Inliner für Kinder ab wann? Kilogramm und Fußlänge
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Kilogramm statt Jahre: warum das Alter die schwächste Angabe ist
Wer „Inliner Kinder ab wann“ sucht, findet überwiegend Jahresspannen: ab drei, ab vier, ab fünf. Diese Antworten beschreiben, wann Kinder es lernen können. Sie sagen nicht, welches Gerät dazu passt. Für diese zweite Frage gibt es eine Zahl, die nicht verhandelbar ist, und sie lautet nicht vier Jahre, sondern 20 Kilogramm.
Unterhalb dieser Masse gilt ein Inline-Skate nach dem Einführungsbeitrag zu DIN EN 13843 nicht als Sportgerät, sondern als Spielzeug. Oberhalb gilt die Norm, und zwar bis 100 Kilogramm. Ein Kind mit 18 Kilogramm, das auf Inlinern steht, steht deshalb auf einem Produkt, das nach anderen Regeln geprüft wird als das Paar eines Kindes mit 22 Kilogramm, auch wenn beide gleich alt sind und dieselbe Schuhgröße tragen.
Wann ein Kind diese Grenze überschreitet, ist eine Frage der Körpermaße, nicht des Kalenders. Nach den Perzentilkurven der CDC erreicht ein Kind in der Mitte der Verteilung 20 Kilogramm mit knapp sechs Jahren, ein schweres Kind am 90. Perzentil mit gut vier Jahren, ein leichtes am 10. Perzentil erst mit siebeneinhalb. Mehr als drei Jahre liegen zwischen diesen beiden Kindern, bei identischer Frage.
Daraus folgt eine These, die beim ersten Kauf hilft: Der erste Inliner eines Vier- oder Fünfjährigen ist nach Körpergewicht meist ein Spielzeug. Daran ist nichts falsch. Es heißt aber, dass die Altersangabe auf der Verpackung, die Normangabe und das Gewicht des Kindes drei verschiedene Dinge messen, und nur das letzte steht im Kinderzimmer.
Hinzu kommt die Fußlänge. Sie entscheidet, welches Größenband passt und wie lange es passt. Die folgenden Abschnitte gehen beide Maße durch: zuerst die Norm und das Gewicht, dann Fuß und Größe, dann ein Rechenbeispiel, das beides zusammenführt. Was die Fachstellen zum Einstiegsalter sagen, steht dazwischen, mit ihren eigenen Worten.
Fünf Angaben auf einer Zeitachse von zwei bis acht Jahren
Auf der Zeitachse stehen untereinander, was verschiedene Quellen über das Alter sagen. Ganz oben liegt das Band, in dem Kinder nach den CDC-Perzentilen 20 Kilogramm erreichen, darunter die Empfehlungen der Fachstellen und ein Entwicklungsmeilenstein, ganz unten zwei Herstellerangaben.
Zwei Befunde fallen beim Lesen von oben nach unten auf. Erstens überlappen sich das Band der Fachstellen und das Gewichtsband kaum: Wenn kindergesundheit-info.de drei bis fünf Jahre als Spanne nennt, in der sich die nötigen Fähigkeiten entwickeln lassen, wiegen die meisten Kinder noch unter 20 Kilogramm. Selbst am 90. Perzentil liegt das Überschreiten erst bei rund 52 Monaten.
Zweitens liegen die Herstellerangaben am anderen Ende. Ein Inliner „ab 6 Jahren“ und ein Kind, das die Fachstellen schon mit vier auf Rollen sehen, passen nicht zusammen, und zwar nicht, weil eine der Angaben falsch wäre. Sie beantworten verschiedene Fragen, und die Zeitachse macht das sichtbar.
Ein dritter Befund betrifft die Lücke zwischen den Bändern. Zwischen dem Ende der Fachstellen-Spanne mit fünf Jahren und dem Median der 20-Kilogramm-Grenze mit knapp sechs liegt fast ein Jahr. In diesem Jahr lernt ein Kind nach den Fachstellen längst fahren und trägt nach seinem Gewicht noch ein Spielzeug. Wer in dieser Zeit ein neues Paar kauft, kauft für das Jahr, in dem das Kind die Grenze überschreitet.
DIN EN 13843: Inline-Skates beginnen bei 20 Kilogramm
Gültig ist die europäische Norm für Inline-Skates in Deutschland als DIN EN 13843 in der Ausgabe vom August 2009. Ihr Einführungsbeitrag bei DIN Media formuliert den Anwendungsbereich ohne Spielraum: „Diese Norm gilt für Inline-Skates für Benutzer mit einem Körpergewicht über 20 kg und bis 100 kg.“ Und weiter: „Inline-Skates für einen Benutzer bis 20 kg gehören nicht zum Anwendungsbereich dieser Europäischen Norm. Sie sind Spielzeug.“
Inhalt der Norm sind Sicherheitsanforderungen an den Skate, die zugehörigen Prüfungen sowie Vorgaben dazu, was auf dem Produkt und in den Unterlagen des Herstellers stehen muss, die bei bestimmungsgemäßer Anwendung die Verletzungsgefahr für Benutzer und Dritte verringern sollen. Rollschuhe sind ausdrücklich ausgenommen; für sie gilt eine eigene Norm, EN 13899, mit derselben Untergrenze von 20 Kilogramm.
Bemerkenswert ist ein Satz darüber, was die Norm nicht enthält: Anforderungen aus orthopädischer Sicht, etwa seitliche Stützelemente. Begründet wird das damit, dass diese Anforderungen für jeden Benutzer unterschiedlich seien und sich deshalb nicht durch eine Norm erfassen ließen. Für Eltern heißt das: Wie viel Halt ein Schuh am Knöchel gibt, prüft die Norm nicht. Das muss die Anprobe zeigen.
Gegenüber der Fassung von 2003 hat die Ausgabe von 2009 vier Änderungen. Neu sind Anforderungen an die Leisten, also die Form, nach der der Schuh gebaut ist, und daran, ob sich aufgesteckte Bremsen lösen lassen. Überarbeitet wurden die Regeln dafür, wie die Schiene am Schuh sitzt, und die Vorgaben für die Pflegeanleitung.
Zuständig ist auf europäischer Ebene das Technische Komitee CEN/TC 136 mit der Arbeitsgruppe „Rollsportgeräte“, in Deutschland der Arbeitsausschuss NA 112-01-07 AA im Normenausschuss Sport- und Freizeitgerät. Die Norm gehört zu einer Serie, in der auch Skateboards, Rollschuhe und Kick-Scooter geregelt sind. Ein Alter kommt im Anwendungsbereich keiner dieser Normen vor, nur das Körpergewicht.
Eine Folgerung wird oft übersehen. Ein Inliner nach EN 13843 ist für Benutzer über 20 Kilogramm gebaut. Für ein leichteres Kind, das ihn trägt, gilt die Norm nicht, sie trifft also auch keine Aussage darüber, ob er ihm passt.
Unter 20 Kilogramm: was das Spielzeugrecht verlangt
Spiegelbildlich zur Norm grenzt die EU-Spielzeugrichtlinie 2009/48/EG ab. Ihr Anhang I zählt Produkte auf, die nicht als Spielzeug gelten, und unter Nummer 3 stehen „Sportgeräte einschließlich Rollschuhe, Inlineskates und Skateboards für Kinder mit einem Körpergewicht über 20 kg“. Was darunter liegt, fällt also unter das Spielzeugrecht, mit dessen Sicherheitsanforderungen und Normen.
Für Inliner, die als Spielzeug verkauft werden, schreibt die Richtlinie in Anhang V einen Warnhinweis vor: „Mit Schutzausrüstung zu benutzen. Nicht im Straßenverkehr zu verwenden.“ Außerdem muss die Gebrauchsanweisung darauf hinweisen, dass das Spielzeug mit Vorsicht zu verwenden ist, weil es große Geschicklichkeit verlangt, und sie muss Angaben zur geeigneten Schutzausrüstung enthalten, genannt werden Schutzhelme, Handschuhe, Knieschützer und Ellbogenschützer.
Zwei Regelwerke, eine Naht: Das ist kein Zufall, sondern Absicht. Weder die Norm noch die Richtlinie lässt eine Lücke zwischen sich, und beide ziehen die Linie am Körpergewicht, nicht am Alter. Für den Kauf folgt daraus eine einfache Prüfung. Steht auf einem Kinderinliner eine Höchstlast von 20 Kilogramm, ist er als Spielzeug gebaut. Steht dort eine höhere, ist er als Sportgerät gedacht.
Viele Angebote nennen keine Höchstlast. Dann lässt sich aus dem Angebot nicht ablesen, unter welches der beiden Regelwerke das Paar fällt. Bei Rollschuhen haben wir das für drei von fünf Modellen festgestellt; der Vergleich von Kinderrollschuhen an der 20-Kilogramm-Grenze zeigt, wie das im Handel aussieht.
Wichtig für die Einordnung: Ein Spielzeug ist nicht weniger sicher als ein Sportgerät, es ist anders geprüft und für einen leichteren Körper gebaut. Problematisch wird es erst, wenn ein Kind auf einem Spielzeug-Inliner die 20 Kilogramm überschreitet. Dann fährt es ein Produkt über der Last, für die es gedacht ist, und das bemerkt beim Fahren niemand.
Beim Lesen eines Angebots hilft eine Reihenfolge. Zuerst die Höchstlast suchen; sie steht meist in den technischen Daten oder im Warnhinweis. Dann prüfen, ob eine Norm genannt ist, EN 13843 für Inliner oder eine Spielzeugnorm der Reihe EN 71. Fehlt beides, bleibt der Warnsatz aus dem Spielzeugrecht als Hinweis: Steht er da, hat der Anbieter das Paar vermutlich als Spielzeug eingeordnet, sicher ist das ohne Höchstlast aber nicht.
Wann Kinder 20 Kilogramm wiegen: Referenzwerte der CDC
Mit welchem Alter ein Kind 20 Kilogramm wiegt, beantworten Wachstumsreferenzen. Wir haben die Gewichtsperzentile der CDC ausgewertet, die als Datentabelle für Kinder von 2 bis 20 Jahren vorliegen, getrennt nach Geschlecht und in Monatsschritten. Die Daten stammen aus dem Jahr 2000 und beschreiben Kinder in den USA. Deutsche Referenzwerte aus der KiGGS-Studie liegen nur als PDF vor.
Ein Perzentil beschreibt, wie viele Kinder eines Alters leichter sind. Am 50. Perzentil, dem Median, liegt die Hälfte darunter und die Hälfte darüber. Nach der CDC-Tabelle wiegen Jungen mit 36,5 Monaten im Median 14,4 Kilogramm, Mädchen 13,9. Mit 48,5 Monaten sind es 16,3 und 15,9 Kilogramm, mit 60,5 Monaten 18,5 und 18,0, mit 72,5 Monaten 20,8 und 20,3.
Die Medianlinie überschreitet 20 Kilogramm bei Jungen mit 68,5 Monaten und bei Mädchen mit 70,8 Monaten, zwischen den Tabellenwerten linear interpoliert. In Jahren ausgedrückt: mit fünf Jahren und gut acht Monaten bei Jungen, mit fünf Jahren und knapp elf Monaten bei Mädchen. Ein durchschnittliches Kind bleibt damit fast bis zum sechsten Geburtstag unter der Normgrenze.
Gewichtszunahme pro Jahr lässt sich aus derselben Tabelle ablesen. Zwischen 48,5 und 60,5 Monaten nehmen Jungen am Median 2,2 Kilogramm zu, zwischen 60,5 und 72,5 Monaten 2,3, danach 2,4. Bei Mädchen sind die Werte ähnlich. Das sind rund 190 Gramm im Monat, eine Zahl, die für das spätere Rechenbeispiel wichtig ist.
Für die Zeit vor dem vierten Geburtstag verläuft die Kurve flacher. Zwischen 36,5 und 48,5 Monaten nehmen Jungen am Median 1,9 Kilogramm zu und Mädchen 2,0, eigene Rechnung aus der Tabelle. Ein dreijähriges Kind, das mit 14 Kilogramm auf seine ersten Rollen steigt, braucht bei diesem Tempo also noch rund drei Jahre bis zur Normgrenze.
Wie gut passen diese Werte auf Kinder in Deutschland? Unsere Seite zum Kinderroller zwischen Spielzeug und Sportgerät nennt aus der KiGGS-Erhebung 20,7 Kilogramm für Jungen und 20,5 für Mädchen mit fünf Jahren. Die CDC-Werte liegen in derselben Größenordnung; für die Frage, in welchem Lebensjahr ein Kind die Grenze überschreitet, ist der Unterschied unerheblich.
Vier Jahre oder siebeneinhalb: wie weit die Kinder auseinanderliegen
Über ein einzelnes Kind sagt ein Median wenig, aussagekräftiger ist die Streuung. In der CDC-Tabelle erreicht die Kurve am 90. Perzentil, also bei den schwersten zehn Prozent, 20 Kilogramm schon mit 51,7 Monaten bei Jungen und 51,9 Monaten bei Mädchen. Am 10. Perzentil, bei den leichtesten zehn Prozent, dauert es bis 87,2 und 90,0 Monate.
Zwischen diesen beiden Kindern liegen damit rund drei Jahre: Das eine überschreitet die Normgrenze mit gut vier Jahren, das andere mit siebeneinhalb. Dazwischen staffelt sich die Mitte. Am 75. Perzentil sind es 59,3 und 60,7 Monate, am 25. Perzentil 78,3 und 80,9 Monate. Die mittlere Hälfte aller Kinder überschreitet die 20 Kilogramm also zwischen fünf und knapp sieben Jahren.
Größer ist diese Spanne als jede, die Ratgeber für das Einstiegsalter nennen. Wer daraus eine Regel ableiten will, landet bei einer Aussage, die zugleich banal und folgenreich ist: Ob der erste Inliner eines Kindes nach Körpergewicht ein Spielzeug oder ein Sportgerät sein sollte, lässt sich nur mit der Waage beantworten.
Zwei Einschränkungen gehören dazu. Erstens sind die Werte Referenzkurven und keine Messungen an deutschen Kindern von heute; einzelne Kinder weichen ab, und das ist kein Befund. Zweitens beschreibt ein Perzentil eine Verteilung, keine Norm im Sinne von „richtig“. Ein Kind am 90. Perzentil ist nicht zu schwer, eines am 10. nicht zu leicht, beide brauchen nur unterschiedliche Inliner.
Wie groß die Unterschiede innerhalb eines Jahrgangs sind, zeigen die absoluten Werte. Mit 48,5 Monaten wiegen Jungen am 10. Perzentil 14,1 Kilogramm, am 90. Perzentil 19,3 Kilogramm, ein Unterschied von 5,2 Kilogramm. Mit 60,5 Monaten sind es 15,8 und 22,2 Kilogramm, also 6,4 Kilogramm Unterschied. Bei Mädchen ist die Spreizung sogar etwas größer. Zwei Fünfjährige können damit auf verschiedenen Seiten der Normgrenze stehen, und zwar mit Abstand.
Für die Praxis empfiehlt sich deshalb ein Schritt, den keine Altersangabe ersetzt: das Kind wiegen, bevor der Inliner bestellt wird. Liegt es nahe an 20 Kilogramm, ist ein Paar mit höherer Höchstlast die vorausschauende Wahl. Liegt es deutlich darunter, passt ein Paar mit 20 Kilogramm Höchstlast, aber seine Nutzungszeit ist dann auch durch das Gewicht begrenzt, nicht nur durch den Fuß.
Was Fachstellen zum Einstiegsalter sagen, in ihren Worten
Bei der Suche nach dem Einstiegsalter erscheint kindergesundheit-info.de weit oben, ein Angebot zur Kindergesundheit, das sich auf die Aktion Das sichere Haus und die Verkehrswacht beruft. Unter der Überschrift „Das Einstiegsalter ist individuell verschieden“ heißt es dort, wann ein Kind beginne, hänge von seiner persönlichen Entwicklung ab.
Die Fähigkeiten, die es dafür braucht, benennt die Seite genau: Gleichgewicht, Koordination der Bewegungen und Reaktionsschnelligkeit. Sie könnten bei Kindern „im Alter zwischen drei und fünf Jahren“ entwickelt und unterstützt werden. Dazu kommen drei Bedingungen: Das Kind sollte sicher auf Inlinern stehen können, es sollte selbst Lust haben, und die Eltern sollten ihm Zeit lassen.
An gleicher Stelle steht ein Hinweis zu Kursen. Sturz- und Bremstechniken sollten trainiert werden, und solche Kurse würden „bereits für Kinder ab drei Jahren angeboten“. Zu achten sei darauf, dass eine qualifizierte Sportfachkraft den Kurs leitet und er auf Alter und Entwicklung des Kindes abgestimmt ist.
Die zweite Fachstelle ist mobilesport.ch, eine Plattform des Schweizer Bundesamts für Sport. Ihre Lernreihe „Inline Kids“ richtet sich an Kinder „ab rund 4 Jahren“ und ist für Kurse geschrieben, vom Anfänger bis zum Fortgeschrittenen. Wie die einzelnen Stufen aufgebaut sind, beschreibt unsere Anleitung in sieben Stufen nach dieser Lernreihe.
Bemerkenswert ist, was beide Fachstellen nicht tun: Keine nennt eine Obergrenze, ab der es zu spät wäre, und keine verbindet das Alter mit einem Körpermaß. Beide schreiben für Menschen, die Kinder beim Lernen begleiten, nicht für die Auswahl eines Geräts. Für diese Auswahl sind Norm und Richtlinie die Quellen, und deren Sprache ist das Kilogramm.
Beide Quellen nennen also ein Alter, und beide meinen etwas anderes als die Normen. Sie beschreiben, wann ein Kind lernen kann. Welches Gerät es dafür braucht, sagen sie nicht. Hier schließt das Körpergewicht an: Ein Kind von drei bis fünf Jahren, das nach der Fachstelle anfangen kann, wiegt nach den CDC-Medianwerten zwischen 14 und 18,5 Kilogramm.
Gleichgewicht vor Gerät: was ein Kind vorher können sollte
Für die motorischen Voraussetzungen gibt es keine inlinerspezifische Norm, wohl aber Entwicklungsmeilensteine. Die CDC veröffentlicht solche Meilensteine als Dinge, die „most children (75% or more)“ bis zu einem bestimmten Alter können, also mindestens drei von vier Kindern. Für fünf Jahre nennt sie im Bereich Bewegung zwei Punkte: einige Knöpfe zuknöpfen und auf einem Bein hüpfen.
Das Hüpfen auf einem Bein ist für Inliner ein brauchbarer Anhaltspunkt, weil es Gleichgewicht auf einer kleinen Standfläche verlangt, wie später das Abstoßen auf Rollen. Es ist kein Test im strengen Sinn. Kein uns bekanntes Lehrmittel macht es zur Bedingung, und Fachstellen sehen Kinder schon ab drei Jahren auf Rollen, also oft, bevor sie sicher hüpfen. Als Indikator taugt es trotzdem: Ein Kind, das mit fünf noch nicht auf einem Bein hüpft, gehört zu höchstens einem Viertel, das dafür länger braucht; für den Inliner ist das ein Grund für Geduld, nicht für ein Verbot.
kindergesundheit-info.de formuliert die Voraussetzung weniger als Meilenstein, mehr als Haltung: Das Kind solle sicher auf Inlinern stehen können und selbst Lust haben. Das klingt weich und ist präzise. Ein Kind, das nicht will, lernt auf Rollen schlechter als eines, das es kaum erwarten kann, und kein Alter ändert daran etwas.
Ein weiterer Punkt steht in keiner der beiden Quellen ausdrücklich: die Fähigkeit, einer Anweisung zu folgen. Bremsen lernen heißt, auf ein Signal hin eine bestimmte Bewegung auszuführen. Die Lernreihe von mobilesport.ch arbeitet dafür mit Bildern und Spielen; ein Kind, das solche Spiele mitmacht, bringt die Voraussetzung mit.
Zusammengefasst lässt sich eine Reihenfolge der Kriterien bilden. An erster Stelle steht die Lust des Kindes, an zweiter das sichere Stehen, an dritter das Gleichgewicht auf einem Bein. Das Alter folgt daraus, nicht umgekehrt. Und für das Gerät gelten Gewicht und Fuß, die in keinem dieser Kriterien vorkommen.
Altersangaben der Hersteller: fünf, sechs, keine — und warum sie streuen
Hersteller schreiben Altersangaben auf Verpackung und Produktseite, und sie unterscheiden sich stark. In unserem Vergleich verstellbarer Kinderinliner nach Größenbändern nennt Hudora für den Leon 2.0 „6–17 Jahre“ bei einer Höchstlast von 60 Kilogramm, Apollo für die Super Blades „5+“ bei 50 Kilogramm. K2 und Roces nennen für ihre Kindermodelle keine Jahreszahl.
Bei Kinderrollschuhen ist das Bild ähnlich. Hudora nennt für den My First Quad „ab 3 Jahren“ und 20 Kilogramm Höchstlast, für den Skate Wonders „ab 4 Jahren“ und 60 Kilogramm. Apollo schreibt beim Super Quad „Nicht geeignet für Kinder unter 6 Jahren“, ohne Höchstlast.
Zusammengenommen reichen die Untergrenzen bei den fünf Modellen mit Altersangabe von drei bis sechs Jahren, also über dieselben drei Jahre, über die nach den CDC-Perzentilen auch die 20-Kilogramm-Grenze streut. Ein Zusammenhang mit der Höchstlast ist nicht erkennbar: drei Jahre bei 20 Kilogramm, vier Jahre bei 60, fünf Jahre bei 50, sechs Jahre bei 60 und sechs Jahre ohne Gewichtsangabe.
Warum diese Spanne? Eine Altersangabe ist eine Herstellerentscheidung, keine Normvorgabe. EN 13843 kennt kein Alter, und die Spielzeugrichtlinie schreibt bei Rollsportgeräten einen Warnsatz vor, aber keine Altersgrenze nach oben oder unten. Hersteller wählen die Zahl deshalb nach eigenem Ermessen, und keiner der genannten begründet sie.
Aufschlussreich ist der Vergleich mit der Gewichtsgrenze. Ein Inliner „ab 6 Jahren“ mit 60 Kilogramm Höchstlast ist für Kinder gedacht, die nach den CDC-Medianwerten gerade die 20 Kilogramm überschritten haben. Er liegt damit im Anwendungsbereich der Norm. Ein Rollschuh „ab 3 Jahren“ mit 20 Kilogramm liegt genau darunter. Beide Angaben passen zu ihrem Regelwerk, auch wenn die Jahreszahlen nichts davon verraten.
Für Eltern folgt daraus eine Lesart: Die Altersangabe beschreibt, für wen der Hersteller das Produkt gedacht hat. Die Höchstlast beschreibt das Regelwerk, unter das es fällt. Die Größenangabe beschreibt, ob es passt. Nur die letzten beiden lassen sich am Kind überprüfen, und dafür braucht es eine Waage und ein Blatt Papier.
Fußlänge messen: auf Papier, an der Wand, am Abend
Die Schuhgröße eines Kindes ist eine Ableitung, die Fußlänge ist der Messwert. Deichmann schreibt in seiner Größentabelle: Entscheidend für die richtige Schuhgröße sei vor allem ein Messwert, die Fußlänge in Zentimetern. Wie man sie für Inliner misst, beschreibt K2 in einer Anleitung, die sich auf Kinder übertragen lässt.
Gemessen wird in den Socken, die beim Skaten getragen werden. Das Kind stellt sich auf ein Blatt Papier, die Ferse an der Wand, auf einen wirklich ebenen Boden; K2 empfiehlt, im Stehen zu messen. Mit einem Stift wird der Fuß nachgezeichnet, und gemessen wird von der Papierkante bis zur Spitze der längsten Zehe. Das ist nicht immer die große Zehe.
Drei Hinweise aus derselben Anleitung erhöhen die Genauigkeit. Erstens beide Füße messen, weil sie oft verschieden lang sind, und den längeren nehmen. Zweitens abends oder nach dem Sport messen, wenn die Füße am stärksten angeschwollen sind. Drittens im Zweifel aufrunden: Liegt die Fußlänge zwischen zwei Werten der Größentabelle, wählt man den größeren.
K2 empfiehlt außerdem, ein paar Millimeter zur Fußlänge zu addieren, damit beim Abstoßen und Gleiten Platz bleibt. Wichtiger als die Länge sei aber der Sitz an der Ferse: Sie solle sich beim Abstoßen und Gleiten nicht bewegen. Ein Schuh, in dem die Ferse rutscht, scheuert und ruiniert nach K2 auf Dauer den Innenschuh.
Wie genau muss die Messung sein? Ein Größenschritt im französischen Schuhmaß beträgt 6,67 Millimeter. Eine Messung, die auf zwei bis drei Millimeter genau ist, ordnet ein Kind also meist eindeutig einer Größe zu. Ein Lineal mit Millimeterteilung genügt; mehr Präzision bringt nur ein zweites Messen am nächsten Abend, um Zufälle auszuschließen.
Von der Fußlänge zur EU-Größe: Formel und Kindertabelle
Grundlage der EU-Größen ist der Pariser Stich. Nach Deichmann entspricht ein Stich zwei Dritteln eines Zentimeters, also 6,67 Millimetern, und eine EU-Größe ist genau ein Stich. Die Formel für Erwachsene lautet: EU-Größe gleich Fußlänge plus zwei Stich, geteilt durch einen Stich. Die „2“ steht dabei für zwei Schuhgrößen Zehenfreiheit.
Für Kinder gibt Deichmann eine eigene Tabelle an und schreibt dazu, sie folge nicht der Formel für Erwachsene, weil zusätzlicher Wachstumsspielraum einkalkuliert sei. Einige Werte: 16,0 Zentimeter Fußlänge entsprechen Größe 26, 17,0 Zentimeter Größe 27,5, 18,0 Zentimeter Größe 29, 19,0 Zentimeter Größe 31, 20,0 Zentimeter Größe 32,5, 21,0 Zentimeter Größe 34 und 22,0 Zentimeter Größe 35,5.
Der Vergleich mit der Formel ist aufschlussreich. Bis 18 Zentimeter Fußlänge ergeben Formel und Kindertabelle dieselbe Größe, eigene Rechnung: 16,0 Zentimeter führen in beiden Fällen auf 26, 18,0 Zentimeter auf 29. Darüber liegt die Kindertabelle eine halbe Größe höher, bei 19,0 Zentimetern etwa auf 31 statt 30,5. Eine halbe Größe sind rund drei Millimeter.
Zur Einordnung der Spannen: Zwischen 16 und 22 Zentimetern Fußlänge liegen nach der Kindertabelle neuneinhalb Größen, von 26 bis 35,5. Das entspricht ungefähr dem, was ein Fuß nach dem AOK-Wert von einem Millimeter im Monat in fünf Jahren wächst, eigene Rechnung. Ein Kind, das mit vier Jahren Größe 26 trägt, ist bei diesem Tempo mit neun Jahren bei Größe 35.
Für Inliner hat das zwei Folgen. Erstens rechnet man mit der Erwachsenenformel bei Kinderfüßen über 18 Zentimetern eine halbe Größe kleiner als der Schuhhandel. Unsere Vergleichsseite zu verstellbaren Inlinern rechnet mit der Formel; bis Größe 29 ist das dasselbe, darüber eine halbe Größe weniger als die Kindertabelle. Zweitens gilt: Wer mit der Kindertabelle bestellt, hat die Zugabe für das Wachstum schon im Wert, und eine zweite Zugabe macht den Inliner zu groß.
Hersteller von Inlinern veröffentlichen eigene Größentabellen, die von beiden Werten abweichen können. Bei Kinderrollschuhen haben wir einen Fall gefunden, in dem die Zentimeterangaben des Herstellers nicht einmal zu seinen eigenen EU-Größen passen. Die verlässliche Reihenfolge ist deshalb: Fußlänge messen, die Tabelle des Herstellers lesen, und wenn beides auseinandergeht, im Laden anprobieren.
Zwei Größen zu groß? Was die Zugabe bei verstellbaren Inlinern bedeutet
Beim Kauf auf Zuwachs nennt kindergesundheit-info.de eine Obergrenze: Die Inlineskates sollten gut am Fuß passen, „höchstens zwei Größen zu groß“. Zwei Größen sind nach dem Pariser Stich 13,3 Millimeter, eigene Rechnung. Das AOK-Magazin nennt für Kinderschuhe eine verwandte Zahl: Vorn im Schuh sollte mindestens eine Daumenbreite Platz sein, ungefähr 12 bis 17 Millimeter.
Beide Werte meinen einen festen Schuh, der mitwachsen soll, indem er anfangs zu groß ist. Ein verstellbarer Inliner wächst anders mit: Er wird auf den Fuß eingestellt und später verlängert. Für ihn gilt die Zugabe deshalb im eingestellten Zustand, nicht beim Kauf. Wer einen verstellbaren Inliner zusätzlich zwei Größen zu groß kauft und auf die größte Stufe stellt, hat beide Reserven auf einmal verbraucht.
Wie viel Platz ein eingestellter Inliner vorn lassen sollte, sagen die Quellen unterschiedlich genau. K2 empfiehlt einige Millimeter über der Fußlänge und betont den festen Sitz an der Ferse. Deichmann rechnet in seiner Anleitung mit mindestens 1 bis 1,5 Zentimetern Zugabe im Schuh, bei viel Bewegung mit 1,5 bis 2 Zentimetern. Das AOK-Magazin bleibt bei der Daumenbreite.
Für Inliner ist die Angabe von K2 die maßgebliche, weil sie als einzige für Skates geschrieben ist: einige Millimeter, die Ferse fest. Daumenbreite und Zentimeterzugaben beziehen sich auf Straßenschuhe, die nicht verstellbar sind. Prüfen lässt sich der Sitz nur im Stehen, mit Skatesocken, wenn das Gewicht auf beiden Füßen liegt.
Dazu kommt ein Befund des AOK-Magazins, der Eltern beruhigen sollte, die eher zu groß kaufen wollen. Studien zufolge würden oft zu kleine Schuhe gekauft, die die Füße zusammenstauchen, schreibt die Seite. Bei Inlinern kommt ein zweites Risiko hinzu: Ein zu großer Schuh gibt der Ferse keinen Halt, und gerade den betont K2. Eine Anprobe im Stehen, mit Skatesocken und am Abend, vermeidet beides.
Fuß gegen Gewicht: welche Grenze ein Paar zuerst erreicht
Ein verstellbarer Inliner hat zwei Grenzen: das obere Ende seines Größenbandes und, wenn angegeben, seine Höchstlast. Welche zuerst erreicht wird, hängt am Wachstumstempo von Fuß und Körper.
Für den Fuß nennt das AOK-Magazin eine einfache Größe. Bei Laufanfängern wüchsen die Füße monatlich um 1,5 Millimeter, bei älteren Kindern um einen Millimeter. Ausgewachsen sei der Fuß zwischen zwölf und 15 Jahren, bei Mädchen oft schon mit zwölf, bei Jungen ab 13. Für Kinder im Inliner-Alter gilt also der zweite Wert: rund ein Millimeter pro Monat.
Viele verstellbare Inliner verstellen sich je Band über vier Größen, also drei Schritte zu 6,67 Millimetern, zusammen 20 Millimeter. Bei einem Millimeter pro Monat reicht ein Band damit rechnerisch 20 Monate, wenn das Kind am unteren Ende einsteigt. Steigt es in der Mitte ein, sind es zehn. Das ist eine eigene Rechnung mit einem Mittelwert, ein einzelner Fuß kann schneller oder langsamer wachsen.
Für das Gewicht liefert die CDC-Tabelle das Tempo. Zwischen vier und sechs Jahren nehmen Kinder am Median rund 2,2 bis 2,4 Kilogramm pro Jahr zu, also etwa 190 Gramm im Monat. Ein Kind mit 16 Kilogramm braucht bei diesem Tempo rund 21 Monate bis zu den 20 Kilogramm, ein Kind mit 18 Kilogramm etwa zehn Monate.
Beide Rechnungen zusammen ergeben eine überraschende Gleichzeitigkeit. Bei einem Kind um vier Jahre, das im Median liegt, enden ein Größenband von 20 Millimetern und die Spielzeuggrenze von 20 Kilogramm fast gleichzeitig, nach knapp zwei Jahren. Bei einem schwereren Kind kommt das Gewicht zuerst, bei einem leichteren der Fuß. Wer ein Paar mit 20 Kilogramm Höchstlast kauft, sollte deshalb beide Uhren im Blick behalten, nicht nur die am Schuh.
Für Kinder, die gerade erst sicher laufen, nennt das AOK-Magazin 1,5 Millimeter Fußwachstum im Monat. Vier Größen eines Bandes wären dann nach gut 13 Monaten aufgebraucht, eigene Rechnung. Für Kinder im Einstiegsalter von drei bis fünf Jahren ist der Wert für ältere Kinder die passendere Annahme; scharf abgegrenzt ist das in der Quelle allerdings nicht.
Ein Rechenbeispiel: vier Jahre, 16 Kilogramm, 17 Zentimeter
Ein Beispiel macht die Rechnung greifbar. Angenommen ist ein Kind von vier Jahren, 16 Kilogramm schwer, mit einer gemessenen Fußlänge von 17,0 Zentimetern. Das entspricht ungefähr dem CDC-Median für dieses Alter, der bei 16,3 Kilogramm für Jungen und 15,9 für Mädchen liegt. Alle Werte dieses Abschnitts sind eigene Rechnung.
Größe: Nach der Kindertabelle von Deichmann entsprechen 17,0 Zentimeter der EU-Größe 27,5. Ein verstellbarer Inliner mit dem Band 26 bis 29 nimmt den Fuß in der Mitte auf, ein Band 27 bis 30, falls es eines gibt, am unteren Ende. Im Band 26 bis 29 bleiben bis zum oberen Ende rund eineinhalb Größen, etwa zehn Millimeter; bei einem Millimeter Wachstum pro Monat sind das rund zehn Monate.
Gewicht: Mit 16 Kilogramm liegt das Kind vier Kilogramm unter der Normgrenze. Bei etwa 190 Gramm Zunahme im Monat erreicht es die 20 Kilogramm nach rund 21 Monaten, mit knapp sechs Jahren. Für das erste Paar spielt die Grenze damit keine Rolle; ein Paar mit 20 Kilogramm Höchstlast hält gewichtsmäßig länger, als der Fuß hineinpasst.
Zweites Paar: Nach zehn Monaten ist das Kind knapp fünf Jahre alt, wiegt etwa 18 Kilogramm und hat einen Fuß von rund 18 Zentimetern, Größe 29. Das nächste Band beginnt bei 30 und reicht bis 33; der Fuß liegt eine Größe unter dem unteren Ende, was nach der Obergrenze von zwei Größen noch passt. In diesem Band überschreitet das Kind die 20 Kilogramm nach rund zehn weiteren Monaten, also mitten in der Nutzungszeit. Ab dem zweiten Paar sollte die Höchstlast deshalb über 20 Kilogramm liegen.
Das Beispiel zeigt die Logik, nicht ein Rezept. Ein Kind am 90. Perzentil wiegt mit vier Jahren schon über 19 Kilogramm und überschreitet die Grenze innerhalb weniger Monate; für dieses Kind gehört schon das erste Paar über die Spielzeuggrenze. Ein Kind am 10. Perzentil braucht dagegen noch gut drei Jahre. Wiegen und Messen ersetzen das Beispiel, sie bestätigen es nicht.
Woran man auf Karton und Schuh erkennt, welches Regelwerk gilt
Ob ein Inliner als Spielzeug oder als Sportgerät gebaut ist, lässt sich in vielen Fällen am Produkt selbst ablesen, wenn man weiß, wonach man sucht. Drei Angaben sind aussagekräftig, und sie stammen aus den beiden Regelwerken, die an der 20-Kilogramm-Grenze aneinanderstoßen.
Erstens die Normangabe. DIN EN 13843 legt nach ihrem Einführungsbeitrag nicht nur Sicherheitsanforderungen und Prüfungen fest, sondern auch, was auf dem Produkt und in den Herstellerunterlagen stehen muss. Ein Inliner, der nach dieser Norm gebaut ist, trägt deshalb Angaben, die sich auf sie beziehen; welche genau, regelt der Normtext, der uns nicht vorliegt. Ein Hinweis auf EN 13843 auf Karton, Schuh oder in der Anleitung zeigt, dass der Hersteller das Paar als Sportgerät für Benutzer über 20 Kilogramm einordnet.
Zweitens der Warnsatz. Für Rollsportgeräte, die als Spielzeug verkauft werden, schreibt die Spielzeugrichtlinie in Anhang V den Satz „Mit Schutzausrüstung zu benutzen. Nicht im Straßenverkehr zu verwenden.“ vor. Steht er auf dem Produkt, ist das ein Hinweis auf die Einordnung als Spielzeug. Allein trägt er die Entscheidung nicht, weil auch Hersteller von Sportgeräten ähnliche Sätze verwenden.
Drittens die Höchstlast. Sie ist die eindeutigste der drei Angaben, weil sie die Grenze direkt benennt. 20 Kilogramm oder weniger heißt Spielzeug, mehr heißt Sportgerät. In unseren Vergleichen fehlte sie allerdings bei drei von fünf Kinderrollschuhen und bei drei von fünf Kinderinlinern, auf Hersteller- wie auf Handelsseiten.
Fehlen alle drei Angaben, bleibt der Weg über den Händler oder den Hersteller. Die Frage, für welches Körpergewicht ein Paar gebaut ist, ist kurz und hat eine eindeutige Antwort. Wer sie nicht beantworten kann, verkauft ein Produkt, dessen Rechtsgrundlage er nicht kennt, und das ist für einen Kauf für ein Kind ein brauchbares Ausschlusskriterium.
Jüngere Kinder, andere Verletzungen: was die Daten zum Alter sagen
Zum Alter gibt es neben Gewicht und Motorik eine dritte Datenquelle: die Unfallstatistik. Knox und Kollegen werteten für das Journal Pediatrics Daten amerikanischer Notaufnahmen von 1993 bis 2003 aus; ihre Arbeit von 2006 umfasst schätzungsweise 1.235.467 Kinder und Jugendliche, die nach einem Unfall beim Eislaufen, Rollschuh- oder Inlinerfahren behandelt wurden. Ihr mittleres Alter lag bei 10,9 Jahren, die Spanne reichte von einem bis 18 Jahren.
Für die Frage nach dem Einstiegsalter ist ein Ergebnis besonders wichtig. Bei Kindern bis sechs Jahre machten Kopf- und Gesichtsverletzungen in jeder der drei Skating-Arten einen höheren Anteil aus als bei älteren. Insgesamt lagen Kopfverletzungen beim Inlinerfahren bei 5,0 Prozent und beim Rollschuhfahren bei 4,4 Prozent; den größten Anteil hatten bei beiden Brüche an Arm und Hand, 59,7 und 53,9 Prozent.
Warum jüngere Kinder häufiger den Kopf treffen, untersucht die Arbeit nicht. Die Autoren ziehen daraus aber eine klare Folgerung: Helme gehörten zu jeder Art von Skating in der Freizeit, und Handgelenkschützer zu jedem Kind, das auf Rollen steht, wegen der häufigen Brüche an Arm und Hand.
Für die Einordnung wichtig ist die Größenordnung der Altersgruppe. Kinder bis sechs Jahre sind in dieser Auswertung nur ein Teil der Verletzten, das mittlere Alter liegt mit 10,9 Jahren deutlich darüber. Ob Kleinkinder auf Rollen häufiger verunglücken als ältere Kinder, geht aus der Arbeit nicht hervor, wohl aber, dass ihre Verletzungen öfter den Kopf betreffen, wenn sie verunglücken.
kindergesundheit-info.de kommt von anderer Seite zum selben Punkt. Die häufigsten Verletzungen beim Inlineskaten seien Brüche der Handgelenke oder Arme, schreibt die Seite, und nennt zur Schutzkleidung an erster Stelle einen gut sitzenden Helm, exakt auf den Kopf eingestellt, der auch beim Sturz nach hinten schützt. Ein runder Fahrradhelm genüge dafür.
Für das Einstiegsalter heißt das nicht, später anzufangen. Es heißt, dass ein früher Einstieg mit vollständiger Schutzausrüstung beginnt, und dass der Helm bei einem vierjährigen Kind nicht weniger, sondern mehr zählt als bei einem zehnjährigen. Welche Schoner sich anhand von Norm und Prüfzeichen nachprüfen lassen, steht auf der Seite über Schutzausrüstung für Kinder mit nachschlagbarem Zertifikat.
Was zum ersten Kauf gehört, und in welcher Reihenfolge
Zum ersten Paar Inliner gehört mehr als das Paar. kindergesundheit-info.de zählt die Schutzkleidung auf: einen gut sitzenden Helm, gut sitzende Knie- und Ellenbogenschoner, die mit einem Strumpf übergezogen werden, und gut sitzende Handgelenkschoner, die die Seite „ebenfalls ein Muss“ nennt. Dazu möglichst reflektierende Kleidung, um besser gesehen zu werden.
Für den Inliner selbst nennt dieselbe Seite vier Kriterien. Er solle haltbar und stabil sein, gut am Fuß passen, höchstens zwei Größen zu groß, und besonderes Augenmerk verdienten das Material der Bremsblöcke und die Verschlüsse. Testergebnisse in Verbrauchermagazinen könnten eine Entscheidungshilfe geben.
Aus den Abschnitten dieser Seite ergibt sich eine Reihenfolge, in der die Entscheidungen fallen sollten. Zuerst das Gewicht: Liegt das Kind nahe an 20 Kilogramm oder darüber, kommt nur ein Paar mit höherer Höchstlast in Frage. Dann die Fußlänge: Sie bestimmt das Band, in dem der Fuß am unteren Ende liegen soll. Erst danach folgen Rollen, Verschluss und Bremse.
Bei der Schutzausrüstung ist die Reihenfolge umgekehrt wichtig: Sie wird nicht nach den Inlinern gekauft, sondern mit ihnen. Ein Kind, das zum ersten Mal auf Rollen steht, braucht Helm und Schoner von der ersten Minute an, und die Größe der Schoner richtet sich nach dem Kind, nicht nach den Inlinern.
Auch für die Schoner gilt, dass das Alter auf der Packung wenig sagt. Wie unterschiedlich Hersteller Schonergrößen bezeichnen, nach Alter, nach Gewicht oder nach Umfang in Zentimetern, zeigt unser Vergleich von Schoner-Sets. Die verlässlichste Angabe ist der Umfang am Gelenk, gemessen am Kind.
Ein Posten steht auf keiner Einkaufsliste und braucht doch Zeit: ein Ort zum Üben, eben, glatt, mit einer Wiese daneben. Er entscheidet über die ersten Wochen mehr als jedes Detail am Schuh. Und für Kinder ab drei Jahren nennt kindergesundheit-info.de eine weitere Option, den Kurs mit einer qualifizierten Sportfachkraft.
Rollschuh, Roller, Laufrad: was vor dem ersten Inliner kommen kann
Nicht jedes Kind, das mit drei oder vier Jahren rollen möchte, braucht dafür Inliner. Für die Gewichtsklasse unter 20 Kilogramm gibt es mehrere Geräte, und für alle gilt dieselbe Grenze zwischen Spielzeug und Sportgerät. Die Spielzeugrichtlinie nennt in ihrem Anhang I Rollschuhe, Inlineskates und Skateboards in einem Atemzug.
Rollschuhe mit zwei Rollen nebeneinander verhalten sich anders als Inliner; welche Unterschiede die Hersteller beschreiben und welche Kinderrollschuhe eine Höchstlast nennen, steht in unserem Vergleich. Wer sein Kind später auf Inliner umsteigen lassen will, findet dort auch ein Modell, dessen Bremse an der Ferse sitzt wie beim Inliner.
Ein drittes Gerät ist der Roller, und für ihn gilt eine andere Logik: Ob er passt, entscheidet vor allem die Lenkerhöhe. Wie man den ersten Roller eines dreijährigen Kindes über die Lenkerhöhe auswählt, steht auf der Nachbarseite.
Ob ein Gerät vor dem Inliner das Inlinerlernen erleichtert, ist nicht untersucht, jedenfalls haben wir keine Studie gefunden, die das vergleicht. Plausibel ist, dass Gleichgewicht und Bremsen auf einem Gerät auf das nächste übertragen werden. Belegt ist es nicht, und deshalb taugt es nicht als Kaufargument.
Für Eltern, die zwischen den Geräten schwanken, bleibt deshalb eine nüchterne Prüfung. Welches Gerät passt zum Körper des Kindes, zu seinem Gewicht, seiner Fußlänge oder seiner Körpergröße? Welches passt zum Ort, an dem es fahren wird? Und welches will es selbst? Die dritte Frage ist dabei nicht die unwichtigste, nach kindergesundheit-info.de ist sie eine Voraussetzung.
Wichtiger als die Reihenfolge der Geräte ist eine Konstante: die Schutzausrüstung. Der Warnsatz, den die Spielzeugrichtlinie vorschreibt, gilt für Rollschuhe, Inliner, Skateboards, Roller und Spielzeugfahrräder gleichermaßen, wenn sie als Spielzeug verkauft werden. Wer ein Kind auf ein Rollgerät stellt, stellt es mit Helm darauf.
Ab wann passt das Paar des älteren Geschwisters?
Eine Variante der Frage „ab wann“ stellt sich in Familien mit mehreren Kindern: Ab wann kann das jüngere die Inliner des älteren übernehmen? Die Antwort hat dieselben zwei Teile wie beim Neukauf, Fußlänge und Gewicht, aber in umgekehrter Reihenfolge.
Zuerst die Fußlänge. Ein verstellbarer Inliner passt dem jüngeren Kind, sobald dessen Fuß das untere Ende des Bandes erreicht. Nach der Kindertabelle von Deichmann beginnt ein Band 26 bis 29 bei 16 Zentimetern Fußlänge, ein Band 30 bis 33 bei etwa 18,5 Zentimetern. Wie lange das jüngere Kind bis dahin braucht, lässt sich mit dem Wachstum von rund einem Millimeter im Monat abschätzen, das das AOK-Magazin für ältere Kinder nennt.
Dann das Gewicht, und hier liegt die Besonderheit. Ein Paar mit 20 Kilogramm Höchstlast, das das ältere Kind ausgewachsen hat, ist für ein leichteres jüngeres Kind gebaut, die Weitergabe passt also zur Rechtswelt. Ein Paar nach EN 13843 dagegen ist für Benutzer über 20 Kilogramm ausgelegt. Wiegt das jüngere Kind weniger, trägt es ein Sportgerät, für dessen Gewichtsklasse die Norm nicht gilt.
Verboten ist das nicht, und die Quellen dieser Seite sagen nichts darüber, ob es Nachteile hat. Es heißt nur, dass die Prüfung des Paares für einen schwereren Körper gemacht wurde und über die Eignung für einen leichteren nichts aussagt.
Vor jeder Weitergabe gehört außerdem ein Blick auf den Zustand dazu. Bremsblock und Rollen nutzen sich ab, und die Verschlüsse, auf die kindergesundheit-info.de beim Kauf ausdrücklich achten lässt, müssen beim zweiten Kind genauso halten wie beim ersten. Ein Paar, das zwei Saisons gefahren wurde, ist kein neues, auch wenn es so aussieht.
Drei Zahlen, die oft verwechselt werden
Das Alter auf der Packung. Es stammt vom Hersteller und beschreibt die Zielgruppe. Es ist keine Normvorgabe; EN 13843 kennt kein Alter. Zwei Hersteller können für vergleichbare Inliner fünf und sechs Jahre als Untergrenze nennen, ohne dass einer falsch liegt. Prüfen lässt sich die Angabe am Kind nicht, nur glauben.
Die Höchstlast. Sie zeigt, nach welchem Regelwerk ein Paar gebaut ist. 20 Kilogramm heißt Spielzeug, mehr heißt Sportgerät nach EN 13843, bis zur Obergrenze der Norm von 100 Kilogramm. Fehlt die Angabe, lässt sich die Einordnung aus dem Angebot nicht ablesen. Prüfen lässt sie sich mit einer Waage, und zwar vor dem Kauf.
Die Schuhgröße. Sie ist eine Umrechnung der Fußlänge, und es gibt mehrere: die Formel für Erwachsene, die Kindertabelle des Schuhhandels, die Tabellen der Inline-Hersteller. Zwischen Formel und Kindertabelle liegen bei Füßen über 18 Zentimetern eine halbe Größe, rund drei Millimeter. Prüfen lässt sie sich mit einem Blatt Papier und einem Lineal.
Werden die drei Zahlen verwechselt, entstehen typische Fehlkäufe. Wer nach dem Alter kauft, kauft für ein leichtes Kind womöglich ein Sportgerät, das für einen schwereren Körper ausgelegt ist, und für ein schweres Kind ein Spielzeug, das es bald überlastet. Wer nach der Schuhgröße der Straßenschuhe kauft, übernimmt eine Zahl, die schon falsch sein kann: Nach dem AOK-Magazin werden Kinderschuhe Studien zufolge oft zu klein gekauft.
Die Reihenfolge, in der die Zahlen gelesen werden sollten, ergibt sich aus ihrer Prüfbarkeit: zuerst Gewicht und Höchstlast, dann Fußlänge und Größentabelle, zuletzt die Altersangabe als Hinweis, für wen der Hersteller gedacht hat.
Für jede der drei Zahlen gibt es eine Instanz, die sie festlegt: für das Alter der Hersteller, für die Schuhgröße der Pariser Stich und die Tabelle, nach der umgerechnet wird. Nur bei der Höchstlast ist die Grenze, um die es geht, von Norm und Richtlinie gezogen. Deshalb gehört sie an den Anfang.
Nach dem ersten Paar: wohin die nächsten Fragen führen
Mit dem ersten Paar sind die Fragen nicht beantwortet, sie verschieben sich. Die nächste lautet meist, wie das Kind fahren lernt, und zwar in welcher Reihenfolge. Unsere Anleitung zum Inlinerlernen folgt der Lernreihe von mobilesport.ch und geht vom Anziehen über das Fallen bis zum Bremsen.
Später folgt die Frage nach dem zweiten Paar, und mit ihr kehren Gewicht und Fuß zurück. Wie verstellbare Inliner sich in Millimetern unterscheiden, welche Bänder sich überlappen und wie lange eine Reserve bei wachsendem Fuß hält, zeigt der Vergleich verstellbarer Kinderinliner mit einem Werkzeug, das die Bänder in Fußlänge umrechnet.
Spätestens nach einer Saison stellt sich eine dritte Frage: Rollen und Bremse nutzen sich ab. Ob ein Paar mit neuen Rollen weiterfährt oder ersetzt werden sollte, hängt an der Ersatzteillage, die von Hersteller zu Hersteller sehr verschieden ist.
Und schließlich die Frage nach dem Alter in umgekehrter Richtung: Ab wann ist ein Kind zu groß für Kinderinliner? Nach der Norm gibt es dafür keine Altersgrenze, nur die Obergrenze von 100 Kilogramm. Praktisch endet der Kinderinliner am letzten Größenband des Herstellers, das bei den Modellen unseres Vergleichs zwischen EU 40 und 42 liegt. Danach beginnen Erwachsenengrößen, und mit ihnen ein anderes Angebot.
Wer sich einen Überblick über alle diese Fragen in ihrer Reihenfolge verschaffen will, vom ersten Kauf bis zur Weitergabe an ein jüngeres Geschwister, findet ihn auf der Übersicht zu Inlinern, Rollschuhen und Schonern.
Eine Frage bleibt dabei offen, die keine Seite beantworten kann: wann ein Kind Lust hat. Alle Zahlen dieser Seite setzen voraus, dass es fahren will. Ohne diese Voraussetzung nützt auch das passende Gerät wenig; kindergesundheit-info.de nennt die Lust des Kindes ausdrücklich als Bedingung.
Perzentil, Höchstlast, Pariser Stich: die Begriffe dieser Seite
Perzentil. Ein Perzentil gibt an, wie viel Prozent einer Bezugsgruppe einen Wert unterschreiten. Am 90. Perzentil des Körpergewichts sind 90 Prozent der gleichaltrigen Kinder leichter, am 10. Perzentil nur zehn Prozent. Das 50. Perzentil heißt Median und teilt die Gruppe in zwei Hälften. Perzentile beschreiben eine Verteilung, kein Soll.
Referenzkurve. Eine Referenzkurve verbindet die Perzentilwerte über das Alter. Die Kurven der CDC, die diese Seite nutzt, beruhen auf Daten amerikanischer Kinder und wurden im Jahr 2000 veröffentlicht. Sie liegen als Tabelle in Monatsschritten vor; Werte zwischen zwei Monaten haben wir linear interpoliert.
Höchstlast. Die Höchstlast ist das maximale Körpergewicht, für das ein Hersteller ein Rollsportgerät angibt. Sie ist keine Normgröße, aber an der Grenze von 20 Kilogramm entscheidet sie, ob ein Produkt unter die Spielzeugrichtlinie oder unter DIN EN 13843 fällt. Die Norm selbst reicht bis 100 Kilogramm.
Pariser Stich. Der Pariser Stich ist die Einheit der EU-Schuhgrößen, zwei Drittel eines Zentimeters oder 6,67 Millimeter. Eine Schuhgröße entspricht einem Stich. Vier Größen eines verstellbaren Inliners umfassen drei Schritte, also 20 Millimeter.
Entwicklungsmeilenstein. Ein Meilenstein beschreibt nach der CDC etwas, das die meisten Kinder, 75 Prozent oder mehr, bis zu einem bestimmten Alter können. Ein Kind, das einen Meilenstein später erreicht, ist damit nicht auffällig; es gehört zu dem Teil, für den die Aussage nicht gilt.
Drei Messungen vor dem Kauf
Zusammengefasst lässt sich die Frage „ab wann“ in drei Messungen übersetzen. Sie ersetzen die Jahresspanne durch Werte, die am eigenen Kind gelten.
Jede Messung beantwortet eine der drei Fragen dieser Seite. Die Waage sagt, welches Regelwerk gilt. Das Blatt Papier sagt, welches Größenband passt. Und die Beobachtung des Kindes sagt, ob es bereit ist. Keine der drei lässt sich durch eine Jahreszahl ersetzen, und keine braucht mehr als ein Lineal, eine Waage und etwas Geduld.
Vor der Bestellung messen
Wer Werte findet, die den Referenzdaten dieser Seite widersprechen, oder eine deutsche Quelle kennt, die das Einstiegsalter mit Körpermaßen verbindet, erreicht uns über die Hinweisseite der Redaktion.
Wo diese Auswertung an ihre Grenzen kommt