es in einer Bewertung, das Mäppchen sei zu klein, es biete kaum Platz für zusätzliche Stifte oder Lineale. Beim XXL-Mäppchen ist es umgekehrt: deutlich dicker als ein Standardmäppchen, dazu eine „Geheimtasche“, die zu klein sei, um sie zu nutzen, und ein Außenfach mit Klettverschluss, in das kaum etwas passe.
Was fehlt, ist ebenso aufschlussreich. Über die Farben der Stifte, das Motiv oder die Verarbeitung der Hülle beklagt sich in den gezeigten Bewertungen kaum jemand. Die Enttäuschung entsteht beim Öffnen, nicht beim Tragen: wenn das Kind oder die Eltern sehen, dass der Inhalt nicht zu dem passt, was die Schule will oder was das Foto versprach.
Daraus lässt sich eine Regel ableiten, die keine Bewertung ausspricht: Die Stückliste ist vor dem Kauf zu lesen, nicht das Foto. Sie steht bei allen fünf Mäppchen irgendwo — beim Hersteller, im Angebot oder in beidem.
Umgekehrt lobt kaum eine positive Bewertung den Inhalt im Einzelnen. Gelobt werden Motiv, Verarbeitung und Platz, beim ergobag-Mäppchen auch die Farben der Stifte. Dass ein Mäppchen genau die Schulliste abdeckt, schreibt niemand — was nach der Auszählung auf dieser Seite nicht überrascht.
Stifte nachkaufen: STAEDTLER ja, LYRA nein
Ein Mäppchen hält Jahre, die Stifte darin nicht. Buntstifte werden kürzer, einzelne Farben gehen verloren, und manche Schulen schreiben die Farben genau vor — eine Liste aus Bayern zählt zwölf Farbtöne bis hin zu „hautfarben“ einzeln auf. Ob sich einzelne Stifte aus dem Mäppchen nachkaufen lassen, ist deshalb keine Nebensache.
Am klarsten ist die Lage bei zwei Herstellern, und sie ist gegensätzlich. ergobag schreibt: Die Buntstifte im Federmäppchen seien eine exklusive Sonderanfertigung, die weder über ergobag noch über LYRA oder den Handel nachzukaufen sei; dasselbe gelte für die Jumbo-Stifte. Step by Step füllt mit STAEDTLER-Stiften der Serie Noris colour. STAEDTLER führt die Noris colour 185 als Handelsware, auch als Einzelstift „in bis zu 17 Farben“, mit dem Vermerk, sie entspreche EN 71. Ob im Mäppchen genau diese Ausführung liegt, sagt die Stückliste nicht. Die Serie aber ist im Handel.
Bei den anderen drei bleibt es offen. Eberhard Faber nennt „Buntstifte hexagonal“ ohne Serie, Herlitz Buntstifte mit FSC-zertifiziertem Holz ohne Serie, itenga gar keine Marke. Nachkaufen lässt sich dort immer etwas, nur nicht nachweislich derselbe Stift.
Zum Mäppchen selbst gibt es nur bei ergobag eine Aussage: Federmäppchen und Schlampermäppchen seien einzeln nur nachzubestellen, wenn sie durch Fremdeinwirkung beschädigt oder gestohlen wurden. Wer das Mäppchen verliert, kauft also wieder das gefüllte.
Für die Praxis heißt das: Wenn Ihnen die Farben eines bestimmten Herstellers wichtig sind, weil die Schule mit ihnen arbeitet oder das Kind sie mag, dann ist ein Mäppchen mit Handelsserie die sicherere Wahl. Ist es gleich, welcher Rotstift nachkommt, spielt die Frage kaum eine Rolle. Ein ergobag-Käufer beschreibt den Ausweg, den der Hersteller lässt: jedes Jahr ein neues Mäppchen.
Ein Rechenbeispiel ohne Beträge: Wer das ergobag-Mäppchen jedes Jahr ersetzt, wie es in jener Bewertung steht, kauft in vier Grundschuljahren vier Hüllen, vier Scheren und 72 Filzstifte mit, um die Buntstifte zu erneuern. Wer bei einer Handelsserie bleibt, ersetzt nur die Farben, die fehlen.
Leichter ist es beim Zubehör. Radiergummi, Spitzer, Lineal und Klebestift gibt es in jedem Schreibwarenladen, und die Schullisten schreiben hier selten eine Marke vor, sondern Eigenschaften: weich, mit Dose, 15 Zentimeter, farblos. Wer nachkauft, richtet sich nach diesen Eigenschaften, nicht nach dem, was ursprünglich im Mäppchen lag. Der Klebestift von Pritt im XXL-Mäppchen ist dabei der einzige Posten im Feld, den man sicher unter demselben Namen wieder bekommt.
Gefüllt kaufen und trotzdem nach der Liste bestücken
Ein gefülltes Mäppchen ist kein Fehlkauf, wenn man es als das nimmt, was es ist: eine Mappe mit Grundstock, der zu einem Teil zur Schulliste passt. Aus den fünf Stücklisten ergibt sich ein Vorgehen in fünf Schritten.
- Die Liste der Schule abwarten. Sie kommt meist im Juni oder Juli und entscheidet, ob dick oder dünn, mit oder ohne Filzstift, mit oder ohne zweites Mäppchen.
- Die Stückliste daneben legen. Die sieben Kernposten abhaken; bei allen fünf Mäppchen bleiben ein bis zwei offen.
- Herausnehmen, was die Schule nicht will. Patronen, Kugelschreiber, Geodreiecke, Filzstifte je nach Liste. Nicht wegwerfen: Vieles davon kommt in Klasse 2, 3 oder 5.
- Dazukaufen, was fehlt. Fast immer einen Spitzer mit Dose und zwei Öffnungen und einen zweiten Bleistift, je nach Liste dicke Stifte, Schere und Kleber.
- Prüfen, ob die neuen Stifte in die Schlaufen passen, ohne sie zu überdehnen. ergobag rät ausdrücklich davon ab, ein Mäppchen nur mit dicken Stiften zu füllen.
Welche Posten Schulen in welcher Form verlangen und wo sie sich widersprechen, steht vollständig in der Auswertung, was in die Federmappe der ersten Klasse gehört.
Ein Wort zum Zeitpunkt: Wer das Mäppchen als Geschenk zur Einschulung plant, kauft oft, bevor die Liste kommt. In den Bewertungen schreiben mehrere Käufer, sie hätten ein gefülltes Mäppchen schon für die Vorschule besorgt. Beides ist in Ordnung, solange klar ist, dass der Inhalt danach noch einmal gegen die Liste der Schule gelesen wird. Am Einschulungstag selbst verlangen manche Schulen ohnehin nur das Mäppchen und eine Mappe — eine Liste aus Niedersachsen schreibt genau das.
Die Verbraucherzentrale NRW rät für Erstklässler, den Inhalt des Mäppchens besser selbst zusammenzustellen. Die Auszählung auf dieser Seite gibt ihr recht, mit einer Ausnahme: Wer ein Mäppchen verschenkt, lange bevor die Liste kommt, macht mit einem gefüllten Mäppchen wenig falsch — solange die Eltern danach die fünf Schritte gehen. Welche Bauformen es ohne Inhalt gibt und wann welche passt, sammelt die Übersicht über Federmappen.
Was diese Auszählung nicht klären kann