Inliner-Schutzausrüstung für Kinder: fünf Sets
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„Ausschließlich mit Schutzausrüstung zu benutzen“ — und mit welcher?
„Achtung: Ausschließlich mit Schutzausrüstung zu benutzen. Nicht im Straßenverkehr zu verwenden.“ Dieser Satz steht in der Produktbeschreibung eines Kinderinliners von Hudora. Apollo zeigt dasselbe Gebot in seiner Warnhinweis-Grafik als Piktogramm: eine Figur mit Helm und Schonern, neben den Angaben „5+“ und „MAX. 50 KG“ für die Inliner selbst. Welche Schutzausrüstung gemeint ist, steht in keinem der beiden Fälle dabei.
Wer daraufhin ein Schoner-Set sucht, stößt auf Titel mit Wörtern, die nach Prüfung klingen: „TÜV Rheinland GS Zertifizierung“, „Geprüfte Sicherheit“, „von deutschem Hersteller“. Fünf Sets haben wir uns genauer angesehen.
Knapp ist das Ergebnis. Keines der fünf Angebote nennt die Norm, die für solche Schützer gilt, nämlich DIN EN 14120. Keines nennt eine Leistungsklasse. Ein Set trägt ein Prüfzeichen, das sich in der Datenbank des Prüfhauses genau dieser Artikelnummer zuordnen lässt. Ein zweites nennt drei Prüfhäuser als Partner, aber kein Zertifikat. Ein drittes führt als einziges Siegel eines für recyceltes Material. Und zwei tragen auf der Handelsseite Warnhinweise, die zu Spielzeug gehören — einer davon zu einem Luftballon.
Daraus folgt nicht, dass vier der fünf Sets schlecht schützen. Es heißt, dass man es aus den Angeboten nicht erfährt. Für ein Produkt, das ein Kind beim Sturz auf Asphalt vor einem Bruch bewahren soll, ist das eine bemerkenswerte Lücke, und sie ist der Gegenstand dieser Seite.
Der Aufbau folgt der Reihenfolge, in der sich die Fragen stellen: zuerst, wo Kinder sich beim Inlineskaten verletzen, dann, was Fachstellen und Norm verlangen, dann, was die Prüfzeichen auf den Sets tatsächlich belegen. Erst danach kommen die fünf Sets einzeln, und zum Schluss der Helm, für den eine eigene Norm gilt.
Wo Inlineskaten Kinder verletzt: Hand, Unterarm, Kopf
Welcher Schoner zählt, beantwortet die Unfallstatistik deutlicher als jede Produktbeschreibung. Das Elternportal kindergesundheit-info.de schreibt in seinem Beitrag zum Inlineskaten ohne Umschweife: „Die häufigsten Verletzungen beim Inlineskaten sind Brüche der Handgelenke oder Arme.“ Die Begründung liefert dieselbe Seite mit: Inlineskates erreichen beträchtliche Geschwindigkeiten, das Bremsen ist schwierig.
Eine genaue Verteilung liefert eine Untersuchung aus der Unfallchirurgie der Universitätsklinik Essen, veröffentlicht 1997 in der Zeitschrift „Unfallchirurgie“. Majetschak und Kollegen werteten 70 Patienten aus, die nach einem Sturz mit Inlineskates in die Notaufnahme kamen, im Mittel 18 Jahre alt, mit einer Streuung von 9 Jahren. 67,9 Prozent der Verletzungen betrafen Arm oder Hand, 12,8 Prozent den Kopf. 47,8 Prozent der Verletzten hatten einen Knochenbruch, und am häufigsten gebrochen war der handgelenknahe Unterarm, mit 51,5 Prozent.
Dieselbe Studie zählt auch die Ausrüstung. 52,7 Prozent der Verletzten trugen gar keine Schutzausrüstung. Knieschoner trugen 41,8 Prozent, Handgelenkschützer 27,3, Ellenbogenschoner 12,7 und einen Helm 5,5 Prozent. Bemerkenswert ist das Verhältnis: Das Gelenk, das am häufigsten bricht, war am zweitseltensten geschützt, nach dem Kopf. Anfänger hatten nach der Auswertung die schwereren Verletzungen.
Eine australische Übersichtsarbeit von Sherker und Cassell, 1999 in „Sports Medicine“ erschienen, ordnet das international ein. Rund ein Viertel aller Inlineskating-Verletzungen seien Handgelenkbrüche, schreiben die Autorinnen, weil stürzende Skater die Hände ausstrecken und auf hartem Boden landen. Am stärksten gefährdet seien nach Daten aus Notaufnahmen Kinder zwischen 10 und 14 Jahren, außerdem Anfänger und Fortgeschrittene, die neue Tricks versuchen.
Dieselbe Arbeit beschreibt den Hintergrund: In den USA habe sich die Zahl der Inlineskater zwischen 1989 und 1996 versechsfacht, mit einem entsprechenden Anstieg der Verletzungen; ähnliche Entwicklungen seien aus Kanada, Großbritannien, Dänemark und Australien berichtet worden. Als Gegenmaßnahmen zählen die Autorinnen neben Schutzausrüstung auch bessere Fahrflächen, Kurse für Anfänger, ausgebildete Lehrkräfte und bessere Normen auf.
Beide Arbeiten sind älter, als einem lieb sein kann, und die Essener Serie ist klein. Eine neuere deutsche Auswertung, die Verletzungen beim Inlineskaten im Kindesalter getrennt nach Körperregion ausweist, haben wir nicht gefunden. Das Muster aber ist in beiden Quellen dasselbe, und es deckt sich mit dem, was das Elternportal schreibt: Wer bei einem Kind nur einen Schoner richtig auswählen kann, wählt den für das Handgelenk.
Was das Elternportal verlangt, Satz für Satz übersetzt
Auf kindergesundheit-info.de ist die Empfehlung kurz und genauer, als sie beim ersten Lesen wirkt. Sie nennt vier Teile: einen gut sitzenden Helm, Knie- und Ellenbogenschoner, Handgelenkschoner und reflektierende Kleidung. Als Quelle führt die Seite eine Broschüre der Aktion Das sichere Haus von 2017 und einen Beitrag der Verkehrswacht an.
Zum Helm schreibt die Seite, er müsse „genau auf den Kopf Ihres Kindes eingestellt“ sein und den Kopf beim Rückwärtsfallen schützen. Es gebe spezielle Skaterhelme, man könne aber „stattdessen auch einen runden Fahrradhelm verwenden“. Damit ist eine verbreitete Frage beantwortet, bevor sie gestellt wird: Für den Einstieg braucht ein Kind keinen zweiten Helm.
Zu Knie und Ellenbogen steht ein Satz, der in keiner der fünf Produktbeschreibungen vorkommt: Die Schoner sollen „mit einem Strumpf übergezogen werden, da Klettverschlüsse allein nicht zuverlässig ein Verrutschen verhindern“. Gemeint ist ein Strumpf oder eine lange Hose über dem Schoner, die ihn an Ort und Stelle hält. Drei der fünf Angebote nennen den Klettverschluss als Befestigung, und eines verspricht ausdrücklich, die Schoner würden damit nicht abrutschen.
Handgelenkschoner nennt die Seite „ebenfalls ein Muss“ und beschreibt ihre Wirkung vorsichtig: Sie böten Schutz vor Schrammen und Verstauchungen „und verringern die Gefahr von Brüchen“. Verringern, nicht verhindern. Diese Wortwahl ist die belastbare Obergrenze dessen, was man von einem Handgelenkschoner erwarten kann, und wir kommen darauf zurück.
Ein Satz der Seite betrifft nicht die Ausrüstung, sondern das Können. Fahrtechnik und vor allem Brems- und Sturztechniken sollten trainiert werden; Kurse gebe es schon für Kinder ab drei Jahren, und sie sollten von einer qualifizierten Sportfachkraft geleitet sein. Schoner und Übung stehen in der Empfehlung also nebeneinander, nicht als Ersatz füreinander. Wie Eltern das mit ihrem Kind angehen, beschreibt unser Übungsplan für Fallen, Bremsen und Kurven Stufe für Stufe.
Das vierte Teil, die reflektierende Kleidung, steht in keinem Set. Wie Sichtbarkeit an einem Kind geregelt ist, zeigt ein anderes Produkt besser als jedes Schoner-Angebot: Für Schulranzen gibt es eine Norm, die Leuchtflächen in Quadratzentimetern vorschreibt. Für Kleidung beim Inlineskaten gibt es nichts Vergleichbares, und die Empfehlung bleibt ein Rat.
Was EN 14120 an einem Schoner prüft — und was sie offenlässt
Für Rollsport-Schützer gilt DIN EN 14120, ihr vollständiger Titel lautet „Schutzkleidung – Handgelenk-, Handflächen-, Knie- und Ellenbogenschützer für Benutzer von Rollsportgeräten – Anforderungen und Prüfverfahren“. Gültig ist die deutsche Ausgabe vom September 2007 und enthält die europäische Fassung EN 14120:2003 mit der Änderung A1 von 2007. Der Volltext ist kostenpflichtig; was öffentlich ist, gibt DIN Media im Einführungsbeitrag und im Inhaltsverzeichnis wieder.
Nach dem Einführungsbeitrag legt die Norm Anforderungen und Prüfverfahren fest für Ergonomie, Unschädlichkeit, Bequemlichkeit, Befestigung, Festigkeit, Abrieb und Stoßdämpfung, dazu Bestimmungen zur Kennzeichnung und zur Herstellerinformation. Einzelheiten ergänzt das Inhaltsverzeichnis: einen Abschnitt zur Größenangabe, eine Prüfung der Schlagfestigkeit, eine Prüfung der Stoßdämpfung für Knie-, Handflächen- und Ellenbogenschützer mit festgelegter Prüfzone und eigene Anforderungen an Handgelenkschützer — Verstellbarkeit, Steifigkeit und Maße der versteiften Teile.
Gegenüber der Fassung von 2003 gibt es eine einzige Änderung, und sie betrifft genau dieses Teil. Laut Änderungsvermerk wurde „die zulässige Auslenkung des künstlichen Handgelenks bei der Prüfung“ geändert; das europäische Normungsgremium beschloss das am 10. Mai 2007. Geprüft wird ein Handgelenkschützer also an einem künstlichen Handgelenk, und wie weit es sich dabei biegen darf, ist der entscheidende Wert.
Was die Norm nicht leistet, steht ebenfalls im Einführungsbeitrag. Sie gilt nicht für Protektoren beim Rollsport-Hockey. Und sie prüft das Produkt, nicht den Sturz: Eine Norm kann festlegen, wie viel Energie ein Kniepolster aufnimmt, aber nicht, ob es beim Sturz noch dort sitzt, wo es sitzen soll. Das Muster ist von anderen Geräten bekannt; bei Trampolinen etwa zeigt sich, dass eine Prüfnorm das Gerät beschreibt und nicht die Art, wie es benutzt wird.
Zuständig für die Norm sind auf europäischer Ebene die Arbeitsgruppe „Körperschutz im Sport“ im Komitee CEN/TC 162, in Deutschland der Arbeitsausschuss „Körperschutz“ im Normenausschuss Sport- und Freizeitgerät. Dass sie im Anhang die Abschnitte aufführt, die grundlegende Anforderungen von EG-Richtlinien betreffen, zeigt ihren Zweck: Sie ist auf das Recht für Schutzausrüstung bezogen, das im übernächsten Abschnitt folgt.
Zwei Leistungsklassen, die kein Angebot nennt
Zwei Leistungsklassen kennt die EN 14120. Das Inhaltsverzeichnis führt sie als „Klasse 1“ und „Klasse 2“ und definiert in den Begriffen zwei Arten von Rollsport: den „normalen Rollsport“ und den „akrobatischen Rollsport“. Welche Prüfwerte zu welcher Klasse gehören, steht im kostenpflichtigen Normtext, den wir nicht ausgewertet haben.
Dass die Klassen für Käufer eine Rolle spielen, zeigt ausgerechnet die Datenbank des Prüfhauses. Unter den Bescheinigungen, die der Inhaber der Marke 99FLIPS dort veröffentlicht hat, steht für eine andere Produktlinie der Marke die Bezeichnung „Protektoren Set, 99FLIPS RISE, Level 1“. Hier taucht die Leistungsklasse also auf — im Zertifikat, nicht im Angebot.
Unter den fünf Angeboten nennt keines eine Klasse. Eine Formalie ist das nicht. Für ein Kind, das auf dem Gehweg oder auf dem Schulhof fährt, ist nach dem Wortsinn der normale Rollsport der einschlägige Fall. Für ein Kind, das in einen Skatepark wechselt, springt und Rampen fährt, ist es der akrobatische. Ob ein Set für den zweiten Fall geprüft ist, lässt sich aus keinem der fünf Angebote erschließen.
Überdeckt wird diese Frage in den Angeboten mit einer anderen. Fast alle zählen die Sportarten auf, für die ihr Set geeignet sein soll: Inlineskaten, Skateboard, Scooter, BMX, Fahrrad, Rollschuhe, bei einem Set auch Reiten, Volleyball und Fußball. Eine solche Liste klingt nach Vielseitigkeit, beantwortet aber nicht, nach welcher Norm der Schoner für welche dieser Belastungen geprüft wurde. Das Datenfeld „Sport“ des Bosoner-Sets zählt neun Einträge, von Rollerblade und Inlineskaten über Reiten bis Fußball; das Forzueby-Set nennt unter anderem Hover Boards und Penny Boards. Nach ihrem Titel gilt die EN 14120 für Rollsportgeräte; für Fahrrad, Volleyball oder Reiten gibt sie nichts her.
Wer im Laden oder online vor einem Set steht, kann die Frage nach der Klasse trotzdem stellen. Die Norm enthält eigene Abschnitte zur Kennzeichnung und zur Herstellerinformation; wo genau die Klasse anzugeben ist, regelt der Volltext. Ein Händler, der ein geprüftes Set verkauft, sollte die Frage beantworten können.
Schoner sind Schutzausrüstung: was das Recht vom Hersteller verlangt
Knie-, Ellenbogen- und Handgelenkschoner sind persönliche Schutzausrüstung, kurz PSA. Für sie gilt die Verordnung (EU) 2016/425, und sie teilt Schutzausrüstung in drei Kategorien nach dem Risiko, vor dem sie schützen soll. Kategorie I umfasst nach Anhang I „ausschließlich“ geringfügige Risiken, an erster Stelle „oberflächliche mechanische Verletzungen“. Kategorie III betrifft Risiken mit sehr schwerwiegenden Folgen wie Tod oder irreversible Schäden. Alles dazwischen ist Kategorie II.
Ein Schoner, der vor einer Prellung oder einem Bruch schützen soll, schützt nach diesem Wortlaut vor mehr als einer oberflächlichen Verletzung. Für Kategorie II schreibt Artikel 19 ein festes Verfahren vor: eine EU-Baumusterprüfung durch eine notifizierte Stelle, danach Konformität mit dem geprüften Baumuster auf der Grundlage einer internen Fertigungskontrolle. Der Hersteller kann sich das Bestehen also nicht selbst bescheinigen; eine unabhängige Stelle prüft ein Muster.
Artikel 8 regelt, was der Käufer davon sieht. Der Hersteller legt die EU-Konformitätserklärung entweder der Schutzausrüstung bei oder gibt in der Anleitung die Internetadresse an, „unter der auf die EU-Konformitätserklärung zugegriffen werden kann“. Artikel 17 verlangt die CE-Kennzeichnung gut sichtbar, leserlich und dauerhaft auf der Schutzausrüstung selbst; wo das nicht geht, auf Verpackung und Unterlagen. Eine Kennnummer der notifizierten Stelle folgt dem CE-Zeichen nach demselben Artikel nur bei Kategorie III. Bei einem Schoner der Kategorie II steht also ein CE ohne Nummer, auch wenn eine unabhängige Stelle das Baumuster geprüft hat — wer das war, verrät erst die Konformitätserklärung.
Für die fünf Sets ergibt sich daraus eine einfache Prüffrage: Wo ist die Konformitätserklärung? Ein Hersteller im Feld veröffentlicht sie im Netz — K2 führt auf seiner Supportseite eine Erklärung für die „K2 Skate Pad Sets 2026“. Für 99FLIPS weist die Datenbank des Prüfhauses EU-Baumusterprüfbescheinigungen aus. Bei den übrigen drei Sets fanden wir weder eine Erklärung noch einen Verweis darauf, weder im Angebot noch auf einer Markenseite. Ob sie im Karton beiliegt, wäre nur an einem gekauften Set zu klären.
Eine Abgrenzung gehört dazu, weil sie bei Inlinern selbst anders verläuft. Ein Kinderinliner ist nach dem Anwendungsbereich der Inline-Norm für Kinder bis 20 Kilogramm Spielzeug, darüber ein Rollsportgerät; dieselbe Grenze kennt man von Rollern, an denen sie Spielzeug und Sportgerät trennt. Für Schoner gibt es keine solche Grenze: Sie sind Schutzausrüstung, gleich wie viel das Kind wiegt.
Was ein GS-Zeichen belegt und wie man es nachschlägt
GS steht für „Geprüfte Sicherheit“ und ist ein deutsches Zeichen. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin erklärt in ihren Antworten zum Produktsicherheitsgesetz, wann ein Produkt es tragen darf: wenn eine GS-Stelle bescheinigt hat, dass das Produkt die Sicherheitsanforderungen erfüllt, und zwar „neutral und unabhängig im Sinne des Vier-Augen-Prinzips“. Der Antrag ist freiwillig.
Von der CE-Kennzeichnung grenzt die BAuA das GS-Zeichen deutlich ab. Bei der überwiegenden Zahl CE-gekennzeichneter Produkte bescheinige der Hersteller selbst, dass das Produkt die Anforderungen erfüllt. Eine CE-Kennzeichnung dürfe „daher nicht mit einem Prüfzeichen für Sicherheit gleichgesetzt werden“. Bei Schonern als Schutzausrüstung der Kategorie II liegt es anders, weil dort die Baumusterprüfung vorgeschrieben ist; das ändert aber nichts daran, dass ein CE allein im Angebot nicht sagt, wer was geprüft hat.
Ein GS-Zeichen lässt sich nachschlagen, und genau das unterscheidet es von einem Wort im Titel. Der TÜV Rheinland veröffentlicht seine Bescheinigungen in einer Datenbank namens Certipedia. Gibt man dort „99FLIPS“ ein, erscheinen 12 Einträge: GS-Zeichen und EU-Baumusterprüfbescheinigungen für Protektoren und einen Radhelm, Zertifikatsinhaber ist die Vital Ventures Oldenburg GmbH in Hamburg.
Der Eintrag mit der Prüfzeichennummer 1111269924 nennt das Produkt „Flash“ in fünf Farben, jeweils mit Größe, Artikelnummer und Gewicht. Darunter steht „Flash (Blue), XS, 679304“ mit 193 Gramm — exakt die Modellnummer, die das Angebot im Datenfeld führt. Geprüft hat die TÜV Rheinland LGA Products GmbH. Außerdem nennt der Eintrag „Gewichtsbereiche: A: bis 25 kg (XS), B: 25-50 kg (S/M)“.
Neben dem GS-Zeichen führt die Datenbank für die Marke EU-Baumusterprüfbescheinigungen nach der PSA-Verordnung, etwa mit den Nummern 60170475 und 60170484 für Protektoren derselben Bezeichnung. Für eine andere Produktlinie, das Set „RISE“, steht dort ein GS-Zeichen mit dem Zusatz „Level 1“ und dem Gewichtsbereich unter 25 Kilogramm.
Für die übrigen Sets ging die Suche anders aus. Unter „SKATEWIZ“ und der Artikelnummer 679045 fand die Datenbank nichts, ebenso unter „BOSONER“, „Forzueby“ und „K2 Skates“. Bewiesen ist damit nicht, dass es keine Prüfung gibt: Es gibt andere Prüfhäuser mit eigenen Registern. Es heißt aber, dass wer ein Zeichen behauptet, auch sagen sollte, wo man es findet — und dass das bei einem der fünf Sets der Fall ist.
Ein Prüfzeichen selbst nachschlagen, in fünf Schritten
Was diese Seite für ein Set getan hat, lässt sich für jedes andere wiederholen. Der Weg dauert wenige Minuten und braucht nur die Angaben, die auf dem Etikett oder im Angebot stehen.
Erster Schritt: das Prüfhaus feststellen. Auf einem GS-Zeichen steht, welche Stelle es vergeben hat. Beim TÜV Rheinland führt der Weg zur Datenbank Certipedia, die nach eigener Beschreibung Herstellern, Einkäufern, Handel und Endverbrauchern gleichermaßen offensteht. Andere Prüfhäuser führen eigene Verzeichnisse.
Zweiter Schritt: nach Marke oder Artikelnummer suchen. Die Ergebnisliste zeigt je Eintrag den Zertifikatsinhaber, den Zertifikatstyp — etwa GS-Zeichen oder EU-Baumusterprüfbescheinigung —, den Produkttyp und den Modellnamen. Bei „99FLIPS“ waren es 12 Einträge, bei mehreren anderen Marken dieser Seite keiner.
Dritter Schritt: den Eintrag öffnen und die Artikelnummer vergleichen. Erst hier zeigt sich, ob das Zeichen für das konkrete Produkt gilt. Ein Zertifikat für eine Produktfamilie nennt oft viele Farben und Größen einzeln; steht die eigene Nummer nicht darunter, ist das Zeichen nicht belegt.
Vierter Schritt: die Grenzen lesen. Im Eintrag stehen Bedingungen, die im Angebot fehlen können, bei 99FLIPS etwa die Gewichtsbereiche. Fünfter Schritt: Bei einem CE-Zeichen ohne GS die EU-Konformitätserklärung suchen. Nach der PSA-Verordnung liegt sie bei oder ihre Internetadresse steht in der Anleitung.
Wer bei keinem der fünf Schritte fündig wird, hat damit noch keinen Beweis für ein ungeprüftes Set. Er hat aber einen guten Grund, beim Händler nachzufragen, bevor er bestellt — und eine Frage, auf die ein ehrlicher Anbieter eine Nummer antworten kann.
Die Belegkarte: fünf Sets, sechs prüfbare Angaben
In der Zeichnung steht zusammengefasst, was sich zu jedem Set nachprüfen ließ. Ein voller Punkt heißt belegt, ein halber Punkt heißt belegt, aber nur außerhalb des Angebots oder nur indirekt. Ein leerer Kreis heißt keine Angabe. Ein Kreuz heißt, dass die Angabe vorhanden, aber widersprüchlich oder fachfremd ist.
Zwei Spalten sind vollständig leer, und das ist der eigentliche Befund. Weder die Norm noch die Leistungsklasse steht in einem der fünf Angebote. Die Norm hat eigene Abschnitte zu Kennzeichnung und Herstellerinformation; ein geprüftes Set trägt solche Angaben also irgendwo, nur nicht dort, wo gekauft wird.
Auf die übrigen vier Spalten verteilen sich die Punkte so, dass kein Set überall einen Punkt hat. 99FLIPS ist das einzige mit einem zuordenbaren Prüfzeichen, nennt die Gewichtsbereiche aber nur im Zertifikat. K2 nennt als einziges Set Umfänge in Zentimetern und veröffentlicht Konformitätserklärungen, nennt im Angebot aber kein Prüfzeichen. Damit spricht die Karte nicht für ein Set, sondern für eine Gewohnheit: nachschlagen, bevor man dem Titel glaubt.
Zwölf Angaben, fünf Sets, ein gemeinsamer Maßstab
Jede Zelle der Tabelle gibt wieder, was Angebote, Markenseiten und die Datenbank des Prüfhauses führen. Fehlt etwas, nennt die Zelle den Grund.
Einige Verweise auf dieser Seite sind Provisionslinks: Wird darüber gekauft, erhält daheimaktiv.de eine Provision vom Händler. Für dich ändert sich dadurch nichts. Die Auswahl und die Reihenfolge der Produkte hängen nicht davon ab, ob ein Verweis provisioniert ist. Wie sich dieses Portal finanziertDie Angaben zum Prüfzeichen von 99FLIPS stammen aus der Zertifikatsdatenbank des TÜV Rheinland, alle übrigen aus den Angeboten und Markenseiten.
| Kennwert | 99FLIPS99FLIPS Schoner-Set FlashMittelklasse | K2K2 Raider PRO SchonersetMittelklasse | SKATEWIZSKATEWIZ Schoner-Set Protect-1Oberklasse | BOSONERBOSONER Knieschoner Kinder 6er SetEinstieg | ForzuebyForzueby Protektoren-Set 6 in 1Einstieg |
|---|---|---|---|---|---|
| Teile im Set | 6 Teile: je 2 Knie-, Ellenbogen- und Handgelenkschoner | 6 Teile: je 1 Paar Handgelenk-, Ellenbogen- und Knieschoner | 6 Teile und eine Tasche | 6 Teile und ein Handbuch | 6 Teile: je 1 Paar Knie-, Ellenbogen- und Handgelenkschützer |
| Größen laut Angebot | XS „3-8 Jahre“, S/M „7-12 Jahre“ | XS und S | XS „Kleinkinder“, S „6-9 Jahre“, M „Jugendliche“, L „Erwachsene“ | S „3-7 Jahre“, M „6-15 Jahre“ | XS 15–25 kg, S 26–35 kg, M 36–70 kg, L 71–110 kg |
| Maß hinter der Größe | nur im Zertifikat: Gewichtsbereich bis 25 kg (XS) und 25–50 kg (S/M); im Angebot nur Alter | Umfang in cm an zwei Messpunkten je Gelenk, etwa Knie XS 23–27 und 21–25 cm, S 27–31 und 25–29 cm | Nur Alters- oder Größenbuchstaben, kein Umfang und kein Gewicht. | Nur Alters- oder Größenbuchstaben, kein Umfang und kein Gewicht. | Körpergewicht in kg, dazu Altersspannen für XS und S |
| Schale | Kein Material der Schale genannt. | „Harte, robuste Plastikkappen“ | Kunststoff laut Handelsdatenfeld | „robuste Schutzschale“ | PP-Schale |
| Polster | Kein Polstermaterial genannt. | „Atmungsaktive, abriebfeste Mesh-Polster“ | „EVAC-Polster, wie sie auch in der Spielzeugindustrie eingesetzt werden“ | „weiche Polsterung“, 70 % Polyester und 30 % Nylon | EVA, Polyester, Nylonhülle |
| Befestigung | „extra langer Klettverschluss“ | „Verschluss an der Vorderseite“ | Keine Angabe zur Befestigung im Angebotstext. | elastische, verstellbare Bänder mit Klettverschluss | elastische Bänder mit Klettverschluss |
| Gewicht | 193 g (XS, Blau) und 219 g (S/M) laut Zertifikat | Kein Gewicht angegeben. | 333 g laut Handelsdatenfeld | 300 g laut Handelsdatenfeld | Kein Gewicht angegeben. |
| Norm | Keine Norm genannt, weder im Angebot noch auf der Markenseite. | Keine Norm genannt, weder im Angebot noch auf der Markenseite. | „stets nach den Normen geprüft“, ohne eine Norm zu nennen | Keine Norm genannt, weder im Angebot noch auf der Markenseite. | Keine Norm genannt, weder im Angebot noch auf der Markenseite. |
| Prüfzeichen | GS-Zeichen, Prüfzeichen 1111269924 von TÜV Rheinland LGA Products, Artikelnummer 679304 im Zertifikat genannt | Kein Prüfzeichen genannt. | „TÜV Rheinland, SGS und INTERTEK“ als Partner genannt; in der Datenbank des TÜV Rheinland kein Eintrag zur Marke | nur ein Recycling-Siegel: Global Recycled Standard, Zertifizierungsstelle Intertek, Nr. TE-00301459 | Kein Prüfzeichen genannt. |
| Konformitätsnachweis | EU-Baumusterprüfbescheinigungen für 99FLIPS-Protektoren in der Datenbank des TÜV Rheinland | EU-Konformitätserklärung „K2 Skate Pad Sets 2026“ auf der Supportseite des Herstellers (PDF) | Keine Konformitätserklärung verlinkt oder genannt. | Keine Konformitätserklärung verlinkt oder genannt. | Keine Konformitätserklärung verlinkt oder genannt. |
| Warnhinweise im Angebot | kein Spielzeug-Warnblock im Angebot | kein Spielzeug-Warnblock im Angebot | „Nur für den Hausgebrauch“ und „Nicht für Kinder unter 36 Monaten“ im Block „Sicheres Spielzeug“ | kein Spielzeug-Warnblock im Angebot | Ballon-Warnhinweis („Hergestellt aus Naturkautschuklatex“) im Block „Sicheres Spielzeug“ |
| Garantie | „No Warranty“ im Handelsdatenfeld | 2 Jahre „Herstellergewährleistung“ laut Handelsdatenfeld | „No Warranty“ im Handelsdatenfeld | 2 Jahre („2 year“) laut Handelsdatenfeld | „lebenslange Garantie“ laut Angebotstext |
Leer ist die Zeile „Norm“ bei vier Sets und beim fünften mit einem Satz gefüllt, der keine Norm nennt: Skatewiz schreibt, seine Produkte würden „stets nach den Normen geprüft“. Die Zeile „Prüfzeichen“ trägt einmal ein nachschlagbares Zeichen, einmal eine Aufzählung von drei Prüfhäusern ohne Zertifikat und einmal ein Siegel, das recyceltes Material bescheinigt und mit Schutz nichts zu tun hat.
An der Zeile „Maß hinter der Größe“ zeigt sich, dass jeder Hersteller nach einem anderen Maßstab sortiert. K2 misst den Umfang am Gelenk in Zentimetern, Forzueby das Körpergewicht in Kilogramm, 99FLIPS im Angebot das Alter und im Zertifikat das Gewicht, Bosoner und Skatewiz nur das Alter oder einen Lebensabschnitt wie „Jugendliche“. Ein und dasselbe Kind kann so in vier verschiedenen Größen landen.
Zuletzt reicht die Zeile „Garantie“ von „No Warranty“ in zwei Datenfeldern bis zu einer „lebenslangen Garantie“ in einem Angebotstext. Welche Bedingungen hinter dem lebenslangen Versprechen stehen, sagt das Angebot nicht; ein Datenfeld mit „No Warranty“ wiederum sagt nichts über die gesetzlichen Ansprüche gegen den Verkäufer.
Die fünf Sets einzeln, mit Fundstelle
Bei jedem Set steht, was das Angebot behauptet, was sich nachschlagen ließ und wo beides auseinandergeht.
Dies ist das Set mit dem nachschlagbaren Zeichen. Der Titel nennt „TÜV Rheinland GS Zertifizierung“, und die Datenbank des Prüfhauses bestätigt das für genau die Artikelnummer 679304, die das Angebot in der Farbe Blau und Größe XS führt. Geprüft hat die TÜV Rheinland LGA Products GmbH, Inhaberin des Zertifikats ist die Vital Ventures Oldenburg GmbH in Hamburg.
Zwei Angaben enthält das Zertifikat, die im Angebot fehlen. Erstens Gewichte: 193 Gramm für das blaue Set in XS, 219 Gramm in S/M. Zweitens Gewichtsbereiche, nämlich „bis 25 kg“ für XS und „25-50 kg“ für S/M. Im Angebot dagegen wird nach Alter sortiert, „3-8 Jahre“ und „7-12 Jahre“. Ein achtjähriges Kind mit 27 Kilogramm passt nach dem Angebot in beide Größen, nach dem Zertifikat nur in S/M.
Im Zertifikat steht das Modell in fünf Farben, von Pink über Hellblau, Mint und Grün bis Blau, jeweils mit eigener Artikelnummer für XS und S/M; das blaue Set in S/M trägt die Nummer 679311. Die Norm, nach der geprüft wurde, und die Leistungsklasse nennt weder das Angebot noch der öffentliche Zertifikatseintrag. Im Handelsdatenfeld zur Garantie steht „No Warranty“.
| Teile im Set | 6 Teile: je 2 Knie-, Ellenbogen- und Handgelenkschoner |
|---|---|
| Größen laut Angebot | XS „3-8 Jahre“, S/M „7-12 Jahre“ |
| Maß hinter der Größe | nur im Zertifikat: Gewichtsbereich bis 25 kg (XS) und 25–50 kg (S/M); im Angebot nur Alter |
| Schale | Kein Material der Schale genannt. |
| Polster | Kein Polstermaterial genannt. |
| Befestigung | „extra langer Klettverschluss“ |
| Gewicht | 193 g (XS, Blau) und 219 g (S/M) laut Zertifikat |
| Norm | Keine Norm genannt, weder im Angebot noch auf der Markenseite. |
| Prüfzeichen | GS-Zeichen, Prüfzeichen 1111269924 von TÜV Rheinland LGA Products, Artikelnummer 679304 im Zertifikat genannt |
| Konformitätsnachweis | EU-Baumusterprüfbescheinigungen für 99FLIPS-Protektoren in der Datenbank des TÜV Rheinland |
| Warnhinweise im Angebot | kein Spielzeug-Warnblock im Angebot |
| Garantie | „No Warranty“ im Handelsdatenfeld |
Dieses Set stammt vom bekannten Inline-Hersteller K2. Als einziges nennt es die Größe in Zentimetern, gemessen am Gelenk an zwei Stellen, die das Angebot mit A und B bezeichnet und in den Bildern zeigt. Für das Knie in XS sind das 23 bis 27 und 21 bis 25 Zentimeter, für das Handgelenk 15 bis 17 und 12 bis 14.
Im Angebot steht keine Norm und kein Prüfzeichen. K2 veröffentlicht aber auf seiner Supportseite unter „Declarations of Conformity“ eine EU-Konformitätserklärung für die „K2 Skate Pad Sets 2026“ — als PDF, das wir nicht ausgewertet haben. Ob sie das Raider-Set einschließt, ist damit offen; dass ein Hersteller seine Erklärungen öffentlich führt, wie es die PSA-Verordnung als eine von zwei Möglichkeiten vorsieht, ist im Feld die Ausnahme.
K2 schreibt über den Verschluss an der Vorderseite, er garantiere „universelle Passform und Tragekomfort“.
| Teile im Set | 6 Teile: je 1 Paar Handgelenk-, Ellenbogen- und Knieschoner |
|---|---|
| Größen laut Angebot | XS und S |
| Maß hinter der Größe | Umfang in cm an zwei Messpunkten je Gelenk, etwa Knie XS 23–27 und 21–25 cm, S 27–31 und 25–29 cm |
| Schale | „Harte, robuste Plastikkappen“ |
| Polster | „Atmungsaktive, abriebfeste Mesh-Polster“ |
| Befestigung | „Verschluss an der Vorderseite“ |
| Gewicht | Kein Gewicht angegeben. |
| Norm | Keine Norm genannt, weder im Angebot noch auf der Markenseite. |
| Prüfzeichen | Kein Prüfzeichen genannt. |
| Konformitätsnachweis | EU-Konformitätserklärung „K2 Skate Pad Sets 2026“ auf der Supportseite des Herstellers (PDF) |
| Warnhinweise im Angebot | kein Spielzeug-Warnblock im Angebot |
| Garantie | 2 Jahre „Herstellergewährleistung“ laut Handelsdatenfeld |
Ein Set mit einer Markengeschichte im Angebot. Dort heißt es, die Produkte würden „stets nach den Normen geprüft und entsprechend zertifiziert“, und die Marke arbeite mit „den weltweit größten Prüfinstituten wie dem TÜV Rheinland, SGS und INTERTEK“ zusammen. Welche Norm, welches Institut, welches Zertifikat für dieses Set gilt, steht nicht dabei. In der Datenbank des TÜV Rheinland fanden wir weder die Marke noch die Artikelnummer 679045.
Zwei Details fallen beim Lesen auf. Als Gründer nennt die Markenseite „Frederic aus Hamburg“, und die Artikelnummer beginnt mit 679 — wie die Artikelnummern von 99FLIPS, deren Markenseite einen Gründer „Frederic Oldenburg“ aus Hamburg nennt. Ob beide Marken zum selben Unternehmen gehören, sagen die Seiten nicht; die Zertifikate von 99FLIPS jedenfalls lassen sich auf Skatewiz nicht übertragen.
Im Datenblock „Sicheres Spielzeug“ der Handelsseite steht „Achtung: Nur für den Hausgebrauch“ — bei einem Set für Skateboard und Inliner.
| Teile im Set | 6 Teile und eine Tasche |
|---|---|
| Größen laut Angebot | XS „Kleinkinder“, S „6-9 Jahre“, M „Jugendliche“, L „Erwachsene“ |
| Maß hinter der Größe | Nur Alters- oder Größenbuchstaben, kein Umfang und kein Gewicht. |
| Schale | Kunststoff laut Handelsdatenfeld |
| Polster | „EVAC-Polster, wie sie auch in der Spielzeugindustrie eingesetzt werden“ |
| Befestigung | Keine Angabe zur Befestigung im Angebotstext. |
| Gewicht | 333 g laut Handelsdatenfeld |
| Norm | „stets nach den Normen geprüft“, ohne eine Norm zu nennen |
| Prüfzeichen | „TÜV Rheinland, SGS und INTERTEK“ als Partner genannt; in der Datenbank des TÜV Rheinland kein Eintrag zur Marke |
| Konformitätsnachweis | Keine Konformitätserklärung verlinkt oder genannt. |
| Warnhinweise im Angebot | „Nur für den Hausgebrauch“ und „Nicht für Kinder unter 36 Monaten“ im Block „Sicheres Spielzeug“ |
| Garantie | „No Warranty“ im Handelsdatenfeld |
Beschrieben werden im Angebot eine „robuste Schutzschale“ und „weiche Polsterung“, elastische Bänder mit Klett und einen Lieferumfang mit Handbuch. Als Größen nennt es S für „3-7 Jahre“ und M für „6-15 Jahre“ — eine Spanne von neun Jahren für eine einzige Größe.
Als einziges Siegel steht im Angebot unter „Nachhaltigkeitsmerkmale“: Global Recycled Standard, vergeben über die Zertifizierungsstelle Intertek mit der Nummer TE-00301459. Es bescheinigt, dass das Produkt einen Mindestanteil an recyceltem Material enthält. Über Stoßdämpfung, Befestigung oder Abrieb sagt es nichts. Wer beim Durchsehen „zertifiziert“ und „Intertek“ liest, liest richtig — und trotzdem nichts über den Schutz.
| Teile im Set | 6 Teile und ein Handbuch |
|---|---|
| Größen laut Angebot | S „3-7 Jahre“, M „6-15 Jahre“ |
| Maß hinter der Größe | Nur Alters- oder Größenbuchstaben, kein Umfang und kein Gewicht. |
| Schale | „robuste Schutzschale“ |
| Polster | „weiche Polsterung“, 70 % Polyester und 30 % Nylon |
| Befestigung | elastische, verstellbare Bänder mit Klettverschluss |
| Gewicht | 300 g laut Handelsdatenfeld |
| Norm | Keine Norm genannt, weder im Angebot noch auf der Markenseite. |
| Prüfzeichen | nur ein Recycling-Siegel: Global Recycled Standard, Zertifizierungsstelle Intertek, Nr. TE-00301459 |
| Konformitätsnachweis | Keine Konformitätserklärung verlinkt oder genannt. |
| Warnhinweise im Angebot | kein Spielzeug-Warnblock im Angebot |
| Garantie | 2 Jahre („2 year“) laut Handelsdatenfeld |
Einziges Set mit Größen nach Körpergewicht: XS für 15 bis 25 Kilogramm, S für 26 bis 35, M für 36 bis 70 und L für 71 bis 110. Für XS und S nennt das Angebot zusätzlich Altersspannen von 3 bis 5 und von 5 bis 8 Jahren. Aus Polypropylen ist die Schale, das Polster aus EVA in einer Nylonhülle.
Versprochen wird im Angebot eine „lebenslange Garantie“, ohne Bedingungen zu nennen. Norm, Prüfzeichen und Konformitätserklärung fehlen. Im Datenblock „Sicheres Spielzeug“ steht neben „Nicht für Kinder unter drei Jahren geeignet“ ein Warnhinweis, der zu Luftballons gehört: Kinder unter acht Jahren könnten an nicht aufgeblasenen oder geplatzten Ballons ersticken, „Hergestellt aus Naturkautschuklatex“.
| Teile im Set | 6 Teile: je 1 Paar Knie-, Ellenbogen- und Handgelenkschützer |
|---|---|
| Größen laut Angebot | XS 15–25 kg, S 26–35 kg, M 36–70 kg, L 71–110 kg |
| Maß hinter der Größe | Körpergewicht in kg, dazu Altersspannen für XS und S |
| Schale | PP-Schale |
| Polster | EVA, Polyester, Nylonhülle |
| Befestigung | elastische Bänder mit Klettverschluss |
| Gewicht | Kein Gewicht angegeben. |
| Norm | Keine Norm genannt, weder im Angebot noch auf der Markenseite. |
| Prüfzeichen | Kein Prüfzeichen genannt. |
| Konformitätsnachweis | Keine Konformitätserklärung verlinkt oder genannt. |
| Warnhinweise im Angebot | Ballon-Warnhinweis („Hergestellt aus Naturkautschuklatex“) im Block „Sicheres Spielzeug“ |
| Garantie | „lebenslange Garantie“ laut Angebotstext |
Welches Set für welche Lage
Eine Rangfolge nach Schutzwirkung lässt sich aus den Daten nicht bilden, weil kein Angebot die Grundlage dafür liefert. Zuordnen lassen sich Rollen: Lagen, in denen ein Set etwas belegt, was den übrigen fehlt.
Wenn das Prüfzeichen nachschlagbar sein soll
99FLIPS
99FLIPS Schoner-Set Flash
Wir setzen dieses Set nicht, weil es nachweislich besser schütze; das kann niemand ohne Prüfwerte sagen. Wir setzen es, weil es als einziges eine Behauptung im Titel mit einer nachprüfbaren Fundstelle verbindet. Beim Kauf nach Gewicht wählen, nicht nach Alter.
Wenn die Größe am Gelenk gemessen werden soll
K2
K2 Raider PRO Schonerset
Einschränkend gilt: Im Angebot steht kein Prüfzeichen. Ein Strumpf darüber, wie ihn das Elternportal gegen Verrutschen empfiehlt, ist auch hier keine Nebensache.
Wenn nur das Körpergewicht bekannt ist
Forzueby
Forzueby Protektoren-Set 6 in 1
Hier ist der Vorbehalt am größten: Norm, Prüfzeichen und Konformitätserklärung fehlen ganz, und der Datenblock trägt einen fachfremden Warnhinweis. Diese Rolle beschreibt eine Messgröße, keine geprüfte Sicherheit.
Schale, Schaum, Stoff: woraus die Schoner bestehen
Ein Schoner für Knie oder Ellenbogen besteht nach den Beschreibungen der Angebote aus drei Schichten, und sie beschreiben sie unterschiedlich genau. Außen sitzt eine harte Kappe, darunter ein Polster, und ein Textil mit Bändern hält das Ganze am Gelenk. Welche Schicht wie viel vom Stoß aufnimmt, ist eine Frage für den Prüfstand der Norm.
Für die Kappe nennen die Angebote drei Bezeichnungen. Forzueby schreibt „PP-Schale“, also Polypropylen. K2 schreibt „harte, robuste Plastikkappen“, Skatewiz im Datenfeld „Kunststoff“, Bosoner „robuste Schutzschale“ ohne Material. Bei 99FLIPS steht im Datenfeld „Polyester-Mischung“ als Material des ganzen Sets, zur Kappe nichts. Welcher Kunststoff in welcher Dicke einen Stoß wie gut verteilt, sagt keines der Angebote; das wäre ein Prüfwert der Norm.
Beim Polster nennen zwei Angebote ein Material. Forzueby führt Ethylenvinylacetat, kurz EVA, einen Schaumstoff. Skatewiz spricht von „EVAC-Polster, wie sie auch in der Spielzeugindustrie eingesetzt werden“, und verspricht „erstklassige Dämpfungswerte“, ohne einen Wert zu nennen. Der Hinweis auf die Spielzeugindustrie ist dabei ein zweischneidiges Argument: Ein Schoner soll gerade mehr aushalten als ein Spielzeug.
Beim Handgelenkschoner kommt ein viertes Teil hinzu, das die Norm eigens prüft: die Versteifung. Nach dem Inhaltsverzeichnis der EN 14120 werden die Steifigkeit der Handgelenkschützer und die Maße der versteiften Teile geprüft, an einem künstlichen Handgelenk, dessen zulässige Auslenkung die Änderung von 2007 neu festgelegt hat. In keinem der fünf Angebote steht, wie die Versteifung gebaut ist.
Beim Gewicht gibt es nur zwei verlässliche Zahlen. Im Zertifikat von 99FLIPS stehen 193 und 219 Gramm für ein Sechser-Set. Genauer betrachtet schwankt es schon innerhalb eines Modells: In Größe XS wiegt das pinke Set laut Zertifikat 204 Gramm, das hellblaue 193, das mintfarbene 195 und das grüne 197, mit einer angegebenen Toleranz von 5 Prozent. Bosoner und Skatewiz nennen im Datenfeld 300 und 333 Gramm, ohne zu sagen, für welche Größe und ob mit Verpackung. Für ein Kind, das alle sechs Teile trägt, ist das kaum der Rede wert; als Hinweis darauf, wie viel Material verbaut ist, sind die Zahlen zu ungenau.
Größe nach Umfang, Gewicht oder Alter — drei Systeme für ein Kind
Einen eigenen Abschnitt zur Größenangabe enthält die EN 14120. Wie sie aussehen muss, steht im Volltext. An den Angeboten zeigt sich, dass sie im Handel in drei Systemen ankommt, die sich nicht ineinander umrechnen lassen.
Am genauesten ist das System, das den Umfang misst. K2 nennt je Gelenk zwei Bereiche in Zentimetern, für das Knie in XS etwa 23 bis 27 und 21 bis 25, in S 27 bis 31 und 25 bis 29. Am Ellenbogen sind es in XS 19 bis 22 und 17 bis 20 Zentimeter, am Handgelenk 15 bis 17 und 12 bis 14. Wer ein Maßband hat, weiß damit nach einer Minute, welche Größe passt, und die Bereiche überlappen nicht. In S liegen sie am Ellenbogen bei 22 bis 25 und 20 bis 23 Zentimetern, am Handgelenk bei 17 bis 19 und 14 bis 16 — beim Handgelenk also nur 2 Zentimeter über XS.
Ein zweites System misst das Körpergewicht. Forzueby sortiert danach im Angebot, 99FLIPS nur im Zertifikat. Gewicht ist leichter zu erheben als ein Umfang, aber es ist ein indirektes Maß: Zwei Kinder mit 25 Kilogramm können sehr verschieden dicke Knie haben. Immerhin misst es etwas am Kind.
Ein drittes System nennt ein Alter oder einen Lebensabschnitt, und es ist das verbreitetste. Bosoner führt „3-7 Jahre“ und „6-15 Jahre“, Skatewiz „Kleinkinder“, „6-9 Jahre“, „Jugendliche“ und „Erwachsene“, 99FLIPS im Angebot „3-8 Jahre“ und „7-12 Jahre“. Eine Spanne von neun Jahren für eine Größe ist kein Größensystem, sondern eine Zielgruppe.
Für die Wahl heißt das: messen, was sich messen lässt, und dann das Set suchen, das dazu ein Maß nennt. Beim Inliner selbst ist es dasselbe Prinzip — dort zählt, wie die Fußlänge in Millimetern zu den Größenbändern des Schuhs passt, nicht das Alter auf dem Karton. Ein Schoner, der zu groß gekauft wird, damit er länger passt, rutscht beim ersten Sturz dorthin, wo er nichts schützt.
Zwei Gewichtstabellen nebeneinander: 25, 35, 50 Kilogramm
Zwei der fünf Sets nennen Gewichtsbereiche, das eine im Angebot, das andere nur im Zertifikat. Nebeneinandergelegt zeigen sie, wie verschieden zwei Hersteller dasselbe Kind einordnen können.
Forzueby teilt in vier Größen: XS für 15 bis 25 Kilogramm, S für 26 bis 35, M für 36 bis 70 und L für 71 bis 110. Im Zertifikat von 99FLIPS gibt es zwei Bereiche: A bis 25 Kilogramm für XS und B von 25 bis 50 Kilogramm für S/M. Für Größen M und L nennt dieselbe Datenbank bei einem anderen Set der Marke einen Bereich C „über 50 kg“. Bei beiden Herstellern liegt die erste Grenze bei 25 Kilogramm, danach gehen die Systeme auseinander.
Ein Kind mit 30 Kilogramm trägt bei Forzueby Größe S, deren Bereich nach oben nur 5 Kilogramm Reserve hat. Bei 99FLIPS trägt es S/M mit 20 Kilogramm Reserve. Ein Kind mit 40 Kilogramm wäre bei Forzueby schon in M, einer Größe, die bis 70 Kilogramm reicht und damit auch Erwachsene umfasst; bei 99FLIPS steht es noch in der Mitte von S/M. Welche Einteilung zum Gelenk eines Kindes besser passt, sagt keines der beiden Systeme, weil beide nicht am Gelenk messen.
Bemerkenswert ist, dass die Gewichtsbereiche von 99FLIPS im Angebot gar nicht auftauchen. Dort stehen die Altersangaben „3-8 Jahre“ und „7-12 Jahre“. Wer im Zertifikat nachliest, bekommt die genauere Angabe — wer nur das Angebot liest, bekommt eine Altersspanne, die sich mit der nächsten Größe überlappt.
Eine Verbindung zum Inliner selbst gibt es auch. Die Norm für Inline-Skates beginnt bei 20 Kilogramm, das Zertifikat von 99FLIPS trennt bei 25. Für ein Kind zwischen 20 und 25 Kilogramm gilt damit beim Schuh die Rollsportnorm und beim Schoner noch die kleinste Größe. Ein Widerspruch ist das nicht, aber ein Hinweis darauf, dass Grenzen in diesem Feld von jedem Regelwerk eigens gezogen werden.
Warum ein Knieschoner rutscht und was dagegen hilft
Ein Problem mit Kinderschonern steht nicht in den Angeboten, sondern beim Elternportal: kindergesundheit-info.de schreibt allgemein, Klettverschlüsse allein verhinderten ein Verrutschen nicht zuverlässig.
Eine naheliegende Erklärung liefert die Bauart. Ein Klettband zieht den Schoner gegen das Bein, aber ein Kinderbein ist dünn, glatt und beim Fahren in Bewegung. Beim Beugen des Knies verschiebt sich die Haut gegen den Schoner, und ein Band, das im Stehen fest saß, sitzt im Fahren locker. Fällt das Kind dann nach vorn, rutscht die Kappe zur Seite, und das Knie landet auf dem Polsterrand oder auf dem Asphalt.
Ein Angebot verspricht das Gegenteil: Forzueby schreibt, der Klettverschluss halte die Schoner an Ort und Stelle, „ohne sich darum zu sorgen, dass sie abrutschen“.
Gegen diese Mechanik nennt das Elternportal ein einfaches Mittel: den Schoner mit einem Strumpf oder einer langen Hose überziehen. Der Stoff hält die Kappe in der Lage, die das Band allein nicht hält. Für den Sommer, wenn Kinder in kurzen Hosen fahren, heißt das praktisch, über dem Schoner einen langen Strumpf oder einen Ärmel aus dünnem Stoff zu tragen.
Eine zweite Hilfe liegt in der Größe. Ein Schoner, der nach Umfang gewählt ist, sitzt meist genauer als einer, der nach Alter gewählt wurde. Wer beim K2-Set an der Grenze zwischen XS und S misst, wägt ab: Ein zu großer Schoner sitzt lockerer, ein zu kleiner drückt, bleibt aber eher an seinem Platz.
Eine dritte betrifft die Kontrolle. Wer den Sitz prüft, lässt das Kind nach dem Anlegen in die Knie gehen und sieht danach nach, ob die Kappe noch mittig auf der Kniescheibe liegt. Liegt sie seitlich, wird das lockerere Band nachgezogen. Diese Probe dauert eine halbe Minute und ersetzt keine Norm, zeigt aber das Problem, das das Elternportal beschreibt.
Ballons, Hausgebrauch, 36 Monate: Warnhinweise, die nicht passen
Unter den Produktinformationen führt die Handelsseite bei vielen Artikeln einen Datenblock mit der Überschrift „Sicheres Spielzeug“. Er sammelt Altersempfehlung und Warnhinweise, die der Anbieter hinterlegt hat. Bei zwei der fünf Schoner-Sets ist dieser Block gefüllt, und was dort steht, gehört zu einem anderen Produkt.
Beim Skatewiz-Set lauten die Hinweise „Achtung: Nicht für Kinder unter 36 Monaten geeignet“ und „Achtung: Nur für den Hausgebrauch“. Beide sind Formeln aus dem Spielzeugrecht; die erste gehört zu Spielzeug, das für Kinder unter drei Jahren gefährlich sein könnte. Ein Schoner-Set für Skateboard und Inliner ist kein Spielzeug, und der Datenblock, in dem die Sätze stehen, trägt trotzdem die Überschrift „Sicheres Spielzeug“.
Beim Forzueby-Set steht neben „Nicht für Kinder unter drei Jahren geeignet“ und „Benutzung unter Aufsicht von Erwachsenen“ ein ganzer Absatz über Luftballons: Kinder unter acht Jahren könnten an nicht aufgeblasenen oder geplatzten Ballons ersticken, nicht aufgeblasene Ballons seien fernzuhalten, und das Produkt sei „Hergestellt aus Naturkautschuklatex“. Nach dem Angebotstext bestehen die Schoner aus Polypropylen, EVA und Polyester.
Dass diese Hinweise falsch zugeordnet sind, liegt auf der Hand. Bedeutsam sind sie trotzdem, aus zwei Gründen. Erstens zeigen sie, wie sorgfältig ein Angebot gepflegt wird, und damit, wie viel Gewicht die übrigen Angaben desselben Angebots tragen. Zweitens verwischen sie eine Grenze, auf die es ankommt: Schoner sind Schutzausrüstung, kein Spielzeug. Was eine Altersangabe auf Spielzeug rechtlich bedeutet und wofür der Hinweis zu Kindern unter 36 Monaten gedacht ist, ist an anderer Stelle genau beschrieben.
Bei den drei übrigen Sets fehlt ein solcher Block. Das ist kein Qualitätsmerkmal, aber es ist das, was man bei einem Produkt erwarten würde, das nicht unter das Spielzeugrecht fällt.
Warum Schoner im Sechserpack verkauft werden
Alle fünf Sets kommen als Sechserpack: je zwei Knie-, Ellenbogen- und Handgelenkschoner; K2 beschreibt seines als drei Paare. Praktisch ist das Paket, und es hat Folgen, die beim Kauf nicht auffallen.
Zuerst betrifft das die Größe. Ein Set hat eine Größe für alle drei Gelenke. Bei K2 steht für XS das Knie bei 23 bis 27 Zentimetern und das Handgelenk bei 15 bis 17. Ein Kind, dessen Knie schon in S gehört und dessen Handgelenk noch in XS, bekommt mit dem Set zwangsläufig ein Teil, das nicht passt. Bei einem Set, das nach Alter sortiert ist, fällt das gar nicht erst auf.
Als Zweites betrifft es den Ersatz. Drei Gelenke werden nicht gleich beansprucht, und welches Teil zuerst ersetzt werden muss, sagt kein Hersteller. Nachgekauft wird in den Angeboten aber immer das ganze Set. Einzelne Handgelenkschoner führt K2 im eigenen Programm, nach den Produktnamen für Frauen und Männer.
Die dritte Folge betrifft die Werbung. Ein Sechserpack mit drei Gelenken lässt sich mit einer Liste von Sportarten verbinden, die von Inlineskaten über Fahrrad bis Volleyball reicht. Ein einzelner Handgelenkschoner mit geprüfter Steifigkeit wäre ein schmaleres Produkt — und ehrlicher in dem, was er kann. Bei anderen Rollgeräten ist das Bild ähnlich; ein Anbieter von Stuntscootern etwa empfiehlt Knie- und Ellenbogenschoner für unsichere Fahranfänger, ohne beim Stuntscooter das Handgelenk eigens zu nennen.
Für Familien heißt das praktisch: Das Set nach dem Gelenk wählen, das am meisten zählt, und das ist nach allen verfügbaren Daten das Handgelenk. Passt dort die Größe, ist das Set richtig, auch wenn der Knieschoner etwas knapp sitzt.
Sieben Werbeaussagen und was hinter jeder steht
Alle fünf Angebote werben mit Sätzen, die nach Sicherheit klingen. Sieben davon haben wir herausgegriffen und jeweils gefragt, ob sich hinter dem Satz eine Angabe findet, die man nachprüfen kann.
Erstens „TÜV Rheinland GS Zertifizierung“ im Titel von 99FLIPS. Dahinter steht ein Eintrag in der Datenbank des Prüfhauses mit Prüfzeichennummer, Artikelnummer und Prüflabor. Belegt. Zweitens „Deutsche Marke für GS-geprüfte Skate Protektoren“ auf der Markenseite derselben Marke. Für das verglichene Set belegt, für jedes andere Produkt der Marke einzeln nachzuschlagen.
Drittens „stets nach den Normen geprüft und entsprechend zertifiziert“ bei Skatewiz. Keine Norm, kein Zertifikat, kein Prüfhaus mit Nummer. Nicht nachprüfbar. Viertens „von Deutschem Hersteller“, das im Titel eines weiteren Skatewiz-Angebots steht. Die Markenseite nennt einen Gründer aus Hamburg; einen Herstellungsort nennt sie nicht. Nicht nachprüfbar.
Fünftens „Zuverlässiger Schutz“ bei Bosoner, verbunden mit „robuster Schutzschale“. Das einzige Siegel des Angebots betrifft recyceltes Material. Für den Schutz nicht nachprüfbar. Sechstens „erstklassige Dämpfungswerte“ bei Skatewiz. Ein Dämpfungswert ist eine Zahl, die eine Prüfung nach EN 14120 liefert; das Angebot nennt keine. Nicht nachprüfbar.
Siebtens die „lebenslange Garantie“ bei Forzueby. Ein Garantieversprechen ist eine vertragliche Zusage, und ihre Bedingungen müssten irgendwo stehen. Im Angebot stehen sie nicht. Offen.
Unterm Strich: Von sieben Aussagen lässt sich eine für das konkrete Set belegen, eine für die Marke, fünf gar nicht. Ein Beweis dafür, dass die fünf nicht stimmen, ist das nicht. Es ist ein Befund darüber, wie viel ein Satz im Angebot trägt, wenn keine Fundstelle dabei steht — und dass die einzige belegte Aussage zugleich die einzige mit einer Nummer ist.
Was im EU-Warnsystem über Schoner steht
Gefährliche Verbraucherprodukte meldet die Europäische Union in einem öffentlichen Schnellwarnsystem namens Safety Gate. Jede Meldung nennt Produkt, Marke, Herkunft, den festgestellten Mangel und die Maßnahme. Unter der Kategorie Schutzausrüstung finden sich dort auch Schoner für Rollsport.
Ein Beispiel ist die Meldung A11/0014/14, veröffentlicht am 24. Januar 2014, gemeldet von Lettland. Sie betrifft ein „Protective set for roller skating“ der Marke „PROTECTIVE GEAR“, Modell H501, bestehend aus Knie-, Ellenbogen- und Handgelenkschützern in Schwarz, verpackt in einem Netzbeutel, Herkunft China. Der Mangel: Die Stoßdämpfung der Ellenbogenschoner war nicht ausreichend, sie boten deshalb nicht den erwarteten Schutz. Das Produkt entsprach weder der damaligen PSA-Richtlinie noch der Norm EN 14120 und wurde vom Markt genommen.
Gut zwölf Jahre alt ist die Meldung und betrifft keines der fünf Sets dieser Seite. Lehrreich ist sie trotzdem, weil sie zeigt, wie ein Mangel bei Schonern aussieht. Er ist von außen nicht zu sehen. Vorhanden waren alle drei Schoner, eine Marke und ein Beutel. Was fehlte, war ein Prüfwert — die Stoßdämpfung, die nur ein Prüfstand misst.
Für die fünf Sets dieser Seite haben wir in Safety Gate keine Meldung gefunden. Das ist eine gute Nachricht mit begrenzter Reichweite: Eine fehlende Meldung heißt, dass keine Behörde einen Mangel gemeldet hat, nicht, dass jemand geprüft hat. Wer ein Set kauft, dessen Prüfung sich nicht nachschlagen lässt, kauft genau diese Unsicherheit mit.
Bemerkenswert ist an der Meldung auch das Datum. Die Maßnahme trat am 18. Dezember 2013 in Kraft, veröffentlicht wurde sie im Januar 2014. Zwischen dem Rückzug des Produkts und der öffentlichen Meldung lag also gut ein Monat, und wer das Set in dieser Zeit schon gekauft hatte, erfuhr davon nur, wenn er die Meldung später fand.
Wer selbst suchen möchte, findet Safety Gate über die Seiten der Europäischen Kommission. Die Suche nach der Produktkategorie Schutzausrüstung und dem Stichwort für Knieschoner in englischer Sprache führt schneller zum Ziel als der Markenname, weil viele Meldungen Produkte ohne bekannte Marke betreffen.
Drei Annahmen über Schoner und woher sie kommen
Die erste Annahme lautet: Schoner verhindern Brüche. Sie entsteht aus der Werbung, die von „maximaler Sicherheit“ und „umfassendem Schutz“ spricht, und aus dem Gefühl, ein gepolstertes Gelenk sei ein sicheres Gelenk. Zurückhaltender sind die Quellen. kindergesundheit-info.de schreibt, Handgelenkschoner „verringern die Gefahr von Brüchen“. Eine biomechanische Studie von Burkhart und Andrews aus dem Jahr 2010 ließ 28 Probanden in einem Pendelversuch auf ausgestreckte Arme fallen; mit Handgelenkschützer sank die Beschleunigung am Handgelenk quer zur Längsachse um fast die Hälfte. Verringern ist belegt, verhindern nicht.
Die zweite Annahme lautet: Die Wirksamkeit von Schutzausrüstung beim Inlineskaten ist gut untersucht. Sie entsteht, weil die Empfehlung so selbstverständlich klingt. Die Übersichtsarbeit von Sherker und Cassell kam 1999 zu einem nüchternen Schluss: Von den empfohlenen Maßnahmen, von Schutzausrüstung über Kurse bis zu besseren Normen, seien nur wenige formal als wirksam belegt; kontrollierte Untersuchungen seien nötig, besonders zur Verhütung von Handgelenk- und Unterarmverletzungen. Eine Studie, die das inzwischen für Kinder in Deutschland nachholt, haben wir nicht gefunden.
Die dritte Annahme lautet: Ein Zeichen im Titel ist ein geprüftes Zeichen. Sie entsteht, weil „TÜV“, „GS“ und „zertifiziert“ amtlich klingen. Die BAuA erklärt, dass ein GS-Zeichen eine Bescheinigung einer GS-Stelle voraussetzt, und dass CE kein Prüfzeichen für Sicherheit ist. Im Feld dieser Seite steht ein nachschlagbares GS-Zeichen neben einem Recycling-Siegel und einer Aufzählung von Prüfhäusern ohne Zertifikat. Alle drei klingen ähnlich, und nur eines belegt etwas über den Schutz.
Eine vierte Annahme schwingt in allen drei mit: dass Schutzausrüstung vor allem eine Frage des Kaufs sei. Dagegen spricht die Essener Serie. Mehr als die Hälfte der Verletzten trug gar keine Ausrüstung, und der Helm war mit 5,5 Prozent das seltenste Teil. Ein Set, das gekauft, aber nicht angezogen wird, schützt nach keiner Norm.
Allen diesen Annahmen ist gemeinsam, dass sie nicht falsch sind, sondern zu stark. Schoner helfen, Untersuchungen gibt es, Zeichen haben eine Bedeutung. Gefragt ist jedes Mal, wie viel davon für das konkrete Set gilt, das im Warenkorb liegt.
Der Helm hat eine eigene Norm — und sie heißt wie beim Fahrrad
Der Helm gehört nicht in die Schoner-Norm. Für ihn gilt DIN EN 1078, in der Ausgabe vom April 2014, mit dem Titel „Helme für Radfahrer und für Benutzer von Skateboards und Rollschuhen“. Inline-Skates nennt der Titel nicht eigens; das Elternportal kindergesundheit-info.de zählt den runden Fahrradhelm aber ausdrücklich zur passenden Ausrüstung beim Inlineskaten.
Nach dem Einführungsbeitrag bei DIN Media legt die Norm Anforderungen und Prüfmethoden fest für die Konstruktion des Helms einschließlich des Sichtfelds, für die stoßdämpfenden Eigenschaften, für die Trageeinrichtung einschließlich Kinnriemen und Befestigung und für Kennzeichnung und Information. Das Inhaltsverzeichnis nennt zur Trageeinrichtung auch die „Leichtigkeit des Öffnens“ — der gemeint ist, wie leicht sich der Verschluss des Kinnriemens öffnen lässt. Zuständig für die Norm ist in Deutschland ein eigener Arbeitsausschuss „Sportschutzhelme“ im Normenausschuss Sport- und Freizeitgerät, nicht derselbe wie für die Schoner.
Für die Kaufentscheidung heißt das: Ein Kind, das schon einen Fahrradhelm nach EN 1078 hat, braucht für die Inliner keinen zweiten. Entscheidend ist der Sitz. kindergesundheit-info.de verlangt einen Helm, der genau auf den Kopf eingestellt ist und den Kopf beim Rückwärtsfallen schützt, und sie spricht dabei ausdrücklich vom „runden“ Fahrradhelm.
Die Unfallzahlen zeigen, warum der Helm trotz der Handgelenk-Statistik dazugehört. In der Essener Serie betrafen 12,8 Prozent der Verletzungen den Kopf, und nur 5,5 Prozent der Verletzten hatten einen Helm getragen. Lebensbedrohliche Verletzungen von Kopf und Bauch können nach der Auswertung vorkommen. Zu Helmen im Straßenverkehr gibt es eine eigene Abwägung, und sie hat eine Helmempfehlung mit einer selten zitierten Kehrseite, die beim Roller ausführlich beschrieben ist.
Keines der fünf Schoner-Sets enthält einen Helm. Im Handel gibt es Bündel aus Helm und Schonern; sie wurden hier nicht verglichen, weil der Helm dort selten mit seiner Norm beschrieben ist und ein Bündel die Größenwahl für Kopf und Gelenke an ein einziges Alter koppelt.
Was nach dem Nachschlagen bleibt
Drei Befunde trägt diese Seite. Der erste: Keines der fünf Angebote nennt die Norm EN 14120 oder eine Leistungsklasse, obwohl die Norm eigene Abschnitte zu Kennzeichnung und Herstellerinformation hat. Jede Information, die eine Kaufentscheidung tragen würde, liegt beim Hersteller, nicht im Angebot.
Der zweite: Prüfzeichen lassen sich nachschlagen, und das Nachschlagen trennt das Feld. Bei 99FLIPS führt das GS-Zeichen zu einem Eintrag mit Artikelnummer, Prüfhaus und Gewichtsbereichen. Bei den übrigen vier führt es ins Leere oder zu einem Siegel, das etwas anderes bescheinigt.
Der dritte: Die Unfalldaten sprechen für den Handgelenkschoner, und die Forschung spricht vorsichtig. Rund ein Viertel der Inlineskating-Verletzungen sind Handgelenkbrüche, und Handgelenkschützer senken die Belastung im Versuch deutlich. Dass sie Brüche verhindern, belegt keine der Quellen.
Offen bleibt, was keine Seite eines Angebots beantworten kann: wie ein Schoner nach dem dritten Sturz noch sitzt, ob ein Kind ihn freiwillig anzieht und ob es gelernt hat, sich richtig fallen zu lassen. Die ersten beiden Fragen beantwortet die Anprobe zu Hause, die dritte ein Kurs oder eine geduldige erste Woche auf ebener Fläche.
Vier Prüfungen vor dem Kauf eines Schoner-Sets
Welche Fragen vor und nach dieser stehen — welcher Inliner, ab wann, wie das Kind fahren und bremsen lernt —, ordnet die Übersicht über Inliner, Rollschuhe und Zubehör in eine Reihenfolge.
Was diese Auswertung nicht prüfen konnte