Inliner-Rollen wechseln bei Kindern: Maße und Ersatz
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Kinderinliner, nicht Speedskates: worum es auf dieser Seite geht
Anleitungen zum Rollenwechsel gibt es viele, und fast alle beschreiben Skates für Erwachsene, mit Aluminiumschienen, großen Rollen und Werkzeug, das man im Fachhandel kauft. Kinderinliner sind anders gebaut. Sie haben häufig eine Schiene aus Kunststoff, kleinere Rollen, einen verstellbaren Schuh und eine Bremse, die zum Modell passt und nicht zu jedem anderen. Um diese Bauart geht es hier.
Ausgeklammert sind drei Gruppen. Speed- und Fitnessskates mit 90 Millimetern und mehr, bei denen es um Rollprofile und Rennlager geht. Inline-Hockey-Skates, deren Rollen nach anderen Regeln gewählt werden. Und Rollschuhe mit vier Rollen paarweise, deren Achsen in Trucks sitzen; für sie gilt eine eigene Pflege, die unser Vergleich von Kinderrollschuhen mit Trucks und Lenkgummis beschreibt.
Die Seite beginnt mit der Diagnose, nicht mit dem Werkzeug. Ein Inliner, der schlecht rollt, hat nicht automatisch abgenutzte Rollen; es kann ebenso das Lager sein, eine zu fest angezogene Achse oder Schmutz in der Schiene. Wer die Ursache kennt, kauft das richtige Teil.
Danach folgen die Kennwerte, die auf Rollen und Lagern stehen: der Durchmesser in Millimetern, die Härte in Shore A, die Toleranzklasse des Lagers. Erst wenn diese drei Angaben klar sind, lohnt der Blick in die Ersatzteillisten, und dort zeigt sich eine Lücke, die gerade Kinderinliner betrifft: Rollen in kleinen Durchmessern sind bei manchen Herstellern gar nicht einzeln zu haben.
Am Ende steht die Frage, die bei Kindern anders ausfällt als bei Erwachsenen: ob sich ein Wechsel noch lohnt, wenn das Größenband in einigen Monaten ausgeschöpft ist. Beantworten lässt sie sich mit Zahlen, die am Inliner selbst stehen oder sich nachmessen lassen.
Rollt schlecht, quietscht, zieht, bremst nicht: vier Symptome und ihre Ursachen
Der Inliner rollt schwer. Liegt es an einer einzelnen Rolle, dreht sie sich von Hand kaum oder bleibt nach einem Anstoß schnell stehen. Ursache ist dann meist das Lager oder eine zu fest angezogene Achsschraube. SkatePro beschreibt beim Einbau, die Schraube solle ziemlich fest sitzen, die Rolle müsse sich dabei aber immer noch frei drehen lassen. Sitzt sie zu fest, bremst sie.
Eine Rolle wackelt seitlich. Ursache kann eine lockere Achse sein oder ein Lager, das nicht fest in der Nabe sitzt. Nach SkatePro müssen die Lager eng und fest in der Rolle stecken; wackeln sie auch nur leicht, steht die Rolle nicht präzise in der Schiene, und das verschlechtert das Fahrverhalten deutlich. Eine Rolle mit zu weiter Nabe lässt sich dann nicht reparieren, nur ersetzen.
Es quietscht oder knirscht. Geräusche kommen häufig aus dem Lager, wenn Schmutz oder Sand hineingeraten ist. Rollerblade beschreibt, dass die Lager im Inneren der Rolle sitzen und von einer Abdeckung gegen Verschmutzung geschützt werden. Ist sie beschädigt oder hat das Kind durch Pfützen und Sand gefahren, hilft Reinigen, manchmal nur Tauschen.
Der Inliner zieht zur Seite oder fährt unruhig. Hier sind oft die Rollen ungleich abgefahren. SkatePro weist darauf hin, dass sich vordere und hintere Rollen schneller abnutzen als die mittleren und dass das Muster am rechten und linken Skate verschieden ist. Abhilfe schafft eine Rotation, also das Tauschen der Rollenpositionen.
Beim Bremsen passiert nichts mehr. Ursache ist fast immer ein abgefahrener Bremsklotz an der Ferse. Bei vielen Kindermodellen ist er mit einer Schraube befestigt und einzeln zu bekommen, bei anderen nicht. Ein Kind, das mit der Ferse bremst, darf mit abgefahrenem Klotz nicht weiterfahren, bis er getauscht ist.
Für die Prüfung ergibt sich daraus eine Reihenfolge: zuerst jede Rolle von Hand drehen und seitlich bewegen, dann die Lauffläche ansehen, zuletzt die Bremse. Das dauert wenige Minuten und zeigt, welches Teil die folgenden Abschnitte betrifft.
Was in einer Rolle steckt: Lauffläche, Kern, zwei Lager, ein Abstandshalter
Eine Inlinerrolle besteht aus mehreren Teilen, die getrennt verschleißen und getrennt getauscht werden können. Außen liegt die Lauffläche aus Polyurethan; Hudora nennt für den Leon 2.0 „gegossene PU Rollen“. Innen sitzt ein Kern, in dessen Nabe zwei Kugellager stecken, je eines von jeder Seite. Zwischen den Lagern liegt ein Abstandshalter, der Spacer, und durch alles hindurch führt die Achse, die die Rolle in der Schiene hält.
Aus diesem Aufbau folgt, dass eine abgefahrene Lauffläche nicht das Ende der Lager bedeutet. SkatePro beschreibt, wie die Lager aus der alten Rolle gezogen, gereinigt und in die neue gedrückt werden, samt Abstandshalter. Manche Rollen enthalten nach derselben Anleitung sogar zwei oder drei einzelne Spacer, die zusammen den Abstand bilden.
Rechts in der Grafik steht die Frage, an der ein Wechsel bei Kinderinlinern am häufigsten scheitert: ob es Ersatz im passenden Maß gibt. Mehr dazu im Abschnitt über die Ersatzteillage.
Das Lager in Zahlen: Bohrung, Außendurchmesser, Breite
Ein Kugellager hat drei Grundmaße: den Durchmesser der Bohrung, durch die die Achse läuft, den Außendurchmesser, mit dem es in der Nabe der Rolle sitzt, und die Breite. Für die Bauform 608, ein Rillenkugellager, nennt der Hersteller SKF 8 Millimeter Bohrung, 22 Millimeter Außendurchmesser und 7 Millimeter Breite.
Welche Bauform ein bestimmter Kinderinliner verwendet, sagen die von uns gelesenen Inline-Hersteller nicht. Hudora nennt bei einem seiner Kinderrollschuhe, dem My First Quad, für die vorderen Rollen ausdrücklich 608ZB-Lager. Für Inliner geben Hudora und K2 nur die Toleranzklasse an, etwa „ABEC 5 Carbon“ beim Leon 2.0. Wer ein Ersatzlager kauft, misst deshalb Bohrung und Außendurchmesser des alten Lagers nach oder nimmt es zum Kauf mit.
Je Rolle sitzen zwei Lager, eines von jeder Seite. Rollerblade beschreibt, dass sie im Inneren der Rolle liegen und durch einen Abstandshalter zwischen beiden Lagern in Position gehalten werden. Ein Paar Inliner mit vier Rollen je Schiene braucht also 16 Lager, und genau in dieser Stückzahl verkaufen K2 und Rollerblade ihre Lagersätze.
Wichtig ist außerdem die Abdeckung. Rollerblade beschreibt bei seinen Lagern eine Abdeckung, die das Innere vor Verschmutzung schützt, beim Modell SG9 aus Metall. Für Kinderinliner, die durch Sand, Staub und Pfützen fahren, ist eine Abdeckung kein Luxus, sondern die Voraussetzung dafür, dass ein Lager eine Saison übersteht.
Rollerblade nennt für sein Lager ILQ 5, das „für Freizeit- und Kinderskates konzipiert“ sei, ein Design mit sieben Kugeln. Für die Frage, ob ein Ersatzlager passt, ist die Kugelzahl unerheblich; entscheidend sind die drei Maße. Sie müssen stimmen, sonst sitzt das Lager zu locker oder gar nicht in der Nabe.
Der Abstandshalter wird oft vergessen. Er hält die beiden Lager so weit auseinander, dass die Achsschraube sie beim Anziehen nicht zusammendrückt. Fehlt er, lässt sich die Achse nicht richtig festziehen, ohne dass die Rolle schwergängig wird. Beim Wechsel gehört er deshalb in die neue Rolle, und Rollerblade führt Abstandshalter für 8-Millimeter-Achsen als eigenes Ersatzteil.
Shore A: was 80A und 82A an einer Rolle messen
Hinter dem Durchmesser steht oft eine Zahl mit dem Buchstaben A; sie beschreibt die Härte der Lauffläche, gemessen in Shore A. Das Verfahren beschreiben die Normen ASTM D2240 und ISO 48-4, in Deutschland DIN ISO 48-4. Der Prüfmaschinenhersteller ZwickRoell erklärt es so: Ein federbelasteter Stift aus gehärtetem Stahl wird in das Material gedrückt, und aus der Eindringtiefe ergibt sich die Härte.
Von 0 bis 100 reicht die Skala. Nach ZwickRoell entsprechen 0 Shore einer Eindringtiefe von 2,5 Millimetern und 100 Shore einer Eindringtiefe von null; 0 ist sehr weich, 100 sehr hart. Gemessen wird nach 15 Sekunden Einwirkzeit, und weicht die Dauer ab, muss das beim Härtewert angegeben werden. Am bekanntesten sind Shore A für weichere und Shore D für härtere Werkstoffe.
Für Inlinerrollen heißt das: 82A ist härter als 80A, 85A härter als 82A. Hudora gibt für die Rollen des Leon 2.0 82A an. Im Ersatzteilprogramm von K2 reichen die Härten von 80A bei den Booster-Rollen über 82A und 85A bis 90A bei den Urban-Bolt-Rollen. Bei den Kinderinlinern unserer Vergleiche liegen die Herstellerangaben zwischen 80A beim K2 Raider und 82A bei Hudora und Roces.
Was die Härte beim Fahren bedeutet, lässt sich aus dem Messverfahren ableiten, als eigene Einordnung: Eine weichere Lauffläche gibt unter Last mehr nach, eine härtere weniger. Beim Wechsel ist deshalb die einfachste Regel, die Härte des Originals beizubehalten, solange das Kind auf denselben Wegen fährt. Wer eine andere Härte wählt, ändert das Fahrgefühl.
Zwei Angaben sollten beim Kauf zusammen stimmen: Härte und Durchmesser. Eine Rolle mit passendem Durchmesser, aber deutlich anderer Härte, ist ein Kompromiss; eine Rolle mit passender Härte, aber falschem Durchmesser, passt unter Umständen gar nicht in die Schiene. Als drittes Maß kommt die Breite hinzu, wie der nächste Abschnitt zeigt.
Durchmesser je Größenband: 64, 70, 72, 76 Millimeter
Kinderinliner haben nicht eine Rollengröße, sondern oft mehrere, je nach Größenband. Hudora nennt für den Leon 2.0 drei Werte: Größe 29 bis 32 rollt auf Rollen mit 64 mal 22 Millimetern, Größe 33 bis 36 auf 70 mal 22 und Größe 37 bis 40 auf 76 mal 22. Vorn steht jeweils der Durchmesser, dahinter die Breite.
Bei anderen Herstellern ist es ähnlich. In unserem Vergleich verstellbarer Kinderinliner mit Rollen je Band rollt der K2 Raider in allen Bändern auf 70 Millimetern, der Raider Pro im Band S auf 70 und in den Bändern M und L auf 72, mit 76 Millimetern als größter zulässiger Rolle. Der Roces Jokey 3.0 steigt von 64 über 70 auf 72 Millimeter.
Warum die Rollen mit dem Band wachsen, ist naheliegend: Ein größerer Schuh hat eine längere Schiene, in die größere Rollen passen. Für den Wechsel folgt daraus, dass man nicht nach dem Modell kauft, sondern nach dem Band. Ein Leon 2.0 in Größe 29 bis 32 braucht andere Rollen als derselbe Leon in 37 bis 40.
Der Durchmesser ist auch das Maß, an dem sich Verschleiß ablesen lässt. SkatePro schreibt, neue Rollen hätten einen größeren Durchmesser als die abgenutzten, und rät, nach dem Wechsel anfangs vorsichtig zu fahren, weil man schneller unterwegs sei. Wie viel Durchmesser eine Rolle verlieren darf, nennt keiner der Hersteller. Wer ihn verfolgen will, misst eine neue Rolle beim Einbau und vergleicht später.
Die Breite ist das dritte Maß und wird beim Ersatzkauf leicht übersehen. Hudora führt im eigenen Shop Inliner-Ersatzrollen mit 22 und mit 24 Millimetern Breite. Ob eine 24 Millimeter breite Rolle in eine Schiene passt, die für 22 Millimeter gebaut ist, sagt der Shop nicht. Sicher ist nur die Rolle mit denselben drei Maßen wie das Original: Durchmesser, Breite, Härte. Wie leicht Raddurchmesser verwechselt werden, wenn Zoll und Millimeter durcheinandergehen, zeigt unsere Seite über Kinderroller mit Luftreifen in Zoll und Millimetern.
Eine Rolle lesen: was auf der Flanke steht und was man nachmisst
Auf der Flanke einer Inlinerrolle stehen meist zwei Zahlen, und wer sie lesen kann, kauft den richtigen Ersatz. K2 bezeichnet seine Rollen nach dem Muster „Booster 72mm/80A“, also Name, Durchmesser in Millimetern und Härte in Shore A. Hudora nennt im Shop zusätzlich die Breite: „76 x 22 mm“ beim Leon 2.0, dazu die Härte, wo sie angegeben ist, etwa 82A.
Fehlt die Beschriftung oder ist sie abgefahren, misst man nach. Der Durchmesser wird an einer Rolle gemessen, die noch nicht stark abgenutzt ist, am besten an der mittleren, weil sich vordere und hintere Rollen nach SkatePro schneller abnutzen. Ein Lineal genügt für eine grobe Einordnung, eine Schieblehre ist genauer. Quer über die Lauffläche, an der breitesten Stelle, misst man die Breite.
Ohne Durometer lässt sich die Härte nicht messen. ZwickRoell beschreibt das Prüfgerät als federbelasteten Stahlstift, dessen Eindringtiefe nach 15 Sekunden abgelesen wird; ein Daumendruck ersetzt das nicht. Ist die Härte nicht mehr lesbar, hilft die Produktseite des Herstellers, auf der sie meist steht, oder die Anleitung des Paares.
Wichtig ist, alle drei Maße derselben Rolle zu nehmen und sie mit dem Band abzugleichen, in dem der Inliner steht. Ein Leon 2.0 in Größe 33 bis 36 hat nach Hudora 70 mal 22 Millimeter; findet man eine Rolle mit 70 Millimetern, aber 24 Millimetern Breite, ist das eine andere Rolle, auch wenn der Durchmesser stimmt.
Zuletzt die Lager. Ihre Maße stehen auf der Rolle nicht, sondern, wenn überhaupt, auf dem Lager selbst. Wer neue Rollen ohne Lager kauft, braucht die alten weiter und muss deshalb nur prüfen, ob sie in die neue Nabe passen. Wer Rollen mit Lagern kauft, wie K2 und Rollerblade sie anbieten, umgeht die Frage, muss aber sicher sein, dass Achse und Abstandshalter zum neuen Lager passen.
ABEC: eine Toleranzklasse, kein Tempo
Auf Lagern und in Produktbeschreibungen steht oft eine ABEC-Zahl, beim Leon 2.0 etwa „ABEC 5“. Hudora erklärt in seinem Serviceportal, was sie bedeutet: Die ABEC-Klassen seien eingeführt worden, um die Qualität der Lager unterscheiden zu können, und je höher die Angabe, desto genauer seien bei der Herstellung die Fertigungstoleranzen eingehalten worden.
ABEC stehe für „annular bearing engineers committee“ und bezeichne lediglich eine Übereinkunft zu Fertigungstoleranzen, nicht die Gesamtqualität eines Lagers. Festgelegt werde damit unter anderem der maximal erlaubte Höhen- und Seitenschlag. Zwischen ABEC 5 und ABEC 7 betrage der Unterschied beim Höhenschlag nur 0,002 Millimeter.
Hudora zieht daraus eine nüchterne Folgerung: Eine hohe Präzision trage zu gleichmäßigen Laufeigenschaften bei, die feinsten Unterschiede seien aber in der Fahrpraxis eher unbedeutend, weil vor allem die Einbauumgebung wesentlich größere Toleranzen aufweise. Gemeint sind Rolle, Nabe, Achse und Schiene, in denen das Lager sitzt.
Für den Ersatzkauf heißt das: Die ABEC-Zahl ist kein Grund, ein teureres Lager zu wählen, und kein Grund, ein funktionierendes zu tauschen. Ein ABEC-3-Lager, das sauber und leichtgängig ist, rollt auf einem Kinderinliner nicht merklich schlechter als ein ABEC-7-Lager, das voller Sand ist. Wichtiger sind die drei Maße, die Abdeckung und der Zustand.
Manche Hersteller verwenden statt ABEC eigene Bezeichnungen. K2 und Rollerblade nennen ihre Lager ILQ 5, ILQ 7 oder ILQ 9, Rollerblade daneben SG9. Was diese Zahlen genau messen, erklären die gelesenen Herstellertexte nicht; Rollerblade beschreibt sie über Kugelzahl, Abdeckung und Schmierung. Eine Umrechnung in ABEC-Klassen gibt keiner der beiden an, und wir nehmen keine vor.
Abnutzung erkennen: Profil, Mittellinie, Durchmesser
Rollen sind das Teil, das sich am schnellsten abnutzt. SkatePro schreibt das in seiner Montageanleitung ohne Einschränkung, und Rollerblade beschreibt in einem Herstellertext, dass selbst hochwertige Rollen mit der Zeit verschleißen. Wie schnell, hänge davon ab, wie viel, wo und wie man skatet; bis zu den ersten Anzeichen könne es ein Jahr oder einen Monat dauern.
Das erste Zeichen ist ein schiefes Profil. Eine neue Rolle hat eine gleichmäßig gerundete Lauffläche, deren höchster Punkt in der Mitte liegt. Mit der Zeit verschiebt sich diese Mittellinie zur Seite, weil ein Kind beim Abstoßen und Bremsen die Rollen schräg belastet. SkatePro nennt genau diesen Moment als Zeitpunkt für eine Rotation: wenn sich die Mittellinie von der Mitte weg zu verschieben beginnt.
Das zweite Zeichen ist ein Unterschied zwischen den Rollen. Nach SkatePro nutzen sich die vorderen und hinteren Rollen schneller ab als die mittleren, und das Muster ist am linken und rechten Skate verschieden. Ein Inliner, dessen äußere Rollen sichtbar kleiner sind als die mittleren, schaukelt beim Fahren über die Mitte und fährt unruhiger.
Das dritte Zeichen ist der Durchmesser selbst. Eine abgefahrene Rolle ist kleiner als eine neue, und mit dem Durchmesser sinkt die Bodenfreiheit der Schiene. Eine Grenze, ab der eine Rolle ersetzt werden muss, nennen die gelesenen Hersteller nicht. Als eigene Faustgröße für die Kontrolle bietet sich der Vergleich mit einer neuen Rolle desselben Typs an, mit einem Lineal neben der Schiene.
Bei Kinderinlinern kommen zwei Besonderheiten hinzu. Wer mit quer gestellten Füßen bremst, etwa im T-Stopp, schleift einzelne Rollen seitlich ab. Und rauer Belag fordert die Lauffläche stärker als glatter. Beides lässt sich nicht verhindern, aber an den Rollen ablesen, und es spricht für eine regelmäßige Rotation.
Rollen rotieren: das Schema für vier Rollen je Schiene
Bevor Rollen ersetzt werden, lohnt fast immer eine Rotation, also das Umsetzen der Rollen auf andere Positionen. SkatePro beschreibt das Ziel so: eine flache Radaufstellung erhalten und die Lebensdauer der Rollen verlängern. Gemeint seien die Methoden als Richtlinien, einfach, aber wirksam.
Für Skates mit vier Rollen je Schiene gibt SkatePro ein Schema an. Nummeriert werden die Rollen von vorn nach hinten, eins bis vier, am linken und am rechten Skate. Danach wandern die Rollen auf den jeweils anderen Skate und tauschen dabei vorne gegen hinten: Rolle 3 des rechten Skates kommt an Position 1 des linken, Rolle 4 des rechten an Position 2, Rolle 1 des rechten an Position 3 und Rolle 2 des rechten an Position 4. Umgekehrt gilt dasselbe vom linken auf den rechten Skate.
Dazu kommt ein zweiter Schritt, den SkatePro als „Pro Tipp“ markiert: Jede Rolle soll gewendet werden. Zeigte die Beschriftung vor dem Drehen nach außen, zeigt sie danach nach innen. Weil die Rollen auf der Innenseite anders abgefahren werden als außen, gleicht das Wenden die Lauffläche zusätzlich aus.
Damit nichts durcheinandergerät, empfiehlt SkatePro ein kleines Stück Klebeband auf jeder Rolle, auf dem die ursprüngliche Position steht. Bei Kindern, die beim Schrauben helfen wollen, ist das auch eine gute Aufgabe: Zahlen auf Klebeband schreiben und hinterher kontrollieren, ob jede Rolle am richtigen Platz sitzt.
Wie oft rotiert wird, hängt nach SkatePro davon ab, wie oft und auf welchen Oberflächen gefahren wird und wie die Technik ist. Für manche bedeute das nach jeder Fahrt, für andere ein paar Mal pro Saison. Hat man es einmal gemacht, dauere das Drehen nur fünf Minuten.
Eine Grenze hat die Rotation bei Kinderinlinern mit verstellbarer Schiene. Wo die Rollen eines Bandes alle gleich groß sind, wie beim Leon 2.0, funktioniert das Schema wie beschrieben. Sollten vordere und hintere Rollen verschieden groß sein, dürfen nur gleich große Rollen getauscht werden. Ein Blick auf die Beschriftung der Rollen vor dem Rotieren klärt das.
Werkzeug: was man braucht und was nicht
Für Rollen, Lager und Bremse an einem Kinderinliner genügt wenig Werkzeug. SkatePro nennt für die Rollen einen 4-Millimeter-Inbusschlüssel oder ein Torx-Werkzeug, je nach Achsschraube. Oft brauche man zwei davon, einen für jede Seite der Rolle, um die beiden Hälften der Achsschraube gleichzeitig zu halten.
Praktischer als zwei einzelne Schlüssel ist ein Skate-Tool. Nach SkatePro enthält es meist alles, was man zum Zusammen- und Auseinanderbauen braucht, und einen Dorn, mit dem sich die Lager aus der Rolle hebeln lassen. Rollerblade und andere Hersteller führen solche Werkzeuge als eigenes Zubehör.
Hilfreich, aber nicht nötig, sind drei weitere Dinge. Ein Stück Klebeband und ein Stift, um die Position jeder Rolle zu notieren, wie es SkatePro für die Rotation empfiehlt. Ein trockenes Tuch, um Schiene und Lager zu säubern. Und eine flache Schale, in der Schrauben und Abstandshalter nicht verloren gehen, denn ein Kinderinliner mit acht Rollen hat acht Achsen und mindestens acht Abstandshalter.
Nicht nötig sind Öl für die Rollen, Druckluft oder Spezialwerkzeug zum Einpressen der Lager. Lager werden nach SkatePro mit dem Skate-Tool in die Nabe gedrückt; sie sollen eng sitzen, aber mit der Hand hineingehen. Ein Lager, das sich nur mit Gewalt einsetzen lässt, passt nicht zur Rolle.
Ein Hinweis zum Werkzeug selbst: Inbusschlüssel und Torx sehen ähnlich aus, passen aber nicht ineinander. Wer mit dem falschen Werkzeug an einer Achsschraube dreht, beschädigt den Schraubenkopf, und eine Achsschraube mit rundgedrehtem Kopf lässt sich kaum noch lösen. Vor dem ersten Ansetzen deshalb prüfen, welche Form die Schraube hat.
Rollen wechseln in acht Schritten
Sind die Rollen trotz Rotation abgefahren, folgen neue. Beschrieben ist der Ablauf in der Montageanleitung von SkatePro; wir haben ihn in acht Schritte gefasst und auf Kinderinliner übertragen.
- Werkzeug bereitlegen: einen Inbusschlüssel oder ein Skate-Tool, nach SkatePro meist 4 Millimeter oder Torx. Bei manchen Inlinern braucht man zwei Werkzeuge, eines zum Drehen und eines zum Gegenhalten.
- Die Schraube der Rollenachse lösen. Dreht sich die Achse mit, wird sie auf der anderen Seite mit dem zweiten Werkzeug festgehalten.
- Achsbolzen und Befestigungsschraube herausnehmen und die alte Rolle aus der Schiene nehmen.
- Schiene innen und außen mit einem trockenen Tuch von Schmutz befreien.
- Die Lager mit dem Skate-Tool aus der alten Rolle ziehen und den Abstandshalter herausnehmen. Sollen die Lager weiterverwendet werden, folgt die Reinigung.
- Lager und Abstandshalter in die Nabe der neuen Rolle drücken. Sie müssen eng und fest sitzen; wackeln sie, ist die Rolle ungeeignet.
- Die neue Rolle in die Schiene setzen, so dass die Bohrungen der Schiene mit den Innenringen der Lager fluchten, den Achsbolzen durchstecken und die Schraube eindrehen.
- Die Schraube ziemlich fest anziehen, aber nur so weit, dass sich die Rolle noch frei dreht. Dann jede Rolle von Hand anstoßen und prüfen.
Danach steht ein Hinweis aus derselben Anleitung, der bei Kindern besonders zählt: Neue Rollen haben einen größeren Durchmesser als die abgenutzten, man ist anfangs schneller unterwegs. Lassen Sie Ihr Kind die ersten Meter nach einem Wechsel langsam fahren und erinnern Sie es an die Bremse.
Bei Kinderinlinern mit Kunststoffschiene gilt beim Anziehen dasselbe Maß wie bei jeder anderen Schiene, nur mit mehr Geduld: gleichmäßig anziehen und aufhören, sobald die Achse nicht mehr wackelt und die Rolle frei läuft.
Fünf Prüfungen nach dem Wechsel, bevor das Kind losfährt
Nach dem Einbau neuer Rollen oder Lager steht eine kurze Kontrolle, bevor das Kind wieder fährt. Sie dauert wenige Minuten und folgt aus den Hinweisen der Montageanleitung von SkatePro.
- Jede Rolle anstoßen. Sie soll frei nachlaufen. Bleibt sie schnell stehen, ist die Achsschraube zu fest oder ein Abstandshalter fehlt.
- Jede Rolle seitlich bewegen. Sie darf nicht wackeln. Wackelt sie, ist die Achse zu locker oder ein Lager sitzt nicht fest in der Nabe.
- Die Schiene von der Seite ansehen. Alle Rollen stehen in einer Linie und berühren den Boden gleichmäßig, wenn der Skate auf einer ebenen Fläche steht.
- Den Bremsklotz prüfen. Er sitzt fest und lässt sich nicht verdrehen.
- Die ersten Meter langsam fahren. Neue Rollen sind nach SkatePro größer als abgenutzte, und man ist anfangs schneller unterwegs.
Besonders wichtig ist die dritte Prüfung nach einer Rotation. Werden Rollen mit unterschiedlicher Abnutzung getauscht, kann eine Schiene vorübergehend nicht ganz flach stehen. SkatePro beschreibt das Ziel der Rotation gerade darin, eine flache Radaufstellung zu erhalten; nach einigen Fahrten gleicht sie sich an.
Wer mit dem Kind zusammen schraubt, kann diese Prüfungen zur Aufgabe des Kindes machen. Rollen anstoßen, wackeln, ansehen: Das sind Handgriffe, die ein Kind selbst ausführen kann, und es lernt dabei, wann ein Inliner in Ordnung ist. Den Bremsklotz und das Anziehen der Schrauben übernimmt ein Erwachsener.
Lager herausnehmen, reinigen und wiederverwenden
Lager halten oft länger als die Rollen, in denen sie sitzen. Beim Rollenwechsel werden sie deshalb meist nicht weggeworfen, sondern umgesetzt. SkatePro beschreibt, wie sie mit dem Skate-Tool oder dem Inbusschlüssel aus der abgenutzten Rolle gezogen werden: Das Werkzeug wird in die Mitte des Lagers gesetzt und das Lager seitlich herausgehebelt.
Vor dem Einbau in die neue Rolle steht die Reinigung. Groben Schmutz auf der Außenseite entfernt man nach SkatePro mit einem Tuch; für die beste Leistung empfiehlt der Händler, die Lager gründlich zu säubern und neu zu schmieren. Wie gründlich sich ein Lager reinigen lässt, hängt an seiner Bauart; SkatePro verweist dafür auf eine eigene Anleitung zum Reinigen und Ölen.
Wann ein Lager nicht mehr zu retten ist, lässt sich von Hand prüfen. Dreht man es mit dem Finger und es läuft rau, hakt oder macht Geräusche, die auch nach der Reinigung bleiben, wird es ersetzt. Sinnvoll ist es dann, alle Lager eines Paares zugleich zu ersetzen; K2 und Rollerblade verkaufen ihre Lager in Sets zu 16 Stück, genau der Menge für ein Paar mit vier Rollen je Schiene.
Beim Einsetzen kommt es auf den Abstandshalter an. Er gehört zwischen die beiden Lager einer Rolle, und SkatePro weist darauf hin, dass manche Rollen zwei oder drei einzelne Spacer haben. Fehlt einer, wird die Rolle beim Anziehen der Achse schwergängig, weil die Lager gegeneinander gepresst werden.
Ein Wort zu Schmiermitteln. Rollerblade beschreibt bei seinen Lagern unterschiedliche Schmierungen, von einer Silikon-Fett-Mischung bis zu einem Renngel. Für Kinderinliner ist das zweitrangig. Wichtiger ist, dass ein gereinigtes Lager überhaupt wieder geschmiert wird, damit es nicht trocken läuft, und dass kein Wasser darin bleibt. Lassen Sie Lager nach dem Reinigen vollständig trocknen, bevor sie eingesetzt werden.
Den Bremsklotz tauschen: Schraube, Bauform, Kontrolle
Kinderinliner bremsen mit einem Klotz an der Ferse eines Schuhs. Wie das Kind damit bremst, erklärt die Lernreihe, nach der unsere Anleitung zum Fersen-Stopp in vier Bildern aufgebaut ist. Hier geht es um den Klotz selbst, der sich mit jeder Bremsung abnutzt.
Bei Hudora ist der Bremsklotz vieler Kinderinliner ein gemeinsames Ersatzteil. Unter der Bezeichnung „2 Stopper für viele Kinder Inline Skates“ führt Hudora ein Paar, das nach der Produktbeschreibung „seitlich durch den Stopper hindurch befestigt“ wird, und listet dazu eine lange Reihe von Artikelnummern auf, für die es passt. Für den Leon 2.0 ist es eines der beiden Ersatzteile auf der Produktseite.
Bei K2 heißt das Gegenstück „Standard Skate Brake“; K2 schreibt, sie passe auf die meisten K2-Skates, die seit 1999 gebaut wurden. Für den Roces Jokey führt der Fachhandel einen Bremsklotz in zwei Größen, XS für das Band 26 bis 29 und S bis L für 30 bis 41, ohne Schraube. Beide Angaben stammen aus unserem Vergleich verstellbarer Kinderinliner.
Der Wechsel selbst ist kurz. Zuerst wird die Schraube gelöst, die den Klotz hält, dann der alte Klotz abgenommen, der neue aufgesetzt und die Schraube wieder fest angezogen. Wichtig ist die Kontrolle danach: Der Klotz darf sich nicht verdrehen lassen und muss mit seiner Lauffläche plan zum Boden stehen, wenn das Kind den Fuß zum Bremsen nach vorn schiebt. Liegt dem Ersatzteil keine Schraube bei, prüfen Sie die alte auf Verschleiß.
Wann muss der Klotz gewechselt werden? Eine Verschleißmarke nennen die gelesenen Hersteller nicht. Als Anhaltspunkt dient die Form: Ist der Klotz so weit abgefahren, dass das Kind den Fuß weit kippen muss, bis er den Boden berührt, verliert es Zeit beim Bremsen. Spätestens wenn Kunststoff der Halterung den Boden berührt, ist der Klotz am Ende.
Für die Norm ist die Bremse ein eigenes Thema. In die Ausgabe 2009 von DIN EN 13843 wurde ein Abschnitt zur Lösbarkeit aufgesteckter Start- und Bremseinrichtungen neu aufgenommen. Was er im Einzelnen verlangt, steht im Normtext, den wir nicht kennen; dass er neu ist, zeigt, dass die Befestigung der Bremse als Sicherheitsfrage gilt.
Wer welche Rolle einzeln führt: die Ersatzteillage bei Hudora und K2
Am Ersatzteilangebot entscheidet sich, ob ein Rollenwechsel bei einem Kinderinliner überhaupt möglich ist. Wir haben die Shops von zwei Herstellern ausgewertet, deren Kindermodelle in unserem Vergleich vorkommen, Hudora und K2. Das Ergebnis zeigt eine Lücke genau bei den kleinen Durchmessern.
Hudora führt für den Leon 2.0 auf der Produktseite ein Rollenset: „4 Ersatzrollen 76 x 22 mm, weiß, inkl. ABEC-5 Kugellager“, nach der Beschreibung „passend für alle Inliner mit 76 x 22 mm großen Rollen und Kinderinliner Größe 37-40“. Für die Bänder 29 bis 32 mit 64 Millimetern und 33 bis 36 mit 70 mal 22 Millimetern nennt die Seite keine Rollen.
Im übrigen Hudora-Shop fanden wir Inliner-Ersatzrollen mit 70 mal 24 Millimetern, 76 mal 22, 76 mal 24 mit 78A sowie 80 mal 22 und 80 mal 24 Millimetern mit 82A. Eine Rolle mit 64 Millimetern Durchmesser fanden wir nicht. Mit 24 Millimetern ist die 70er-Rolle aus dem Shop zwei Millimeter breiter als die des Leon 2.0 im mittleren Band.
Bei K2 ist die Lage ähnlich. Im Ersatzteilprogramm stehen die Booster-Rollen mit 72 und 76 Millimetern und 80A, mit 80 und 84 Millimetern und 82A, dazu größere Rollen für Fitness- und Urban-Skates. Selbst die kleinste Rolle im Programm misst 72 Millimeter. Der K2 Raider, der nach unserem Vergleich in allen Bändern auf 70 Millimetern rollt und keine größere Rolle zulässt, hat im K2-Shop damit keine passende Ersatzrolle.
Was bedeutet das für Eltern? Für die kleinen Bänder bleibt der Weg über den Fachhandel, wo Rollen anderer Marken im gleichen Maß angeboten werden. Dort zählt, was dieser Seite vorangeht: Durchmesser, Breite und Härte müssen dem Original entsprechen, und die Nabe muss die vorhandenen Lager eng aufnehmen.
Eine zweite Folgerung betrifft den Kauf. Wer einen Kinderinliner neu kauft, kann vorher nachsehen, ob der Hersteller für das gewählte Band Ersatzrollen führt. Ein Paar, für das es Rollen und Bremsklotz einzeln gibt, bleibt länger fahrbereit als eines, bei dem schon die erste abgefahrene Rolle zur Suche wird.
Vor dem Kauf eines Kinderinliners: die Ersatzteilseite lesen
Schon vor dem Kauf lässt sich die Ersatzteillage eines Kinderinliners prüfen, und zwar dort, wo die Hersteller sie veröffentlichen. Bei Hudora hat jede Produktseite einen Reiter „Ersatzteile“ mit einer Zahl in Klammern. Beim Leon 2.0 steht dort eine 2, für den Stopper und das Rollenset 76 mal 22 Millimeter.
Bei K2 sind die Ersatzteile in einem eigenen Bereich des Shops gesammelt, nach Kategorien wie Rollen und Lager. Dort lässt sich ablesen, welche Durchmesser es gibt: Die kleinsten Rollen messen 72 Millimeter, Lager werden im Set zu 16 Stück verkauft. Ob eine Rolle zu einem bestimmten Kindermodell passt, steht dort nicht dabei; das muss man aus den Maßen des Modells selbst ableiten.
Für den Kauf ergeben sich daraus drei Fragen, die sich in wenigen Minuten beantworten lassen. Gibt es den Bremsklotz einzeln? Gibt es Rollen im Durchmesser und in der Breite des gewählten Bandes? Und nennt der Hersteller eine größte zulässige Rolle, auf die später aufgerüstet werden kann?
Bei den Modellen unseres Vergleichs fallen die Antworten verschieden aus. Für den Leon 2.0 gibt es Stopper und Rollen, die Rollen aber nur für das größte Band. Für die K2-Modelle gibt es den Standard-Bremsklotz und Rollen ab 72 Millimetern, die zum Raider Pro in den Bändern M und L passen, zum Raider nicht. Für den Roces Jokey führt der Fachhandel den Bremsklotz in zwei Größen.
Ein Kinderinliner, für den es Bremsklotz und Rollen im passenden Maß gibt, bleibt über die Nutzungszeit fahrbereit, auch wenn er viel gefahren wird. Einer, für den es nichts gibt, ist nicht schlechter gebaut, aber er endet, wenn das erste Verschleißteil am Ende ist. Bei einem Paar, das an ein Geschwisterkind weitergehen soll, ist dieser Unterschied der wichtigere.
Größere Rollen montieren: was Schiene und Hersteller zulassen
Wenn es die Originalgröße nicht gibt, liegt der Gedanke nahe, eine größere Rolle zu montieren. Bei manchen Modellen ist das vorgesehen, bei anderen nicht. Der K2 Raider Pro lässt nach dem Herstellertext in den Bändern M und L Rollen bis 76 Millimeter zu, obwohl er ab Werk auf 72 Millimetern rollt. Der K2 Raider dagegen nennt 70 Millimeter als größte zulässige Rolle, also genau die Werksgröße.
Wie groß eine Rolle sein darf, hängt an der Schiene. Eine größere Rolle braucht mehr Platz zwischen den Achsen und unter dem Schuh. Wo der Hersteller keine Höchstgröße nennt, ist der Originaldurchmesser die sichere Wahl; was darüber liegt, hat er nicht vorgesehen, und ob die Rolle an der Schiene oder am Schuh streift, zeigt sich erst beim Montieren.
Eine größere Rolle verändert außerdem das Fahrverhalten. Der Schuh steht höher, und der Inliner rollt mit demselben Abstoß weiter. SkatePro weist schon beim Wechsel auf gleich große, aber neue Rollen darauf hin, dass man anfangs schneller unterwegs sei. Mit vier Millimetern mehr Durchmesser gilt das umso mehr, und ein Kind, das gerade sicher bremst, muss sich daran gewöhnen.
Mit gemischten Größen wird die Rotation schwieriger. Werden nur einige Rollen gegen größere getauscht, liegt die Schiene schief, und das Schema aus dem Abschnitt über das Rotieren funktioniert nicht mehr. Wer größere Rollen montiert, tauscht deshalb alle Rollen eines Paares auf einmal.
Und schließlich die Lager. Ob eine größere Rolle die vorhandenen Lager aufnimmt, zeigt der Sitz: Das Lager muss eng in die Nabe gehen und darf nicht wackeln. Rollerblade und K2 verkaufen manche Rollen gleich mit Lagern, was die Frage erübrigt.
Beim Rollenkauf das Band nennen, nicht die Schuhgröße
Bei verstellbaren Kinderinlinern stellt sich eine Frage, die es bei Erwachsenenskates nicht gibt: ob mit dem Verstellen des Schuhs auch die Rollen größer werden müssen. Beantworten lässt sie sich je nach Bauart des Modells, und sie lässt sich an den Herstellerangaben ablesen.
Beim Hudora Leon 2.0 ist jedes Größenband ein eigenes Produkt. Ein Leon in Größe 29 bis 32 bleibt in diesem Band und rollt immer auf 64 Millimetern, egal wie weit der Schuh ausgezogen ist. Größere Rollen gehören zu den größeren Bändern, die als eigene Paare verkauft werden. Wer verstellt, ändert die Schuhlänge, nicht die Rolle.
Beim K2 Raider Pro ist es ebenso: Das Band S hat 70-Millimeter-Rollen, die Bänder M und L 72 Millimeter. Innerhalb eines Bandes ändert sich die Rollengröße nicht, wohl aber lässt sich nach dem Herstellertext in M und L auf 76 Millimeter aufrüsten. Wie verstellbare Inliner sich in Millimetern unterscheiden und wie lange ein Band hält, steht mit Umrechnung in die Fußlänge in unserem Ratgeber, wie viele Monate ein Größenband bei wachsendem Fuß reicht.
Für die Wartung folgt daraus eine einfache Regel: Gekauft wird die Rolle des Bandes, nicht die des größten Bandes. Ein Kind, das im Band 29 bis 32 fährt, braucht 64-Millimeter-Rollen, auch wenn es bald ins nächste Band wechselt. Gerade bei kleinen Bändern ist der Ersatz knapp, wie der vorige Abschnitt gezeigt hat.
Eine Ausnahme sind Modelle, die eine größere Rolle ausdrücklich zulassen. Dort kann ein Rollenwechsel ein Upgrade sein, das mit dem wachsenden Kind mitgeht. Bei einem Kind, das schon schnell und sicher fährt, ist das eine Überlegung wert; bei einem Kind, das gerade bremsen lernt, eher nicht.
Reparieren oder ersetzen: ein Entscheidungsweg in fünf Fragen
Ob ein Kinderinliner repariert oder ersetzt wird, hängt weniger am Zustand als an drei Zahlen: der verbleibenden Reserve des Größenbandes, der Verfügbarkeit des Ersatzteils und dem Teil, das kaputt ist. Der folgende Weg führt in fünf Fragen zur Entscheidung, als eigene Zusammenführung aus den Abschnitten dieser Seite.
- Ist nur der Bremsklotz abgefahren? Dann wird er getauscht, wenn es ihn gibt. Bei Hudora und K2 gibt es ihn für viele Kindermodelle einzeln.
- Sind die Rollen ungleich abgefahren, aber noch dick genug? Dann wird rotiert, nicht ersetzt.
- Drehen sich einzelne Rollen schwer oder machen Geräusche? Dann werden die Lager gereinigt und, wenn das nicht hilft, satzweise ersetzt.
- Sind die Rollen trotz Rotation abgefahren? Dann folgen neue, sofern es sie im Maß des Bandes gibt.
- Endet das Größenband in absehbarer Zeit oder gibt es keine passende Rolle? Dann ist das nächste Paar die bessere Investition als ein Rollensatz, der den Inliner nur wenige Monate verlängert.
Wie lange ein Größenband noch reicht, lässt sich am Kind messen. Ein Band über vier Größen umfasst rund 20 Millimeter Schuhlänge, und ein Kinderfuß wächst bei älteren Kindern etwa einen Millimeter pro Monat, wie unser Ratgeber zum Einstiegsalter nach dem AOK-Magazin vorrechnet. Steht der Schuh schon auf der vorletzten Stufe, bleiben wenige Monate.
Bei der Entscheidung zählt auch die Weitergabe. Ein Paar, das an ein jüngeres Geschwister geht, lohnt eine Reparatur eher als eines, das nach der Saison ausrangiert wird. Rollen und Bremsklotz sind dann eine Investition in zwei Kinder, nicht in eines.
Eine Grenze setzt der Schuh. Brüche an Schiene oder Schale, gerissene Riemen und Schnallen, die nicht mehr halten, betreffen die Sicherheit. Sie lassen sich bei Kinderinlinern selten mit einem Ersatzteil beheben, und ein Paar mit solchen Schäden wird nicht mehr gefahren.
Was über zwei Saisons anfällt, in Teilen gezählt
Wie viel Wartung ein Kinderinliner über seine Nutzungszeit braucht, lässt sich nicht in Euro, wohl aber in Teilen beschreiben. Ein Paar mit vier Rollen je Schiene hat acht Rollen, 16 Lager, acht Abstandshalter, acht Achsen und einen Bremsklotz. Welche davon in zwei Saisons ersetzt werden, hängt an der Nutzung; die Reihenfolge, in der sie verschleißen, lässt sich aus den Quellen ablesen.
Zuerst verschleißen die Rollen. SkatePro nennt sie die Komponente, die sich am schnellsten abnutzt, und Rollerblade beschreibt, dass bis zu den ersten Anzeichen ein Jahr oder ein Monat vergehen könne. Mit einer regelmäßigen Rotation lässt sich ihr Leben verlängern, wie SkatePro schreibt; ersetzt werden sie trotzdem irgendwann, und zwar alle acht auf einmal.
Der Bremsklotz verschleißt mit jeder Bremsung. Wie schnell, hängt daran, wie viel das Kind mit der Ferse bremst und wie viel mit anderen Techniken. Bei einem Kind, das gerade den Fersen-Stopp übt, kann ein Klotz in einer Saison am Ende sein; bei einem, das vor allem mit den Rollen bremst, länger halten.
Lager halten meist länger als Rollen, vorausgesetzt, sie werden gelegentlich gereinigt. Sie fallen erst an, wenn sie rau laufen, und werden dann satzweise ersetzt, 16 Stück für ein Paar. Abstandshalter und Achsen verschleißen kaum; sie gehen eher verloren als kaputt. Rollerblade führt Abstandshalter als Ersatzteil im Achterpack.
Für zwei Saisons heißt das: Rollen und Bremsklotz sind die wahrscheinlichsten Posten, Lager kommen hinzu, wenn sie trotz Reinigung rau laufen, und ein Skate-Tool wird einmal gekauft. Wie viel davon anfällt, hängt am Kind, am Belag und an der Pflege; ein Paar, das nur am Wochenende auf glattem Asphalt fährt, braucht deutlich weniger.
Pflege zwischen den Wechseln: trocken, sauber, nachgezogen
Der größte Feind von Lagern und Achsen ist Feuchtigkeit mit Schmutz. Nach einer Fahrt durch Pfützen oder nassen Sand sollte ein Kinderinliner nicht im Kofferraum oder Keller liegen bleiben, sondern trocknen. SkatePro empfiehlt in seiner Montageanleitung, Schiene und Lager mit einem trockenen Tuch zu reinigen, innen und außen; das gilt auch zwischen zwei Wechseln.
Zur Kontrolle gehören drei Handgriffe, die ohne Werkzeug gehen. Jede Rolle von Hand drehen: Läuft sie leicht und gleichmäßig nach? Jede Rolle seitlich bewegen: Wackelt sie? Den Bremsklotz ansehen: Ist noch genug Material da? Was dabei auffällt, führt zu einem der Abschnitte weiter oben.
Mit Werkzeug kommt ein vierter Handgriff hinzu, das Nachziehen der Achsschrauben. Sie können sich beim Fahren lösen, und eine lockere Achse lässt die Rolle wackeln. Angezogen wird so, dass die Rolle nicht mehr seitlich spielt und sich trotzdem frei dreht, wie SkatePro für den Einbau beschreibt.
Für längere Pausen, etwa über den Winter, lohnt ein kurzer Durchgang: Rollen und Lager reinigen, trocknen lassen, Schrauben prüfen, den Schuh lüften. Wie eine solche Durchsicht für ein anderes Gerät aussieht, das über den Winter draußen steht, beschreibt unsere Seite zum Trampolin, das winterfest gemacht wird; das Prinzip ist dasselbe.
Was nicht zur Pflege gehört, ist Öl auf den Rollen. Eine Lauffläche aus Polyurethan braucht keine Behandlung, und Schmiermittel auf der Außenseite der Rolle macht sie rutschig. Geschmiert wird nur das Lager, und das nur nach einer Reinigung.
Und schließlich der Schuh. Er ist bei Kindern das Teil, das am meisten Feuchtigkeit abbekommt, von innen wie von außen. Ein herausnehmbarer Innenschuh wird nach dem Fahren herausgezogen und getrocknet; ein fester wird offen gelagert. Das hat mit Rollen nichts zu tun, aber mit der Frage, wie lange ein Paar gern getragen wird.
Was die Norm vom Hersteller verlangt: Wartungsanleitung und lösbare Bremse
Für Inline-Skates, deren Benutzer mehr als 20 Kilogramm wiegen, gilt europaweit DIN EN 13843. Ihr Inhalt betrifft nicht nur die Konstruktion, sondern auch, was der Hersteller mitliefern muss. Laut der Zusammenfassung bei DIN Media regelt sie außer Sicherheitsanforderungen und Prüfungen auch, wie der Skate gekennzeichnet sein muss und welche Informationen der Hersteller beilegt.
Zwei der vier Änderungen, die die Ausgabe von 2009 gegenüber 2003 gebracht hat, betreffen genau die Teile dieser Seite. Überarbeitet wurden die Vorgaben für die Pflegeanleitung, im Normtext unter 7.2.3 b), und neu ist ein Abschnitt über das Lösen aufgesteckter Bremsen, 5.4.7. Eine dritte Änderung betrifft, wie die Schiene am Schuh befestigt ist.
Was die Wartungsanleitung im Einzelnen enthalten muss, steht im Normtext, den wir nicht kennen. Dass es sie geben muss, heißt für Eltern: Ein Inliner nach EN 13843 sollte mit einer Anleitung kommen, die beschreibt, wie Rollen, Lager und Bremse gewartet werden. Wo eine solche Anleitung fehlt, ist das ein Hinweis, beim Hersteller nachzufragen.
Für Kinderinliner bis 20 Kilogramm gilt die Norm nicht; sie sind nach dem Einführungsbeitrag Spielzeug, für das die Regeln der Spielzeugsicherheit gelten. Wie die beiden Regelwerke an dieser Grenze aneinanderstoßen, erklärt unser Ratgeber zum Einstiegsalter.
Ein Blick nach vorn: Die Ausgabe von 2009 ist nach DIN Media die aktuelle Fassung, eine neuere haben wir beim Abruf nicht gefunden. Rollen, Lager und Bremse bleiben, was sie nach allen Quellen dieser Seite sind: Verschleißteile, die ein Inliner über seine Nutzungszeit braucht und die sich mit einem Werkzeug tauschen lassen.
Die Diagnose auf einer Karte
Zum Schluss die Schritte, die auf dieser Seite beschrieben sind, in der Reihenfolge, in der man sie am Inliner abarbeitet. Sie beginnen bei der Diagnose, nicht beim Einkauf, weil ein Teil, das nicht kaputt ist, nicht getauscht werden muss.
Wer die Karte zum ersten Mal abarbeitet, braucht dafür etwas länger. Nach SkatePro dauert schon das Rotieren der Rollen nach etwas Übung nur fünf Minuten; die Prüfung von Rollen, Lagern und Bremse ist kaum aufwendiger. Ein fester Termin, etwa zu Beginn jeder Saison und nach jeder längeren Pause, macht daraus eine Gewohnheit.
Vom Symptom zum Ersatzteil
Wie diese Seite in die übrigen Fragen zum Thema passt, vom ersten Paar bis zur Weitergabe, zeigt die Übersicht zu Inlinern für Kinder.
Was diese Seite nicht abdeckt