Uhr lernen mit Kindern: sechs Stufen, Lehrplan und viertel vier

Kinder lernen die Uhr in einer festen Reihenfolge: volle Stunden, halbe, Viertel, dann Fünferschritte, einzelne Minuten und zuletzt die 24 Stunden. In der Schule beginnt das in Klasse 1 und 2; Sachsen verlangt dort schon das Ablesen auf 5 Minuten genau. Zu Hause stolpern Kinder dabei weniger über die Zeiger als über die Sprache. Ob 15:15 Uhr „Viertel nach drei“ oder „viertel vier“ heißt, hängt davon ab, wo in Deutschland Sie wohnen.
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Lehrpläne von Bayern und Sachsen, die Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz, vier Karten aus dem Atlas zur deutschen Alltagssprache, der Duden zur Schreibweise vier Lernhilfen mit 846 bis 2.764 Bewertungen und ein Übungsheft; gelesen am 18. Oktober 2026.

Worauf diese Anleitung beruht

Die Reihenfolge der Lernschritte folgt den Lehrplänen für die Grundschule in Bayern und Sachsen und den Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz für das Ende der vierten Klasse. Die regionalen Sprechweisen stammen aus dem Atlas zur deutschen Alltagssprache, einem Projekt der Sprachwissenschaft, das Sprechweisen per Umfrage erhebt und kartiert. Die Schreibweise von Uhrzeiten folgt dem Duden. Daten zu Lernuhren, Büchern und Spielen haben wir den Angeboten auf amazon.de entnommen.

Eine Altersangabe, ab der jedes Kind die Uhr kann, geben wir nicht, weil keine dieser Quellen eine nennt. Die Lehrpläne sagen, wann die Schule das Thema behandelt, nicht, wann ein einzelnes Kind so weit ist. Wie wir Quellen auswählen und gewichten, beschreibt unsere Seite zur Arbeitsweise der Redaktion.

Uhr lernen mit Kindern: Reihenfolge und Alter kurz beantwortet

Beginnen Sie mit den vollen Stunden. Wenn Ihr Kind sicher sagt, dass es sieben Uhr ist, sobald der lange Zeiger oben steht und der kurze auf der 7, kommt die halbe Stunde dazu, danach die Viertelstunden. Erst wenn die drei sitzen, zählt es in Fünferschritten um das Zifferblatt. Einzelne Minuten und die Uhr mit 24 Stunden folgen in der Schule.

Die Schule behandelt das Thema in den ersten beiden Klassen. Der bayerische Lehrplan für die Jahrgangsstufen 1 und 2 verlangt, dass Kinder Uhrzeiten ablesen und einfache Zeitspannen bestimmen. Der sächsische Lehrplan für die Klassen 1 und 2 nennt das Ablesen auf 5 Minuten genau, Vormittags- und Nachmittagszeiten und, ausdrücklich, die umgangssprachliche Form „drei Viertel“ neben „Viertel vor“. Minutengenauigkeit und Sekunden kommen in Sachsen in Klasse 3.

Zu Hause können Sie früher anfangen, wenn Ihr Kind fragt. Drängen müssen Sie nicht: Was die Schule verlangt, beginnt in Klasse 1, und wer vor der Einschulung die vollen Stunden kennt, hat einen Vorsprung, keine Pflicht erfüllt. Wichtiger als der Zeitpunkt ist, dass Sie zu Hause so von Uhrzeiten sprechen, wie Ihr Kind sie in Kita und Schule hört. Dazu mehr im Abschnitt über regionale Sprechweisen und im Uhrzeit-Umschalter weiter unten.

Eine Faustzahl brauchen Sie dafür nicht. Brauchbarer ist ein kurzer Test, den Sie in einer Minute machen können, und eine Merkkarte, die zeigt, welche Stufe als Nächstes dran ist. Beides finden Sie am Ende dieser Seite.

Uhr lernen in der 1. und 2. Klasse: was die Lehrpläne verlangen

Jedes Land hat einen eigenen Lehrplan, und in beiden, die wir gelesen haben, steht die Uhr im Lernbereich zu den Größen. Der bayerische LehrplanPLUS formuliert für die Jahrgangsstufen 1 und 2, die Kinder „lesen Uhrzeiten ab und bestimmen einfache Zeitspannen über Anfangs- und Endzeitpunkt“, als Beispiele nennt er „vor vier Stunden“ und „drei Stunden später“. Gemessen werden Zeitspannen dort mit Uhr und Kalender, in Stunde und Minute, Woche, Monat und Jahr.

Der sächsische Lehrplan wird genauer. Für die Klassen 1 und 2 nennt er Uhren als Zeitmesser, analoge und digitale, dazu Sand- und Sonnenuhren. Zeitpunkte sollen auf 5 Minuten genau abgelesen werden, Vormittags- und Nachmittagszeiten unterschieden, Uhrzeiten gelesen und aufgeschrieben. Unter dem Stichwort umgangssprachlich steht dort „drei Viertel – Viertel vor“. Der Lehrplan nimmt damit eine regionale Sprechweise in den Unterricht auf, die in anderen Teilen Deutschlands nicht üblich ist.

In Klasse 3 kommt in Sachsen die Sekunde dazu, mit der Größenvorstellung „einundzwanzig, zweiundzwanzig“ und der Beziehung 1 Minute gleich 60 Sekunden, außerdem Zeitpunkte auf die Minute genau und die Bruchteile: eine Viertelstunde gleich 15 Minuten, eine halbe gleich 30 Minuten, eine Dreiviertelstunde gleich 45 Minuten. Bayern nennt für die Jahrgangsstufen 3 und 4 die Sekunde, die Stoppuhr und das Rechnen mit Zeitspannen, mit dem Hinweis, dass 1 Stunde 60 Minuten und 1 Tag 24 Stunden hat.

Für Eltern folgt daraus eine klare Aufteilung. Was vor Klasse 1 zu Hause geschieht, ist Vorbereitung. Ablesen auf 5 Minuten, Vormittag und Nachmittag sind Stoff der ersten beiden Schuljahre, die Minute und die Sekunde der dritten. Wer wissen möchte, was zum Schulstart sonst noch gebraucht wird, findet in unserer Auszählung von 16 veröffentlichten Materiallisten, was in die Federmappe der ersten Klasse gehört.

Im Einzelnen verlangt Sachsen für die ersten beiden Klassen mehr als das Ablesen. Kinder sollen Zeitangaben selbst einstellen, Uhrzeiten in analoger Schreibweise aufschreiben und Zeitspannen schätzen, messen und berechnen, zuerst mit Anfangs- und Endzeitpunkten auf vollen Stunden. Bayern formuliert für dieselben Jahrgangsstufen, dass Kinder Zeitspannen mit den Begriffen kürzer und länger vergleichen und ordnen. Beides können Sie zu Hause vorbereiten, ohne dem Unterricht vorzugreifen: Stellen Sie eine Zeit ein und lassen Sie Ihr Kind sie auf einer zweiten Uhr nachstellen, oder fragen Sie, was länger dauert, der Weg zum Bäcker oder das Abendessen.

Was die Kultusministerkonferenz bis Ende Klasse 4 erwartet

Über den Lehrplänen der Länder stehen die Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz, in der Fassung vom 23. Juni 2022. Sie beschreiben, was Kinder am Ende der Jahrgangsstufe 4 können sollen, und nennen Zeitspannen ausdrücklich unter den Größen, die in der Grundschule bedeutsam sind, neben Geldwerten, Längen und Massen.

Konkret heißt es dort, die Schülerinnen und Schüler vergleichen und ordnen Größen, kennen die Standardeinheiten und setzen sie zueinander in Beziehung. Sie entwickeln Vorstellungen über Repräsentanten im Alltag, und als Beispiel für eine Zeitspanne nennen die Standards die Dauer der Schulstunde. Sie kennen einfache Brüche im Zusammenhang mit Größen, das Beispiel ist die Dreiviertelstunde, und sie messen Zeitspannen mit geeigneten Einheiten und Messgeräten.

Das Wort Uhr kommt in diesem Abschnitt der Standards nicht vor, das Wort Zeitspanne mehrfach. Für die Praxis ist das ein Hinweis: Schule versteht Zeit nicht nur als Ablesen einer Uhr, sondern als Größe, die man schätzt, misst und mit der man rechnet. Ein Kind, das die Uhr abliest, aber nicht weiß, ob eine Viertelstunde lang oder kurz ist, hat erst die Hälfte gelernt.

Für Sie als Eltern heißt das, neben dem Zifferblatt die Dauer mitzuüben. Wie lange dauert der Weg zur Kita, wie lange eine Folge der Lieblingssendung, wie lange das Zähneputzen? Der sächsische Lehrplan nennt solche Beispiele selbst: die Dauer des Schulwegs und der Stunden an einem Unterrichtstag.

Ein zweiter Punkt der Standards betrifft Schreibweisen. Größenangaben sollen Kinder mit verschiedenen Einheiten benennen und unterschiedlich darstellen; das Beispiel der Standards ist eine Länge, 2,5 km, 2500 m und 2 km 500 m. Für die Zeit heißt das in unserer eigenen Umrechnung: 1 h 25 min sind 85 Minuten, eine Dreiviertelstunde sind 45 Minuten. Außerdem sollen Kinder Größen sachgerecht schätzen, mit Näherungswerten rechnen und Ergebnisse auf Plausibilität prüfen. Eine Frage wie „Kann ein Mittagsschlaf 5 Minuten dauern?“ übt genau das, ganz ohne Zifferblatt.

Die sechs Stufen der Uhr auf einem Zifferblatt

Das Schema zeigt, wo auf dem Zifferblatt jede Stufe liegt. Gezeigt ist 3:15 Uhr, eine Zeit, die im Westen Deutschlands „Viertel nach drei“ heißt und in einem breiten Streifen von Osten nach Südwesten „viertel vier“.

Zifferblatt-Schema mit sechs Lernstufen der UhrZifferblatt mit Stundenzahlen 1 bis 12, innerem Ring 13 bis 24, Minutenstrichen und Fünferschritten am Rand. Eingezeichnet sind die Viertelstunden als Flächen und die halbe Stunde als Linie. Die Zeiger stehen auf 3:15 Uhr. Rechts die sechs Stufen: volle Stunden, halbe Stunden, Viertelstunden, Fünferschritte, einzelne Minuten, 24 Stunden; Sachsen verlangt die Stufen 1 bis 4 in den Klassen 1 und 2, die Minute in Klasse 3.122400113052141031515416205172561830719358204092145102250112355Sechs Stufen, von außen nach innen gelesen1Volle Stundenkurzer Zeiger auf der Zahl2Halbe Stundenlanger Zeiger unten auf der 63Viertelstundenlanger Zeiger auf 3 oder 94Fünferschrittejede Zahl zählt 5 Minuten5Einzelne Minutenkleine Striche zwischen den Zahlen624 Stundeninnerer Ring 13 bis 24, digitalSachsen, Klassen 1 und 2: Stufen 1 bis 4, auf 5 Minuten genauSachsen, Klasse 3: Stufe 5 mit SekundeBayern 3/4: Rechnen mit Zeitspannen
Eigene Darstellung. Stufen nach den Lehrplänen Mathematik für die Grundschule in Sachsen (Klassen 1 und 2, Klasse 3) und Bayern (Jahrgangsstufen 1/2 und 3/4); Zeigerstellung 3:15 Uhr. Getönt sind die Viertelstunden bis 15 und von 30 bis 45 Minuten, gestrichelt die halbe Stunde.

Lesen Sie das Schema von außen nach innen und von leicht nach schwer. Die großen Zahlen 1 bis 12 sind die Stufe 1. Die gestrichelte Linie von oben nach unten trennt die Stunde in zwei Hälften, Stufe 2. Die getönten Flächen markieren Viertelstunden, Stufe 3. Die kleinen Zahlen außen zählen in Fünferschritten, Stufe 4, die feinen Striche dazwischen sind die Minuten, Stufe 5. Der rote Ring innen zeigt die Stunden 13 bis 24, Stufe 6.

Manche Lernuhren tragen diese Ringe; die goki-Lernuhr 58485 etwa hat nach dem Angebot einen Ring 13 bis 24 und eine Minutenmarkierung. Ob eine Uhr für Ihr Kind passt, hängt davon ab, welche Stufe gerade dran ist. Für Stufe 1 bis 3 stören die Ringe eher, ab Stufe 4 helfen sie.

Stufe 1: volle Stunden und der kurze Zeiger

Zeigen Sie Ihrem Kind zuerst nur einen Zeiger, den kurzen. Er sagt die Stunde. Steht er auf der 3, ist es drei Uhr, wenn der lange Zeiger genau oben steht. Üben Sie das an festen Zeiten des Tages: 7 Uhr aufstehen, 12 Uhr Mittag, 18 Uhr Abendbrot. Nennen Sie die Zeit jedes Mal laut und zeigen Sie auf die Uhr.

Ein häufiger Fehler in dieser Stufe ist, beide Zeiger gleichzeitig zu erklären. Der lange Zeiger bleibt vorerst oben, als Signal für volle Stunde. Erst wenn Ihr Kind zwölf verschiedene volle Stunden sicher sagt, auch die 12 und die 1, kommt der lange Zeiger ins Spiel. Die 12 ist schwieriger als sie aussieht, weil oben zugleich der Anfang der Minuten liegt.

Sprechen Sie dabei so, wie man es überall in Deutschland tut: „drei Uhr“, „sieben Uhr“, bei der 1 „ein Uhr“. Eine regionale Variante für die volle Stunde zeigt keine der Karten im Atlas zur deutschen Alltagssprache, die wir gelesen haben. Das macht diese Stufe zur einfachsten, und genau deshalb lohnt es, sie lange genug zu üben.

Prüfen Sie den Fortschritt ohne Druck. Stellen Sie die Zeiger auf eine volle Stunde und fragen Sie nicht „Wie spät ist es?“, sondern „Was machen wir um diese Zeit?“. Ein Kind, das sagt „dann gibt es Mittagessen“, hat verstanden, dass die Uhr etwas über den Tag sagt, nicht nur über Zahlen.

Achten Sie bei der 12 auf ein Detail, das Kinder durcheinanderbringen kann: Oben auf dem Zifferblatt steht für den kurzen Zeiger die 12, für den langen aber der Anfang, null Minuten. Erklären Sie das erst, wenn es auffällt. Sprachlich gibt es eine zweite kleine Hürde. Man sagt „ein Uhr“, aber „es ist eins“. Wenn Ihr Kind „eins Uhr“ sagt, hat es die Zeit richtig gelesen; korrigieren Sie die Form beiläufig, indem Sie sie richtig wiederholen.

Stufe 2: halb – warum halb drei 2:30 Uhr ist

Die halbe Stunde ist die erste Hürde, und sie ist sprachlich. „Halb drei“ heißt 2:30 Uhr, also die Hälfte des Weges von zwei nach drei. Für Kinder ist das schwer, weil die Zahl im Wort die kommende Stunde nennt, nicht die vergangene. Auf dem Zifferblatt steht der kurze Zeiger dann zwischen 2 und 3, der lange unten auf der 6.

Erklären Sie es mit dem Weg: Um zwei Uhr gehen wir los zur Drei, um halb drei sind wir die Hälfte gegangen. Zeigen Sie die gestrichelte Linie im Schema, die das Zifferblatt teilt. Der lange Zeiger ist auf seinem Weg einmal halb herum, 30 Minuten.

Für die halbe Stunde selbst zeigen die Atlas-Karten, die wir gelesen haben, keine Variante. Sie zeigen aber, dass die halbe Stunde in einem Teil des Landes als Bezugspunkt für andere Zeiten dient: Dort heißt 7:20 Uhr „zehn vor halb acht“, und der Atlas nennt die Bezugnahme auf die halbe Stunde das Entscheidende. Wenn Ihr Kind in so einer Gegend aufwächst, ist die halbe Stunde später doppelt wichtig.

Üben Sie halbe Stunden erst, wenn die vollen sitzen, und mischen Sie dann beides: 7 Uhr, halb acht, 8 Uhr. Wenn Ihr Kind bei halb acht „sieben“ sagt, ist das ein gutes Zeichen; es hat den kurzen Zeiger richtig gelesen und muss nur noch die Sprechweise lernen.

Der Atlas macht dazu eine Beobachtung, die beim Üben hilft. Man könnte meinen, im Osten werde einfach immer nach vorn gerechnet. Für 7:20 Uhr stimmt das, „zehn vor halb acht“ blickt auf die kommende halbe Stunde. Für 7:40 Uhr heißt es dort aber „zehn nach halb acht“, gerechnet wird also von der halben Stunde aus weiter. Entscheidend ist in diesem Gebiet nicht die Richtung, sondern die halbe Stunde als fester Punkt. Für Ihr Kind folgt daraus: Wer die halbe Stunde sicher findet, kann von dort aus vor- und zurückzählen.

Stufe 3: Viertel nach, Viertel vor und viertel vier

Mit den Viertelstunden kommt die Region ins Spiel. 3:15 Uhr heißt nach dem Atlas zur deutschen Alltagssprache im Nordwesten und Südosten Deutschlands, also auch in Bayern, „Viertel nach drei“. In einem breiten Streifen dazwischen, der vom Osten Deutschlands bis in den Südwesten reicht, heißt dieselbe Zeit „viertel vier“: ein Viertel des Weges zur Vier.

Für 3:45 Uhr gilt dasselbe in die andere Richtung. Wo man „viertel vier“ sagt, heißt es „dreiviertel vier“, anderswo „Viertel vor vier“. Der Atlas nennt das System, nach dem von der kommenden Stunde aus gerechnet wird, „oberzählig“; es ist alt und zählt in dieselbe Richtung wie „halb drei“, zur kommenden Stunde hin. Der sächsische Lehrplan führt „drei Viertel“ ausdrücklich als umgangssprachliche Form neben „Viertel vor“.

Bringen Sie Ihrem Kind beide Formen bei, aber nacheinander. Zuerst die Form, die es in Kita und Schule hört, dann die andere als Übersetzung: „Oma sagt Viertel nach drei, das ist dasselbe wie unser viertel vier.“ Kinder, die beide Systeme kennen, verwechseln sie seltener als Kinder, die eines zufällig mitbekommen.

Auf dem Zifferblatt helfen die getönten Flächen im Schema. Ein Viertel ist ein Viertel des Kreises, 15 Minuten. Legen Sie ein Stück Papier als Viertelkreis auf die Lernuhr; wenn der lange Zeiger an seinem Rand steht, ist ein Viertel um. Mit zwei Stücken ist es halb, mit drei dreiviertel.

Als Bruch taucht das Viertel in der Schule später auf. Sachsen behandelt Bruchteile wie die Hälfte, ein Viertel und drei Viertel in Klasse 3, dort auch die Beziehung zwischen einer Viertelstunde und 15 Minuten. Am Zifferblatt lernt Ihr Kind das Viertel also, bevor es im Rechnen als Bruch erscheint. Das ist kein Nachteil: Wer den Viertelkreis an der Uhr gesehen hat, bringt für den Bruch später ein Bild mit.

Stufe 4: in Fünferschritten um das Zifferblatt

Jetzt bekommt der lange Zeiger seine eigene Zählung. Jede große Zahl steht für 5 Minuten: die 1 für 5, die 2 für 10, die 3 für 15, bis die 12 für 60 steht und wieder für 0. Im Schema stehen diese Fünferzahlen violett am Rand.

Üben Sie das Zählen getrennt vom Ablesen. Ihr Kind zeigt mit dem Finger von Zahl zu Zahl und zählt dabei „fünf, zehn, fünfzehn“. Wenn das sitzt, steht der Zeiger auf einer Zahl, und Ihr Kind zählt bis dorthin. Der sächsische Lehrplan verlangt genau diese Genauigkeit für die Klassen 1 und 2: Zeitpunkte ablesen auf 5 Minuten genau.

Bei 20 und 40 Minuten kommt wieder die Region ins Spiel. Für 7:20 Uhr kartiert der Atlas im Norden eine klare Zweiteilung: Im Westen, von Schleswig-Holstein bis Rheinland-Pfalz, heißt es „zwanzig nach sieben“, im Osten „zehn vor halb acht“. In Süddeutschland stehen beide nebeneinander, in Franken und Baden-Württemberg überwiegt „zehn vor halb acht“, in Bayern „zwanzig nach sieben“. Für 7:40 Uhr verteilen sich „zehn nach halb acht“ und „zwanzig vor acht“ fast genau so.

Für 7:05 Uhr gibt es nach dem Atlas keine Variante, die bis zur nächsten Stunde zählt, nur die Präposition wechselt in der Schweiz zu „ab“. Fünf nach, zehn nach, fünf vor und zehn vor sind damit die ruhigen Zeiten; Unterschiede tauchen bei 15, 20, 40 und 45 Minuten auf.

Stufe 5: jede Minute und die Sekunde

Zwischen zwei großen Zahlen liegen vier kleine Striche, zusammen fünf Abstände für 5 Minuten. Wer in Fünferschritten sicher zählt, zählt jetzt weiter: „zwanzig, einundzwanzig, zweiundzwanzig“. Diese Stufe gehört nach dem sächsischen Lehrplan in die Klasse 3, zusammen mit der Sekunde und der Beziehung 1 Minute gleich 60 Sekunden.

Die Sekunde erklärt der sächsische Lehrplan mit einem Satz, den viele Eltern kennen: „einundzwanzig, zweiundzwanzig“. Der Lehrplan nutzt die Wörter als Größenvorstellung: Jedes steht für ungefähr eine Sekunde. Der bayerische Lehrplan nennt für die Jahrgangsstufen 3 und 4 die Stoppuhr als Messgerät. Eine Küchenuhr oder die Stoppuhr eines Telefons zeigt Kindern, wie lang 10 Sekunden sind.

Zu Hause müssen Sie diese Stufe nicht vorziehen. Wenn Ihr Kind fragt, warum der dünne Zeiger so schnell läuft, ist das der Moment. Manche Wanduhren werden ausdrücklich ohne Ticken angeboten; ein tickender Sekundenzeiger macht die Sekunde hörbar, kann nachts aber stören.

Sprachlich ist die Minutenstufe einfacher: „sieben Uhr dreiundzwanzig“ ist eindeutig. Schwieriger wird es, wenn jemand „zwei nach halb acht“ sagt; dann muss ein Kind rechnen. Üben Sie das erst, wenn die Fünferschritte sitzen.

Für die einzelne Minute hilft eine Kombination aus beiden Zählweisen. Bei 7:23 Uhr zählt Ihr Kind in Fünferschritten bis zur 4, also zwanzig, und dann drei kleine Striche weiter, dreiundzwanzig. Zeigen Sie das zuerst an Zeiten kurz nach einer großen Zahl, später an Zeiten kurz davor, etwa 7:28 Uhr. Dort lohnt der Umweg über die nächste Zahl: dreißig minus zwei.

Stufe 6: 24 Stunden, digitale Uhr und Zeitspannen

Der Tag hat 24 Stunden, das Zifferblatt nur 12. Für Kinder ist das ein Widerspruch, den Sie mit dem inneren Ring auflösen: 15 Uhr ist die 3 am Nachmittag. Der sächsische Lehrplan nennt die Unterscheidung von Vormittags- und Nachmittagszeiten schon für die Klassen 1 und 2, Bayern das Rechnen mit dem Tag zu 24 Stunden in den Jahrgangsstufen 3 und 4.

Die digitale Uhr hilft dabei mehr als die analoge. Auf einem Wecker, dem Backofen oder dem Telefon steht 15:00, und Ihr Kind lernt: Nach der 12 zählt man weiter. Eine einfache Regel zum Umrechnen heißt: Nachmittags 12 abziehen. 15 minus 12 ist 3, also drei Uhr nachmittags.

Gesprochen wird die 24-Stunden-Form vor allem in Fahrplänen, Durchsagen und Terminen: „um fünfzehn Uhr“. Im Alltag sagt man „um drei“. Beides ist richtig, und Kinder sollten wissen, dass es zwei Arten gibt, dieselbe Zeit zu sagen. Der Duden schreibt, man verständige sich mündlich um drei Uhr oder auch um fünfzehn Uhr.

Zu dieser Stufe gehören auch Zeitspannen. Der bayerische Lehrplan für die Jahrgangsstufen 3 und 4 verlangt, Zeitspannen sowie Anfangs- und Endzeitpunkte zu berechnen und Ergebnisse in gemischter Schreibweise zu notieren, als Beispiel steht dort „1 h 25 min“. Eine Aufgabe aus demselben Lehrplan fragt, in welchen Zeitabständen ein Bus zwischen 14 Uhr und 19 Uhr kommt.

Eine Zeitspanne rechnen Kinder am leichtesten über volle Stunden. Ein Beispiel, das wir selbst gerechnet haben: Von 14:40 Uhr bis 16:05 Uhr sind es 20 Minuten bis 15 Uhr, eine Stunde bis 16 Uhr und 5 Minuten bis 16:05 Uhr, zusammen 1 h 25 min. Malen Sie die Schritte als Bögen auf einen Zeitstrahl, jeden Bogen beschriftet. Die Bögen sind unser Vorschlag, kein Wortlaut eines Lehrplans; sie zeigen aber, was der bayerische Lehrplan mit Anfangs- und Endzeitpunkt meint.

Viertel vier oder Viertel nach drei? Wie Deutschland die Uhrzeit sagt

Der Atlas zur deutschen Alltagssprache ist ein Projekt der Sprachwissenschaft, das seit 2002 Sprechweisen im deutschsprachigen Raum per Umfrage erhebt. Für die Uhrzeit hat er mehrere Karten veröffentlicht. Die wichtigste für Eltern ist die zu 10:15 Uhr. Im Nordwesten und Südosten Deutschlands, in Ostbelgien, Luxemburg, im Westen Österreichs und in Südtirol heißt es „viertel nach zehn“. In einem breiten Streifen dazwischen sowie im Osten Österreichs und in Kärnten heißt es „viertel elf“.

Österreich kennt zusätzlich „viertel über zehn“, die Schweiz sagt meist „viertel ab zehn“. Beide zählen wie „viertel nach“ von der vergangenen Stunde aus. Für 7:20 und 7:40 Uhr zeigt der Atlas im Norden Deutschlands eine Ost-West-Teilung, im Süden ein Nebeneinander beider Formen. Für 7:05 Uhr gibt es in Deutschland keine Variante.

Das Gebiet von „viertel elf“ ist nach dem Atlas ein breiter Streifen, der von Ostdeutschland bis nach Südwestdeutschland reicht, einschließlich der Pfalz. Vom Bundesland allein können Sie deshalb nicht sicher auf die Sprechweise der Kita schließen. Fragen Sie nach, oder hören Sie zu, wenn Erzieherinnen und Erzieher eine Uhrzeit nennen. Der sächsische Lehrplan nennt „drei Viertel“ ausdrücklich als umgangssprachliche Form neben „Viertel vor“.

Für die Praxis gibt es eine einfache Regel: Sprechen Sie zu Hause so, wie Sie es gewohnt sind, aber zeigen Sie die andere Form als gleichwertig. Ein Kind, das weiß, dass „viertel vier“ und „Viertel nach drei“ dieselbe Zeigerstellung meinen, kommt mit beiden Gegenden zurecht. Der Uhrzeit-Umschalter im nächsten Abschnitt zeigt beide Formen für jede Stunde.

Wohnen Großeltern oder Freunde außerhalb Deutschlands, lohnt ein Blick auf die Nachbarn. In der Schweiz heißt 7:20 Uhr vorwiegend „zwanzig ab sieben“, ebenso in Luxemburg und im südlichen Elsass. Im Kanton Bern hält sich nach dem Atlas neben dem vorherrschenden „viertel ab“ die Form „viertel nach“, im Osten der Schweiz „viertel über“. Im übrigen Elsass und in Lothringen sagt man für 7:40 Uhr „zwanzig bis acht“. Im Osten Österreichs und in Kärnten ist für 10:15 Uhr „viertel elf“ üblich, im Westen „viertel nach zehn“. Für Kinder ist das kein zusätzlicher Lernstoff, aber eine gute Erklärung, warum Oma am Telefon anders zählt.

Uhrzeit-Umschalter: dieselbe Zeit in zwei Sprechweisen

Wie heißt diese Uhrzeit bei Ihnen?

Wählen Sie eine Stunde. Die Tabelle zeigt alle Zeiten im Abstand von 5 Minuten, in Ziffern für Vormittag und Nachmittag und in den beiden Sprechweisen, die der Atlas zur deutschen Alltagssprache für Deutschland kartiert. Wo sich die Formen unterscheiden, ist die zweite Spalte fett.

Stunde wählen
Die Uhrzeiten zwischen 7 und 8 Uhr in Ziffern und in zwei Sprechweisen
ZiffernNordwesten und BayernOsten und SüdwestenKarte im Atlas
07:00 · 19:00sieben Uhrsieben Uhr–
07:05 · 19:05fünf nach siebenfünf nach siebenja
07:10 · 19:10zehn nach siebenzehn nach sieben–
07:15 · 19:15Viertel nach siebenviertel achtja
07:20 · 19:20zwanzig nach siebenzehn vor halb achtja
07:25 · 19:25fünf vor halb achtfünf vor halb acht–
07:30 · 19:30halb achthalb acht–
07:35 · 19:35fünf nach halb achtfünf nach halb acht–
07:40 · 19:40zwanzig vor achtzehn nach halb achtja
07:45 · 19:45Viertel vor achtdreiviertel achtja
07:50 · 19:50zehn vor achtzehn vor acht–
07:55 · 19:55fünf vor achtfünf vor acht–

Regionale Unterschiede zeigt die Tabelle nur bei 15, 20, 40 und 45 Minuten, für die der Atlas Karten veröffentlicht hat; bei den übrigen Zeiten steht in beiden Spalten dieselbe Form, und eine regionale Aussage machen wir dort nicht, weil uns dazu keine Karte des Atlas vorliegt. Die Gebiete sind grob: In Süddeutschland stehen beide Formen nebeneinander, die Schweiz sagt „ab“ statt „nach“. Grundlage: Atlas zur deutschen Alltagssprache, Karten zu 10.15 Uhr, zu 7.05, 7.20 und 7.40 Uhr sowie zu 5.45 Uhr aus der Pilotstudie.

Nutzen Sie den Umschalter mit Ihrem Kind, nicht für Ihr Kind. Stellen Sie auf der Lernuhr eine Zeit ein, lassen Sie Ihr Kind die Zeit sagen und schauen Sie gemeinsam in die Tabelle, wie man sie anderswo sagt. Fragen Sie: „Wie würde Oma das sagen?“ So wird aus einer Verwirrung ein Rätsel.

Die Tabelle zeigt auch, wie wenige Zeiten wirklich strittig sind. Von 12 Zeiten einer Stunde unterscheiden sich nur 4, und bei 8 stehen in beiden Spalten dieselben Wörter. Wenn Ihr Kind diese 8 sicher kann, sind die 4 übrigen eine Frage der Übersetzung, nicht des Verständnisses.

Am besten wählen Sie eine Stunde, in der Ihr Kind etwas Festes tut, etwa die 7 für den Morgen. Lesen Sie die Zeilen von oben nach unten vor und lassen Sie Ihr Kind auf der Lernuhr mitstellen. Wo die zweite Spalte fett ist, fragen Sie, welche Form es schon gehört hat. So wird die Tabelle zu einer Übung für Stufe 3 und 4 zugleich.

Wie man vor 50 Jahren die Uhrzeit sagte

Die Unterschiede sind nicht neu. Der Atlas zur deutschen Alltagssprache vergleicht seine Karte zu 10:15 Uhr mit der Karte zu 6:15 Uhr im ersten Band des Wortatlas der deutschen Umgangssprachen aus den 1970er-Jahren; dessen erste beide Bände erschienen 1977 und 1978. Das Ergebnis: Die Verbreitung der Varianten sei im Wesentlichen unverändert geblieben.

Eine Verschiebung gibt es doch. Die Form „viertel sieben“ sei insgesamt zurückgegangen, schreibt der Atlas, ähnlich wie „dreiviertel sechs“ für 5:45 Uhr. In den 1970er-Jahren seien noch aus Nordhessen und dem südöstlichen Niedersachsen häufig „viertel 7“ gemeldet worden, ebenso einige Meldungen aus dem Südosten Bayerns. Heute zeichne sich die alte innerdeutsche Grenze auf der Karte schärfer ab als damals.

Für Eltern heißt das zweierlei. Erstens: Großeltern sprechen möglicherweise anders als die Elterngeneration, auch in derselben Stadt. Zweitens: Die oberzählige Form ist kein Fehler und keine Mode, sondern ein altes System, das in einem Teil Deutschlands lebendig ist und in einem anderen zurückgeht. Als Verwandten nennt der Atlas das Wort „anderthalb“ für 1½, die Hälfte vom Zweiten.

Wie der Atlas arbeitet, beschreibt er selbst: Für das Pilotprojekt wurden Anfang 2002 per E-Mail Sprechweisen in mehreren hundert Orten Deutschlands, Österreichs, der Schweiz und Norditaliens abgefragt; von fast 2.000 Antworten konnten 1.431 berücksichtigt werden. Zu den Karten dieser Pilotstudie gehört die zu 5:45 Uhr, auf die der Atlas bei „dreiviertel sechs“ verweist.

Wenn Kita, Schule und Elternhaus verschieden sprechen

Familien ziehen um, Großeltern wohnen anderswo, Erzieherinnen und Lehrer kommen aus anderen Gegenden. Ein Kind hört deshalb oft beide Sprechweisen, ohne zu wissen, dass es zwei gibt. Das führt zu typischen Fehlern: Es liest 3:15 Uhr richtig ab, sagt „viertel vier“ und wird von jemandem korrigiert, der „Viertel nach drei“ erwartet.

Lösen Sie das offen. Sagen Sie Ihrem Kind, dass es zwei richtige Antworten gibt, und zeigen Sie beide am Zifferblatt. Fragen Sie in der Kita oder bei der Lehrkraft, welche Form im Unterricht verwendet wird, und üben Sie diese zuerst. Dass die regionale Form im Unterricht Platz hat, zeigt der sächsische Lehrplan, der „drei Viertel“ ausdrücklich nennt.

Bei Verabredungen hilft eine dritte Form, die niemand missversteht: die Ziffern. „Um 15:15 Uhr“ oder „um fünfzehn Uhr fünfzehn“ ist überall eindeutig. Ein Kind, das in Ziffern denken kann, hat einen Ausweg, wenn eine Sprechweise unklar bleibt. Das ist ein guter Grund, die digitale Uhr nicht zu spät einzuführen.

Für zweisprachige Familien kommt eine weitere Ebene hinzu. Ein Kind, das zu Hause in einer anderen Sprache die Uhr lernt, bringt eine weitere Zählweise mit und trifft in Kita und Schule auf eine der beiden deutschen. Auch hier hilft die Ziffer als gemeinsame Basis.

Hilfreich ist ein kurzer Satz, den Ihr Kind selbst sagen kann, wenn es korrigiert wird: „Bei uns sagt man viertel vier, das ist Viertel nach drei.“ So bleibt es nicht stumm, sondern erklärt. Ein Hinweis beim Elterngespräch, welche Form zu Hause gesprochen wird, kann Missverständnisse in beiden Richtungen ersparen.

Uhr lernen zu Hause: sieben Tage, sieben kleine Schritte

Tag 1. Hängen oder stellen Sie eine Uhr dorthin, wo Ihr Kind sie sieht, auf Augenhöhe und gut lesbar. Erklären Sie nur den kurzen Zeiger. Nennen Sie dreimal am Tag eine volle Stunde und zeigen Sie darauf.

Tag 2. Stellen Sie auf einer Lernuhr volle Stunden ein und lassen Sie Ihr Kind sie sagen. Fünf Minuten genügen. Hören Sie auf, bevor die Lust nachlässt.

Tag 3. Drehen Sie den Spieß um: Sie sagen eine Stunde, Ihr Kind stellt sie ein. Achten Sie darauf, dass der lange Zeiger oben steht. Verbinden Sie jede Zeit mit einem Ereignis des Tages.

Tag 4. Führen Sie die halbe Stunde ein, mit dem Bild vom halben Weg. Üben Sie nur halb und voll im Wechsel, zum Beispiel 7 Uhr und halb acht.

Tag 5. Wiederholen Sie volle und halbe Stunden ohne Lernuhr, an der echten Uhr im Haus. Fragen Sie beim Frühstück und beim Abendbrot.

Tag 6. Wenn halb und voll sicher sind, zeigen Sie das Viertel mit einem Papier-Viertelkreis. Nennen Sie die Form, die in Kita oder Schule üblich ist. Mehr als eine neue Form pro Tag ist zu viel.

Tag 7. Machen Sie den Selbsttest weiter unten und entscheiden Sie, ob die nächste Woche Viertelstunden oder noch einmal halbe Stunden bringt. Ein Kind, das nach einer Woche die vollen Stunden sicher kann, hat das Wichtigste geschafft.

Zögert Ihr Kind nach einer Woche noch bei den vollen Stunden, liegt das im Rahmen dessen, was die Lehrpläne vorsehen: Sie geben der Schule für das Ablesen zwei Schuljahre. Verlängern Sie dann Stufe 1, wechseln Sie die Uhr oder legen Sie einige Tage Pause ein. Hilfreich ist auch, die Übung an einen festen Moment zu binden, etwa an das Frühstück, statt sie als eigene Lernzeit anzusetzen.

Uhrzeiten im Alltag üben: Frühstück, Kita, Abendbrot

Am meisten lernen Kinder dort, wo die Uhr etwas bedeutet. Sagen Sie beim Aufbruch nicht „wir müssen gleich los“, sondern „um halb acht gehen wir los“, und zeigen Sie auf die Uhr. Fragen Sie nach dem Abendbrot: „Wann ist Schlafenszeit?“ So wird die Uhr ein Werkzeug, das ein Kind selbst nutzen kann.

Kurze Zeitspannen eignen sich besonders, weil Ihr Kind das Ergebnis sofort prüfen kann. Lassen Sie es schätzen, wie lange das Anziehen dauert, und stoppen Sie mit. Fragen Sie danach, ob es länger oder kürzer war als gedacht. Die Bildungsstandards nennen als Beispiel für eine Zeitspanne, die Kinder kennen sollen, die Dauer der Schulstunde.

Kalender gehören dazu. Der bayerische Lehrplan nennt für die ersten beiden Jahrgangsstufen neben Stunde und Minute auch Woche, Monat und Jahr. Ein Wochenplan an der Kühlschranktür mit Uhrzeiten für Sport, Musik oder Besuch verbindet beides. Lernuhren mit Kalenderteil, wie sie unter anderem aus Holz angeboten werden, zielen auf dieselbe Verbindung.

Wer nebenbei die Schreibweise mitnimmt, schreibt Termine in Ziffern auf: „15:00 Uhr Turnen“. Ein Platz zum Schreiben und Üben gehört dann in die Nähe der Uhr; die richtige Höhe für Tisch und Stuhl finden Sie in unserem Ratgeber mit Tabelle und Rechner zur Schreibtischhöhe für Kinder.

Vor dem Schulstart ist der Schulweg eine gute Übungsstrecke. Der sächsische Lehrplan nennt seine Dauer als Beispiel für eine Zeitspanne. Gehen Sie den Weg einige Male zur späteren Uhrzeit und schauen Sie beim Losgehen und beim Ankommen auf die Uhr; so erfährt Ihr Kind, wann es aufbrechen muss. Was es dabei auf dem Rücken trägt, steht zu diesem Zeitpunkt meist schon fest, und worauf es bei der Wahl ankommt, beschreibt unser Vergleich Schulranzen für die erste Klasse in drei Fällen.

Digitale Uhr lesen: 14:30 Uhr, 14.30 Uhr und was der Duden sagt

Auf Geräten und Fahrplänen erscheint die Uhrzeit fast immer in Ziffern. Der Duden beschreibt die Regeln: Wer sich nach DIN richtet, schreibt Stunden und Minuten mit jeweils zwei Ziffern und trennt sie mit einem Doppelpunkt, also 19:30 Uhr und 08:30 Uhr. Bei vollen Stunden reicht eine Ziffer, um 7 Uhr.

Daneben sind nach dem Duden weitere Formen möglich: eine Ziffer bei der Stunde, 8:03 Uhr, ein Punkt statt des Doppelpunkts, 8.03 Uhr, oder hochgestellte Minuten. Kinder begegnen allen Formen. Zeigen Sie, dass 8:03, 08:03 und 8.03 dieselbe Zeit sind.

Eine Falle nennt der Duden ausdrücklich: Die Abkürzungen h und min bezeichnen eine Dauer, keine Uhrzeit. „19 h 30 min“ sind neunzehn Stunden und dreißig Minuten, nicht halb acht am Abend. Genau diese gemischte Schreibweise verlangt der bayerische Lehrplan für Zeitspannen in den Jahrgangsstufen 3 und 4, zum Beispiel 1 h 25 min.

Für ein Kind, das analog und digital gleichzeitig lernt, ist die Übersetzung die eigentliche Übung. Stellen Sie auf der Lernuhr 3:15 ein und schreiben Sie daneben „15:15“ für den Nachmittag; sprechen Sie beide Formen aus. Der sächsische Lehrplan sieht analoge und digitale Uhren schon in den Klassen 1 und 2 vor.

Ein digitaler Wecker im Kinderzimmer ist dafür ein gutes Übungsgerät. Stellen Sie gemeinsam die Weckzeit für einen freien Tag ein und lassen Sie Ihr Kind vorher auf der Zeigeruhr zeigen, wie diese Zeit dort aussieht. Am Morgen vergleichen Sie beide Anzeigen. Wer 06:45 auf dem Wecker liest und auf der Zeigeruhr den langen Zeiger auf der 9 findet, verbindet beide Darstellungen an einem einzigen Morgen.

Zeitgefühl ohne Uhr: wie lang eine Viertelstunde ist

Die Uhr abzulesen ist eine Fertigkeit, eine Dauer einzuschätzen eine andere. Die Bildungsstandards verlangen beides: Zeitspannen vergleichen, ordnen und schätzen, mit Bezug auf Repräsentanten aus dem Alltag. Der sächsische Lehrplan nennt für die Klassen 1 und 2 die Dauer des Schulwegs, der Stunden an einem Unterrichtstag und verschiedener Tätigkeiten.

Üben Sie das mit einem Küchenwecker. Stellen Sie 5 Minuten ein und lassen Sie Ihr Kind raten, ob ein Lied länger oder kürzer dauert. Messen Sie den Weg zum Spielplatz, einmal gehend, einmal mit dem Roller; wo ein Kind damit fahren darf, erklärt unser Ratgeber, was § 24 StVO zum Kinderroller sagt. Solche Messungen machen aus der Uhr ein Messgerät, wie es die Lehrpläne verlangen.

Sand- und Sonnenuhren nennt der sächsische Lehrplan als weitere Zeitmesser für die ersten beiden Klassen. Eine Sanduhr fürs Zähneputzen zeigt Kindern, dass Zeit vergeht, auch wenn man keine Zahl liest. Sie ist ein guter Einstieg vor der Zeigeruhr.

Schließlich hilft Sprache. Begriffe wie vorher, nachher, gleich, später und bald ordnen Zeit, bevor Zahlen sie messen. Ein Kind, das sagen kann „erst Mittagessen, dann Mittagsschlaf, dann Spielplatz“, versteht die Reihenfolge des Tages, an die sich die Uhrzeiten später anhängen.

Ein Spiel, das ohne Material auskommt: Ihr Kind schließt die Augen und sagt „jetzt“, wenn es glaubt, eine Minute sei vorbei. Sie stoppen mit. Machen Sie selbst mit, das nimmt den Druck. Wiederholen Sie das an mehreren Tagen und schreiben Sie die Zeiten auf; ob die Schätzung besser wird, sieht Ihr Kind dann an den eigenen Zahlen.

Selbsttest in einer Minute: welche Stufe kann mein Kind?

Stellen Sie auf einer Lernuhr nacheinander sechs Zeiten ein und fragen Sie jedes Mal: „Wie spät ist es?“ Für jede Zeit haben Sie etwa 10 Sekunden.

1. 3:00 Uhr. Sagt Ihr Kind „drei Uhr“, sitzt Stufe 1. 2. 3:30 Uhr. „Halb vier“ heißt Stufe 2; „halb drei“ zeigt, dass die Sprechweise noch fehlt. 3. 3:15 Uhr. „Viertel nach drei“ oder „viertel vier“, beides ist richtig, Stufe 3.

4. 3:45 Uhr. „Viertel vor vier“ oder „dreiviertel vier“ bestätigt Stufe 3 in beide Richtungen. 5. 3:20 Uhr. „Zwanzig nach drei“ oder „zehn vor halb vier“ heißt Stufe 4. 6. 15:20 Uhr auf einem Zettel in Ziffern. Wer „zwanzig nach drei am Nachmittag“ sagt, ist bei Stufe 6 angekommen.

Werten Sie nicht nach Punkten, sondern nach der ersten Lücke. Die erste Zeit, bei der Ihr Kind zögert, zeigt die Stufe, die als Nächstes geübt wird. Wiederholen Sie den Test nach 2 Wochen. Einzelne Minuten fragt der Test bewusst nicht ab, weil sie nach den Lehrplänen erst in Klasse 3 kommen.

Halten Sie das Ergebnis fest, am einfachsten auf der Merkkarte am Ende dieser Seite. Zögert Ihr Kind bei 3:30 Uhr, aber nicht bei 3:15 Uhr, ist das kein Widerspruch. Das kommt vor, wenn ein Kind Viertelstunden aus dem Alltag kennt, bevor die halbe Stunde sitzt. Üben Sie dann die halbe Stunde nach und lassen Sie das Viertel stehen.

Typische Ablesefehler an der Zeigeruhr und was dagegen hilft

Die folgenden fünf Fehler ergeben sich aus dem Aufbau des Zifferblatts. Jeder hat eine Ursache, die Sie am Klang der falschen Antwort erkennen, und jeder lässt sich gezielt üben.

Zeiger vertauscht. Ihr Kind sagt bei 3:00 Uhr „zwölf Uhr fünfzehn“. Es hat den langen Zeiger als Stunde gelesen und den kurzen als Minuten. Üben Sie wieder mit nur einem Zeiger, oder markieren Sie den kurzen mit einem Punkt in der Farbe der Stundenzahlen.

Zahl statt Minuten. Bei 3:15 Uhr sagt Ihr Kind „drei Uhr drei“. Es liest die Zahl, auf die der lange Zeiger zeigt, statt in Fünferschritten zu zählen. Das gehört zu Stufe 4: Zählen Sie gemeinsam von der 12 aus, fünf, zehn, fünfzehn.

Stunde zu früh. Bei 2:50 Uhr steht der kurze Zeiger schon fast auf der 3, und Ihr Kind sagt „drei Uhr fünfzig“. Hier hilft eine Regel: Die Stunde ist die Zahl, an der der kurze Zeiger zuletzt vorbeigekommen ist. Üben lässt sich das nur an einer Uhr, deren kurzer Zeiger beim Drehen mitläuft.

Halb in die falsche Richtung. Bei 2:30 Uhr sagt Ihr Kind „halb zwei“. Es zählt von der vergangenen Stunde aus, wie bei „Viertel nach“. Das Bild vom halben Weg zur Drei hilft hier mehr als eine Regel.

Vor und nach vertauscht. Bei 3:50 Uhr sagt Ihr Kind „zehn nach vier“. Es hat erkannt, dass die Vier nahe ist, aber die Richtung verwechselt. Zeigen Sie mit dem Finger, wohin der lange Zeiger läuft: Was er noch vor sich hat, ist „vor“, was hinter ihm liegt, „nach“.

Notieren Sie, welcher Fehler auftaucht, statt jeden einzeln zu korrigieren. Kehrt derselbe Fehler wieder, gehen Sie eine Stufe zurück. Taucht er nur einmal auf, war es vermutlich ein Versehen.

Lernuhr kaufen: acht Fehler und wie Sie sie vermeiden

1. Zu viele Ringe zu früh. Eine Lernuhr mit Minutenzahlen und Ring 13 bis 24 überfordert ein Kind in Stufe 1. Lösung: Für den Anfang eine schlichte Uhr, die Ringe ab Stufe 4. Die goki-Lernuhr 58485 etwa trägt nach dem Angebot beides, ab 5 Jahren, mit 10 Zentimetern Durchmesser.

2. Gleich aussehende Zeiger. Lösung: Zeiger in zwei Farben oder deutlich verschiedener Länge. 3. Tickendes Uhrwerk im Kinderzimmer. Lösung: Wanduhren mit lautlosem Werk; Angebote werben ausdrücklich mit „ohne Ticken“. 4. Zu klein. Eine Uhr mit 10 Zentimetern Durchmesser ist eine Handuhr zum Einstellen, keine Wanduhr; an der Wand muss sie vom Bett und vom Tisch aus lesbar sein, prüfen Sie dafür den Durchmesser im Angebot.

5. Kalender und Uhr in einem. Kalenderuhren verbinden Wochentage, Monate und Uhrzeit; eine Lernuhr mit Kalender aus Holz unter dem Namen „Die Maus“ kommt auf amazon.de auf 1.637 Bewertungen. Lösung: erst die Uhr, dann den Kalender, sonst verschwimmt beides. 6. Nur digital. Eine Kinderuhr mit Digitalanzeige zeigt Ziffern, aber keinen Zeiger. Lösung: Für das Lernen eine analoge Uhr, die digitale später als Übersetzung.

7. Zeiger, die sich nicht gekoppelt bewegen. Läuft der kurze Zeiger nicht mit, wenn Ihr Kind den langen dreht, steht er bei halb drei auf der 2 statt zwischen 2 und 3. Lösung: Prüfen Sie beim Auspacken, ob der kurze Zeiger bei halb zwischen zwei Zahlen steht; nur dann lernt Ihr Kind, dass halb drei kurz vor der Drei liegt. 8. Die Sprechweise vergessen. Keine Lernuhr sagt, ob man „viertel vier“ sagt. Lösung: Beim Üben die Form der Kita verwenden und die andere als Übersetzung zeigen.

Lernuhr, Buch, Spiel oder Heft: was welche Hilfe übt

Für das Uhrlernen gibt es Bücher mit beweglichen Zeigern, Spiele und Übungshefte. Das Buch „Die Uhr und die Zeit“ aus der Reihe Wieso? Weshalb? Warum? erschien 2003, hat 16 Seiten, Klappen und eine verstellbare Uhr und ist ab 4 Jahren gedacht; auf amazon.de kommt es auf 1.389 Bewertungen. Für Kinder von 4 bis 6 Jahren gibt es auch ein tiptoi-Buch „Uhr und Zeit“ mit 16 Seiten und einer Uhr mit verstellbaren Zeigern, 2.764 Bewertungen.

Das tiptoi-Buch braucht einen tiptoi-Stift; welcher Stift welche Bücher liest, steht in unserem Vergleich, welcher Lernstift zu welchen Büchern passt. Im LÜK-System gibt es ein miniLÜK-Heft „Wie spät ist es?“ mit 32 Seiten, das Westermann für 5 Jahre ausweist; es steckt auch im Vorschulkoffer, den wir im Vergleich der Lernsysteme mit Kontrollgerät beschrieben haben.

Spiele üben anders. „Wer kennt die Uhr?“ von Ravensburger ist für 6 bis 9 Jahre und 1 bis 4 Spieler ausgewiesen, mit vier Spielvarianten und der digitalen Schreibweise; 846 Bewertungen geben im Mittel 4,5 Sterne. Woher eine solche Spanne auf dem Karton kommt, erklärt unser Ratgeber zur Altersangabe auf Spieleschachteln. Ein Spiel bringt Wiederholung, die ein Buch nicht schafft, setzt aber voraus, dass die vollen und halben Stunden schon sitzen.

Welche Hilfe Sie wählen, hängt an der Stufe. Für Stufe 1 und 2 reicht eine Lernuhr oder ein Buch mit Zeigern. Ab Stufe 3 helfen Spiele, die Zeiten mischen. Ab Stufe 4 helfen Uhren mit Fünferzahlen am Rand. Mehr als eine Hilfe gleichzeitig brauchen Sie nicht; wichtiger ist, dass jemand mitspielt.

Eine Lernuhr können Sie auch selbst bauen. Ein Pappteller, zwei Zeiger aus Karton in deutlich verschiedener Länge und eine Musterklammer durch die Mitte genügen. Schreiben Sie zuerst nur die Zahlen 1 bis 12 auf; die Fünferzahlen kommen außen dazu, wenn Ihr Kind bei Stufe 4 ist. Der Vorteil: Das Zifferblatt wächst mit der Stufe. Der Nachteil: Die Zeiger laufen nicht miteinander, den kurzen müssen Sie bei halb von Hand zwischen zwei Zahlen stellen. Wer statt einer Uhr ein Spiel sucht, das auch Mengen, Farben oder Formen übt, findet in unserem Vergleich fünf Lernspiele ab 4 Jahren mit Belegen aus Karton und Anleitung.

Was Eltern zum Uhrlernen fragen, im Fließtext beantwortet

Ob ein Kind eine eigene Armbanduhr braucht, hängt an der Stufe. Eine Zeigeruhr am Handgelenk lohnt sich, wenn volle und halbe Stunden sitzen, weil Ihr Kind sie dann unterwegs nutzt. Vorher ist sie Schmuck. Eine digitale Kinderuhr ersetzt das Lernen am Zeiger nicht, sie ergänzt es.

Ob analog oder digital zuerst, beantworten die Lehrpläne indirekt: Sachsen nennt beide schon für die Klassen 1 und 2, Bayern spricht an der zitierten Stelle allgemein vom Ablesen von Uhrzeiten. Wir raten, mit der Zeigeruhr zu beginnen, weil sie Zeit als Weg zeigt; die digitale Uhr ist leichter abzulesen, erklärt aber nicht, warum halb drei vor der Drei liegt.

Wenn ein Kind halb und Viertel verwechselt, liegt es meist an der Sprache, nicht am Zifferblatt. Gehen Sie zurück zum Bild vom Weg: halb ist die Hälfte, ein Viertel ein Viertel. Ein Papierkreis in vier Stücken macht das sichtbar. Und wenn Ihr Kind in einer Gegend lebt, in der „viertel vier“ üblich ist, verwechselt es vielleicht nicht, sondern übersetzt.

Ab wann die Sekunde dran ist, sagt der sächsische Lehrplan: in Klasse 3. Und warum 7 Uhr und 19 Uhr für ein Kind gleich aussehen, erklärt der innere Ring. Auf dem Zifferblatt steht beides auf der 7; den Unterschied macht die Tageszeit, die Ihr Kind am Licht und am Ablauf des Tages erkennt, lange bevor es die 19 liest.

Wie lange es dauert, bis ein Kind die Uhr sicher kann, sagt keine der Quellen, die wir gelesen haben. Die Lehrpläne verteilen den Stoff auf mehrere Schuljahre: In Sachsen liegt das Ablesen auf 5 Minuten in den Klassen 1 und 2, die Minute in Klasse 3, in Bayern das Rechnen mit Zeitspannen in den Jahrgangsstufen 3 und 4. Wer zu Hause übt, kürzt diesen Weg nicht ab, macht ihn aber leichter. Rechnen Sie deshalb nicht in Wochen, sondern in Stufen.

Merkkarte: Uhr lernen in sechs Stufen

StufeAuf dem ZifferblattGesagtIm Lehrplan
1 Volle Stundenlanger Zeiger obendrei UhrKlassen 1 und 2
2 Halbe Stundenlanger Zeiger untenhalb vierKlassen 1 und 2
3 Viertelstundenauf 3 oder 9Viertel nach drei · viertel vierSachsen 1/2: „drei Viertel“
4 Fünferschrittejede Zahl 5 Minutenzwanzig nach drei · zehn vor halb vierSachsen 1/2: auf 5 Minuten
5 Minutenkleine Strichedrei Uhr dreiundzwanzigSachsen Klasse 3
6 24 Stundeninnerer Ring, Ziffernfünfzehn Uhr · drei Uhr nachmittagsBayern 3/4: Tag hat 24 h

Hängen Sie die Karte neben die Uhr und haken Sie ab, was sitzt. Die nächste offene Zeile ist das Thema der nächsten Woche. Wenn eine Zeile zwei Sprechweisen nennt, sind beide richtig; üben Sie zuerst die, die Ihr Kind in Kita oder Schule hört.

Die Karte ersetzt keinen Lehrplan, sie fasst zusammen, was zwei Länder und die Bildungsstandards gemeinsam haben. Wer in einem anderen Land wohnt, findet den Lehrplan auf den Seiten des zuständigen Kultusministeriums; die Reihenfolge der Stufen ist überall dieselbe.

Was diese Anleitung nicht beantwortet

Ein Alter, ab dem ein Kind die Uhr können muss, nennt keine unserer Quellen, und wir nennen auch keines. Die Lehrpläne beschreiben den Unterricht, nicht die Entwicklung eines einzelnen Kindes. Gelesen haben wir die Lehrpläne von Bayern und Sachsen; andere Länder können die Stufen anders verteilen. Die Karten des Atlas beruhen auf Umfragen und zeigen Tendenzen, keine scharfen Grenzen.

Lernhilfen haben wir nicht ausprobiert; ihre Angaben stammen aus den Angeboten. Fehler melden Sie bitte über unsere Korrekturseite.

Fragen zum Uhrlernen

Ab wann können Kinder die Uhr lesen?

Ein festes Alter nennt keine der Quellen, die wir gelesen haben. Die Schule behandelt die Uhr in den Klassen 1 und 2: Sachsen verlangt dort das Ablesen auf 5 Minuten genau, Bayern das Ablesen von Uhrzeiten und einfache Zeitspannen. Einzelne Minuten und Sekunden folgen in Sachsen in Klasse 3.

In welcher Reihenfolge lernt ein Kind die Uhr?

Wir empfehlen, passend zu den Lehrplänen: volle Stunden, halbe Stunden, Viertelstunden, Fünferschritte, einzelne Minuten und zuletzt die 24 Stunden mit digitaler Schreibweise. Jede Stufe baut auf der vorigen auf; der Selbsttest im Artikel zeigt, welche als Nächstes dran ist.

Was bedeutet viertel vier?

Viertel vier heißt 3:15 Uhr, ein Viertel des Weges zur Vier. Nach dem Atlas zur deutschen Alltagssprache ist die Form in einem breiten Streifen von Ostdeutschland bis in den Südwesten üblich, im Nordwesten und in Bayern sagt man Viertel nach drei.

Was heißt dreiviertel vier?

Dreiviertel vier ist 3:45 Uhr, anderswo Viertel vor vier. Der Atlas zur deutschen Alltagssprache ordnet die Form demselben oberzähligen System zu wie viertel vier, das von der kommenden Stunde aus rechnet. Der sächsische Lehrplan nennt drei Viertel ausdrücklich als umgangssprachliche Form neben Viertel vor.

Heißt 7:20 Uhr zwanzig nach sieben oder zehn vor halb acht?

Beides ist richtig. Nach dem Atlas sagt man im Westen Deutschlands von Schleswig-Holstein bis Rheinland-Pfalz zwanzig nach sieben, im Osten zehn vor halb acht. In Süddeutschland stehen beide Formen nebeneinander, in Bayern überwiegt zwanzig nach sieben.

Wann lernt man die Uhr in der Schule?

In den Klassen 1 und 2. Der bayerische LehrplanPLUS nennt für die Jahrgangsstufen 1 und 2 das Ablesen von Uhrzeiten und einfache Zeitspannen, der sächsische Lehrplan Ablesen auf 5 Minuten, analoge und digitale Uhren sowie Vormittags- und Nachmittagszeiten. Das Rechnen mit Zeitspannen und die Sekunde folgen in Klasse 3 und 4.

Soll ein Kind zuerst die analoge oder die digitale Uhr lernen?

Der sächsische Lehrplan sieht beide schon in den Klassen 1 und 2 vor. Wir raten, mit der Zeigeruhr zu beginnen, weil sie Zeit als Weg zeigt, und die digitale Anzeige als Übersetzung danebenzustellen, sobald halbe und Viertelstunden sitzen.

Wie schreibt man Uhrzeiten richtig?

Nach DIN-Regeln, die der Duden beschreibt, mit je zwei Ziffern für Stunden und Minuten und einem Doppelpunkt, also 08:30 Uhr. Möglich sind auch 8:30 Uhr und 8.30 Uhr. Die Abkürzungen h und min bezeichnen dagegen eine Dauer: 19 h 30 min ist keine Uhrzeit.

Welche Lernuhr ist für den Anfang sinnvoll?

Für die ersten Stufen eine schlichte Uhr mit gut unterscheidbaren Zeigern, die miteinander laufen. Ringe mit den Stunden 13 bis 24 und Minutenmarkierungen helfen erst ab den Fünferschritten. Eine Wanduhr fürs Kinderzimmer sollte ohne Ticken laufen, wenn das Kind dort schläft.

Braucht ein Kind eine eigene Armbanduhr?

Erst wenn volle und halbe Stunden sicher sitzen, dann nutzt das Kind sie unterwegs wirklich. Eine Uhr mit Digitalanzeige ersetzt das Lernen am Zeiger nicht, sie ergänzt es.

Was tun, wenn das Kind halb und Viertel verwechselt?

Zurück zum Bild vom Weg: halb ist die Hälfte der Stunde, ein Viertel ein Viertel davon. Ein Papierkreis in vier Stücken auf der Lernuhr macht das sichtbar. Lebt das Kind dort, wo man viertel vier sagt, übersetzt es vielleicht nur zwischen zwei richtigen Formen.

Ab wann lernen Kinder Sekunden?

Nach dem sächsischen Lehrplan in Klasse 3, mit der Größenvorstellung einundzwanzig, zweiundzwanzig und der Beziehung 1 Minute gleich 60 Sekunden. Bayern nennt Sekunde und Stoppuhr für die Jahrgangsstufen 3 und 4.

Einige Verweise auf dieser Seite sind Provisionslinks: Wird darüber gekauft, erhält daheimaktiv.de eine Provision vom Händler. Für dich ändert sich dadurch nichts. Die Auswahl und die Reihenfolge der Produkte hängen nicht davon ab, ob ein Verweis provisioniert ist. Wie sich dieses Portal finanziertHier betrifft das zwei Quellen: die Angebote des tiptoi-Buchs Uhr und Zeit und der goki-Lernuhr auf amazon.de, aus denen diese Anleitung Daten nennt. Zum Uhrlernen ist kein Kauf nötig.

Lehrpläne, Atlas und Duden

  1. 01Atlas zur deutschen Alltagssprache: Uhrzeit 10.15 (Runde 7) · abgerufen 18.10.2026
  2. 02Atlas zur deutschen Alltagssprache: Uhrzeit 7.20, 7.40 und 7.05 · abgerufen 18.10.2026
  3. 03Atlas zur deutschen Alltagssprache: Pilotprojekt 2002 mit Karte zu 5.45 Uhr · abgerufen 18.10.2026
  4. 04LehrplanPLUS Bayern: Grundschule Mathematik, Jahrgangsstufen 1/2 · abgerufen 18.10.2026
  5. 05LehrplanPLUS Bayern: Grundschule Mathematik, Jahrgangsstufen 3/4 · abgerufen 18.10.2026
  6. 06Schulportal Sachsen: Lehrplan Grundschule Mathematik · abgerufen 18.10.2026
  7. 07KMK: Bildungsstandards im Fach Mathematik für den Primarbereich, Beschluss vom 23.06.2022 (PDF) · abgerufen 18.10.2026
  8. 08Duden Sprachwissen: Schreibung von Uhrzeitangaben · abgerufen 18.10.2026
  9. 09amazon.de: tiptoi-Buch Uhr und Zeit, Angebot mit Kundenbewertungen · abgerufen 18.10.2026
  10. 10amazon.de: goki Lernuhr 58485, Angebot mit Kundenbewertungen · abgerufen 18.10.2026

Welche Quellen dieses Portal verwendet

Stand dieser Anleitung

  1. Ersterstellung: Lehrpläne Mathematik der Grundschule in Bayern und Sachsen, Bildungsstandards der KMK von 2022, drei Seiten des Atlas zur deutschen Alltagssprache zu Uhrzeiten und der Duden zur Schreibweise gelesen; Daten zu vier Lernhilfen aus den Angeboten auf amazon.de und zu einem miniLÜK-Heft von Westermann erhoben.

Wie Korrekturen gehandhabt werden