Inliner lernen für Kinder: sieben Stufen mit Prüfpunkt
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Was hinter dieser Anleitung steht
Die kurze Antwort: sieben Stufen, vier Lektionen, ein Diplom
Bringen Sie Ihrem Kind die Stufen in dieser Reihenfolge bei: anziehen, aufstehen, fallen, rollen, bremsen, Kurven fahren, und erst dann rückwärts, springen und drehen. Im Sitzen, auf den Knien und im Gras passieren die ersten drei Stufen. Gerollt wird erst, wenn das Kind aufstehen und fallen kann.
Wie lange das dauert, sagt keine der Quellen, und das hat einen Grund. mobilesport.ch hat für seine Rolli-Diplome nach eigener Aussage „bewusst keine“ Zeitangaben gemacht, weil die Voraussetzungen der Kinder und die Übungsmöglichkeiten sehr unterschiedlich sind. Einen Anhaltspunkt gibt es trotzdem: Der Aufbaukurs der Reihe besteht aus vier Lektionen von je 90 Minuten, und mit ihnen könnten Kinder, so die Seite, „auf ein beachtliches Inline-Skater-Niveau gebracht werden“.
Eine Studie von 2013 zeigt, was in einer ähnlichen Zeitspanne messbar ist. Zehn Kinder von 11 und 12 Jahren fuhren vier Wochen lang zweimal pro Woche je 90 Minuten Inliner im Sportunterricht. Ihr Gleichgewicht verbesserte sich gegenüber einer Vergleichsgruppe um 17 bis 48 Prozent, je nach Messrichtung, ihre Sprunghöhe um 8 Prozent.
Zwei Regeln gelten über alle Stufen. Erstens: Ihr Kind trägt von der ersten Minute an Helm und alle drei Schonerpaare; mobilesport.ch nennt die komplette Schutzausrüstung ein „MUSS für alle Kinder“. Zweitens: Ihr Kind skatet von Anfang an selbst. Wenn Sie helfen, dann von vorn oder von der Seite, nie von hinten.
Der Rest dieser Seite geht die Stufen einzeln durch, mit Übung, Ort und dem Punkt, an dem Sie weitergehen. Danach folgen eine ganze Lektion in Minuten, die Diplome als Maßstab und die Fälle, in denen es nicht glattläuft: Angst nach einem Sturz, Eltern, die selbst nicht fahren, und die Frage, wo überhaupt geübt werden darf.
Sieben Stufen im Überblick, jede mit ihrem Prüfpunkt
Nebeneinander zeigt die Grafik alle sieben Stufen. Oben steht, was geübt wird, darunter der Prüfpunkt, an dem Sie zur nächsten Stufe gehen, ganz unten der Ort. Lesen Sie sie von links nach rechts, und gehen Sie erst weiter, wenn der Prüfpunkt sitzt.
Eine Abweichung vom Kursplan sollten Sie kennen. Im Aufbaukurs von mobilesport.ch fahren die Kinder schon in der ersten Lektion Slalom, gebremst wird erst in der zweiten. Für ein einzelnes Kind ohne Kursleitung ziehen wir das Bremsen vor die Kurven. Das Postenblatt zum Bremsen beginnt selbst mit dem Satz „Wer fährt, muss bremsen können“, und im Kurs steht eine Leiterperson daneben, die ein zu schnelles Kind auffängt; zu Hause sind Sie das allein.
Lesen Sie die Prüfpunkte als Mindestmaß, nicht als Prüfung. Ein Kind, das einen Prüfpunkt an einem Tag schafft und am nächsten nicht, ist noch nicht weiter. Gehen Sie erst zur nächsten Stufe, wenn es den Prüfpunkt an zwei Übungstagen hintereinander zeigt; das ist unsere Regel, nicht die der Lernreihe, und sie verhindert, dass Sie zu früh weitergehen.
Das Fallen steht im Kursplan nicht als eigener Block, sondern als Posten im Bereich Sicherheit. Wir stellen es als dritte Stufe vor das Rollen, weil die Lernreihe selbst schreibt, wer gut fallen könne, mindere das Verletzungsrisiko und baue Ängste ab. Beides brauchen Sie vor dem ersten Meter, nicht danach.
Vor dem ersten Mal: Ort, Untergrund und wer dabei ist
Suchen Sie zuerst den Platz aus, dann das Datum. Für eine Lektion mit einer Gruppe nennt mobilesport.ch ein großes Schulareal oder einen großen Parkplatz, auf dem nicht oder wenig gefahren wird. Ideal sei es, wenn dieser an eine Rasenfläche oder eine andere weiche Unterlage angrenzt, denn einige Einsteigerübungen ließen sich dort besser durchführen.
Für Sie mit einem Kind heißt das: Ein Stück glatter Asphalt und eine Wiese direkt daneben. Gebraucht wird die Wiese für drei Dinge: zum Aufstehen, zum Fallen und später für die Grasbremse. Asphalt ohne Wiese funktioniert erst ab Stufe 4, eine Wiese ohne Asphalt nur bis Stufe 3.
Prüfen Sie den Belag, bevor Ihr Kind die Skates anzieht. Kies, Splitt, Laub und breite Fugen gehören nicht auf die Übungsfläche. Gehen Sie die Strecke einmal ab und schieben Sie mit dem Fuß zur Seite, was dort liegt. Eine leichte Neigung merken Sie zu Fuß kaum, auf Rollen sofort; wählen Sie für die ersten Stufen eine Fläche, die wirklich eben ist.
Stellen Sie Hütchen oder andere Markierungen bereit. mobilesport.ch empfiehlt sie für die Orientierung und schlägt vor, pro Übung die gleiche Farbe zu verwenden. Zu Hause reichen leere Plastikflaschen, Kreide oder ein Seil. Mit Kreide können Sie außerdem Linien ziehen, an denen Ihr Kind später präzise anhält.
Klären Sie schließlich, wer dabei ist. Für die Stufen 1 bis 3 genügt ein Erwachsener. Ab dem Rollen ist ein zweites Kind hilfreich, weil viele Übungen der Lernreihe Spiele sind, die erst zu zweit funktionieren. Mehrere Kinder lassen Sie im Kreis oder in einer Richtung fahren; der Kursplan nennt das „Rundlauf“ oder „Einbahnverkehr“, um Zusammenstöße zu vermeiden.
Stufe 1: Anziehen im Sitzen, in dieser Reihenfolge
Ihr Kind zieht alles im Sitzen an, auf einer Bank oder auf dem Boden. Vorgegeben ist die Reihenfolge von der Lernreihe, und sie hat einen praktischen Sinn: Was zuerst angezogen wird, muss beim Aufstehen schon schützen.
- Zuerst den Helm. Er sitzt nach mobilesport.ch „2 Fingerbreit zur Stirn“, das Gurtdreieck bei den Ohren ist nicht zu lang. Lassen Sie Ihr Kind den Kopf schütteln; rutscht der Helm, stellen Sie ihn enger.
- Dann Ellenbogen- und Knieschoner, und zwar durch den Strumpf. Ein Kniestrumpf oder das Hosenbein kommt also über den Schoner und hält ihn fest. Rutschen dürfen sie nicht.
- Dann die Inlineskates, „satt“ geschnürt, also fest, aber ohne zu drücken.
- Zuletzt die Handgelenkschoner, mit der Kunststoffschiene an der Handinnenseite. Sie kommen zum Schluss, weil Ihr Kind mit ihnen schlecht schnüren kann.
Danach folgt ein Test, den die Lernreihe „Konzert“ nennt. Ihr Kind klatscht auf den Knien mit den Handgelenkschonern, klatscht auf allen Vieren Hände und Ellenbogen flach auf den Boden und geht auf den Knien, um Geräusche zu machen. Was dabei verrutscht, sitzt nicht fest genug.
Planen Sie für diese Stufe Zeit ein. Im ersten Musterlehrgang sind nach der Begrüßung 5 Minuten für Materialcheck und Konzert vorgesehen, bei einer Gruppe, die das vielleicht schon kennt. Beim ersten Mal zu Hause dauert es länger, und das ist in Ordnung.
Machen Sie das Anziehen zu einem festen Ablauf, jedes Mal gleich. Ein Kind, das die Reihenfolge kennt, zieht sich nach einigen Übungstagen selbst an, und Sie kontrollieren nur noch Helm und Schoner. Das spart am Anfang jeder Einheit Zeit, die sonst vom Rollen abgeht.
Weiter geht es, wenn der Helm beim Kopfschütteln hält und kein Schoner beim Konzert verrutscht. Passt etwas nicht, liegt es oft an der Größe. Welche Schoner sich an Norm und Prüfzeichen messen lassen und warum die Größe nach Umfang die verlässlichste ist, steht auf der Seite über Schoner-Sets, deren Prüfzeichen sich nachschlagen lässt.
Stufe 2: Aufstehen über alle Viere, und wieder hinsetzen
Aufstehen ist auf Inlinern die erste echte Übung, und die Lernreihe sagt offen, warum: Aus dem Stehen sitzen und wieder aufstehen sei mit den Skates „gar nicht so einfach“. Üben Sie es im Gras, dort rollen die Skates nicht weg.
So geht es. Ihr Kind kniet sich hin und geht auf alle Viere. Es setzt erst einen Fuß auf, dann den anderen; die Hände bleiben dabei am Boden. Dann richtet es sich langsam auf und bringt die Füße in die „Entenposition“, ein V mit den Fersen zusammen und den Spitzen nach außen. Rollen soll es in dieser Stellung noch nicht.
Zwei Hinweise aus dem Postenblatt sind wichtig. Erstens zeigen die Hände immer nach vorn. Und Ihr Kind steht immer nach vorn auf und setzt sich nach vorn ab, nie nach hinten. Dieselbe Richtung gilt später beim Fallen.
Wenn das Aufstehen sitzt, folgt im Stehen der Wechsel zwischen Ente und Pizza. Aus dem V wird ein A: Die Spitzen gehen zusammen, die Fersen nach außen. Zusammengefasst wird es in drei Anweisungen: die Fersen hinten schließen, die Arme nach vorn, nicht rollen. Als Variation schlägt sie einen kleinen Sprung vor, oder dass alle Kinder im Kreis stehen und sich an den Händen halten.
Im Musterlehrgang stehen für Aufstehen, Absitzen und Ente-Pizza 5 Minuten. Mit einem Kind, das es zum ersten Mal versucht, brauchen Sie mehr. Lassen Sie es fünf-, sechsmal hintereinander aufstehen und absitzen, bis die Bewegung ohne Nachdenken klappt.
Weiter geht es, wenn Ihr Kind ohne Ihre Hand aufsteht und die Hände dabei vorn bleiben. Wenn es sich noch an Ihnen hochzieht, bleiben Sie auf dieser Stufe.
Stufe 3: Fallen üben, bevor das Kind fährt
Kinder fallen auf Rollen fast immer nach vorn, und fast immer fangen sie sich mit Armen oder Händen ab. Das ist keine Vermutung, sondern das Ergebnis einer Videoanalyse aus den USA. Knox und Comstock werteten 201 Stürze von Kindern auf Rollschuhen und Inlinern aus. Meist ging der Sturz nach vorn, und in 94,5 Prozent versuchten die Kinder, den Sturz mit Armen oder Händen abzufangen.
Genau dort setzt die Übung an. Auf mobilesport.ch heißt es: „Wer gut fallen kann, mindert das Verletzungsrisiko und baut Ängste ab.“ Geübt wird in zwei Schritten, und beide zuerst im Gras.
- Aus dem Kniestand: Ihr Kind kniet aufrecht und lässt sich nach vorn auf die Unterarme fallen.
- Aus dem Stand: Ihr Kind lässt sich über die vorderste Rolle nach vorn fallen und landet auf Unterarmen und Knien.
Prüfen Sie vorher, ob die Schoner fest sitzen und nicht rutschen. Achten Sie dann auf einen einzigen Punkt, den das Postenblatt mit „Achtung!“ markiert: Ihr Kind fällt auf flache Unterarme, nicht auf die Hände. Sich auf den Händen abzustützen ist der Reflex, den die Videoanalyse zeigt, und die Übung soll ihn umlenken, nicht verbieten.
Machen Sie aus der Übung ein Spiel. Zählen Sie, rufen Sie „und fallen“, lassen Sie Ihr Kind ansagen, wohin es fällt. Wiederholen Sie beide Schritte, bis die Unterarme von selbst vorn sind. Für Fortgeschrittene beschreibt die Lernreihe noch eine „Rutsche“, bei der das Kind aus langsamer Fahrt in die Knie geht, auf den Händen nach vorn gleitet und bäuchlings zum Liegen kommt, mit offenen, gespreizten Fingern. Für Anfänger ist sie nicht gedacht.
Weiter geht es, wenn Ihr Kind aus dem Stand nach vorn fällt und auf den Unterarmen landet, ohne die Hände voranzustrecken. Übrigens ergab die Videoanalyse auch, dass bei Rollsport-Stürzen nur in 3,0 Prozent der Kopf auf den Boden schlug, beim Eislaufen in 13,0 Prozent. Den Helm ersetzt diese Zahl nicht.
Stufe 4: Rollen lassen, von der Ente bis zum Kreis
Jetzt geht es auf den Asphalt. Ihr Kind steht in der Entenposition, die Knie leicht gebeugt, die Hände vorn. Aus dieser Haltung macht es kleine Schritte nach vorn und beginnt zu rollen. Halten Sie sich daneben oder davor bereit, nicht dahinter.
Auf allen Stufen bleibt die Grundhaltung dieselbe, und das Postenblatt zum Bremsen fasst sie in fünf Wörtern: „Rollen lassen, in Knie gehen, Hände vorne.“ Rufen Sie Ihrem Kind diese Wörter zu, wenn es sich aufrichtet oder nach hinten lehnt. Bildliche Sprache ist ein Grundsatz der Lernreihe; sie wirkt bei Kindern besser als Erklärungen zur Körperhaltung.
Im ersten Musterlehrgang folgen auf das Aufstehen 15 Minuten „verschiedene Fahrformen im Kreis“. Genannt werden „Hohle Gasse“, „Cowboy“, „Ballon“, „Schnecke“ und „Hinkebein“, dazu ein Slalom um Hütchen. Für den Anfang reichen zwei davon, und Ihr Kind darf sich eigene Varianten ausdenken. Wichtig ist nicht die Form, sondern dass es dabei rollt und die Grundhaltung behält.
Lassen Sie Ihr Kind im Kreis fahren, wenn mehrere Kinder dabei sind, und immer in dieselbe Richtung. Allein fährt es zwischen zwei Markierungen hin und her. Wichtig ist, dass es viel rollt und wenig steht. Als Grundsatz heißt das in der Lernreihe: Kinder sollen „möglichst immer am Rollen und nie am Stehen“ sein. Lange Erklärungen am Rand verkürzen diese Zeit.
Planen Sie Pausen ein. Der Musterlehrgang macht nach 45 Minuten eine von 10 Minuten. Für ein kleines Kind, das zum ersten Mal rollt, kommt die Pause früher; achten Sie darauf, ob es konzentriert bleibt.
Weiter geht es, wenn Ihr Kind einige Meter rollt, die Knie gebeugt und die Hände vorn hält und dabei nicht nach hinten kippt. Dann braucht es eine Bremse, bevor es schneller wird.
Stufe 5: Der Fersen-Stopp in vier Bildern
Zuerst kommt die Bremse an der Ferse. Der Bremsklotz sitzt hinten an einem der beiden Skates, und gebremst wird, indem Ihr Kind diesen Fuß nach vorn schiebt und die Spitze hebt, bis der Klotz den Boden berührt. Das klingt einfach und ist für Kinder schwer zu verstehen. Übersetzt wird es deshalb in vier Bilder, die Kinder sofort begreifen.
- „Türe öffnen“: den Bremsfuß nach vorn schieben.
- „WC-Deckel heben“: die Fußspitze anheben.
- „Hinsetzen“: das Gesäß nach hinten schieben.
- „Spülen“: wieder aufstehen und die Spülung betätigen.
Bevor Sie die Bilder rufen, lassen Sie Ihr Kind rollen, in die Knie gehen, die Hände vorn. Dazu kommen drei Hinweise aus dem Postenblatt: Der Blick geht nach vorn, die Nase nicht nach unten. Das Gesäß schiebt sich nach hinten. Und es braucht, wie das Postenblatt es nennt, eine große Schere: Der Bremsfuß geht weit nach vorn, das hintere Bein geht tief in die Knie.
Geübt wird zuerst langsam, dann mit Ziel. Vier Variationen schlägt das Postenblatt vor. Beim Stopp auf Pfiff fährt Ihr Kind und bremst auf Ihr Signal bis zum Stillstand. Beim Linienstopp hält es präzise vor einer Kreidelinie. Beim „Quietschkonzert“ geht es darum, wer am lautesten quietscht. Und beim „Zeitungslesen“ steht ein Kind mit dem Rücken zu den anderen in 20 bis 30 Metern Abstand, dreht sich plötzlich um, und alle müssen stehen.
Im Musterlehrgang sind für das Bremsen in der zweiten Lektion 15 Minuten vorgesehen, mit Fersen- und Grasbremse, der Wiederholung der Watschelbremse und der Einführung der Pflugbremse. Für Sie heißt das: nicht alle Bremsen an einem Tag. Der Fersen-Stopp kommt zuerst, die anderen folgen über mehrere Übungstage.
Weiter geht es, wenn Ihr Kind auf Ihren Pfiff aus langsamer Fahrt bis zum Stillstand bremst, ohne zu fallen. Wenn das sitzt, darf es schneller werden. Wenn nicht, bleibt die Wiese als zweite Bremse.
Die Grasbremse: der Notausgang, der kein Mogeln ist
Einfacher als die Grasbremse ist keine Bremse. Ihr Kind fährt aus dem Rollen auf eine Wiese und kommt dort zum Stehen, ohne hinzufallen. Geführt wird sie als eigene Übung für Anfänger und Mittlere, und dazu steht ein Satz ohne Spielraum: Diese Übung müsse „zwingend im Rasen“ gemacht werden.
So üben Sie sie. Ihr Kind nimmt auf dem Asphalt etwas Anlauf und rollt auf die Wiese zu. Kurz bevor es das Gras erreicht, setzt es einen Fuß leicht versetzt nach vorn. Im Gras verlagert es das Gewicht nach hinten, damit es nicht über die Spitzen kippt. Im Gras bremsen die Skates von selbst; die Aufgabe des Kindes ist nur, dabei aufrecht zu bleiben.
Als Variationen nennt die Lernreihe Joggen im Gras und ein kleines Spiel: Wer kommt im Fahren am weitesten? Beides gewöhnt das Kind daran, dass die Rollen im Gras plötzlich hängen bleiben, und nimmt der Wiese den Schrecken.
Warum diese Bremse wichtig ist, obwohl sie wie ein Ausweg aussieht? Weil sie die einzige ist, die ein Kind sofort beherrscht. Solange der Fersen-Stopp noch nicht sitzt, ist die Wiese die Bremse, auf die es sich verlassen kann. Wählen Sie deshalb für die ersten Fahrten eine Strecke, an der Gras nie weit ist.
Zwei Grenzen hat die Grasbremse. Sie funktioniert nur, wo Gras ist, und sie ist nichts für hohes Tempo; im Musterlehrgang steht sie in derselben Lektion wie der Fersen-Stopp, nicht als dessen Ersatz. Kommt Ihr Kind mit Schwung auf eine Wiese, kann es leichter stürzen. Das ist ein Grund mehr, die Fallübungen der dritten Stufe vorher gemacht zu haben. Eine Technik bleibt die Grasbremse trotzdem, kein Notbehelf, und Ihr Kind darf sie behalten, auch wenn es längst anders bremsen kann.
Stufe 6: Kurven und Slalom, erst beidbeinig, dann im Bogen
Kurven sind die erste Stufe, auf der Ihr Kind mit dem Gewicht steuert. Im ersten Musterlehrgang stehen dafür 15 Minuten, verteilt auf „verschiedene Varianten in Bahnen im Rotationsprinzip“: Slalom beidbeinig, Schlangenslalom und weite Kurven. Rotationsprinzip heißt, dass die Kinder nacheinander durch dieselbe Bahn fahren und am Ende wieder anstehen.
Beginnen Sie mit dem beidbeinigen Slalom. Stellen Sie fünf bis sechs Markierungen in eine Reihe, mit großem Abstand. Ihr Kind fährt sie in Schlangenlinien ab, beide Skates bleiben auf dem Boden. Rufen Sie dabei dieselben Wörter wie beim Rollen: Knie, Hände vorn.
Danach kommen weite Kurven. Ihr Kind fährt einen großen Bogen um eine Markierung, erst nach links, dann nach rechts. Fällt eine Seite schwerer, lassen Sie Ihr Kind diese Seite bewusst öfter fahren.
In der vierten Lektion steht im Kursplan eine Übung mit dem Namen „Sanduhr“, ausdrücklich „in beide Richtungen“, für 10 Minuten. Sie zeigt, wohin die Stufe führt: von der geraden Linie zur Acht. In der dritten Lektion beginnt die Gruppe mit einem „Achterfangis“, einem Fangspiel, das aus dem Achterskaten aufgebaut wird. Spiele dieser Art sind für Kinder oft der Grund, überhaupt Kurven fahren zu wollen.
Achten Sie bei dieser Stufe besonders auf den Platz. Für einen Slalom braucht Ihr Kind mehr Raum als für das Geradeausfahren. Halten Sie die Bahn frei und die Wiese in der Nähe.
Vergrößern Sie die Schwierigkeit in kleinen Schritten. Rücken Sie die Markierungen näher zusammen, wenn der weite Slalom sitzt, oder stellen Sie zwei Reihen nebeneinander, damit Ihr Kind die Bahn wechseln muss. Der Kursplan nennt neben dem beidbeinigen Slalom ausdrücklich den Schlangenslalom als zweite Variante.
Weiter geht es, wenn Ihr Kind den Slalom um die Markierungen beidbeinig fährt, ohne sie umzuwerfen, und am Ende der Bahn kontrolliert bremst. Ab hier wird aus dem Lernen ein Üben.
Stufe 7: Rückwärts, Springen, Drehen und die Pflugbremse
Was nach den Kurven kommt, ist kein Pflichtprogramm mehr, sondern Auswahl. Der Aufbaukurs der Lernreihe zeigt, in welcher Reihenfolge die Gruppe es angeht: In der zweiten Lektion kommen 15 Minuten Rückwärtsfahren dazu, „vor und zurück“ mit „Anschubhilfe“. In der dritten folgen 20 Minuten Springen, in der vierten 10 Minuten Drehungen.
Rückwärts beginnt im Kursplan mit dem Wechsel „vor und zurück“ und mit einer „Anschubhilfe“, also einem Partner, der leicht schiebt. Das können Sie sein, von vorn, mit beiden Händen an den Händen Ihres Kindes. Mehr als ein paar Meter braucht es dafür nicht.
Beim Springen nennt der Kursplan Hürdenschritt, Hürdensprung und Einbeinsprung, und er setzt eine Bemerkung dazu, die Sie übernehmen sollten: Beginn im Gras, mit der richtigen Armposition und mit Abfedern. Ein Sprung auf Asphalt ohne Übung im Gras ist der schnellste Weg zum ersten harten Sturz.
Bei den Drehungen nennt der Kursplan Schrittdrehung, halbe und ganze Drehungen, in dieser Reihenfolge. Am Anfang steht also die Drehung in kleinen Schritten, erst danach folgen halbe und ganze Drehungen.
Zur Stufe gehören auch zwei weitere Bremsen. In der zweiten Lektion wird die Watschelbremse wiederholt, die Pflugbremse eingeführt. Beide setzen voraus, dass das Kind sicher rollt und den Fersen-Stopp kennt.
Für diese Stufe gilt, was für alle gilt: eine neue Übung zuerst langsam, dann mit Ziel, dann als Spiel. Ein Kind, das rückwärts ein paar Meter schafft, will es meist sofort im Fangspiel ausprobieren, und genau so baut der Kursplan seine Lektionen auf.
Abgeschlossen wird diese Stufe nicht, sie endet in einem Maßstab: den Rolli-Diplomen. Was sie messen und wie viele Kinder welche Stufe erreichen, steht weiter unten. Und wer nach dem Lernen wissen will, ob die Skates noch passen, findet bei den verstellbaren Kinderinlinern und ihren Größenbändern die passende Umrechnung.
Spiele, die eine Übung tragen: Zeitungslesen, Fangis, Tunnel
In der Lernreihe ist fast jede Übung zugleich ein Spiel, und das ist Absicht. Gelernt werden solle die Technik über spielerische Übungen, heißt es in den methodischen Grundsätzen. Für Sie zu Hause sind diese Spiele das wichtigste Werkzeug, weil sie aus einer Wiederholung etwas machen, das ein Kind freiwillig zehnmal tut.
Zum Bremsen nennt das Postenblatt drei Spiele. Beim Linienstopp hält Ihr Kind präzise vor einer Kreidelinie, und Sie verschieben die Linie nach jedem Treffer ein Stück. Beim Quietschkonzert gewinnt, wessen Bremse am lautesten quietscht; das klingt albern und sorgt dafür, dass der Bremsklotz fest auf den Boden drückt. Beim Zeitungslesen steht ein Kind 20 bis 30 Meter entfernt mit dem Rücken zu den anderen, ruft, dreht sich um, und wer sich dann noch bewegt, muss zurück an den Start.
Im Aufbaukurs kommen weitere Spiele dazu, jeweils mit einer Aufgabe dahinter. „Herr und Hund“ ist Teamfahren zu zweit, „Raupenskaten“ dasselbe in einer längeren Reihe. Fangspiele wie „Päckli- und Tannen-Fangis“ füllen 15 Minuten der ersten Lektion, das „Achterfangis“ in der dritten baut auf dem Achterfahren auf. In der vierten Lektion steht ein Turnschuhhockey, und am Ende jeder Lektion ein festes Ritual, der „Tunnel“.
Nicht jedes Gruppenspiel funktioniert mit einem einzigen Kind. Das Zeitungslesen können Sie selbst übernehmen: Sie drehen sich um, Ihr Kind fährt und muss anhalten. Beim Linienstopp genügt Kreide. Fangspiele brauchen mindestens zwei Kinder; holen Sie dafür ein Nachbarskind oder ein Geschwister dazu.
Wichtig ist das Ritual am Schluss. Ein Kind, das weiß, dass jede Einheit mit demselben Spiel endet, hört nicht mitten in einer Übung auf, sondern freut sich auf das Ende. Im Kursplan ist es der Tunnel, in der zweiten Lektion ergänzt um Kurve, Bremsen und Abklatschen zur Verabschiedung. Zu Hause kann es alles sein, was Ihr Kind gern macht, solange es jedes Mal gleich ist.
Eine Lektion von 90 Minuten, Minute für Minute
Wie eine ganze Übungseinheit aussieht, zeigt die erste Musterlektion des Aufbaukurses. Sie dauert 90 Minuten und ist für 6 bis 16 Kinder ab etwa 4 Jahren gedacht. Jede Lektion hat drei Teile: Einstieg, Hauptteil, Ausklang. So verteilt sich die Zeit in der ersten:
- 5 Minuten Begrüßung, Ziele und Organisation
- 5 Minuten Materialcheck und „Konzert“
- 5 Minuten Aufstehen, Absitzen, Ente und Pizza
- 15 Minuten Fahrformen im Kreis
- 15 Minuten Slalom und weite Kurven
- 10 Minuten Pause
- 15 Minuten Teamfahren, ein Spiel mit dem Namen „Herr und Hund“
- 15 Minuten Fangspiele
- 5 Minuten Ausklang mit einem Ritual, dem „Tunnel“
Drei Dinge fallen an diesem Plan auf. Erstens ist kein Block länger als 15 Minuten. Zweitens entfallen 35 der 90 Minuten auf Teamfahren, Fangspiele und das Abschlussritual, und die Pause liegt nach 45 Minuten, genau in der Mitte. Drittens beginnt und endet die Lektion mit etwas Bekanntem: am Anfang das Material, am Schluss ein Ritual, das sich jedes Mal wiederholt.
Spätere Lektionen verschieben die Gewichte. In der dritten steht ein Parcours von 35 Minuten, in dem die Übungen der Diplome eingebaut sind, „alleine, als Verfolgungsjagd, auf Zeit, ohne Fehler“. In der vierten folgt ein Parcours von 30 Minuten, in dem die Leiterperson beobachtet und beurteilt, und zum Schluss 10 Minuten für die Diplomübergabe, „als Siegerehrung zelebriert“.
Für Sie zu Hause ist der Plan kein Stundenplan, sondern eine Vorlage. Übernehmen Sie das Gerüst: Ankommen und Anziehen, zwei kurze Übungsblöcke, Pause, ein Spiel, ein festes Ende. Kürzen Sie die Zeiten nach Ihrem Kind; ein vierjähriges Kind allein mit einem Erwachsenen braucht keine 90 Minuten, um müde zu sein. Behalten Sie aber das Verhältnis: viel Rollen, viel Spiel, wenig Reden.
Vier Wochen, zweimal 90 Minuten: was eine Studie misst
Ob solche Einheiten etwas bringen, hat eine Arbeitsgruppe um Muehlbauer, Kuehnen und Granacher untersucht. Ihre Studie erschien 2013 in der Fachzeitschrift Perceptual and Motor Skills. Zwanzig gesunde Kinder von 11 und 12 Jahren, 8 Mädchen und 12 Jungen, wurden auf zwei Gruppen verteilt. Zehn fuhren vier Wochen lang zweimal pro Woche je 90 Minuten Inliner im Sportunterricht, zehn nicht.
Gemessen wurden Gleichgewicht und Sprungkraft. Für das Gleichgewicht nutzten die Forschenden den Star Excursion Balance Test, bei dem das Kind auf einem Bein steht und mit dem anderen in verschiedene Richtungen so weit wie möglich reicht. Für die Sprungkraft maßen sie einen Countermovement-Jump, einen Sprung aus dem Stand mit kurzer Ausholbewegung.
Das Ergebnis: Die Inliner-Gruppe verbesserte ihr Gleichgewicht gegenüber der Vergleichsgruppe um 17 bis 48 Prozent, je nach Richtung, und ihre Sprunghöhe um 8 Prozent. 90 Prozent der Einheiten wurden wahrgenommen. Sicher, machbar und wirksam nennen die Autoren das Programm, und es lasse sich in den Sportunterricht einbauen.
Was heißt das für Sie? Zuerst, was es nicht heißt. Elf und zwölf Jahre alt waren die Kinder, nicht 4 oder 6, und es waren nur 20. Über die Lernzeit jüngerer Kinder sagt die Studie nichts, und auch nicht, nach wie vielen Einheiten ein Kind bremsen kann. Sie zeigt aber, dass schon acht Einheiten von je 90 Minuten messbare Wirkungen haben, die über das Inlinerfahren hinausgehen.
Und sie liefert einen Rhythmus, an dem Sie sich orientieren können: zweimal pro Woche, vier Wochen lang. Das ist realistischer als ein einziger langer Samstag und passt zu dem, was die Lernreihe beschreibt, nämlich dass Kinder über aufeinander aufbauende Lektionen lernen. Ob Sie die Einheiten kürzer halten als 90 Minuten, entscheiden Sie nach Alter und Ausdauer Ihres Kindes.
Ein Vorschlag für vier Wochen mit zwei Übungstagen
Aus dem Rhythmus der Studie und dem Aufbau der Lernreihe lässt sich ein Plan für zu Hause ableiten. Er ist ein Vorschlag von uns, keine Vorgabe einer Quelle: vier Wochen, zwei Übungstage pro Woche, also acht Einheiten wie in der Studie. Wie lang jede Einheit ist, wählen Sie nach Ihrem Kind; die Studie arbeitete mit 90 Minuten bei Kindern von 11 und 12 Jahren, für jüngere Kinder ist das viel.
- Woche 1: Stufen 1 bis 3. Anziehen, Aufstehen und Fallen im Gras, dazu das Konzert mit den Schonern und Ente-Pizza im Stehen. Gerollt wird noch nicht oder nur kurz am Ende.
- Woche 2: Stufe 4 und der Beginn von Stufe 5. Rollen auf Asphalt mit Wiese daneben, die Grasbremse, die ersten Versuche mit dem Fersen-Stopp in vier Bildern.
- Woche 3: Stufe 5 sicher machen, Stufe 6 beginnen. Stopp auf Pfiff, Linienstopp, Zeitungslesen, dann der beidbeinige Slalom.
- Woche 4: Stufe 6 vertiefen, erste Versuche aus Stufe 7. Weite Kurven in beide Richtungen, vor und zurück mit Anschubhilfe, zum Schluss ein eigenes kleines Diplom mit acht Aufgaben.
Jede Einheit folgt dem Gerüst der Musterlektionen: Anziehen, zwei kurze Übungsblöcke, eine Pause, ein Spiel, ein festes Ende. Wiederholen Sie zu Beginn jeder Einheit kurz die vorige Stufe, bevor Sie die neue angehen.
Halten Sie den Plan locker. Wenn Ihr Kind nach Woche 2 den Fersen-Stopp noch nicht kann, bleibt es in Woche 3 dabei, und der Slalom wartet. Zeitangaben macht die Lernreihe bewusst nicht, und dieser Plan ersetzt sie nicht; er hilft nur, die acht Einheiten so zu verteilen, dass keine Stufe übersprungen wird.
Fünf Diplome, acht Übungen, sieben müssen sitzen
Kinder wollen wissen, wo sie stehen. Beantwortet wird das mit den Rolli-Diplomen, fünf Stufen mit den Namen Basic, Bronze, Silber, Gold und Diamant. „Kinder lieben Auszeichnungen und Belohnungen und sind stolz das Gelernte vorzuzeigen“, heißt es zur Begründung. Entwickelt wurden die Diplome zur Überprüfung der technischen Fortschritte.
Jede Stufe besteht aus acht Übungen, und sieben davon muss ein Kind schaffen. Alle technischen Bereiche der Reihe liefern Übungen, nur die Grundlagen und die Spiele nicht. Es wird wenig Material gebraucht, und jede Testübung lässt sich allein oder höchstens zu zweit durchführen. Jede Übung darf mehrfach versucht werden, gewertet wird die sichere Ausführung, und je höher die Stufe, desto strenger die Bewertung.
Bemerkenswert sind die Zielwerte, die die Lernreihe nennt. Basic sollen 97 Prozent der Kinder erreichen, Bronze 75 Prozent, Silber 50 Prozent, Gold 20 Prozent und Diamant höchstens 5 Prozent. Diese Zahlen sagen Ihnen zweierlei: Fast jedes Kind schafft die erste Stufe, und schon die dritte erreicht nur jedes zweite. Ein Kind, das bei Silber hängt, liegt also genau im Plan.
Und noch etwas sagt die Seite ausdrücklich: Zeitangaben zur Erreichung der Diplome seien „bewusst keine“ gemacht worden, weil die Voraussetzungen der Kinder und die Übungsmöglichkeiten sehr unterschiedlich seien. Lassen Sie sich deshalb nicht von Angaben verunsichern, ein Kind müsse nach einer bestimmten Zahl von Wochen etwas können.
Für die Prüfung selbst gibt die Lernreihe zwei Regeln vor. Sie soll „unbedingt in den Unterricht“ eingebaut werden, also nicht als eigener Prüfungstag, sondern nebenbei in einem Parcours. Und die Stufen sollen durchlässig bleiben: Ein Kind, das in einem Bereich schon weiter ist, darf dort die nächste Stufe versuchen, auch wenn es in einem anderen noch übt.
Welche Übungen genau zu jeder Stufe gehören, steht auf Diplomblättern, die als PDF vorliegen und die wir nicht geöffnet haben. Für zu Hause brauchen Sie sie nicht. Nehmen Sie das Prinzip: acht Aufgaben aus dem, was Ihr Kind gerade übt, sieben müssen sicher klappen, und dann gibt es eine kleine Feier. Im Aufbaukurs wird die Übergabe mit Musik als Siegerehrung zelebriert.
Helfen, ohne festzuhalten: von vorn oder von der Seite
Der häufigste Impuls von Eltern ist, das Kind festzuhalten. Zwei Grundsätze der Lernreihe stehen dem entgegen. Erstens sollen Kinder „von Anfang an eigenständig skaten“. Zweitens: „Beim Helfen immer von vorne oder der Seite halten. Nie von hinten halten.“
Von vorn helfen Sie, indem Sie rückwärts gehen und Ihrem Kind beide Hände reichen, die Arme locker nach vorn. Ihr Kind schaut Sie an, nicht auf die Füße, und genau das soll es: Der Blick geht nach vorn. Von der Seite gehen Sie neben ihm und halten eine Hand oder den Unterarm. Lassen Sie los, sobald es rollt, und bleiben Sie in Reichweite.
Warum nicht von hinten? Ausdrücklich begründet wird es nicht. Gelehrt wird aber in allen Stufen dieselbe Richtung: nach vorn aufstehen, nach vorn absitzen, nach vorn fallen, Hände vorn, Blick vorn. Eine Hand im Rücken verschiebt den Halt nach hinten, und wer hinten Halt hat, lehnt sich dorthin.
Dazu gehören zwei Grundsätze zur Kommunikation. Stellen Sie sich bei Erklärungen vor Ihr Kind, so dass es Sie sieht; die Lernreihe verlangt das für Gruppen, damit alle Kinder im Blickfeld sind und ruhig stehen oder sitzen. Und benutzen Sie Bilder statt Begriffe. Ein Kind versteht „Türe öffnen“ schneller als „Bremsfuß vorschieben“.
Schließlich der Wechsel. Empfohlen wird eine „stetige Abwechslung zwischen üben, fahren und spielen“. Wenn Ihr Kind bei einer Übung festhängt, helfen Sie nicht mehr, sondern wechseln: ein Spiel, eine freie Runde, dann zurück. Wer länger als ein paar Minuten an derselben Stelle steht, verliert die Lust, und mit ihr die Konzentration.
Wenn das Kind nach einem Sturz nicht mehr will
Jedes Kind fällt beim Inlinerlernen, und die Lernreihe sagt das ohne Beschönigung: „Stürze gehören zum Erlernen des Inlineskatens.“ Entscheidend ist, was in den Sekunden danach passiert. Empfohlen wird, „positiv motivieren“, und zwar mit drei kurzen Wörtern: „Hoppla“, „Aufstehen“, „Nichts passiert“.
Handeln Sie in dieser Reihenfolge. Sehen Sie zuerst nach, ob wirklich nichts passiert ist. Dann sagen Sie eines der drei Wörter, ruhig und kurz. Lassen Sie Ihr Kind selbst aufstehen, über alle Viere, wie in der zweiten Stufe geübt. Erst danach reden Sie über den Sturz, wenn überhaupt.
Will Ihr Kind trotzdem nicht mehr, gehen Sie zurück auf die Wiese. Begründet wird das Fallüben mit genau diesem Fall: Wer gut fallen kann, baut Ängste ab. Lassen Sie Ihr Kind im Gras absichtlich fallen, aus dem Kniestand, dann aus dem Stand. Ein Sturz, den es selbst gewählt hat, nimmt dem unfreiwilligen den Schrecken.
Bleibt die Angst, wechseln Sie die Übung, nicht den Tag. Ein Spiel ohne Tempo, etwa das „Quietschkonzert“ aus dem Bremsen oder das „Konzert“ mit den Schonern, hält Ihr Kind auf den Skates, ohne dass es schnell rollen muss. Und beenden Sie die Einheit mit etwas, das gelingt, nicht mit dem Sturz.
Ein Wort zu den Schonern. Ein Kind, das einmal auf ungeschützte Handgelenke gefallen ist, hat Grund zur Vorsicht. Aus der Videoanalyse in den USA geht hervor, dass Kinder Stürze in 94,5 Prozent mit Armen oder Händen abfangen. Ein gut sitzender Handgelenkschoner ist deshalb auch ein Mittel gegen die Angst, nicht nur gegen die Verletzung.
Und wenn Ihr Kind für dieses Jahr genug hat, ist das kein Scheitern. Eine Zeit, in der ein Kind etwas können müsse, nennt die Lernreihe nicht. Im nächsten Frühjahr beginnen Sie wieder bei Stufe 1.
Eltern, die selbst nicht Inliner fahren
Sie müssen nicht selbst fahren können, um Ihrem Kind die ersten Stufen beizubringen. Keiner der methodischen Grundsätze der Lernreihe setzt voraus, dass die Leiterperson auf Rollen steht. Was sie verlangen, geht in Turnschuhen: Markierungen aufstellen, feste Laufrichtungen festlegen, mit Bildern erklären, von vorn oder von der Seite helfen.
Für die Stufen 1 bis 3 ist das offensichtlich. Anziehen, Aufstehen und Fallen finden im Sitzen, auf den Knien und im Gras statt; vormachen können Sie das Fallen auf die Unterarme selbst, ohne Skates. Beim Aufstehen genügt es, die Reihenfolge zu kennen: alle Viere, ein Fuß, der andere Fuß, Hände am Boden, aufrichten.
Ab dem Rollen wird es anders, aber nicht schwerer. Sie gehen rückwärts vor Ihrem Kind her und reichen ihm die Hände. Beim Fersen-Stopp rufen Sie die vier Bilder. Beim Slalom stellen Sie die Hütchen. Was Sie nicht können, ist vormachen, wie sich eine Bewegung auf Rollen anfühlt. Dafür hat die Lernreihe ihre Bilder: „Türe öffnen“, „WC-Deckel heben“, „Ente“ und „Pizza“ erklären, was Ihnen auf Rollen nicht vorzumachen gelingt.
Eine Grenze gibt es trotzdem. Wenn Ihr Kind schneller wird, als Sie laufen können, verlieren Sie die Möglichkeit, es aufzufangen. Spätestens dann ist ein Kurs oder eine zweite erwachsene Person auf Rollen sinnvoll. Geschrieben ist die Lernreihe für Kurse von 6 bis 16 Kindern; bei Niveauunterschieden empfiehlt sie, weitere Leiterpersonen beizuziehen.
Und eine Chance: Wenn Sie selbst nicht fahren, können Sie es mitlernen. Die Stufen gelten für Erwachsene genauso, und ein Kind, das seiner Mutter oder seinem Vater den Fersen-Stopp erklärt, hat ihn verstanden. Nur die Schutzausrüstung tragen dann beide.
Wo geübt werden darf: Schulhof, Parkplatz, verkehrsberuhigter Bereich
Für die Übungsfläche gelten zwei Arten von Regeln: die der Lernreihe und die der Straßenverkehrs-Ordnung. Empfohlen wird dort ein großes Schulareal oder ein nicht oder wenig befahrener Parkplatz, am besten mit Wiese daneben. Wo ein Kind auf Inlinern überhaupt unterwegs sein darf, regelt die Straßenverkehrs-Ordnung.
Im Grundsatz gilt ein Kind auf Inlinern als Fußgänger; die Einzelheiten dazu, vom Gehweg bis zum Radweg, stehen auf der Seite über § 24 der Straßenverkehrs-Ordnung und Kinder auf dem Gehweg. Für das Üben ist ein anderer Ort interessanter: der verkehrsberuhigte Bereich, gekennzeichnet mit dem Zeichen 325.1.
Dort gelten nach Anlage 3 der Straßenverkehrs-Ordnung besondere Regeln. Wer ein Fahrzeug führt, muss mit Schrittgeschwindigkeit fahren und darf den Fußgängerverkehr weder gefährden noch behindern; wenn nötig, muss gewartet werden. Wer zu Fuß geht, darf die Straße in ihrer ganzen Breite benutzen. Und ausdrücklich: „Kinderspiele sind überall erlaubt.“
Für Sie heißt das: Wohnen Sie in einer solchen Straße, darf Ihr Kind dort üben, auch auf der Fahrbahn. Freiwild ist es damit nicht. Dieselbe Anlage verlangt auch von Fußgängern, den Fahrverkehr nicht unnötig zu behindern, und ein Kind, das noch nicht bremsen kann, hat zwischen parkenden Autos nichts zu suchen. Die Stufen 1 bis 4 gehören auf eine freie Fläche; erst wer bremsen kann, fährt dort, wo auch Autos rollen.
Achten Sie auf das Ende des Bereichs. Es ist mit dem Zeichen 325.2 gekennzeichnet, und ab dort gelten wieder die gewöhnlichen Regeln: Gehweg ja, Fahrbahn nein. Ein Kind, das im verkehrsberuhigten Bereich auf der Straße übt, muss diesen Übergang kennen, bevor es allein fährt.
Für Schulhöfe gilt die Hausordnung der Schule; fragen Sie nach, ob Rollsportgeräte am Nachmittag erlaubt sind. Und wenn der Weg zur Übungsfläche über eine Straße führt, ziehen Sie die Skates erst dort an; mit Inlinern über eine Kreuzung zu gehen, ist für ein Kind auf Stufe 2 keine Übung, sondern ein Risiko. Gut sichtbar sein hilft dabei, wie die Seite über reflektierende Flächen nach DIN 58124 für den Schulweg zeigt.
Festhalten, Fallen, Grasbremse, Erklären: vier Irrtümer beim Inlinerlernen
„Halten Sie es gut fest, dann fällt es nicht.“ Entstanden ist die Annahme beim Laufenlernen, wo Eltern ihr Kind an den Händen führen. Auf Rollen gilt das Gegenteil: Die Lernreihe verlangt, dass Kinder von Anfang an eigenständig skaten, und wenn geholfen wird, dann nie von hinten. Ein Kind, das festgehalten wird, lernt nicht, sein Gewicht selbst über die Skates zu bringen.
„Fallen lernt man von selbst.“ Gefallen wird tatsächlich von selbst, nur nicht richtig. Den Reflex zeigt die Videoanalyse von Knox und Comstock: Kinder fangen 94,5 Prozent ihrer Stürze mit Armen oder Händen ab. Geübt wird deshalb das Fallen auf die Unterarme, bewusst und zuerst im Gras, und das Postenblatt markiert den Unterschied zum Abstützen auf den Händen mit einem „Achtung!“.
„Die Grasbremse ist Mogeln.“ Sie wirkt wie ein Ausweichen, weil keine Technik dahintersteht, die man sieht. Trotzdem führt die Lernreihe sie als eigene Bremse für Anfänger und Mittlere und baut sie im Kursplan neben dem Fersen-Stopp in dieselbe Lektion ein. Sie ist die erste Bremse, die ein Kind sicher beherrscht, und sie bleibt nützlich.
„Je mehr Erklärung, desto schneller lernt es.“ Diese Annahme stammt aus der Schule, wo erst erklärt und dann geübt wird. Umgekehrt arbeitet die Lernreihe: viel Bewegungszeit, „möglichst immer am Rollen und nie am Stehen“, bildliche Sprache und Lernen über Spiele. Im ersten Musterlehrgang entfallen 35 von 90 Minuten auf Teamfahren, Fangspiele und Ritual, und kein Block dauert länger als 15 Minuten.
Allen vier Annahmen ist gemeinsam, dass sie aus Erfahrungen stammen, die mit Rollen nichts zu tun haben. Wer sie kennt, kann sie beim ersten Üben bewusst beiseitelegen, und das ist die halbe Arbeit.
Sechs Fehler beim Üben und was stattdessen hilft
Sechs Fehler lassen sich aus der Lernreihe und den Studien ablesen. Alle passieren in guter Absicht.
- Gleich auf den Asphalt. Ohne Aufstehen und Fallen im Gras fehlt die Grundlage für alles Weitere. Besser: die ersten drei Stufen auf der Wiese, erst dann rollen.
- Von hinten halten. Der Halt im Rücken verschiebt das Gewicht nach hinten. Besser: von vorn mit beiden Händen oder von der Seite, und so früh wie möglich loslassen.
- Schoner weglassen, weil es nur der Hof ist. Nach der Lernreihe ist die komplette Schutzausrüstung ein Muss für alle Kinder, auch beim Üben. Besser: jedes Mal in derselben Reihenfolge anziehen, Helm zuerst.
- Alle Bremsen an einem Tag. Der Kursplan verteilt sie über mehrere Lektionen. Besser: zuerst Fersen-Stopp und Grasbremse, die anderen später.
- Zu lange am Stück. Im Musterlehrgang dauert kein Block länger als 15 Minuten, und nach 45 Minuten kommt eine Pause. Besser: kurze Blöcke, ein Spiel, eine Pause, ein festes Ende.
- Fortschritt nach dem Kalender messen. Bewusst verzichtet die Lernreihe auf Zeitangaben. Besser: nach Prüfpunkten weitergehen und nicht nach Wochen.
Hinter allen sechs steht derselbe Wunsch, schnell voranzukommen. Mit dem Gegenteil arbeitet die Lernreihe: aufeinander aufbauende Lektionen, Prüfpunkte statt Fristen, Spiele statt Drill. Wer das übernimmt, macht die meisten dieser Fehler gar nicht erst.
Ein Fehler fehlt in dieser Liste, weil er keiner ist: das Zurückgehen. Wenn Ihr Kind auf Stufe 5 unsicher wird, gehen Sie zu Stufe 4 zurück. Aufeinander bauen die Stufen auf, und wer eine wiederholt, verliert keine Zeit.
Und noch ein Hinweis zur Ausrüstung: Kippt Ihr Kind dauernd nach vorn oder hinten, prüfen Sie auch den Sitz des Schuhs. Wer zuerst nur stehen lernen will, kann auch mit einem Rollschuh beginnen, der seitlich stabiler steht und anders bremst, wie der Vergleich von Rollschuhen mit Stopper vorn oder an der Ferse zeigt.
Was Eltern nach der ersten Woche fragen
Nach den ersten Übungstagen stellen sich meist dieselben Fragen. Zuerst wollen Eltern wissen, warum das Kind auf der Wiese so viel besser steht als auf dem Asphalt. Am Untergrund liegt es: Im Gras rollen die Skates kaum, auf Asphalt sofort. Was im Gras sitzt, muss auf dem Asphalt neu gefunden werden, und das ist normal. Gehen Sie für jede neue Übung zuerst auf die Wiese.
Zweitens geht es ums Tempo: Mein Kind will schneller, aber es kann noch nicht bremsen, was tun? Bleiben Sie bei der Regel aus dem Postenblatt: Wer fährt, muss bremsen können. Lassen Sie das Kind schneller werden, wenn es auf Pfiff bis zum Stillstand hält, und vorher nur dort, wo eine Wiese als Bremse in der Nähe ist.
Drittens: Soll ich mein Kind zu einem Kurs anmelden? Geschrieben ist die Lernreihe für Kurse mit 6 bis 16 Kindern und einer Leiterperson. Ein Kurs bietet, was Sie allein schwer herstellen können: andere Kinder, Spiele, die erst in der Gruppe funktionieren, und eine Leitung, die die Übungen kennt. Für die ersten Stufen brauchen Sie ihn nicht, für Rückwärts, Springen und Drehungen hilft er.
Viertens: Ab wann darf mein Kind auf dem Gehweg fahren? Rechtlich darf es das als Fußgänger, sobald es Inliner trägt. Praktisch sollte es vorher den Fersen-Stopp beherrschen, denn auf einem Gehweg gibt es Menschen, Hunde, Einfahrten und selten eine Wiese.
Fünftens: Mein Kind hat nach dem dritten Mal keine Lust mehr. Wechseln Sie mehr zwischen Üben, Fahren und Spielen, wie es die Lernreihe empfiehlt. Bauen Sie ein festes Ritual ein, etwa den „Tunnel“ am Ende jeder Lektion. Und denken Sie an die Diplome: Ein Ziel, das sichtbar ist, motiviert mehr als eine weitere Runde um die Hütchen.
Der ganze Ablauf auf einer Karte
Wenn Sie nur eine Seite mitnehmen, dann diese. Sie fasst die Stufen und Regeln zusammen, so wie Sie sie auf dem Übungsplatz brauchen.
Sieben Stufen mit Prüfpunkt
In die Tasche für den Übungsplatz gehören Kreide für Linien, ein halbes Dutzend Markierungen für den Slalom und eine Pfeife für den Stopp auf Pfiff. Für Kurse nennt die Lernreihe eine längere Liste: neben Pfeife und Kreide auch Klebstreifen, einen Stift, eine Apotheke, also Verbandszeug, und einen Schraubenzieher, dazu als Unterrichtsmaterial Hütchen in verschiedenen Größen, kleine Bälle, Überziehleibchen, Stangen und Seile. Verbandszeug und Schraubenzieher sollten auch bei Ihnen dabei sein; mit dem Schraubenzieher ziehen Sie eine lockere Schraube am Skate nach, bevor sie verloren geht.
Welche Fragen vor dem Lernen stehen, vom ersten Paar Inliner bis zur Schutzausrüstung, und welche danach kommen, ordnet die Übersichtsseite zu Inlinern für Kinder in eine Reihenfolge.
Was diese Anleitung nicht leisten kann